Schrebergarten gestalten | Kleingarten einrichten | Sauna | Gartenzaun erlaubt

Schrebergarten gestalten: Tipps zu Häuschen, Gartenzaun & Sauna im Kleingarten

Schrebergarten gestalten | Kleingarten einrichten | Sauna | Gartenzaun erlaubt
basenio.de

Sie suchen nach Ideen, wie Sie den Schrebergarten gestalten können? Basenio.de gibt tolle Tipps zu Häuschen, Zaun und einer Sauna im Kleingarten.

| Axel Zawischa

Allein der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) - der Dachverband der Kleingärtner- vertritt nach eigenen Angaben 20 Landesverbände mit insgesamt 15.000 Kleingärtnervereinen. Damit verwaltet er fast eine Million Kleingärten, die von rund 5 Millionen Gartenfreunden genutzt werden. Eine beeindruckende Zahl, die zeigt, wie tief die Schrebergartenkultur noch heute in der deutschen Gesellschaft verwurzelt ist.

Geschichte des Schrebergarten

Der Schrebergarten wurde nach dem Leipziger Arzt Moritz Schreber benannt und hatte ursprünglich nichts mit einem Garten zu tun. In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts handelte es sich vielmehr um Spielwiesen, auf denen die Kinder von Fabrikarbeitern unter der Aufsicht von Betreuern tagsüber spielen konnten.

Als zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeit für diese Kinder wurden Gärten auf den Schreberplätzen angelegt, die jedoch recht bald in den Besitzt der Eltern übergingen. Aus den Kinderbeeten wurden Familienbeete und schließlich Schrebergärten.

Die steigende Beliebtheit dieser Parzellen führte sogar dazu, dass sich mehrere Gartenvereine gründeten. Im Jahre 1891 gab es bereits 14 Schrebervereine in Leipzig und auch der Rest Deutschlands fand nach und nach immer mehr Interesse an diesen grünen Oasen.

Übrigens, die Popularität von Gartenhäuschen ist auch durch die Folgen des Zweiten Weltkriegs weiter gestiegen. An dessen Ende herrschte wegen der Kriegsschäden akuter Wohnungmangel in der jungen Bundesrepublik. Besitzer von Schrebergärten konnten jedoch in ihren kleinen Parzellen solche kleinen Gartenhäuschen schnell aufbauen und zu Wohnraum umgestalten.

Die Behören duldeten dies und sicherten später dann auch das Wohnrecht zu. Aus diesem Grund sind bis heute noch kleine Wohnhäuser oder Schuppen in den Kleingartenanlagen zu finden.

Tipps zum Gartenhäuschen

Heutzutage sind solche kleinen Gartenhäuschen schon ab 500 Euro im Baumarkt erhältlich. Wer handwerklich begabt ist, kann die Laube natürlich auch selbst bauen. Das folgende Video kann als Anleitung und Inspiration dienen:

 

Youtube Video


Mit Helfern kann das kleine Bauprojekt sogar richtig Spaß machen. Allerdings gibt es in Sachen Gartenhäuschen einige rechtliche Aspekte zu beachten. In Deutschland unterliegen Schrebergartensiedlungen und Kleingartenanlagen den Bestimmungen des Bundeskleingartengesetzes. Demnach darf das selbsterbaute Häuschen

  • nicht größer als 24 Quadratmeter sein
  • und nicht als regulärer Wohnsitz genutzt werden – längere Aufenthalte beispielsweise zum Zweck der Erholung sind aber natürlich erlaubt.


Der Kleingarten selbst sollte nicht größer als 400 Quadratmeter sein. Jeder Schrebergartenbesitzer muss außerdem die Belange des Umweltschutzes, des Naturschutzes und der Landschaftspflege berücksichtigen. Beispielsweise ist auf Regenrinnen und eine Wassertonne zu achten.

So kann kostbares Regenwasser aufgefangen und wiederverwendet werden. Auf diese Weise spart man nicht nur Geld, sondern leistet zudem einen Beitrag zum Umweltschutz.

Tipps für die Gartenbepflanzung

In unserem Garten-Ratgeber zeigen wir Ihnen für jede der vier Jahreszeiten 25 schöne Gartenpflanzen.

 

Hat man die oben genannten Aspekte berücksichtigt, steht dem Einrichten des Häuschens nichts mehr im Weg. Für längere Aufenthalte eignet sich eine größere Laube, die genügend Platz zum Schlafen, Essen, etc. bietet. Der Zuschnitt solcher Gartenhäuschen orientiert sich meist am Schnitt von Eigenheimen – mit der Ausnahme, dass die Küche und der Schlafbereich etwas kleiner ausfallen.

