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10 typische Alterskrankheiten beim Menschen: Eine Liste häufiger Alterserkrankungen

| Isabelle Kocher
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(Quelle: JSB31 - Fotolia)

Diese 10 Alterskrankheiten sind typisch bei Menschen. Wir erklären die physischen und psychischen Symptome der Beschwerden und zeigen, welche Behandlungskonzepte es dagegen gibt.

Der medizinische Fortschritt macht es möglich, dass wir Menschen immer älter werden. Die Lebenserwartung ist in den letzten Jahrzehnten in Deutschland deutlich gestiegen, das zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamts. Lag die Lebenserwartung für Frauen im Zeitraum 1991/1993 bei 79,01 Jahren ist sie 2016/2018 auf 83,27 Jahre gestiegen. Auch bei Männern bestätigt sich der Trend. 1991/1993 lag deren Lebenserwartung bei 72,47 Jahren, 2016/2018 wuchs sie an auf 78,48 Jahre.

Doch trotz aller medizinischen Fortschritte steigt mit dem Alter das Risiko zu erkranken. Chronische Leiden können dazu führen, dass Menschen pflegebedürtig werden. Einige Krankheitsbilder sind dabei typisch für Menschen im fortgeschrittenen Alter.

Typische Alterskrankheiten

Laut Definition handelt es sich bei Alterskrankheiten um Krankheiten, die vorzugsweise im Alter auftreten oder durch fortgeschrittenes Alter begünstigt werden. Zum Teil handelt es sich dabei um chronische Krankheiten, die lange andauern und nur schwer oder gar nicht geheilt werden können. Obwohl wir meist eher physische Leiden mit Alterserkrankungen assoziieren, können diese altersbedingten Beschwerden sowohl den Körper als auch den Geist betreffen.

Viele der fürs Alter typischen Krankheiten lassen sich mit Medikamenten behandeln und werden so gelindert. Allerdings sind gerade bei älteren Menschen oft mehrere Krankheitsbilder vorhanden, wodurch bei der Therapie nicht alle Mittel geeignet snd. Auf der sogenannten PRISCUS-Liste sind Medikamente aufgeführt, die nicht für ältere Patienten geeignet sind.

Das Statistische Bundesamt und das Robert-Koch-Institut veröffentlichen in regelmäßigen Abständen den Report "Gesundheitsberichterstattung des Bundes". Zuletzt erschien er 2015. Der Report soll Entwicklungen in der Gesundheit der deutschen Bevölkerung darstellen. In Kapitel 8 geht man dabei besonders auf ältere Menschen ein und benennt Krankheitsbilder, die ganz typisch für Senioren sind.

1. Herz-Kreislauferkrankungen

Herz- und Kreislauferkrankungen zählen in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck treten aufgrund der veränderten Leistungsfähigkeit des Herzens vermehrt im Alter auf.

Ihre Ursachen sind vielseitig, jedoch wirkt sich eine gesunde Lebensweise natürlich auch häufig auf den Blutdruck aus und kann das Risiko eines Herzinfarktes mindern. Eine Ernährungsmittelumstellung, Blutdruckmedikamente und regelmäßige Arztbesuche können den Blutdruck verbessern. Sollte es jedoch trotzdem zu einem Herzinfarkt kommen, muss so schnell wie möglich reagiert werden und bei Brustschmerzen, Atemnot, Engegefühl in der Brust und Übelkeit umgehend der Arzt verständigt werden.

2. Krebs

Neben Herzinfarkten zählen Krebserkrankungen zu den häufigsten Todesursachen in westlich-industrialisierten Gesellschaften. Obwohl diese Krankheit in jedem Lebensalter auftreten kann, steigt das Risiko im Alter. Das mittlere Erkrankungsalter liegt momentan bei 69 Jahren. Zu den häufigsten Krebserkrankungen zählen Brustkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs, Hautkrebs und Gebärmutterhalskrebs.

Krebszellen entstehen, wenn sich bestimmte Gene verändern und die Erbinformation dadurch abgeändert wird. Gefährlich wird es, wenn diese Krebszellen in benachbartes Gewebe eindringen, sich im Körper ausbreiten und es zu Metastasen oder Tumoren kommt. Da es einige Faktoren gibt (zum Beispiel UV-Strahlen, Tabakrauch, chronische Infektionen), die krebsauslösend sein können, sollte man auf eine gesunde Lebensweise achten und Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrnehmen.

