Augen lasern lassen | Kosten | Krankenkasse | Risiken | Erfahrungen

Augen lasern lassen – Infos zu Risiken, Erfahrungen & Kosten-Übersicht (Krankenkassen)

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(Quelle: Florian Stein)

Sie überlegen sich die Augen lasern zu lassen und wollen sich über die OP-Verfahren und die damit verbundenen Risiken informieren? Dann finden Sie hier in unserem Beitrag alle Infos zu den Kosten und Risiken.

In Deutschland leiden viele Menschen unter Fehlsichtigkeit, sei es Kurz- oder Weitsichtigkeit. Laut dem Zentralverband für Optiker tragen über 60 Prozent der Deutschen eine Brille. Das sind fast zwei Drittel der Bevölkerung - eine beachtliche Zahl. Besonders in der jüngeren Generation (unter 30 Jahren) hat sich die Zahl der Brillenträger vermehrt. Für viele von ihnen ist die Brille sogar zu einem modischen Accessoire geworden. Doch nicht für alle ist die Brille die optimale Lösung gegen ihre Augenschwäche. Alternativ greifen sie deshalb zum Beispiel zu Kontaktlinsen.

In den letzten Jahren lässt sich ein weiterer Trend verzeichnen, der immer populärer wird – das Augenlasern. Betroffene unterziehen sich einer Augenlaser-Operation, um die Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Sehen ohne Sehhilfe, sehen wie ein Normalsichtiger - das sind die Ziele einer solchen OP. Viele Brillen- oder Kontaktlinsenträger erhoffen sich eine bessere Lebensqualität im Alltag oder bei diversen Freizeitaktivitäten.

Kann sich jeder die Augen lasern lassen?

Generell kann sich jeder mit einer Sehschwäche die Augen lasern lassen. Für die Fehlsichtigkeit muss jedoch eine fehlerhafte Brechkraft ursächlich sein. Die Brechkraft ist die Stärke, mit der einfallende Lichtstrahlen gebündelt werden. Sie wird in Dioptrien gemessen. Sehfehler können in vier Kategorien unterteilt werden:

  • Myopie: Kurzsichtigkeit
  • Hyperopie: Weitsichtigkeit
  • Astigmatisus: Hornhautverkrümmung
  • Presbyopie: Altersweitsichtigkeit

 Mehr dazu können Sie hier nachlesen.

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(Quelle: Icon made by [author link] from www.flaticon.com / Eigene Darstellung)

Jedoch gibt es einige Ausnahmen, bei denen eine Augenlaser-OP nicht in Frage kommt. Beispielsweise bei:

  • Minderjährigkeit
  • Wenn die Brechkraft des Auges in den Jahren vor der OP zu stark variiert
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Augenkrankheiten, wie grauer Star, Glaukom oder chronische Hornhauterkrankungen
  • Systemtischen Immunerkrankungen und Diabetes

 Wie läuft eine Augenlaser-OP ab?

An erster Stelle steht eine Voruntersuchung und ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem behandelnden Augenarzt, welcher je nach dem Ausmaß der Fehlsichtigkeit, der Hornhautdicke und anderen Faktoren entscheidet, welches Verfahren am geeignetsten für den Patienten ist. Falls beispielsweise die Hornhaut nicht ausreichend dick ist, kann eine OP erst gar nicht durchgeführt werden. Gemessen wird dies im Vorfeld durch den behandelnden Augenarzt. Anschließend erfolgt der tatsächliche Eingriff.

 

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Eine Voruntersuchung und ein ausführliches Beratungsgespräch sind vor der Operation ein Muss (Quelle: © luckybusiness - Fotolia)

Die am häufigsten verwendeten Verfahren sind die LASIK- und LASEK-Methode, welche im Folgenden kurz erklärt werden. Mittlerweile gibt es allerdings einige neue Verfahren, welche sich von den Hauptmethoden unterscheiden. Seit Kurzem gibt es außerdem eine 3D-Augenlaserbehandlung (ReLex smile), welche schnellere Heilung und ein geringeres Komplikationsrisiko verspricht. Genauere Informationen zu den verschiedenen Verfahren können Sie hier nachlesen.

