Stress im Alter | Stressbewältigung | Senioren | ältere Menschen

Stress im Alter: 5 Tipps zur Stressbewältigung für Senioren & ältere Menschen

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(Quelle: © Robert Kneschke – Adobe Stock)

Stress ist ein Leiden, das in allen Generationen verbreitet ist. Basenio.de, das Onlineportal für die Generation 50plus, gibt Tipps zur Stressbewältigung im Alter.

| Marian Freund

Laut einer 2020 veröffentlichten Studie leiden 80 Prozent der Bundesbürger unter Stress. Frauen sind verhältnismäßig öfter betroffen (84%) als Männer (76%). Doch sei an dieser Stelle gleich darauf hingewiesen, dass es für Stress keine einheitliche Definition gibt.

Aus medizinischer Sicht lässt sich der Begriff wie folgt beschreiben: „Allgemeine Bezeichnung für die Reaktion des Organismus auf physische und psychische Beanspruchung durch Stressoren“ (aus Pschyrembel / medizinisches Wörterbuch). Als Stressoren werden stressauslösende innere und äußere Reize bezeichnet. Das sind unter anderem:

  • Leistungs- & Termindruck
  • Schwere Krankheit
  • Ungesunde Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Trauer

Stress wird vor allem mit negativen Einflüssen in Verbindung gebracht. In der richtigen Dosis kann er jedoch auch positive Wirkungen entfalten. Wenn wir uns beispielsweise einer Situation aussetzen, der wir uns eigentlich nicht gewachsen fühlen, kann Stress uns antreiben, sie dennoch zu bestehen. Wer aber ständig Stresssituationen ausgesetzt ist, gefährdet seine Gesundheit.

Letztlich reagiert der Körper genauso wie in grauer Vorzeit: In Stress-/Gefahrensituationen sammelt der Organismus alle Kräfte, um zum Beispiel gegen ein Raubtier zu kämpfen oder vor ihm wegrennen zu können.

Damals wurde die gesammelte Energie tatsächlich benötigt, doch in heutigen Alltagssituationen ist sie nur bedingt zweckmäßig. Sie wirkt dann gegen den Körper und äußert sich in unterschiedlichen Symptomen wie Spannungskopfschmerz und erhöhtem Blutdruck.

Ursachen für Stress im Alter

Doch warum sind auch Menschen im Seniorenalter von Stress betroffen, wenn sie doch im wahrsten Sinne des Wortes im Ruhestand leben? Gerade die Übergangszeit vom Job in die Rente empfinden einige als belastend. Während der Tagesablauf im Arbeitsleben noch geregelt war, fehlt nun der gewohnte Rhythmus.

Was entspannend klingt, ist für die meisten auf Dauer durchaus anstrengend: Man hat zu viel Zeit zur freien Verfügung, nachdem der einstige Lebensinhalt weggefallen ist. Auch in der Beziehung können neue Konflikte auftreten, da man nun tagtäglich deutlich mehr Zeit miteinander verbringt. Alleinlebende drohen zu vereinsamen, wenn sie werktags nicht mehr auf ihre Kollegen im Büro treffen.

Ein weiterer Belastungsgrund ist, dass Senioren ihr Leben immer noch so aktiv wie möglich gestalten wollen, aber ihre Grenzen nicht erkennen und somit den Körper stressen. Hier sollte auf ein gesundes Maß geachtet werden. Das ist deshalb so wichtig, weil die Empfindlichkeit gegenüber Stresssituationen im Alter steigt.

Tipps gegen Stress im Alter

Ob durch Unterforderung, Sorgen oder neue Lebensumstände – Stress ist im Alter durchaus präsent. Diese Tipps können älteren Menschen bei der Stressbewältigung helfen.

Tipp 1: Symptome erkennen

Es ist wichtig, die Zeichen des Körpers deuten zu können. So kann zum Beispiel kontinuierliches Lidzucken ein Indikator für Stress sein, aber auch für zu viel Koffein oder Schlafmangel. Auch andere Symptome wie Kopf-, Nacken- oder Rückenschmerzen, Appetitlosigkeit oder Heißhunger, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und Unruhe können stressbedingt sein. Im Idealfall kommt es erst gar nicht zu diesen Symptomen.

Wer bei sich mindestens ein Anzeichen bemerkt, sollte die Notbremse ziehen und stärker auf sich achten.

Tipp 2: Tag strukturieren

Mit der neu gewonnenen Zeit kommt auch der Tagesrhythmus durcheinander. Entweder weiß man mit seiner Zeit nichts anzufangen, oder aber der Terminkalender platzt aus allen Nähten, weil man wieder Zeit für Familie, Hobby und Freunde hat.

