Was tun gegen Schnarchen | Schnarchen verhindern | Ursachen | Hilfe | Mittel | Schlafapnoe

Was tun gegen Schnarchen oder Schlafapnoe?

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(Quelle: www.basenio.de)

Nacht für Nacht tobt in deutschen Schlafzimmern der Lärmkrieg. Ursachen dafür sind permanentes Schnarchen oder sogar Schlafapnoe des Partnerns. Wir haben nach Ursachen recherchiert und nützliche Tipps & Tricks, wie man Schnarchen verhindern kann.

Schnarchen ist ein weit verbreitetes Phänomen und die Geräusch-Palette in deutschen Betten breit gefächert. Sie reicht vom erträglichen knarzenden Röcheln oder Pfeifen bis hin zum störenden, nervenzehrenden Knattern. Meist müssen dann zwei leiden. Der Nichtschnarcher, der durch seinen lärmenden Partner nicht mehr schlafen kann und der Schnarcher selbst, der unter Umständen seine Gesundheit gefährdet. Ein freundlich aber bestimmender Rempler oder das Zuhalten der Nase bringt in den meisten Fällen leider nur kurzweilig die ersehnte Ruhe. Generell sind die Chancen einen stillen Schlafpartner fürs Leben zu finden eher gering, da fast jeder dritte Deutsche schnarcht. Das Guinnes-Buch der Rekorde enthält den Eintrag einer Schnarchlautstärke von 93 Dezibel, was in etwa dem Lärmpegel einer vielbefahrenen Autobahn entspricht. Selbst dem tolerantesten Partner bleibt da nur die Flucht ins Nebenzimmer oder der Einsatz von Gehörschutz. Beziehungsstreitigkeiten sind hier vorprogrammiert.

Junge Menschen schnarchen hierbei eher gelegentlich. So beispielsweise bei verstopfter Nase oder nach übermäßigem Genuss von alkoholischen Getränken. Aber auch unter ihnen gibt es bereits regelmäßige Holzfäller, die mit dem Sägen beginnen, kaum dass sie die Augen geschlossen haben. Mit steigendem Alter schnarchen zunehmend mehr Menschen. Der Grund hierfür ist simpel. Im Laufe der Jahre erschlaffen Muskeln und Gewebe im Mund und können so leichter in Schwingung versetzt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nachts laut wird, steigt also je älter man wird.

Männer sind hierbei mit rund 60 Prozent häufiger vertreten als Frauen mit nur rund 40 Prozent. Forscher wissen noch genau warum mehr Männer als Frauen betroffen sind, vermuten aber, dass diese im Durchschnitt mehr Alkohol trinken und häufiger übergewichtig sind. Bei Kindern schnarchen etwa 10 Prozent. Hier liegen die Ursachen meist an vergrößerten Rachenmandeln oder ebenfalls Übergewicht.

Schnarchen und dessen Ursachen

Beim Schlaf entspannt sich der Körper und die Muskeln im Rachenraum können durch das Ein- und Ausatmen in Schwingung versetzt werden. Betroffen sind hier zumeist das Zäpfchen sowie das Gaumensegel aber auch Rachen und Zungengrund können in seltenen Fällen zum „Klingen“ gebracht werden. Wie bereits beschrieben, spielt das Alter der Personen eine Rolle, da Muskeln und Gewebe im Mund im Laufe der Jahre erschlaffen. Alkohol, Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Psychopharmaka fördern die lautstarke Atemtechnik zusätzlich, da sie zur Entspannung von Zunge und Zäpfchen beitragen.

In den häufigsten Fällen entsteht Schnarchen durch eine Verengung der oberen Atemwege, wodurch die Strömungsgeschwindigkeit der eingeatmeten bzw. ausgeatmeten Luft erhöht wird. Vor allem in Rückenlage verengt die erschlaffte Muskulatur die Atemwege, wenn der Zungengrund zurückfällt.