Die LASIK-Methode steht für Laser-in-situ-Keratomileusis, was so viel bedeutet wie „Verformung der lebenden Hornhaut mit Laser“. Bei der Methode wird unterhalb der obersten Zellschicht der Hornhaut (Epithel) ein Schnitt gemacht. Dadurch entsteht ein Läppchen, der sogenannte Flap. Dieser wird weggeklappt und nach dem Laser-Eingriff wieder zurückgeklappt. Der Schnitt wächst in der Regel nach der OP wieder zusammen. Beim Laser-Eingriff wird das Hornhautgewebe berührungsfrei verdampft. Die LASIK-Methode wird seit 1989 angewandt und ist heute das weltweit am häufigsten eingesetzte Verfahren für die Korrektur von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung.

Bei der LASEK-Methode (Laser-epitheliale Keratomileusis) wird die oberste Zellschicht (Epithel) vollständig entfernt. Das heißt, dass das Epithel nach der Operation wieder nachwachsen muss, was einen längeren Heilungsprozess verursacht. Die LASEK-Methode wurde zu Beginn der 1990er Jahre fast zeitgleich mit der LASIK-Methode eingeführt. Sie ist ein weiterentwickeltes Verfahren der PRK (Photorefraktiven Kreatektomie). Die Unterschiede dieser Verfahren liegen bei der Entfernung des Epithels. Während bei der PRK das Epithel mit einem Spatel gelöst wurde, wird bei der LASEK-Methode eine Alkohollösung verwendet. Danach wird mit Hilfe eines Excimer-Lasers die Korrektur der Fehlsichtigkeit vorgenommen. Auch mit der LASEK-Methode können Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmungen behandelt werden.

Nach der Operation sind regelmäßige Nachuntersuchungen erforderlich. Unmittelbar nach der OP wird die erste Kontrolle durchgeführt. Weitere Untersuchungen werden dann individuell mit dem Arzt festgelegt. Meistens müssen Sie am Tag nach der OP, sieben Tage und einen Monat danach nochmal zu Ihrem Augenarzt. So kann festgestellt werden, ob das Ergebnis den Wünschen entspricht. Außerdem lassen sich mögliche Komplikationen entdecken.

Allerdings gibt es viele Aspekte, die vor dem Eingriff berücksichtigt werden müssen. Denn in der Fachwelt spalten sich die Meinungen zu den Verfahren. Insgesamt handelt es sich um durchaus sichere Methoden, die bei über 90 Prozent der Fälle verlässlich funktionieren und den gewünschten Effekt erzielen. Viele Arztpraxen in ganz Deutschland werben daher mit Laser-Operationen. Augenoptiker hingegen empfehlen eine Operation nur dann, wenn der Betroffene ohne Brille absolut hilflos ist. Es handelt sich schließlich um eine nicht zwingend erforderliche OP. Eine Brille kann einfach ersetzt werden, eine Operation hingegen lässt sich im Falle eines Fehlers nicht wieder rückgängig machen. Zudem gelten die einst als "Nasenfahrräder" verschrienen Sehhilfen inzwischen als modisches Accessoire. Wer sehen will, wie er mit Brille aussieht, kann dies ganz einfach online machen: Brillen Anprobe online testen

Welche Kosten fallen bei Augenlaser-OPs an?

 Die Kosten für Augenlaseroperationen können je nach

  • Lasermethode,
  • Augenlaserzentrum,
  • Art der Fehlsichtigkeit und
  • der eventuellen Krankenkassen-Übernahme (später mehr)

sehr stark schwanken. Es können Kosten von 800 Euro bis zu 2.600 Euro pro Auge entstehen.

