Fußfehlstellung Symptome | im Alter | Rückenschmerzen | Fußschmerzen

Fußfehlstellungen im Alter: Was hilft gegen Symptome wie Rückenschmerzen und Fußschmerzen?

Fußfehlstellung Symptome | im Alter | Rückenschmerzen | Fußschmerzen
© Mushroom House – Adobe Stock

Für Fußfehlstellungen im Alter können Rückenschmerzen und Fußschmerzen symptomatisch sein. Doch was hilft dagegen und wie lassen sich die Ursachen behandeln?

| Steffen Gottschling

Werden Füße über viele Jahre falsch belastet, können sich Fußfehlstellungen bilden. Es wundert also kaum, dass insbesondere ältere Menschen unter den schmerzhaften Folgen leiden.

Basenio.de, das Onlineportal für die Generation 50plus, zeigt die häufigsten Ursachen und Symptome von Fußfehlstellungen und wie sich diese erfolgreich behandeln lassen.

Ursachen einer Fußfehlstellung

Die Gründe für eine Fußfehlstellung sind je nach Art der Fehlstellung verschieden. Die häufigsten Ursachen sind jedoch angeborene Bindegewebsschwäche, Überlastungsschäden, entzündliche und stoffwechselbedingte Erkrankungen (Rheuma, Gicht), aber auch durch Frakturen und Verletzungen können Fehlstellungen der Füße entstehen.

Als mögliche Ursache sollten auch schlecht passende Schuhe in Betracht gezogen werden. Sind sie zu groß, bieten sie keine Stabilität; sind sie zu klein, engen sie die Beweglichkeit ein. Probleme können auch durch die Sohle ausgelöst werden. Starre flache Sohlen schwächen die Muskulatur und fördern Fehlstellungen wie beispielsweise Spreizfüße. High Heels bedingen durch ihren Aufbau, dass der Vorderfuß über die Maßen belastet wird. In der Folge können sich die hintere Fußmuskulatur und der Sehnenapparat schmerzhaft verkürzen.

Auslöser für Fußfehlstellungen können auch Muskelerkrankungen und neurologische Beschwerden sein.

Zu den häufigsten Fußfehlstellungen gehören:

 

Fußfehstellung
Übersicht: Häufige Fußfehlstellungen. (Quelle: © Henrie – Adobe Stock)

Symptome einer Fußfehlstellung

Die Symptome einer Fußfehlstellung können Schmerzen und im Extremfall die  Deformationen des Fußes sein. Eine der häufigsten Formen von Fußfehlstellungen im Alter ist der sogenannte Hallux valgus, umgangsprachlich auch Überbein oder Ballenzeh genannt. Viele ältere Menschen sind davon betroffen. 

Ebenso typisch für eine Fußfehlstellung im Alter ist ein Senkfuß. Dabei ist das innenliegende Gewölbe des Fußes abgeflacht. Die Muskulatur ist in diesem Bereich so abgeschwächt, dass der Fuß beim Gehen oder Laufen seitlich abknickt.

 

Fußschmerzen durch Fußfehlstellung

 

Eine Fehlstellung der Füße kann genau dort Schmerzen auslösen. Ein stechender Schmerz in der Ferse oder der Fußsohle kann ein Anzeichen für einen Fersensporn sein. Der wird in der Regel nur dann wahrgenommen, wenn wir mit dem Fuß auftreten. Werden sie nicht mehr belastet wie etwa beim Liegen verschwindet der Schmerz.

Bei einem Hallux valgus steht der große Zeh erkennbar schief nach außen ab. Da durch diese Fehlstellung die Füße in den Schuhen reiben, ist die Haut in diesem Bereich oft verdickt und auch gerötet.

 

Rückenschmerzen durch Fußfehlstellung

 

Durch eine Korrektur von Fußfehlstellungen werden nicht nur die direkten Beschwerden im Fuß gelindert oder geheilt, sondern der Körper profitiert auch ganzheitlich von der korrigierten Fußstellung. Vor allem im Rücken macht sich dies bemerkbar, da Rückenschmerzen nicht selten von einer Fehlstellung des Fußes kommen.

Mit einer erfolgreichen Behandlung einer Fußmissbildung werden so auch mögliche  Rückenschmerzen behoben. Der Gesamtzustand des Körpers verbessert sich. Sie können nun entspannen, ohne Beschwerden den Alltag meistern und finden Ihre Energie zurück, die Ihnen die Schmerzen geraubt haben.

 

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Behandlung einer Fußfehlstellung

Fußfehlstellungen lassen sich in vielen Fällen ohne operativen Eingriff behandeln. Ärztlichen Rat können sich Patienten dazu bei Orthopäden holen. Diese können die Art der Fußfehlstellung genau bestimmen und eine entsprechende Therapie einleiten.

