Treppenlift Krankenkasse | mieten | Zuschuss | Pflegekasse | Kostenübernahme

Treppenlift von Krankenkasse & Pflegekasse – Kostenübernahme via Zuschuss / Förderung bis 16.000 € sichern

Treppenlift Krankenkasse | mieten | Zuschuss | Pflegekasse | Kostenübernahme
© Ingo Bartussek - AdobeStock

Wer sich einen Treppenlift anschafft, kann dafür einen Zuschuss erhalten. Wie SIe die Gelder von der Krankenkasse & anderen Kostenträgern erhalten, erfahren Sie hier.

| Basenio Redakteur

Voraussetzungen für Zuschuss zum Treppenlift

Ein Treppenlift kann Ihnen Ihre Mobilität zurückgeben. (Quelle: © Jacob Lund - AdobeStock)


Wenn Sie bei Ihrer Krankenkasse einen Zuschuss zum Treppenlift beantragen wollen, sollten Sie darauf achten, dass die Grundvoraussetzungen für den Antrag erfüllt sind. Je besser Sie Ihr Anliegen vorbereiten, desto einfacher verläuft die Beantragung und desto schneller werden die Zuschüsse erfahrungsgemäß ausgezahlt. 

Die wichtigste Voraussetzung, um die Kostenübernahme für einen Treppenlift durch die Krankenkasse gewährt zu bekommen, ist ein Pflegegrad. Gesetzliche Krankenkassen (beziehungsweise die ihnen zugeordneten Pflegekassen) zahlen ihre Förderungen für Versicherte nur aus, wenn diese zuvor einen Pflegegrad bewilligt bekommen haben. Ob Sie Pflegegrad 1 oder 5 haben, ist dabei unerheblich – es hat auch keinen Einfluss auf die Höhe des Zuschusses.

Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass Sie zu Hause wohnen. Ersatzweise ist auch eine Wohngemeinschaft oder eine Einrichtung für betreutes Wohnen möglich. In diesen Räumlichkeiten werden Sie – die dritte Voraussetzung – von Angehörigen gepflegt. Diese müssen wenigstens einen Teil der anfallenden Versorgungsleistungen übernehmen.

Außerdem ist es sehr wichtig, dass Sie den Antrag auf einen Zuschuss bereits stellen, bevor der Treppenlift eingebaut wurde. Ist der Einbau bereits erfolgt, wird es sehr schwierig, im Nachhinein die Kosten erstattet zu bekommen. Lassen Sie sich also vom Treppenlift-Anbieter einen Kostenvoranschlag erstellen und reichen Sie diesen dann bei Ihrer Krankenkasse ein, damit Sie nicht auf den Kosten für den Treppenlift sitzen bleiben.

Voraussetzungen Zuschuss durch Krankenkasse
Voraussetzungen für den Krankenkassen-Zuschuss zum Treppenlift (© basenio.de)

 

Zusage für Zuschuss dauert einige Wochen

Die Genehmigung eines vollständig ausgefüllten Antrags lässt in der Regel einige Wochen auf sich warten. 

 

Treppenlift ist kein Pflegehilfsmittel


Wenn Sie einen Zuschuss für Hilfsmittel im Alltag beantragen, begegnen Sie wahrscheinlich dem Begriff der Pflegehilfsmittel und der Hilfsmittel. Hilfreich ist eine genaue Unterscheidung der Begriffe:

  • Hilfsmittel: sind Geräte oder Sachmittel zum Ausgleich bei Erkrankungen von Gliedmaßen oder bei Behinderungen; sie werden auf ärztliche Verordnung von der Krankenkasse erstattet (z. B. Hörgeräte, Prothesen, Gehhilfen usw.), bis auf einen Eigenanteil von maximal 10 Euro.
  • Pflegehilfsmittel: Geräte oder Sachmittel zur Erleichterung der Pflege oder zur Linderung von Beschwerden; sie sind je nach Pflegegrad (ehemals Pflegestufe) im Pflegehilfsmittelkatalog festgeschrieben und werden ohne ärztliche Bescheinigung von der Pflegekasse erstattet.
      • Technische Pflegehilfsmittel sind z. B. Hausnotrufsysteme, Pflegebetten usw.
      • Verbrauchs-Pflegehilfsmittel sind z. B. Einmalhandschuhe, Einlagen, Windeln usw. 