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Um die Brille loszuwerden, muss man tief in die Tasche greifen. (Quelle: © prspics - Piqza.de)

Wichtig ist darauf zu achten, ob der Anbieter oder das Augenlaserzentrum einen Fixpreis bietet, oder es sich um einen „Ab“-Preis handelt. Bei der „Ab“-Variante können unter Umständen weitere Kosten anfallen. Zum Beispiel für die Vor-und Nachsorge oder für Beratungsgespräche.

Aufgrund der hohen Kosten in Deutschland lassen sich einige Patienten dazu verleiten, die Behandlung im Ausland durchzuführen. Ausländische Kliniken werben mit günstigen Preisen unter 1000 Euro - der Flug und das Hotel inklusive. Problematisch wird es hier bei sprachlichen Barrieren oder möglicherweise schlechteren Hygienestandards, als diese in Deutschland üblich sind. Bei besonders günstigen Angeboten ist immer Vorsicht geboten! Im Vorfeld sollten Sie sich also dringend über solche Details informieren. Auch Eingangs- und Nachsorgeuntersuchungen gehören dazu. 

Werden Kosten von der Krankenkasse übernommen?

Aufgrund der hohen Kosten für eine Augenlaser-OP ist das Thema „Augenlasern & Kostenübernahme durch die Krankenkasse“ für viele Patienten präsent. Schließlich können Erstattungen die Kosten für den Einzelnen senken. Für Brillen oder Kontaktlinsen wird häufig eine finanzielle Unterstützung angeboten, doch für eine Augenlaser-OP ist ein individueller Antrag bei der jeweiligen Krankenkasse notwendig.

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Die Top-Krankenkassen aus Deutschland. (Quelle: Eigene Darstellung)

 

Gesetzliche Krankenkassen

Nahezu alle gesetzlichen Krankenkassen bezahlen standardmäßig keine klassische Augenlaser-OP. Im grundsätzlichen Vertrag einer gesetzlichen Krankenkasse ist die Kostenübernahme einer Augenlaser-OP nicht enthalten. Das liegt daran, dass gesetzliche Krankenversicherungen eine Augenlaser-OP nicht als medizinisch notwendig erachten. Augenlasern wird als Schönheits-OP oder Lifestyle-OP eingeordnet. Letztendlich kann der Patient schließlich auf eine Brille oder Kontaktlinsen zurückgreifen. Außerdem seien die Folgen einer solchen OP noch nicht ausreichend erforscht worden, gibt man dort zu verstehen.

Es gibt aber auch Gegenstimmen. Die argumentieren, dass eine Augenoperation per Laser langfristig große Vorteile hat und dadurch auf andere Sehhilfen verzichtet werden kann. Laser-chirurgische Eingriffe verursachen für die Krankenkasse nur einmalig Kosten, wenn der Patient nach dem Eingriff geheilt ist. Durch das Tragen von Brillen oder Kontaktlinsen fallen auf der anderen Seite ständig Folgekosten an – auch für die Krankenkassen.

Nur in sehr seltenen Fälle sind gesetzliche Kassen dazu bereit, die Kosten der Laser-Operation zu übernehmen. Die Ausnahmefälle sind:

  • Der Patient hat eine Unverträglichkeit gegen Kontaktlinsen
  • Der Patient hat eine Unverträglichkeit gegen Brillen

In diesen Fällen entsteht eine medizinische Notwendigkeit, da nicht auf Alternativen zurückgegriffen werden kann, deren Kosten gesetzliche Krankenkassen übernehmen. Ob die Kassen die Kosten vollständig oder nur zum Teil übernehmen, hängt am Ende jedoch wieder von verschiedenen Faktoren ab.

Private Krankenkassen

Auch bei privaten Krankenkassen ist in Sachen Augenerkrankungen und Sehfehler eine Kostenübernahme schwierig. Und dies obwohl eine private Krankenversicherungen deutlich mehr Leistungen hat und mehr Kosten übernimmt als eine Gesetzliche.

