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10 typische Alterserkrankungen bei Menschen

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Diese 10 Alterskrankheiten sind typisch bei Menschen. Wir erklären die physischen und psychischen Symptome der Beschwerden und zeigen, welche Behandlungskonzepte es dagegen gibt.

Vital und gesund leben bis ins hohe Alter -  das wünschen sich wohl alle. Doch selbst wer nach dem Blue Zones Konzept lebt, ist nicht immer vor altersbedingten Krankheiten gewahr. In der zweiten Lebenshälfte ist es natürlich, dass der menschliche Organismus anfälliger für Krankheiten wird. Die körperliche Belastbarkeit sinkt im Seniorenalter und physische und psychische Beschwerden können zu nehmen. In diesem Beitrag informieren wir Sie deshalb über die zehn häufigsten Krankheiten des Alters.

Typische Alterskrankheiten

Laut Definition handelt es sich bei Alterskrankheiten um Krankheiten, die vorzugsweise im Alter auftreten oder durch fortgeschrittenes Alter begünstigt werden. Zum Teil handelt es sich dabei um chronische Krankheiten, die lange andauern und nur schwer oder gar nicht geheilt werden können. Obwohl wir meist eher physische Leiden mit Alterserkrankungen assoziieren, können diese altersbedingten Beschwerden sowohl den Körper als auch den Geist betreffen. Zu den häufigsten physischen Krankheiten gehören dabei folgende:

1. Herz-Kreislauferkrankungen

Herz- und Kreislauferkrankungen zählen in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck treten aufgrund der veränderten Leistungsfähigkeit des Herzens vermehrt im Alter auf. Ihre Ursachen sind vielseitig, jedoch wirkt sich eine gesunde Lebensweise natürlich auch häufig auf den Blutdruck aus und kann das Risiko eines Herzinfarktes mindern. Eine Ernährungsmittelumstellung, Blutdruckmedikamente und regelmäßige Arztbesuche können den Blutdruck verbessern. Sollte es jedoch trotzdem zu einem Herzinfarkt kommen, muss so schnell wie möglich reagiert werden und bei Brustschmerzen, Atemnot, Engegefühl in der Brust und Übelkeit umgehend der Arzt verständigt werden.

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Typisches Symptom eines Herzinfarkts ist eine Engegefühl in der Brust. (Quelle: zinkevych - Fotolia)

2. Krebs

Neben Herzinfarkten zählen Krebserkrankungen zu den häufigsten Todesursachen in westlich-industrialisierten Gesellschaften. Obwohl diese Krankheit in jedem Lebensalter auftreten kann, steigt das Risiko im Alter. Das mittlere Erkrankungsalter liegt momentan bei 69 Jahren. Zu den häufigsten Krebserkrankungen zählen Brustkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs, Hautkrebs und Gebärmutterhalskrebs. Krebszellen entstehen, wenn sich bestimmte Gene verändern und die Erbinformation dadurch abgeändert wird. Gefährlich wird es, wenn diese Krebszellen in benachbartes Gewebe eindringen, sich im Körper ausbreiten und es zu Metastasen oder Tumoren kommt. Da es einige Faktoren gibt (zum Beispiel UV-Strahlen, Tabakrauch, chronische Infektionen), die krebsauslösend sein können, sollte man auf eine gesunde Lebensweise achten und Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrnehmen.

3. Schlaganfall

Auch das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden, steigt im Alter. Bei einem Schlaganfall kommt es zu plötzlichen und unvermittelt auftretenden neurologischen Ausfallerscheinungen aufgrund einer Durchblutungsstörung im Gehirn. Ähnlich wie beim Herzinfarkt ist es äußerst wichtig, umgehend ärztliche Hilfe zu organisieren, um Folgeschäden zu vermeiden oder gering zu halten. Um einen Schlaganfall zu erkennen, empfiehlt sich ein Test bei dem der Senior lächeln, gleichzeitig die Arme heben und einen Satz nachsprechen muss. Ist die richtige Durchführung dieser Aufgaben nicht mehr möglich, sollte sofort ein Arzt gerufen werden.

4. Diabetes mellitus

Bei älteren Menschen wird vor allem Diabetes Typ 2 diagnostiziert. Bei dieser Zuckerkrankheit kann der Körper die aus der Nahrung zugeführten Nährstoffe nicht mehr in Energie umwandeln. Der Zucker gelangt nicht an seinen Zielort, sondern bleibt im Blut und lässt dadurch den Blutzuckerspiegel ansteigen. Der Gang zum Arzt bleibt dabei unvermeidbar, da ansonsten häufig Folge- oder Begleiterkrankungen auftreten und Herz, Nieren, Nerven, Augen oder Gefäße Schaden nehmen können. Die Ursachen für Diabetes sind dabei vielfältig. Genetische Faktoren und Übergewicht spielen jedoch häufig eine Rolle. 