Weiterhin begünstigt Übergewicht das Schnarchen, da Fettablagerungen im Zungen- und Rachenbereich die Atemwege verengen. So schnarchen übergewichtige Menschen öfter als schlanke Menschen. Am häufigsten übergewichtig sind hierbei Männer zwischen 40 und 65 Jahren. Aber auch andere, zumeist harmlose Ursachen, können hinter einer Verengung der oberen Atemwege stecken. So beispielsweise:

 

- Schnupfen
- Verkrümmung der Nasenscheidewand
- Nasenpolypen
- Vergrößerung der Rachenmandeln
- Kieferfehlstellungen

Schlafapnoe Syndrom - Symptome & Therapie

Eine Schlafapnoe ist klar vom normalen, dem sogenannten „einfachen Schnarchen“  abzugrenzen. Normales Schnarchen, bei dem das Schnarchgeräusch gleichmäßig ist und eine niedrige Frequenz hat, ist für den Schnarcher in der Regel harmlos. Durch die verstärkte Mundatmung kann es zu Trockenheit im Mund, Sodbrennen oder leichten Halsschmerzen kommen. Für den Schnarcher unangenehm, gesundheitlich jedoch nicht riskant.

Erst wenn das Geräusch sehr laut ist, manchmal explosionsartig beginnt und es zu längeren regelmäßigen Atemaussetzern kommt, steigt das Risiko des Schläfers für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzrhythmusstörungen. Hier spricht man von einer Schlafapnoe (griech. apnoia = Atemlosigkeit). Genauer liegt eine Schlafapnoe vor, wenn innerhalb einer Stunde mehr als fünf Aussetzer der Atmung, mit einer Dauer von jeweils mindestens zehn Sekunden auftreten. Der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt hierbei immer wieder gefährlich ab, bis der Schnarcher kurz erwacht und Luft holt. Der Schlafrhythmus wird unterbrochen, das Herz schlägt schneller und der Blutdruck steigt. Die Aktion des Körpers ist hier lebenswichtig um nicht zu ersticken, verhindert jedoch, dass der Betroffene tiefe Schlafphasen erreicht.

Die nächtlichen Atemaussetzer führen schließlich bei den Betroffenen zu einer Verschlechterung der Schlafqualität, da durch den Sauerstoffmangel im Körper erhebliche Stressaktionen ausgelöst werden. Erholsamer Schlaf - Fehlanzeige. Dieser ist jedoch wichtig, da er Grundlage für unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit ist. Extreme Schläfrigkeit, Konzentrationsprobleme und Abgeschlagenheit am Tag sind die logischen Folgen. Die Gefahr für Schlaganfall, Herzinfarkt sowie die Unfallgefahr im Straßenverkehr (durch Sekundenschlaf am Steuer) steigt.

Nur bei bestimmten Formen der Schlafapnoe, erwachen die Schnarcher durch ihre Atemnot und nehmen diese auch bewusst wahr. Häufiger sind es die Partner, denen die Atemaussetzer auffallen und den Schnarcher darauf aufmerksam machen.

Von Schlafapnoe betroffene Menschen neigen dazu ihre Müdigkeit durch Stress zu verdrängen, was bis zu einem gewissen Grad auch funktioniert. Am Ende des Tages wird in vielen Fällen dieser jedoch als Grund dafür gesehen, dass man völlig fertig ist. Unbehandelt kann eine Schlafapnoe ernste gesundheitliche Folgen haben und sogar die Lebenserwartungen verkürzen.

Eine genaue Anzahl zur Häufigkeit von Schlafapnoe existiert hierbei nicht, da viele Betroffene erst auf Drängen des sich sorgenden Partners einen Arzt aufsuchen. Die Dunkelziffer ist daher als sehr hoch einzuschätzen.

Was tun gegen Schnarchen?

Ob Sprays, Masken, Öle, Stützkissen, Arm- und Halsbänder, Gurte, Binden, Bandagen oder Tabletten – der Markt bietet eine verdächtige Vielfalt an angeblich wirkungsvollen Mitteln, die Schnarchern Abhilfe versprechen. Diese sind jedoch meist teuer und helfen in den wenigsten Fällen.

Es gibt jedoch auch einfache Methoden, mit deren ein Schnarcher zu mehr Nachtruhe finden kann. Hier einige Tipps. Versuch macht kluch.