Wichtig ist, sich bereits im Vorfeld zu informieren, welche Kosten zum Teil oder komplett übernommen werden. Allgemein gilt, dass Augenlaser-OP-Kosten nicht zu den Basis-Leistungen einer privaten Krankenkasse gehören. Es ist darauf zu achten, in welcher Gesundheitskasse Sie sind und ob im Vertrag Hinweise zu einer Augen-OP festgehalten wurden.

Im Internet kursieren immer mehr Berichte darüber, welche Krankenkassen wann, wie und welche Kosten übernommen oder nicht übernommen haben. Zusammenfassend werden die meisten Urteile aufgrund fehlender medizinischen Notwendigkeit abgelehnt (vor allem HanseMerkur argumentieren mit diesem Punkt gegen eine Kostenübernahme). Einige Urteile können Sie hier nachlesen.

In Unisextarifen (geltend ab dem 21.12.2012) der Privatkassen ist die Erstattung der Kosten für reaktive Chirurgie (Behandlungs-/ Operationsmethoden welche eine Sehschwäche korrigieren) meist schon genannt. In den Tarifen sind gewisse Formulieren enthalten, auf welche der Versicherte achten sollte:

  • Frühestens x Jahre nach Vertragsbeginn
  • Maximal x Euro pro Auge
  • Bei medizinischer Notwendigkeit und Vorliegen folgender Voraussetzungen…

Fakt ist trotz neuer Tarife, dass Sie auch bei einer Privaten bessere Chancen auf eine Kostenübernahme haben, wenn eine medizinische Notwendigkeit (Unverträglichkeit gegen Kontaktlinse/Brille) vorliegt.

Der Bundesgerichtshof urteile zu diesem Thema erneut am 29.03.2017:

IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass eine Fehlsichtigkeit auf beiden Augen von -3 bzw. -2,75 Dioptrien eine Krankheit im Sinne von § 1 Abs. 2 der Musterbedingungen für die Krankheitskosten- und Krankenhaustage-geldversicherung darstellt und der private Krankenversicherer deshalb bei Vorliegen der weiteren Voraussetzungen auch die Kosten einer Lasik-Operation zur Beseitigung dieser Fehlsichtigkeit tragen muss.“  Aktenzeichen: IV ZR 533/15 (hier zur Pressemitteilung)

Das heißt zwar immer noch nicht, dass jeder eine LASIK Operation erstattet bekommt, jedoch kann ein Antrag nicht mehr allein mit dem Grund „Sie können ja eine Brille tragen“ abgelehnt werden.

Tipps

Einen speziellen Tipp gibt es jedoch trotzdem. In vielen Fällen werden die individuellen Anträge zur Übernahme der Kosten bei einer Augenlaser-OP im ersten Anlauf abgelehnt. Sie können den Antrag jedoch erneut einsenden, um so größere Chancen auf eine Unterstützung zu haben. Sollte der Antrag jedoch wieder abgelehnt werden, gibt es keinen weiteren Versuch. Ein kleiner Trost könnte jedoch sein, dass viele Augenlaser-Anbieter Ratenzahlung annehmen. So lassen sich die Kosten strecken.

Ebenfalls interessant zu wissen ist, dass bei einer privaten Zusatzversicherung beispielsweise der Brillenversicherung nicht nur Brillenkosten bis zu 200 Euro bezuschusst werden, sondern auch die Zuzahlung für eine Augenlaser-Korrektur bis zu 1000 Euro vorhanden sein kann. Jedoch sollte man sich bei einer solchen Zusatzversicherung ausführlich beraten lassen und den Vertrag aufmerksam durchlesen.

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(Quelle: © Hans - Pixabay.com / Icon made by [author link] from www.flaticon.com / Eigene Darstellung)

Sie sollten sich vor einer Augenlaser-OP also nicht nur über die Risiken im Klaren sein, sondern auch darüber, dass Sie als Versicherte einer Krankenkasse (privat oder gesetzlich) nicht zwangsweise mit einer Kostenübernahme rechnen können. Ob Ihre Krankenkasse die Kosten in Ihrem speziellen Fall übernimmt, kann nur individuell entschieden werden. Deshalb gilt, dass Sie in jedem Fall vor der Behandlung Kontakt zu Ihrer Krankenversicherung aufnehmen sollten. Eine Rückerstattung nach bereits durchgeführter Operation findet erfahrungsgemäß so gut wie nie statt.