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Blutzucker-Messgeräte helfen Diabetikern, ihren Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. (Quelle: umarazak - Fotolia)

5. Inkontinenz

Eine Stuhl- oder Harninkontinenz ist für Betroffene leider sehr unangenehm, und auch für viele ein Grund sich zu schämen. Inkontinenz sollte jedoch gerade beim Arzt kein Tabuthema sein! Sie sollten Ihrem Arzt vertrauen und mit ihm darüber reden – vor allem deshalb, weil Inkontinenz sich oft gut behandeln lässt. Durch Therapien, Medikamente oder Operationen lässt sich die Krankheit oft in den Griff bekommen, und mit den passenden Hilfsmitteln und Hygieneprodukten kann man auch im Alltag mit ihr zurechtkommen.

6. Augenleiden

Es ist ganz natürlich, dass das Sehvermögen im Alter nachlässt. Bereits zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr verschlechtert sich bei vielen Menschen das Sehvermögen und eine Alterssichtigkeit tritt auf. Meist handelt es sich dabei um eine Weitsichtigkeit, wodurch Objekte in der Nähe nur noch verschwommen wahrgenommen werden können. Es kann jedoch im Alter auch vermehrt zu grauem Star, Glaukomen oder altersabhängigen Makuladegenerationen (AMD) kommen. Bei Beschwerden sollte der Augenarzt aufgesucht und anschließend über mögliche Therapien, wie das Tragen einer Lesebrille, die Implantation einer Kunstlinse oder Behandlung mit einem Laserstrahl, nachgedacht werden.  

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Im Alter ist Weitsichtigkeit verbreiteter als Kurzsichtigkeit. (Quelle: luckybusiness - Fotolia)

7. Parkinson

Derzeit sind etwa 300.000 Menschen in Deutschland an Morbus Parkinson erkrankt. Die meisten Patienten sind dabei zwischen 50 und 79 Jahre alt. Bei der Erkrankung kommt es zu einem Absterben der Nervenzellen im Gehirn, die für die Dopaminproduktion zuständig sind. Dopamin ist ein Botenstoff des Gehirns, der Impulse der Nerven an den Bewegungsapparat weiterleitet. Ein Mangel an diesem führt zu Zittern, Bewegungsverlangsamungen, Muskelversteifungen und Störung der Halte- und Stehreflexe. Parkinson ist noch nicht heilbar, jedoch behandelbar. Es gibt verschiedene Medikament, Bewegungstherapien und gegebenenfalls operative Behandlungsmöglichkeiten.

8. Gelenk- & Knochenerkrankungen

Rheuma und Osteoporose sind typische Alterserkrankungen, die zu Problemen mit den Gelenken, Knochen und Muskeln führen. Bei rheumatischen Erkrankungen kommt es oft zu Entzündungen der Muskeln, Sehnen und Gelenke des Bewegungsapparates. Eine Form dieser Erkrankung heißt rheumatoide Arthritis, bei welcher Gelenkentzündungen in Händen und Füßen zu einem Bewegungsverlust führen und die Pflegebedürftigkeit nach sich ziehen. Arthrose ist eine andere Unterform dieser Krankheit, bei welcher der Gelenkverschleiß das altersübliche Maß übertroffen hat und somit als krankhaft gilt. Rheuma kann zwar nicht komplett geheilt werden, jedoch können Medikamente, Therapien und Physiotherapien den Krankheitsverlauf deutlich verlangsamen oder zu einem langanhaltenden Krankheitsstillstand führen. Osteoporose ist hingegen eine Knochenerkrankung, die meist altersbedingt ist und den Knochen anfällig für Brüche macht. Die Krankheit wird auch als Knochenschwund bezeichnet und ist gekennzeichnet durch eine Abnahme der Knochendichte und somit einer Verminderung der Knochenstabilität. Brüche bei Osteoporose finden sich vor allem an den Wirbeln, Oberschenkelhalsknochen und Handgelenken. Die Heilung der Knochenbrücher ist bei dieser Krankheit jedoch nicht gestört.