Sind die Grundvoraussetzungen für einen Zuschuss erfüllt, kann die Pflegekasse bis zu 4.000 Euro für den Kauf und Einbau eines Treppenlifts gewähren. 

 

Zuschuss für mobile Treppensteighilfen 

Mobile Treppensteighilfe werden hingegen von den Krankenkassen als Pflegehilfsmittel eingeordnet und entsprechend anders bezuschusst. Lesen Sie mehr dazu in unserem Beitrag zu mobilen Treppensteigern.

 

Treppenlift gibt es nicht ohne Pflegestufe


Wir haben es weiter oben bereits erwähnt: Einen Zuschuss für Ihren Treppenlift bekommen Sie von der Pflegekasse nur, wenn Sie eine Pflegestufe haben. Der erste Schritt, wenn Sie einen Treppenlift in Ihrem Zuhause benötigen, ist also die Beantragung der Pflegestufe. Dabei ist es unerheblich, ob Sie Pflegestufe 1, 2 oder 5 haben – die Höhe des Zuschusses wird davon nicht beeinflusst. 

Tipp: Haben Sie und Ihr im Haushalt lebender Partner beide eine Pflegestufe, können Sie beide einen Zuschuss für denselben Treppenlift beantragen. So bekommen Sie schon bis zu 8.000 Euro. In einer Senioren-Wohngemeinschaft mit vier Personen haben Sie Anspruch auf ein Maximum von 16.000 Euro.

Treppenlift auf Rezept – geht das?


Treppenlifte werden grundsätzlich nicht von der Krankenkasse bezahlt oder bezuschusst, da sie nicht als Pflegehilfsmittel eingestuft sind. Stattdessen sind die Pflegekassen dafür zuständig, um Maßnahmen zur Barrierereduzierung im Wohnraum wie z. B. einen Treppenlift zu fördern. Dafür ist kein Rezept nötig, sondern das Vorliegen eines Pflegegrades. 

Ein ärztliches Attest über die Notwendigkeit eines Treppenlifts kann allerdings nützlich sein, wenn Sie die Kosten für den Einbau in der Steuererklärung absetzen wollen. Wie das geht, erklären wir weiter unten genauer.

Förderungen für gebrauchte & gemietete Treppenlifte


Die Kosten für einen Treppenlift können, abhängig von der Art des Geräts, enorm hoch sein (mehr zu den Kosten lesen Sie in unserem Ratgeber über Treppenlift-Kosten). Unter Umständen finden Sie einen gebrauchten Treppenlift, der genau zu Ihren Ansprüchen passt – das ist am ehesten der Fall bei klassischen Sitzliften, die an einer geraden Treppe installiert werden. Solche gebrauchten Geräte können Sie guten Gewissens bei fachkundigen Treppenlift-Anbietern kaufen, die zuvor sichergestellt haben, dass technisch alles in Ordnung ist. 

Eine weitere Möglichkeit, um beim Treppenlift Kosten zu sparen, kann ein Mietmodell sein. Das lohnt sich allerdings nur dann, wenn Sie eine gerade Treppe zu bewältigen haben und den Treppenlift nur für eine relativ kurze Zeit benötigen, etwa weil ein Umzug bereits geplant ist oder die Mobilitätseinschränkung nur auf absehbare Zeit bestehen wird. 

Sowohl für einen gemieteten als auch für einen gebrauchten Treppenlift können Sie ebenfalls einen Zuschuss beantragen. Das geht nicht nur bei der Pflegekasse, sondern auch bei zahlreichen anderen Institutionen, die wir im Folgenden genauer beleuchten werden.