Risiken & Nebenwirkungen einer Augenlaser-Operation 

Fest steht, dass wie bei jedem anderen medizinischen Eingriff die Risiken nicht außer Acht gelassen werden sollten. Bei Operationen können immer Fehler gemacht werden. Ärzte sind schließlich auch nur Menschen. Natürlich wird alles Menschenmögliche unternommen, um dem Risiko eines Fehlers entgegenzusteuern.

Leider werden mögliche Risiken bei Beratungsgesprächen oft nicht ausführlich genug diskutiert. Allgemein gilt, was Sie im Internet finden, kann nur ein Anhaltspunkt sein. Wie hoch das individuelle Risiko wirklich ist, kann nur ein fachkundiger Arzt feststellen.

Das größte Risiko bei einer Operation ist die mangelnde Hygiene. Beispielweise wird bei der LASIK-Methode der Flap nach dem Lasern wieder zurückgeklappt. Sollten sich Staubteilchen oder Bakterien auf dem Flap befinden, kann es zu Entzündungen kommen. Entzündungen sind zwar nicht lebensgefährlich, sie können aber sehr schmerzhaft und nervig sein. Ursachen für eine Verschmutzung der Wunde kann ein klinisch unsauberer OP-Saal sein oder die mangelnde Sauberkeit der Instrumente oder der anwesenden Personen. Erfahrungen zeigen, dass das Problem mangelnder Hygiene vor allem bei Operationen im Ausland aufgetreten ist.

Weitere Risikofaktoren sind die Tage nach der Operation. Es muss sehr vorsichtig mit den behandelten Augen umgegangen werden. Normalerweise verläuft der Heilungsprozess nach einer Augenlaser-OP problemlos. Aber man sollte seine Augen trotzdem schonen. Daher sind einige Dinge zu beachten bzw. zu vermeiden:

  • Augen reiben
  • Schminken
  • Sportliche Aktivitäten (Schweiß kann ins Auge laufen)
  • Schwimmen (Chlor und Bakterien im Wasser)
  • Sauna
  • Jegliches Wasser in den Augen

Wenn man all diese Punkte beachtet, sollte die Heilung im Normalfall problemlos verlaufen und nicht beeinträchtigt werden.

Manchmal kann es vorkommen, dass Patienten eine Unverträglichkeit auf gewissen Substanzen zeigen, die während der Operation genutzt wurden. Außerdem ist zu beachten, dass jeder Körper unterschiedlich schnell heilt. Bei manchen Menschen braucht der Körper einfach länger, um den Eingriff zu verarbeiten. Doch am Ende können die meisten Patienten schärfer sehen als zuvor.

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Scharf sehen ohne Brille – dieser Traum soll durch die Augenlaser-OP endlich erfüllt werden. (Quelle: Edler von Rabenstein - Fotoliga)

Nebenwirkungen können trotz all der Vorsicht trotzdem auftreten. Viele Patienten beschweren sich nach der OP über trockene Augen oder ein gewisses Fremdkörpergefühl, welches sie in ihrem Auge verspüren. Eine häufig auftretende Nebenwirkung sind Blendeeffekte in der Dunkelheit. Bei vielen Betroffenen geht es sogar so weit, dass sie nachts nicht mehr Auto fahren können. Solche Beschwerden sind aber nicht zwingend von Dauer. Oft verschwinden sie nach ein paar Monaten. Allgemein lässt sich sagen, dass die Nebenwirkungen umso wahrscheinlicher auftreten, je größer die vorherige Fehlsichtigkeit ausfällt. 