Moderne Gartenhäuser verfügen aber meist über einen großzügigen Wohnbereich, in dem sowohl Kinder als auch Enkelkinder genug Platz für gemeinsame Aktivitäten haben. Hübsche Einrichtungsgegenstände, wie die eigenen Lieblingsbilder, die man sich bei spezialisierten Dienstleistern ausdrucken und rahmen lassen kann, sorgen für eine liebevolle, gemütliche Atmosphäre.

Steht dagegen die rein gärtnerische Tätigkeit im Vordergrund, darf die Einrichtung dementsprechend einfacher ausfallen. Wer die Ernte aus dem eigenen Garten verwerten möchte, braucht eine Arbeitsfläche, einen Ofen und eventuell Gefriergeräte. Als Schlafgelegenheit eignet sich ein einfaches Klappsofa, das bei Bedarf schnell und einfach zu einem Bett wird.

Für ausreichend Stauraum auf beengtem Platz sorgen Hängeschränke und Wandregale. Damit ist der grüne Rückzugsort komplett ausgestattet und kann nach Wunsch und Bedarf genutzt werden.

Tipps zum Gartenzaun

Ein Zaun grenzt das Gartengrundstück ab und kann bei entsprechender Höhe und Dichte auch vor neugierigen Blicken schützen. In der Rechtsprechung werden Zäune als „Einfriedung“ bezeichnet. Hier geht es dann oft um die Absicherung vor Gefahrenquellen, wie Teichen oder Swimming-Pools.

Die Regeln, in welchen Fällen eine Einfriedung verpflichtend ist, unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Meist finden sich die Vorschriften dazu in den jeweiligen Nachbarrechtsgesetzen der Länder.

Darin können dann auch baurechtliche Vorgaben enthalten sein, mit denen die Gestaltungsmöglichkeiten für einen Zaun begrenzt werden. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn das Gesetz eine „ortsübliche Einfriedung“ verlangt. Wer eine Steinmauer als „Zaun“ in einer Gegend errichten möchte, in der sonst ausschließlich Hecken als Einfriedung stehen, kann Probleme bei seinem Vorhaben bekommen.

Trotz möglicher Einschränkungen bleibt dennoch meist viel Raum für eigene Wünsche im Hinblick auf die Gestaltung des Zauns. Das kann Farben als auch Material betreffen. Beides sollte dann auch so gewählt werden, dass es zum eigenen Garten und zum Umfeld passt.

Die Preise für einen Gartenzaun sind unter anderem von Länge, Ausführung und Material abhängig. Hier sollte dann auch ein Blick auf die „Lebensdauer“ des Zauns geworfen werden. Stahl wird beständiger, wenn er feuerverzinkt ist. Holz bleibt formstabil und langlebiger, wenn es als „Kreuzholz“ geschnitten ist.

Tipp: Sauna im Kleingarten

Auch wenn ein Schrebergarten mit Arbeit verbunden ist, so ist er doch ein Hort der Erholsamkeit. Und so wundert es nicht, dass in so manchem Kleingarten eine Sauna zu finden ist. Da jedoch der Platz begrenzt ist, braucht es dafür innovative und eben platzsparende Lösungen. Eine Fass-Sauna benötigt beispielsweise nur eine sehr geringe Grundfläche und kann daher auch in kleinen Gärten aufgestellt werden.

Im Fachhandel sind unterschiedliche Größen erhältlich. Eine kleine Saune ist "groß" genug für zwei Plätze. Sie benötigt auch nur eine geringe Grundfläche, auf die sie aufgestellt werden. Meist beginnen kleine Modelle bei einer Grundfläche von 1,3 Metern.

Preise für eine kleine Fass-Sauna beginnen bei knapp unter 2.000 Euro. Bei größeren Modellen beginnt die Preisspanne ab etwa 4.500 Euro.

Eine Außensauna gilt baurechtlich als Gartenhaus und unterliegt daher den Bauvorschriften der Bundesländer. Wer also wissen möchte, welche Baumaßnahmen im Kleingarten erlaubt sind und welche Formalitäten eingehalten werden müssen, kann sich an sein örtliches Bauamt wenden.


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Axel Zawischa ist einer der beiden Gründer von basenio.de. Seine redaktionellen Themenschwerpunkte liegen in den Fachbereichen Mobilität sowie in Garten & Natur.

Kommentare


Saunen ist laut bundeskleingartengesetz nicht erlaubt.
Grüße

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