Leukämien - auch Blutkrebs genannt - sind eine bösartige Erkrankung des Blutbildes und mit steigendem Alter steigt auch das Risiko, an einer Form zu erkranken. Laut Krebsinformationsdienst waren Patienten 2014 im Mittel 72 Jahre alt, als sie Diagnose Leukämie bekamen.

3. Schlaganfall

Auch das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden, steigt im Alter. Bei einem Schlaganfall kommt es zu plötzlichen und unvermittelt auftretenden neurologischen Ausfallerscheinungen aufgrund einer Durchblutungsstörung im Gehirn. Ähnlich wie beim Herzinfarkt ist es äußerst wichtig, umgehend ärztliche Hilfe zu organisieren, um Folgeschäden zu vermeiden oder gering zu halten.

Um einen Schlaganfall zu erkennen, empfiehlt sich ein Test bei dem der Senior lächeln, gleichzeitig die Arme heben und einen Satz nachsprechen muss. Ist die richtige Durchführung dieser Aufgaben nicht mehr möglich, sollte sofort ein Arzt gerufen werden.

4. Diabetes mellitus

Bei älteren Menschen wird vor allem Diabetes Typ 2 diagnostiziert. Bei dieser Zuckerkrankheit kann der Körper die aus der Nahrung zugeführten Nährstoffe nicht mehr in Energie umwandeln. Der Zucker gelangt nicht an seinen Zielort, sondern bleibt im Blut und lässt dadurch den Blutzuckerspiegel ansteigen.

Der Gang zum Arzt bleibt dabei unvermeidbar, da ansonsten häufig Folge- oder Begleiterkrankungen auftreten und Herz, Nieren, Nerven, Augen oder Gefäße Schaden nehmen können. Die Ursachen für Diabetes sind dabei vielfältig. Genetische Faktoren und Übergewicht spielen jedoch häufig eine Rolle.

5. Inkontinenz

Eine Stuhl- oder Harninkontinenz ist für Betroffene unangenehm und oft auch mit Scham behaftet. Bei beiden Krankheitsbildern sind unterschiedliche Formen bekannt, die ihre je eigenen Ursachen haben. Dementsprechend müssen auch die Therapien unterschiedliche Ansatzpunkte finden.

Bekannte Ursachen bei Stuhlinkontinenzen sind unter anderem chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn), neurologische Schäden und Verletzungen des Schließmuskels. Bei Harninkontinenzen können psychische und physische Auslöser zu Problemen führen. Parkinson, Multiple Sklerose und Alzheimer sind einige Ursachen, die bei Männern und Frauen Inkontinenz verursachen können.

Insbesondere bei Männern steigt das Inkontinenz-Risiko im Alter, wenn sich die Prostata vergrößert. Bei der Benigne Prostatahyperplasie (altersbedingte Prostatavergrößerung) entstehen kleine Knoten, die auf die Harnröhre drücken können. Dadurch kann die Speicher- und Entleerungsfunktion gestört sein und die Harnikontinenz auslösen. Häufig lassen sich die Probleme medikamentös behandeln. In gravierenden Fällen kann es jedoch nötig sein, dass die Prostatavergrößerung in einer Spezialklinik operativ entfernt wird.

6. Augenleiden

Es ist ganz natürlich, dass das Sehvermögen im Alter nachlässt. Bereits zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr verschlechtert sich bei vielen Menschen das Sehvermögen und eine Alterssichtigkeit tritt auf. Meist handelt es sich dabei um eine Weitsichtigkeit, wodurch Objekte in der Nähe nur noch verschwommen wahrgenommen werden können.

Es kann jedoch im Alter auch vermehrt zu grauem Star, Glaukomen oder altersabhängigen Makuladegenerationen (AMD) kommen. Bei Beschwerden sollte der Augenarzt aufgesucht und anschließend über mögliche Therapien, wie das Tragen einer Lesebrille, die Implantation einer Kunstlinse oder Behandlung mit einem Laserstrahl, nachgedacht werden.

7. Parkinson

Derzeit sind etwa 300.000 Menschen in Deutschland an Morbus Parkinson erkrankt. Die meisten Patienten sind dabei zwischen 50 und 79 Jahre alt. Bei der Erkrankung kommt es zu einem Absterben der Nervenzellen im Gehirn, die für die Dopaminproduktion zuständig sind.