Bedingung

Ansprechpartner

Förderung/Zuschuss

Sie haben einen Pflegegrad

gesetzliche Krankenkasse bzw. Pflegekasse

max. 4.000 €

Sie haben keinen Pflegegrad und sind Wohneigentümer

KfW-Bank

max. 10 Prozent/6.250 €

Sie hatten einen Arbeitsunfall

Berufsgenossenschaft/ Unfallkasse

100 %

Sie hatten einen (fremd verschuldeten) Unfall

Haftpflichtversicherung des Unfallgegners

100 %

Sie brauchen Unterstützung am Arbeitsplatz/im Arbeitsleben

Agentur für Arbeit/ Rentenversicherung

unterschiedlich

Sie erhalten keinerlei Förderung und können sich den Treppenlift nicht leisten

Sozialamt

bis zu 100 %

Förderung durch Krankenkasse, KFW & Co.

Sie haben mehrere Möglichkeiten, um die Kosten für einen Treppenlift mit Zuschüssen zu senken. (Quelle: © pikselstock - AdobeStock)

 

Der erste Ansprechpartner für die Förderung eines Treppenlifts ist die Krankenversicherung. Aber nicht nur diese – beziehungsweise die ihr angeschlossene Pflegekasse – kommt als Antragsstelle in Frage. Sie haben noch weitere Möglichkeiten, um einen Zuschuss oder eine Finanzierung für einen Treppenlift zu erhalten.

Das ist insbesondere dann interessant, wenn Sie keine Pflegestufe bekommen oder wenn die Kosten für den Umbau sehr hoch sind. Welche Stelle für die Förderung Ihres Treppenlifts zuständig ist, hängt zum Teil auch davon ab, wie Sie die Mobilitätseinschränkung erworben haben. 

 

Krankenkasse / Pflegekasse


Der erste und häufigste Ansprechpartner für die Kostenübernahme eines Treppenlifts ist die Krankenkasse. Gesetzliche Krankenkassen – beziehungsweise die ihnen angeschlossenen Pflegekassen – sind durch das Sozialgesetzbuch verpflichtet, ihren Versicherten einen Zuschuss von maximal 4.000 Euro für „wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ zu gewähren. Dies kann z. B. der behindertengerechte Ausbau des Badezimmers sein oder eben ein Treppenlift.

Die wichtigste Voraussetzung dafür ist das Vorliegen eines Pflegegrades (ehemals Pflegestufe). Außerdem müssen Sie die sogenannte Vorversicherungszeit vorweisen können, das heißt: Sie müssen vor der Antragstellung mindestens zwei Jahre lang Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse gewesen sein. Diese zwei Jahre können auf einen Zeitraum von zehn Jahren verteilt sein.

Genau erklärt wird der Pflegekassen-Zuschuss in diesem kurzen Video:

Youtube Video

 

Sind Sie privat krankenversichert, hängen die Vergabe und die Höhe eines Zuschusses vom Versicherungsvertrag ab, den Sie abgeschlossen haben. Schauen Sie in den Hilfsmittel-Katalog Ihrer Krankenversicherung, um Klarheit zu bekommen, oder sprechen Sie mit Ihrer Kundenberatung. 

Aus Kulanz übernehmen auch PKV mitunter die Kosten für Hilfsmittel, die nicht in diesem Katalog aufgeführt sind – das ist aber immer eine Einzelfallentscheidung.

Wie Sie den Zuschuss für einen Treppenlift bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse beantragen, erklären wir weiter unten ausführlich. 

KfW-Bank


Müssen Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus für die Installation eines Treppenlifts umbauen, können Sie den Eigenanteil der Kosten mit Unterstützung der
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) senken.