 

Schuheinlagen

 

Fußfehlstellungen wie Knick-, Senk- oder Spreizfüße lassen sich mit orthopädischen Einlagen behandeln. Solche Hilfsmittel werden von Orthopädieschuhmachern angefertigt, die über eine spezielle Ausbildung verfügen müssen. Es gibt unterschiedliche Arten von orthopädischen Schuheinlagen:

  • stützende Schuheinlagen
  • bettende Schuheinlagen
  • sensomotorische Schuheinlagen
  • neurologische Schuheinlagen

 

Welche Schuheinlage für die Therapie genutzt werden soll, hängt von der Art der Fußfehlstellung ab. So ist bei einem Hallux valgus eine stützende Einlage hilfreich, die bei Bedarf mit einer Rigidusfeder versehen wird.

Bei einem Spreizfuß können bettende Einlagen die Schmerzen lindern. Hier sind oft die Mittelfußköpfchen die Ursache für die Probleme. Sie werden mit einer Weichpolster-Bettung entlastet, um die Bewegungsschmerzen zu lindern.

Jeder Fuß ist anders, daher sollten die Einlagen idealerweise auch immer individuell angefertigt werden. Orthopädieschuhmacher können dafür einen Fußabdruck nehmen und den Patienten Fragen zu ihren Fußproblemen stellen. Noch besser ist es, wenn der Orthopädieschuhmacher den Patienten beim Gehen beobachten kann. So kann er an dessem Gangbild erkennen, wo die Probleme genau liegen und eine wirklich individuelle Einlage für ihn anfertigen. Moderne Einlagen werden mit einem 3D-Scan des Fußes hergestellt.

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen pro Jahr die Kosten für zwei orthopädische Schuheinlagen. Die Kostenübernahme ist jedoch auf die geltenden Sätze für Festbeträge beschränkt. Wer eine aufwendigere Einlage wünscht, muss die Mehrkosten selber tragen.

 

Festbeträge für Kostenübernahme bei Schuheinlagen

Die aktuellen Festbeträge für die Kostenübernahme bei Schuheinlagen finden Sie im Hilfsmittelverzeichnis des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Wer in der privaten Krankenversicherung ist, kann im Versicherungstarif eigene Regelungen für eine Kostenübernahme bei Schuheinlagen ausmachen.

 

Fußgymnastik

 

Mit Hilfe spezieller Fußübungen und richtiger Fußpflege kann die Fußmuskulatur effektiv gestärkt werden. Gut sind auch Massagen, die die Durchblutung in den Füßen anregen. Ideal dafür sind Massagebälle.

Belastungs- und Koordinationsübungen mit den Zehen stimulieren ebenfalls den Fuß und die Durchblutung, was langfristig gesehen zu einer verbesserten Gesundheit führt. Üben Sie dafür, mit den Zehen zu schreiben. Auch barfuß auf Rasen oder Sand zu laufen, kann eine Entspannung für die Füße sein.

Tipp der Redaktion: Füße trainieren

Fußgymnastik stärkt die Muskulatur in den Füßen. Bei starken Bewegungsschmerzen kann das Training auf einer weich-elastischen Unterlage Schmerzen reduzieren. Hier empfehlen wir die innovativen kybun Matten.

 

 

Orthopädische Schuhe

 

In manchen Fällen sind die Fußfehlstellungen durch diese einfachen Maßnahmen nicht zu korrigieren, jedoch helfen orthopädische Schuhe in verschiedenen Ausführungen hervorragend bei der Genesung.

Sowohl im Sanitätshaus als auch im Internet können die Schuhe, die nach medizinischen Gesichtspunkten hergestellt sind, gekauft werden. Sinnvoll ist es aber jederzeit, einen Orthopäden zu kontaktieren. Dieser passt die Schuhe Ihren individuellen Anforderungen und den gesundheitlichen Einschränkungen an.

Orthopädische Schuhe gibt es in einer Vielzahl von Ausführungen, wobei sie stets den höchsten Tragekomfort bieten, der bei einem Schuh möglich ist. Zudem werden Schmerzen beim Stehen und Laufen behoben, die Beschwerden durch bestehende Erkrankungen, Schmerzen von Operationen oder durch Deformationen werden effektiv gelindert. Zudem werden sowohl Knie- als auch Rückenschmerzen durch die korrekte Fußstellung und die Unterstützung der orthopädischen Schuhe deutlich reduziert.

 


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Profilbild von Steffen Gottschling

Steffen Gottschling ist der leitende Redakteur der Ratgeber-Redaktion. Bevor er 2016 bei basenio.de begann, war er im Rundfunk und in der Online-Redaktion einer regionalen Tageszeitung tätig. Seine Themenschwerpunkte sind die Bereiche Pflege & Recht.

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