- Rückenlage beim Schlafen vermeiden, stattdessen Bauch- oder Seitenlage einnehmen
- bei Übergewicht versuchen abzunehmen
- auf Alkohol vor dem Zubettgehen verzichten
- auf Beruhigungs- und Schlafmittel verzichten
- nicht rauchen und wenig Kaffee trinken
- Nasenpflaster aus der Apotheke ausprobieren
- bei verkürztem Unterkiefer können Kiefer-Schienen helfen

Wer trotz alledem stark und unregelmäßig schnarcht ist gut beraten einen Arzt aufzusuchen. Um erste Hinweise auf eine mögliche Schlafapnoe zu erhalten, kann der Patient leihweise ein tragbares Gerät mit nach Hause nehmen. Dieses befestigt er vor dem Zubettgehen, nach Anleitung, an dem eigenen Körper. Das Gerät zeichnet die Nacht hindurch verschiedene Werte, wie Schnarchgeräusch, Atemluftstrom, Atembewegung von Brust und Bauch, Sauerstoffsättigung des Blutes und Körperlage, auf. Registriert das Messgerät tatsächlich Atemaussetzer, sollten weitere Untersuchungen im Schlaflabor erfolgen.

Untersuchungen im Schlaflabor

Endgültige Sicherheit bringt ein Besuch im Schlaflabor, in welches der Arzt den Patienten überweisen kann. Hier wird geprüft, ob und in welchem Ausmaß  eine Schlafapnoe vorliegt. Im Schlaflabor erfolgt während der Schlafphase des Patienten eine Vielzahl an Messungen, die alle samt schmerzfrei sind. So werden beispielsweise Hirnströme, Herzrhythmus, Blutdruck sowie Sauerstoffgehalt des Blutes registriert und aufgezeichnet. Aber auch Atemluftströmung an Mund und Nase, die einzelnen Schlafphasen, Muskelspannung, Körperlage und Schnarchgeräusche werden erfasst.

Behandlung mit der Atemmaske

Zeigen die Auswertungen des Schlaflabors, dass eine Schlafapnoe vorliegt, wird in vielen Fällen eine CPAP-Beatmung durch den Arzt empfohlen. Die Abkürzung steht hierbei für „nasal continous positive airway pressure“. Die Atemmaske wird über Mund und Nase des Patienten fixiert und ist an einem kleinen Kompressor angeschlossen, welcher die Raumluft mit leichtem Überdruck in die Atemwege pumpt. Durch den erzeugten Überdruck wird das Zusammenfallen der Atemwege verhindert und eine kontinuierliche Sauerstoffzufuhr sichergestellt. Die Atmung in den oberen Atemwegen wird nicht mehr behindert und Atemstillstände verschwinden. Die CPAP-Beatmung gilt als sehr wirksam. Ergebnisse durchgeführter Studien zeigen, dass sich Beschwerden, wie Tagesmüdigkeit oder Bluthochdruck, schnell und nachhaltig bessern. So sind bereits nach drei Tagen positive Effekte auf den Blutdruck des Patienten sowie eine Besserung der Herzfunktion nach drei bis sechs Monaten zu verzeichnen.

Behandlung mit einer Unterkiefer-Protrusionsschiene

 

Eine weitere bewährte Möglichkeit das Schnarchen zu unterbinden ist eine Unterkiefer-Protrusionsschiene. Die Zahnschiene zieht den Unterkiefer mit den verbunden Weichteilen leicht nach vorn, hält ihn in einer festen Position und verhindert das Zurückfallen der Zunge. Somit kann die Luft ungehindert die oberen Atemwege passieren, was in 50 Prozent der Fälle zu einer Verbesserung der Beschwerden führt.

Eine Schiene kostet hierbei ca. 1.000 Euro und bedarf einer individuellen Anfertigung. Um im Vorfeld die Wirksamkeit überprüfen zu können, gibt es günstigere Testschienen, die preislich bei ca. 50 Euro liegen.

 

OP gegen Schnarchen

In schweren Fällen kann auch eine Operation in Betracht gezogen werden, um dem Schnarchen Herr zu werden. Eine solche führt aber nicht zwangsläufig zum Erfolg und sollte daher als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Generell empfiehlt sich eine OP immer vorab ausführlich mit dem Arzt zu besprechen, um sich der Risiken und Nebenwirkungen klar zu werden. So kann es beispielsweise bei operativen Eingriffen zu Verletzungen an Gaumen, Gaumenzäpfchen, Zähnen oder der Zunge kommen.  

 

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Ausführungen einen ersten Einblick in die Thematik des Schnarchens geben konnte. Haben Sie selbst Erfahrungen dazu gemacht? Dann schreiben Sie uns bitte einen entsprechenden Komentar unter dem Text. Für weitere Fragen und Anregungen stehe ich Ihnen gern jederzeit zur Verfügung.


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