Auch bleibt der natürliche Alterungsprozess der Augen durch die Laser-Methode nicht aus. Man muss damit rechnen, ab einem bestimmten Alter wieder eine Brille zu benötigen oder sich einer zweiten Operation unterziehen zu müssen.

Bei einer Kurzsichtigkeit von mehr als -8 Dioptrien ist eine Operation übrigens nicht mehr ratsam, da die Fehlsichtigkeit zu hoch ist, um diese vollständig korrigieren zu können. Bei Weitsichtigkeit liegt der Wert bei +4 Dioptrien.

Bevor Sie sich also für eine Operation entscheiden, lassen Sie sich in einem individuellen Gespräch umfassend beraten. Nebenwirkungen und Risiken sind immer möglich und müssen in Betracht gezogen werden.

Erfahrungsberichte von Patienten

Positive Erfahrungen

 „Ich würde es jederzeit wieder machen“

Courtney konnte durch eine Laser-OP ihre Fehlsichtigkeit zu 100% korrigieren. Der Eingriff verlief ohne Probleme und Schmerzen. Die Augen hatten kurz nach der OP nur ein wenig getränt und gebrannt. Um die Augen zu schützen schlief sie die ersten Wochen mit einer Schutzmaske und nutzte Tropfen um ihre Augen feucht zu halten.

In den ersten Monaten hatte ich noch trockene Augen, aber das ist seit Jahren weg. Ich würde es jederzeit wieder machen.“

„Trotz Nachteilen würde ich es wieder machen“

Sandra hat sich nach langer Kurzsichtigkeit dazu entschlossen ihre Augen lasern zu lassen. Ihre Mutter hatte einen solchen Eingriff bereits hinter sich und gute Erfahrungen damit gemacht. Die Vorbereitung und Betreuung verlief bei ihr ohne Probleme.

Bei der Nachuntersuchung am nächsten Tag war sie von den Ergebnissen überrascht. Sie hatte das Gefühl, immer noch eine Brille zu tragen, da sie auf einmal scharf sehen konnte. Schmerzen hatte sie nach der OP auch nicht. Doch auch ihr sind geringe Nachteile nach der OP aufgefallen. Trotzdem bereut sie den Eingriff keineswegs.

Ich arbeite viel am Bildschirm und ich merke, dass die Sehschärfe im Laufe des Tages nachlässt. Die Werte verschlechtern sich an stressigen Tagen so um 0,25 bis 0,5 Dioptrien. Das ist normal, das wurde mir auch vom Arzt gesagt. […] Ich bin seit dem Eingriff auch lichtempfindlicher geworden und trage häufiger Sonnenbrille. Aber trotz dieser Nachteile würde ich es wieder machen lassen."

„Unangenehm, aber mit tollem Ergebnis“

Carmen hatte sich lange gegen eine Augenlaser-OP gesträubt. Sie hatte Angst vor den möglichen Risiken. Ihre Entscheidung sich letztendlich doch auf den OP-Tisch zu legen wurde durch die erfolgreichen Operationen ihrer Schwester und ihrem Mann erleichtert.

Wenn mich jetzt jemand fragt, ob ich es nochmal machen würde, wäre meine Antwort ein klares Ja.“

Die Operation fand Carmen jedoch sehr unangenehm. Die Zeit nach der Operation war geprägt durch Tropfen, Antibiotika und Cortison um die Augen feucht zu halten. Doch nach etwa zwei Wochen hatte sie keine Probleme mehr.

Weitere positive Erfahrungsberichte von Patientinnen können Sie hier nachlesen.

 

Negative Erfahrungen

Negative Erfahrungen findet man online eher weniger als positive. Insgesamt hatten viele Patienten zwar gewisse Nebenwirkungen, wie trockene Augen oder Entzündungen, aber diese ginge meist nach einiger Zeit vorüber. Für viele überwiegen die positiven Effekte einer Laser-OP letztendlich dann doch. Aber natürlich gibt es auch Ausnahmen, bei denen Nebenwirkungen nicht schon nach einigen Tagen wieder verschwinden. Ein solches Beispiel haben wir für Sie zusammengefasst.