In beiden Fällen gilt es, sich den Tag sinnvoll zu strukturieren und von Montag bis Freitag einen ähnlichen Tagesablauf zu verfolgen und täglich etwa zur selben Zeit aufzustehen und zu Bett zu gehen. Termine und Veranstaltungen sollten in einem Kalender festgehalten werden, so dass man einen Überblick behält. Wichtig ist, nicht zu eng zu kalkulieren und Ruhezeiten einzuplanen.

Wer mit der vielen Zeit überfordert ist, sollte sich nach einem Hobby umschauen. Ob kleine Gartenarbeiten verrichten, einen Sprachkurs besuchen oder sich zum Kartenspielen verabreden – Freizeitbeschäftigungen sollten zu einem festen Bestandteil werden, so dass keine Langeweile aufkommen kann.

Tipp 3: Austauschen statt verdrängen

Die neue Situation kann überfordern, doch das ist ganz normal. Frust und Ängste sollten allerdings nicht verdrängt werden. Stattdessen hilft es, sich mit Freunden im selben Alter darüber auszutauschen.
Auch die Familie und der Partner sollten mit eingebunden werden und über die Unsicherheiten, mit denen man sich beschäftigt, Bescheid wissen. Oft ist es bereits eine Erleichterung zu sehen, dass die Lieben für einen da sind.

Tipp 4: Auf die Ernährung achten

Stressbewältigung kann zudem auch durch eine richtige Ernährung unterstützt werden. Es muss aber nicht gleich der viel zitierte Beruhigungstee aufgegossen werden, damit man es schafft sich zu entspannen. Vielmehr sollten Sie darauf achten, dass Sie genug Vitamin-C zu sich nehmen. Diesem wird nämlich eine Anti-Stress-Wirkung zugeschrieben. Daher können Gemüse und Obst, wie zum Beispiel Kiwis oder Orangen recht einfach helfen, Ihr Stress-Level zu senken.

Des Weiteren sollten Sie daran denken, genug zu trinken. Stress fördert die Dehydrierung Ihres Körpers. Diese sollte regelmäßig mit einer ausreichenden Menge an Wasser wieder ausgeglichen werden.

Tipp 5: Natürliche Mittel gegen Stress

Die Natur hält einiges gegen Stress parat. So manche Pflanze enthält Wirkstoffe, die sich positiv auf unser Stresslevel auswirken können. Baldrian, Hopfen und viele andere wirken beruhigend auf den Organismus. Eine Pflanze, deren beruhigende und schmerzlindernde Effekte nachweisbar sind, ist nicht nur in Verruf geraten, sondern war über Jahrzehnte sogar illegal: die Cannabis-Pflanze.

Doch in einigen Ländern werden die Verbote immer weiter aufgeweicht und man macht sich ihre großen Potentiale zu Nutze. In Deutschland wird medizinischer Cannabis unter bestimmten Umständen in der Schmerztherapie eingesetzt.

Die Hanfpflanze enthält über 100 aktive Cannabinoide, die mit dem menschlichen Organismus interagieren können. Dazu gehört auch das berauschende Tetrahydrocannabinol (THC). Hier gelten jedoch strenge Auflagen und Zuwiderhandlungen sind sogar strafbar.

Es gibt allerdings auch Präparate aus der Hanfpflanze, die in Deutschland ganz legal sind. Hier seien an allererster Stelle Mittel aus CBD genannt. Auch CBD ist ein Cannabinoid, hat allerdings keine berauschende Wirkung wie THC. Dafür hat es beruhigende und schmerzlindernde Effekte, die unserem Körper gut tun können. CBD-Öle werden daher oft auch von Menschen eingenommen, die unter einer Stress-Symptomatik leiden.

Stressauslöser beseitigen

Letztendlich weiß man, dass Stress unter vielen verschiedenen Umständen recht schnell entstehen kann. Doch mit etwas Weitsicht lassen sich manche Situationen durchaus schon im Vorfeld entschärfen. Eine solche Situation wäre beispielsweise die Veränderung Ihres Tagesrhythmus durch den Eintritt in den Ruhestand.

Ungewohnte Abläufe, Über- & Unterforderung mit dem neuen Umfeld lassen Stresssymptome auftreten, die es schnellstmöglich zu behandeln gilt. Machen Sie sich früh genug klar, dass sich eine solche Veränderung in Ihrem Leben auch spontan auf Ihren Körper auswirken kann.

Strukturieren Sie daher Ihren Tag, so gut es geht nach einem klaren Verlauf und sorgen Sie für einen Ausgleich, wie zum Beispiel in Form eines Hobbys. Natürlich sollten Sie auch Ihren Partner konstruktiv mit einbinden. Wenn eine Beziehung unter den neuen Gegebenheiten leidet, kann man gemeinsam am besten eine Lösung finden.

 

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Marian Freund schreibt als freier Redakteur für basenio.de.

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