Psychische Krankheiten

Neben den körperlichen Alterserkrankungen sind natürlich auch die geistigen Leiden nicht zu unterschätzen. Demenz ist eine Krankheit, die fast ausschließlich im Alter auftritt, doch auch von Depressionen sind leider immer mehr Senioren betroffen.

9. Demenz

Demenz stellt die zweithäufigste neurologische Erkrankung im Alter dar. Sie äußert sich durch ein anhaltendes Defizit der kognitiven, sozialen und emotionalen Fähigkeiten. Während zu Beginn der Erkrankung nur das Kurzzeitgedächtnis betroffen ist, dehnt sich die Krankheit im Laufe der Zeit auch auf das Langzeitgedächtnis aus. Es gibt verschiedene Formen der Demenz. Die sowohl bekannteste als auch häufigste Form der Demenz heißt Alzheimer. Aufgrund eines Verlustes an Hirnsubstanz kommt es bei dieser Krankheit zu Einschränkungen des Gedächtnisses, des Denkvermögens, des Sprechens und der Orientierungsfähigkeit. Betroffene leiden außerdem oft unter Antriebslosigkeit, einem veränderten Persönlichkeitsbild, Halluzinationen und Schlafrhythmusstörungen. Heilbar ist diese Krankheit nicht, es ist aber möglich ihren Verlauf mithilfe von Medikamenten hinauszuzögern. 

10. Depressionen

Bei depressiven Patienten über 65 Jahren spricht man von einer Altersdepression. Da durchschnittlich nur etwa 5 % der Bevölkerung an einer Depression erkrankt sind, jedoch rund 20 % an einer Altersdepression, kann man sagen, dass das Risiko eine Depression zu entwickeln, mit zunehmendem Alter steigt. Bei Bewohnern von Altersheim sind sogar 30-40 % von einer Altersdepression betroffen. Ursachen für diese Erkrankung sind vor allem Einsamkeit oder das Nachlassen von körperlichen oder geistigen Leistungen. Schlimm ist dabei, dass psychische Leiden von Angehörigen oft nicht richtig ernst genommen werden oder der Arzt den Fokus eher auf die körperlichen Beschwerden richtet. Die Besprechung und Behandlung von Depressionen ist jedoch auch im Alter immer noch wichtig. Vor allem im Hinblick darauf, dass Senioren heutzutage immer länger leben, ist es wichtig, dass sie dies auch glücklich tun können. Eine Psychotherapie ist auch im Alter noch erfolgsversprechend und Trauer und Angst gegen Glück und Zufriedenheit einzutauschen, lohnt sich immer.

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Gesunde Ernährung trägt zum Wohlbefinden im Alter bei. (Quelle: nehopelon - Fotolia)

Unser Tipp

Regelmäßige Arztbesuche sind immer wichtig, um Krankheiten rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Außerdem sollten Sie Ihre körperlichen sowie geistigen Beschwerden ernst nehmen. Hoffen Sie nicht darauf, dass Herzschmerzen oder Depressionen von alleine verschwinden, sondern suchen Sie Ihren Arzt auf. Bei vielen Krankheiten oder akuten Beschwerden ist es extrem wichtig, dass frühzeitig die Diagnose gestellt und die Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden. Gerade bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen zählt jede Minute.

Abgesehen davon ist eine gesunde Lebensführung besonders wichtig. Erhöhter Blutdruck, Diabetes oder Krebs können teilweise durch eine ungesunde Ernährung, Tabakrauch oder Alkoholkonsum hervorgerufen werden. Im Umkehrschluss ist es aber auch möglich, den Krankheitsverlauf einer ernährungsbedingten Krankheit durch eine Ernährungsumstellung zu bremsen. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung im Alter ist deshalb zu empfehlen. Da bei älteren Menschen jedoch auch häufig Mangelernährung auftreten, weil diese nicht mehr genug oder zu einseitig essen, kann bei Bedarf auch über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln nachgedacht werden.

Werden Patienten durch Erkrankungen pflegebedürftig, benötigen sie eine individuelle und vertrauensvolle Behandlung. Hier gilt es, dass bestmöglichste Konzept für Betroffene zu ermitteln. Ob dies nun in den heimischen vier Wänden oder in einer Pflegeeinrichtung ist, sollte auch mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. 


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Profilbild von Isabelle Kocher

Isabelle Kocher ist seit März 2015 für Basenio tätig. Sie hat im Bachelor Anglistik und Germanistik studiert und sich anschließend für den Masterstudiengang Angewandte Linguistik entschieden. Diesen wird sie im Herbst 2017 mit sehr gutem ...


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