Wichtig: Beide Fördermöglichkeiten können Sie nur in Anspruch nehmen, wenn Sie nicht bereits den Zuschuss von der Pflegekasse erhalten haben. Sie sind auch untereinander nicht kombinierbar. Eine weitere Bedingung für die KfW-Förderung von Treppenliften ist eine Garantie von mindestens 3 Jahren auf das Gerät (gebrauchte Treppenlifte dürfen maximal 3 Jahre alt sein).

Interessant am KfW-Förderprogramm ist, dass Sie den Zuschuss unabhängig vom Vorliegen eines Pflegegrades erhalten. 

Außerdem wichtig: Die Fördersumme, die das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU) vergibt, ist begrenzt. Stellen Sie Ihren Antrag also später im Jahr, kann es durchaus passieren, dass es schlicht keine Fördermittel mehr gibt. Dann müssen Sie sich bis zum nächsten Jahr gedulden und den Antrag erneut stellen.

Unfallversicherung/Berufsgenossenschaft

 

Haben Sie in Folge eines Arbeitsunfalls eine Behinderung und sind deshalb auf einen Treppenlift angewiesen, können die für Ihre Berufsgruppe zuständige Berufsgenossenschaft oder die zuständige Unfallversicherung die Kosten für einen Treppenlift übernehmen. Dies gilt für alle Behinderungen, die durch Unfälle in öffentlichen Einrichtungen, bei Arbeitsunfällen, Arbeitsweg-Unfällen oder in Folge einer Berufskrankheit entstanden sind.

Die Berufsgenossenschaft übernimmt die Kosten für den Treppenlift teilweise oder in vollem Umfang. Dies wird im Einzelfall entschieden, es gibt hier keine festgelegten Pauschalen. Entscheidend für die Bewilligung ist, dass Sie durch den Treppenlift weiter am sozialen und beruflichen Leben teilnehmen können.

 

Rentenversicherung


Für alle Menschen, die beruflich – also am Arbeitsplatz – in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und ohne einen Treppenlift ihren Beruf nicht weiter ausführen (oder einen neuen Arbeitsplatz deshalb nicht annehmen) können, übernimmt die Deutsche Rentenversicherung die Kosten für den Einbau eines Treppenlifts. 

Die Voraussetzung dafür ist, dass Sie seit mindestens 15 Jahre Beiträge an die Rentenversicherung gezahlt haben.

 

Agentur für Arbeit

 

Die Bundesagentur für Arbeit bzw. das Integrationsamt springen ein, wenn weder die Pflegekasse noch die Rentenversicherung zuständig ist: wenn Sie also als Berufstätige oder Berufstätiger einen Treppenlift benötigen, um Ihren Arbeitsplatz zu erhalten oder um eine neue Arbeitsstelle antreten zu können, aber nicht genügend Rentenversicherungs-Beitragszeiten nachweisen können. 

Die Kosten werden hier zu einem Anteil von 80 Prozent übernommen, mitunter auch vollständig. 

Diese Bedingungen gelten für eine Treppenlift-Förderung durch die Agentur für Arbeit: 

  • Sie haben einen unbefristeten Arbeitsvertrag. 
  • Sie haben eine Schwerbehinderung oder sind schwerbehinderten Menschen gleichgestellt. 
  • Es gibt keinen anderen Leistungsträger, der für die Kostenübernahme oder einen Zuschuss in Frage kommt.

 

Haftpflichtversicherung


Sollte der Grund Ihrer Mobilitätseinschränkung ein Unfall sein, der von anderen Menschen verschuldet wurde, ist nicht Ihre Unfallversicherung, sondern deren Haftpflichtversicherung zuständig. Sie übernimmt unter Umständen die Kosten für Umbauten an Ihrem Haus, einen Treppenlift und andere Maßnahmen, um Ihnen nach einem Unfall weiterhin die Teilhabe am Leben zu ermöglichen – und das zu 100 Prozent. 

Allerdings bieten nicht alle Haftpflichtversicherungen einen solchen Leistungsumfang, dies müssen Sie also im Einzelfall mit der gegnerischen Versicherung klären. 