„Die Risiken sind es definitiv nicht wert“

Sabine S. hat mit der Femto LASIK OP schlechte Erfahrungen gemacht. In ihrem Beitrag zu ihrem persönlichen Leidensweg, ist sie ausführlich auf die Vorbereitung, die Operation und die Zeit nach dem Eingriff eingegangen.

Dies soll ein Mahnmal werden, für all diejenigen, die sich überlegen, sich ihre Fehlsichtigkeit mittels einer Laser-OP wegoperieren zu lassen. Ehrlich, die ganze Sache ist nicht so eben im Vorbeigehen gemacht, sie ist nicht schmerzlos oder gar komplikationslos und ich möchte allen davon abraten, sich ihre gesunden Augen durch so etwas zu versauen.“

Die Beratung verlief ohne Probleme und trotz gewisser Zweifel entschied sie sich letztendlich doch zur OP. Auch die Operation erfolgte wie geplant. Doch bereits kurz nach der Operation begannen ihre Augen höllisch weh zu tun.

2 Stunden lang brannten meine Augen wie Feuer und ich dachte nur, dass ich nun sterben würde. Dann fingen sie wie wild an zu Tränen und nach ca. 3 Stunden hab ich mich das erste Mal wieder etwas sicherer gefühlt.“

Eine Woche nach der Operation wurden die Augen immer trockener und fingen an zu jucken. Alle Gels und Tropfen halfen Sabine nicht. Ein paar Tage später wurde es immer schlimmer und die Augen fingen an zu eitern. Ihr Augenarzt verschrieb ihr Antibiotika, da sich eine Bindehautentzündung entwickelt hatte. In den nächsten Wochen verbesserte sich ihr Zustand zunächst, aber ab der 7 Woche nach der OP wurde es  wieder schlimmer.

Eins soll euch gesagt sein, es gibt viele, bei denen solch eine OP sicherlich gut läuft und alles super schön ist (ich selbst habe bestimmt 15 Bekannte / Freunde, bei denen das so war), aber es gibt auch immer das 1 %, bei dem es nicht so toll läuft. Die Risiken sind es definitiv nicht wert, herauszufinden, ob ihr zu diesem 1 % gehört!“

Den Rest von Sabines Geschichte  können Sie auf ihrem Blog nachlesen.

Fazit

Am Ende muss jeder für sich entscheiden, wie stark er seine Fehlsichtigkeit als störend empfindet und ob er als Alternative zur Brille und Kontaktlinse sich solch einer Operation unterziehen möchte. Neben Komplikationen und Nebenwirkungen einer solchen OP müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass ein Lasereingriff mit hohen Kosten verbunden ist. Eine Unterstützung von Seiten Ihrer Krankenkasse können Sie in den meisten Fällen auch nicht erwarten. Nur bei medizinischen Notwendigkeiten haben Sie eine Chance, dass Ihre Krankenkasse (privat und gesetzlich) Kosten übernimmt.

Um sich über Risiken, Kosten, Verfahren und Chancen bewusst zu werden, vereinbaren Sie am besten einen Beratungstermin bei dem Augenarzt Ihres Vertrauens und lassen Sie sich umfassend und individuell aufklären.


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Leonie Zahn studiert seit 2015 an der Universität in Jena Kommunikationswissenschaften und Psychologie. Von Januar 2018 bis März 2018 verstärkt Leonie unsere Redaktion im Rahmen ihres studentischen Praktikums. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten mit Sport ...


Kommentare

Hallo zusammen,
mein Mann hat sich ebenfalls für eine Augenlaser OP entschieden. In der kommenden Woche geht es los. Um sich auf die OP vorzubereiten, hat er sich im Internet bereits sehr genau informiert, wie die OP ablaufen wird. Ich werde ihm diesen Beitrag zeigen, da ich die Beschreibung der Behandlung sehr gut und detailliert finde.

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