Dopamin ist ein Botenstoff des Gehirns, der Impulse der Nerven an den Bewegungsapparat weiterleitet. Ein Mangel an diesem führt zu Zittern, Bewegungsverlangsamungen, Muskelversteifungen und Störung der Halte- und Stehreflexe. Parkinson ist noch nicht heilbar, jedoch behandelbar. Es gibt verschiedene Medikament, Bewegungstherapien und gegebenenfalls operative Behandlungsmöglichkeiten.

8. Gelenk- & Knochenerkrankungen

Rheuma und Osteoporose sind typische Alterserkrankungen, die zu Problemen mit den Gelenken, Knochen und Muskeln führen. Bei rheumatischen Erkrankungen kommt es oft zu Entzündungen der Muskeln, Sehnen und Gelenke des Bewegungsapparates.

Eine Form dieser Erkrankung heißt rheumatoide Arthritis, bei welcher Gelenkentzündungen in Händen und Füßen zu einem Bewegungsverlust führen und die Pflegebedürftigkeit nach sich ziehen. Arthrose ist eine andere Unterform dieser Krankheit, bei welcher der Gelenkverschleiß das altersübliche Maß übertroffen hat und somit als krankhaft gilt.

Rheuma kann zwar nicht komplett geheilt werden, jedoch können Medikamente, Therapien und Physiotherapien den Krankheitsverlauf deutlich verlangsamen oder zu einem langanhaltenden Krankheitsstillstand führen. Osteoporose ist hingegen eine Knochenerkrankung, die meist altersbedingt ist und den Knochen anfällig für Brüche macht.

Die Krankheit wird auch als Knochenschwund bezeichnet und ist gekennzeichnet durch eine Abnahme der Knochendichte und somit einer Verminderung der Knochenstabilität. Brüche bei Osteoporose finden sich vor allem an den Wirbeln, Oberschenkelhalsknochen und Handgelenken. Die Heilung der Knochenbrücher ist bei dieser Krankheit jedoch nicht gestört.

Neben den körperlichen Alterserkrankungen sind natürlich auch die geistigen Leiden nicht zu unterschätzen. Demenz ist eine Krankheit, die fast ausschließlich im Alter auftritt, doch auch von Depressionen sind leider immer mehr Senioren betroffen.

9. Demenz

Demenz stellt die zweithäufigste neurologische Erkrankung im Alter dar. Sie äußert sich durch ein anhaltendes Defizit der kognitiven, sozialen und emotionalen Fähigkeiten. Während zu Beginn der Erkrankung nur das Kurzzeitgedächtnis betroffen ist, dehnt sich die Krankheit im Laufe der Zeit auch auf das Langzeitgedächtnis aus. Es gibt verschiedene Formen der Demenz.

Die sowohl bekannteste als auch häufigste Form der Demenz heißt Alzheimer. Aufgrund eines Verlustes an Hirnsubstanz kommt es bei dieser Krankheit zu Einschränkungen des Gedächtnisses, des Denkvermögens, des Sprechens und der Orientierungsfähigkeit. Betroffene leiden außerdem oft unter Antriebslosigkeit, einem veränderten Persönlichkeitsbild, Halluzinationen und Schlafrhythmusstörungen. Heilbar ist diese Krankheit nicht, es ist aber möglich ihren Verlauf mithilfe von Medikamenten hinauszuzögern.

10. Depressionen

Bei depressiven Patienten über 65 Jahren spricht man von einer Altersdepression. Da durchschnittlich nur etwa 5 % der Bevölkerung an einer Depression erkrankt sind, jedoch rund 20 % an einer Altersdepression, kann man sagen, dass das Risiko eine Depression zu entwickeln, mit zunehmendem Alter steigt. Bei Bewohnern von Altersheim sind sogar 30-40 % von einer Altersdepression betroffen.

Ursachen für diese Erkrankung sind vor allem Einsamkeit oder das Nachlassen von körperlichen oder geistigen Leistungen. Schlimm ist dabei, dass psychische Leiden von Angehörigen oft nicht richtig ernst genommen werden oder der Arzt den Fokus eher auf die körperlichen Beschwerden richtet.

Die Besprechung und Behandlung von Depressionen ist jedoch auch im Alter immer noch wichtig. Vor allem im Hinblick darauf, dass Senioren heutzutage immer länger leben, ist es wichtig, dass sie dies auch glücklich tun können. Eine Psychotherapie ist auch im Alter noch erfolgsversprechend und Trauer und Angst gegen Glück und Zufriedenheit einzutauschen, lohnt sich immer.


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