 

Förderungen durch Bundesland oder Kommune


In einigen Bundesländern unterstützen die landeseigenen Förderbanken mobilitätseingeschränkte Menschen mit Zuschüssen für den altersgerechten Umbau der Wohnung – und damit auch für den einen Treppenlift. 

Lassen Sie sich diese Fördermöglichkeiten nicht entgehen – denn sie können unter Umständen zusätzlich zum Zuschuss der Pflegekasse gewährt werden.

Diese Bundesländer haben eigene Förderprogramme mit Zuschüssen und/oder zinsgünstigen Darlehen aufgelegt:

  • Bayern: Hier vergibt die Bayern LaBo, das Förderinstitut aus Bayerischer Landesbank und staatlicher Wohnungspolitik, bis zu 10.000 Euro Zuschuss.
  • Baden-Württemberg: Wer mindestens 15 Prozent der Baukosten selbst trägt, hat hier Anspruch auf Zuschüsse und Darlehen. Einige Städte wie Mannheim bieten noch eigene Förderprogramme an.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Das Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern vergibt Zuschüsse von maximal 30 Prozent der Gesamtkosten für Treppenlifte und andere Maßnahmen zur Reduzierung von Barrieren im Wohnraum.
  • Nordrhein-Westfalen: Seit 2020 gibt es hier einen Zuschuss von 7.000 Euro für Treppenlifte für Rollstuhlfahrer*innen.
  • Sachsen: Hier können Sie bis zu 20.000 Euro Zuschuss für den rollstuhlgerechten Umbau Ihrer Wohnung bekommen.
  • Schleswig-Holstein: Mieter und Eigentümer erhalten hier zwischen 2.000 und 5.000 Euro an Zuschüssen, bei entsprechend hohen Grundkosten. 
  • Thüringen: Hier erhalten Sie bis zu 50 Prozent der Kosten für den alters- oder rollstuhlgerechten Umbau Ihrer Wohnung erstattet, maximal 10.000 Euro.

Die Bedingung für einen Antrag ist, dass Sie im jeweiligen Bundesland Ihren Wohnsitz haben. 

Regionale Förderungen nutzen!

Die Bedingungen für regionale Förderprogramme ändern sich schnell, und bei hoher Nachfrage sind die Fördertöpfe oft schon früh ausgeschöpft. Fragen Sie auf jeden Fall bei Ihrem Treppenlift-Anbieter vor Ort nach. Diese Händler haben viel Erfahrung mit der regionalen Förderlandschaft und können Ihnen sagen, an welche Institutionen Sie sich für einen Zuschuss wenden sollten. 

 

Sozialamt 


Als letzte Möglichkeit steht Ihnen ein Antrag auf Kostenübernahme beim Sozialamt offen. Sollte kein anderer Träger für Sie zuständig sein oder sollte keiner einen Zuschuss bewilligt haben, können Sie es hier versuchen. 

Das Sozialamt wird grundsätzlich nur das preiswerteste Angebot unterstützen, Sie müssen hier also Angebote mehrerer Treppenlift-Anbieter einholen und wahrscheinlich auch Abstriche beim Komfort machen. Je nach Ihren Einkommens- und Vermögensverhältnissen erhalten Sie hier unter Umständen auch nur ein Darlehen, das Sie zurückzahlen müssen.

Die Treppenlift-Förderung durch das Sozialamt können Sie unabhängig von der Grundsicherung beantragen, Sie müssen also nicht aktuell im Sozialhilfebezug sein. 

Wenn Sie gar keine eigene Finanzierung eines Treppenlifts leisten können, übernimmt das Sozialamt gegebenenfalls auch den Eigenanteil, den Sie bei der Kostenübernahme durch die Pflegekasse leisten müssten.

