Pflegetagebuch | Pflegeplanung | Pflegedokumentation | Pflegestufe beantragen |

Tagebuch zur Pflegedokumentation & Beantragung der Pflegestufe

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(Quelle: Pixabay)

Wenn Senioren im Alter immer häufiger auf Unterstützung angewiesen sind, um ihren Alltag bewältigen zu können, kommen ihnen oft ihre Angehörigen zu Hilfe. Diese übernehmen dann einen Großteil der Pflege und schaffen es neben ihren täglichen Pflichten auch noch den Senioren zu versorgen. Damit diese zusätzliche Aufgabe gemeistert werden kann, bedarf es jedoch einer genauen Pflegeplanung und -dokumentation. Dadurch kann der Pflegebedarf erfasst, die Arbeit eingeteilt und die Pflegestufe ermittelt werden. Um den Überblick über die genaue Versorgung des Pflegebedürftigen zu behalten, stellt für viele Angehörige das Führen eines Pflegetagebuchs die erste Wahl dar.

 Wofür benötigt man ein Pflegetagebuch?

Um die finanzielle Unterstützung der Pflegekasse in Anspruch nehmen zu können, verlang diese zuerst einen Nachweis der Pflegebedürftigkeit durch die Einstufung in eine Pflegestufe. Es wird demnach zuerst ermittelt, ob der Senior so stark pflegebedürftig ist, dass er der Pflegestufe 0, I , II oder III zugeteilt werden kann. Dafür wird ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse (MDK) von der Pflegekasse beauftragt. Dieser soll die Pflegesituation individuell begutachten und besucht deshalb den Senioren zu Hause. Dort befragt er die Angehörigen über den Alltag der Pflegebedürftigen und prüft in welchem Umfang und in welchen Bereichen dieser täglich Unterstützung benötigt. Um diese Fragen beantworten zu können und ausführlich über die pflegerischen Maßnahmen der letzten Wochen Bericht erstatten zu können, wird ein Pflegetagebuch geführt. In diesem können die täglichen Hilfestellungen aufgelistet werden und so die Pflege problemlos dokumentiert werden. Der ärztliche Gutachter erhält dadurch nicht nur ein Bild von der augenblicklichen Situation, sondern kann auch den Pflegeverlauf der letzten Wochen nachvollziehen. Es hilft ihm dabei den Senioren schneller einer bestimmten Pflegestufe zuzuordnen, wodurch sie schneller das für die jeweilige Pflegestufe vorgesehene Pflegegeld von ihrer Pflegekasse erhalten sowie gegebenenfalls Sachleistungen in Anspruch nehmen können. 

 

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Pflegetagebuch (Quelle: Pixabay

Was muss im Pflegetagebuch dokumentiert werden?

Am besten sollte mit der Dokumentation bereits mehrere Wochen vor dem Besuch des MDK-Prüfers begonnen werden, um ihm so ein möglichst exaktes Bild der Situation zeigen zu können. Dabei werden die aufzulistenden Pflegemaßnahmen eingeteilt in Körperpflege, Ernährung, Mobilität und hauswirtschaftliche Versorgung. Demnach werden beispielsweise Hilfestellungen beim Ankleiden, beim Waschen, beim Toilettengang oder beim Essen schriftlich festgehalten. Obwohl es manchen Familienmitgliedern unangenehm ist, auch die kleinsten Handgriffe akribisch zu dokumentieren, ist es trotzdem von größter Wichtigkeit jede Tätigkeit vollständig festzuhalten um ein realistische Bild über den Pflegebedarf zu zeigen. In diesem Zusammenhang sollte auch auf die Wortwahl geachtet werden, da zum Beispiel ‚Anleitung zur Pflege‘ vom Gutachter mit weniger Aufwand bewertet als ‚anhaltende Unterstützung‘ oder sogar ‚Übernahme der Pflege‘.

Zusätzlich müssen alle Pflegetätigkeiten einer Tageszeit zugeordnet werden und ihre Dauer möglichst genau (am besten in Minuten) notiert werden. Da sich die Zuordnung der Pflegestufe an dem für die Pflege benötigten zeitlichen Aufwand orientiert, ist es besonders wichtig die Dauer der Hilfe ebenfalls zu notieren. Auch wenn einige Aufgaben nebensächlich erscheinen, da sie am Tag nur wenige Minuten in Anspruch nehmen, sollten sie trotzdem penibel im Pflegetagebuch festgehalten werden, da jede pflegerische Tätigkeit zur Anerkennung einer Pflegestufe beitragen kann. 

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Tipps zur Dokumentation (Quelle: Isabelle Kocher)

Das Pflegetagebuch zum ausdrucken oder als App

Für viele Angehörige stellt bereits die Pflege des Senioren einen großen zusätzlichen Arbeitsaufwand dar. Sie haben keine Zeit und Energie sich außerdem mit der lästigen, zeitraubenden Dokumentaton zu befassen und vernachlässigen sie deshalb. Das sollten Sie jedoch nicht tun! Um Ihnen die Pflegeplanung zu erleichtern, möchten wir Ihnen zwei Varianten vorstellen, mit denen Sie unkompliziert und schnelle die täglich Pflege notieren können.

Eine Möglichkeit ist es sich vorgefertigte Bögen auszudrucken, bei denen lediglich eine Tabelle ausgefüllt werden muss. Dafür kann online eine Vorlage heruntergeladen werden, bei welcher nur die Art der Hilfe ankreuzen und den Zeitaufwand in Minuten eintragen werden muss. Ein gelungenes Beispiel dafür finden Sie auf seniorplace.de, welches Sie sich hier als pdf herunter laden können.

Neu auf den Markt gekommen ist außerdem App, die als interaktives Pflegetagebuch überall verwendet werden kann. Diese enthält eine Tagebuch-Funktion, bei der Art und Umfang der Pflege in den Bereichen Ernährung, Hauswirtschaft, Körperpflege und Mobilität dokumentiert werden können sowie Informationen über die einzelnen Pflegestufen und das Einstufungsverfahren. Die App ist kostenfrei, leicht zu bedienen und kann hier im Google Play Store heruntergeladen werden.


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Profilbild von Isabelle Kocher

Isabelle Kocher ist seit März 2015 für Basenio tätig. Sie hat im Bachelor Anglistik und Germanistik studiert und sich anschließend für den Masterstudiengang Angewandte Linguistik entschieden. Diesen wird sie im Herbst 2017 mit sehr gutem ...


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