 

Treppenlift von der Steuer absetzen


Die Kosten für Ihren Treppenlift und die notwendigen Umbauten können Sie als „außergewöhnliche Belastung“ von Ihrer Einkommensteuer absetzen. Dies ist sowohl für Neuanschaffungen als auch für gebrauchte Treppenlifte möglich – es muss aber im Jahr der Anschaffung erfolgen, eine Abschreibung über mehrere Jahre ist nicht möglich. Auch die Kosten für eine Reparatur Ihres Treppenlifts können Sie steuerlich absetzen.

Dafür müssen Sie dem Finanzamt zwei Dinge nachweisen: 

  1. Der Treppenlift ist für Sie medizinisch notwendig (dafür brauchen Sie zum Beispiel ein ärztliches Attest, dass Ihr Treppenlift eine „lindernde Maßnahme“ ist und keine Prävention) 
  2. Die Treppenlift-Kosten übersteigen die „zumutbare Belastung“ (hierfür wird ein Pauschalbetrag angesetzt und mit Ihrer Einkommens- und Vermögenssituation abgeglichen; eine Steuerberatung kann Sie hier unterstützen). 


Haben Sie eine Behinderung, können Sie die Anschaffungskosten für den Treppenlift ebenfalls steuerlich absetzen. Über die Höhe des Behinderten-Pauschbetrags entscheidet der Grad Ihrer Behinderung: Je nach dem Grad der Einschränkung Ihrer körperlichen Beweglichkeit können Sie zwischen 310 und 1.420 Euro absetzen. Besitzen Sie einen Schwerbehindertenausweis mit dem Kürzel „H“ (hilflos) oder „Bl“ (blind), steigt der Pauschbetrag auf 3.700 Euro.

Tipp: Behinderten-Pauschbetrag nutzen

Setzen Sie den Maximalbetrag als Behinderten-Pauschbetrag an und tragen Sie den Rest der Kosten für Ihren Treppenlift unter „außergewöhnliche Belastungen“ ein.


Wichtig:
Haben Sie für Ihren Treppenlift einen Zuschuss von der Pflegekasse oder einem anderen Träger erhalten, können Sie natürlich nur den Eigenanteil als steuerlich mindernd absetzen.

Anleitung: Treppenlift von der Krankenkasse

Schritt für Schritt den Treppenlift bei der Krankenkasse beantragen. (Quelle: © digitale-fotografien - AdobeStock)


Um einen Zuschuss zu Ihrem Treppenlift von Ihrer Krankenkasse zu beantragen, müssen Sie in der Regel formlos einen „Antrag auf altersgerechte Wohnraumanpassung“ stellen,
den Sie an Ihre zuständige Filiale schicken. Die Krankenkasse leitet den Antrag dann weiter an die Pflegekasse. Einige Krankenkassen stellen ihren Versicherten auch Formulare für diesen Antrag zur Verfügung. Ersatzweise genügt auch ein Gutachten des Medizinischen Dienstes (MD, ehemals MDK).

 

Schritt 1: Pflegegrad beantragen


Da die Pflegekasse die Kosten für Ihren Treppenlift nur bei Vorliegen eines
Pflegegrades übernehmen kann, sollten Sie diesen Schritt immer zuerst angehen. Wird deutlich, dass Ihnen ein Treppenlift wertvolle Bewegungsfreiheit und damit Lebensqualität zurückgeben würde, zögern Sie nicht, bei Ihrer Krankenkasse einen Pflegegrad zu beantragen. 

Dafür wenden Sie sich am besten an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt, Sie können aber auch einen Pflegedienst oder Ihre zuständige Krankenkasse fragen. 

Nachdem Sie die nötigen Formulare ausgefüllt und abgeschickt haben, wird sich eine unabhängige Gutachterin des Medizinischen Dienstes (MD) bei Ihnen melden und einen Termin bei Ihnen zu Hause vereinbaren. Sind Sie privat krankenversichert, erscheint eine Gutachterin der medicproof GmbH.

Bei dem Hausbesuch wird anhand eines ausführlichen Fragenkatalogs festgestellt, wie es um Ihre Selbstständigkeit im Alltag bestellt ist und Sie werden in einen von fünf Pflegegraden eingestuft.

Nach maximal fünf Wochen erhalten Sie Bescheid über Ihre Einstufung in einen Pflegegrad.

 

Schritt 2: Kostenvoranschläge einholen


Kontaktieren Sie nun im zweiten Schritt einen oder mehrere Treppenlift-Anbieter und lassen Sie sich ein Angebot über einen Treppenlift machen. Am besten wird dieses Angebot nach einem Vor-Ort-Termin in Ihrer Wohnung erstellt, damit genau aufgelistet werden kann, welche Kosten für Umbauten, Sanierung etc. anfallen werden. Gute Anbieter erkennen Sie daran, dass sie mehrere Möglichkeiten zu verschiedenen Preisen vorschlagen. Alternativ können Sie auch Kostenvoranschläge von unterschiedlichen Anbietern einholen.

Wichtig: Kostenvoranschläge sind immer kostenlos und verpflichten Sie nicht zum Kauf des Treppenlifts! 

 

Schritt 3: Zuschuss beantragen


Beschreiben Sie in Ihrem Antrag formlos, also in Ihren eigenen Worten, warum Sie den Treppenlift benötigen. (Hinweis: Er sollte „eine Verbesserung Ihres Wohnumfelds“ sein und Ihnen Ihre selbstbestimmte Mobilität zurückgeben oder ermöglichen.) 

Legen Sie die Kostenvoranschläge Ihrem Antrag bei. Mit Fotos geben Sie einen Eindruck von Ihrer Wohnsituation bzw. von der zu überwindenden Treppe zwischen wichtigen Räumen wie Badezimmer, Küche und Wohnzimmer. 

Haben Sie den positiven Bescheid erhalten, beauftragen Sie den Einbau des Treppenlifts. Reichen Sie danach die Originalrechnung bei Ihrer Krankenkasse ein, um den Zuschuss ausgezahlt zu bekommen.

Rechenbeispiel: Treppenlift durch Bezuschussung

Ein Rechenbeispiel soll Ihnen verdeutlichen, wie sich ein Zuschuss von der Pflegekasse und anderen Institutionen auf die Kosten für einen Treppenlift auswirken kann. 

Rechnungsposten

Betrag

Treppenlift für eine gewundene Treppe

5.000 €

Einbau (inkl. Umbaumaßnahmen)

1.000 €

Montagekosten

1.000 €

Zwischensumme

7.000 €

Mehrwertsteuer (19 %)

1.140 €

Rechnungssumme

8.140 €

Zuschuss der Pflegekasse für 2 Personen

‒ 8.000 €

Eigenanteil

140 €

Achtung: In diesem Rechenbeispiel sind wir davon ausgegangen, dass zwei Personen in Ihrem Haushalt einen Pflegegrad haben.

Zusammenfassung

Die Anschaffung eines Treppenlifts kann Ihnen Ihre selbstbestimmte Mobilität zurückgeben und ist daher eine absolut empfehlenswerte Investition. Die Kosten für den Kauf und den Einbau des Treppenlifts können Sie von unterschiedlichen Kostenträgern bezuschussen lassen. Entscheidend dafür, welche Institution in Frage kommt, ist Ihre persönliche Situation – haben Sie einen Pflegegrad oder wollen Sie die Folgen eines Arbeitsunfalls ausgleichen, brauchen Sie Unterstützung am Arbeitsplatz oder zu Hause? Während einige Stellen die Kosten für einen Treppenlift zu 100 Prozent übernehmen, erhalten Sie von anderen in der Höhe beschränkte Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite. 

In jedem Fall sollten Sie sich vor dem Kauf eines Treppenlifts über die passenden Fördermöglichkeiten informieren, damit die Erfolgsaussichten Ihrer Beantragung möglichst hoch sind.

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