Pflegeheim | Altenheim | Altenwohnheim | Seniorenheim | Seniorenresidenz

Wie unterscheiden sich Altenheim, Pflegeheim und Seniorenresidenz voneinander?

Wenn das alltägliche Leben nicht mehr im Alleingang bestritten werden kann und auch die Angehörigen nicht genügend Zeit aufbringen können, pflegebedürftige Verwandte zu betreuen, muss über die Unterbringung in einem Heim nachgedacht werden.

Wir alle kennen die Ausdrücke Altenheim, Seniorenheim, Pflegeheim, manchmal auch Seniorenresidenz. Wer sich im Alter darüber Gedanken macht, welche Einrichtung für sich oder sein Angehörigen die Beste ist, kann hier vor der sprichwörtlichen "Qual der Wahl" stehen. Schon die Bezeichnungen lassen Unterschiede sichtbar werden. Doch wie weit unterscheiden sich die einzelnen Einrichtungen wirklich voneinander? Für welche Ansprüche ist welche Unterkunft am sinnvollsten?

Basenio.de bringt Licht ins Dunkel. Wir erklären, wie die Begrifflichkeiten und zeigen die Unterschiede zwischen den Einrichtungen, die für ältere Menschen und Senioren Platz bieten.

 

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Für stationäre Pflege-Einrichtungen gibt es unterschiedliche Bezeichnungen. Doch was unterscheidet Altenheime, Pflegeheime und Altenwohnheime? (Quelle: © rudolf_langer - Pixabay.com)

Senioren oder ältere Menschen können aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes Probleme bekommen, ihren Alltag eigenständig zu bewältigen. Grund dafür können geistige oder körperliche Einschränkungen sein, die es nicht mehr erlauben, ohne Aufsicht in den eigenen vier Wänden zu wohnen. So kann beispielsweise die morgendliche Körperpflege für Menschen mit Bewegungseinschränkungen ein unmöglicher Kraftakt werden. Chronische oder unheilbare Erkrankungen können es ebenso unmöglich machen, dass man weiter zu Hause leben kann.  

Übernahmen früher in Großfamilien die Angehörigen diese Pflege und Betreuung, gestaltet sich die Lage für die Angehörigen heute zusehends schwieriger. Oftmals wissen diese nicht, wie sie Beruf und Pflege unter einen Hut bringen sollen oder sind teilweise mit der Schwere der Erkrankung überfordert. In diesen Fällen wird dann die stationäre Unterbringung in einem Heim alternativlos. Da diese Auseinandersetzung jedoch nicht einfach ist, und es in Deutschland verschiedenartige Möglichkeiten der Unterbringung gibt, ist es ratsam, sich im Vorfeld zu informieren, welche Betreuungsform für die persönlichen Bedürfnisse des Pflegebedürftigen am sinnvollsten ist.

Die Formen der stationären Unterkünfte werden oft synonym verwendet. Doch sind Altenheim und Pflegeheim wirklich gleich? 

Die Dreigliedrigkeit stationärer Altenpflegeeinrichtungen

Allgemein wird Altenheim als Oberbegriff für jede Form der stationären Fremdversorgung für ältere Menschen oder Senioren gebraucht. Damit wird unter der Bezeichnung "Altenheim" insgesamt eine stationäre Einrichtung verstanden, in der Menschen mit altersbedingten Beeinträchtigungen leben und durch ärztliches Fachpersonal betreut und versorgt werden.

Fachsprachlich werden jedoch die unterschiedlichen Betreuungsarten in ein dreigliedriges Schema eingeordnet. Die Einstufung richtet sich hierbei nach dem Grad der Hilfe- und Pflegebedürftigkeit. Das Altenheim ist damit ein Teil der stationären Altenhilfe und -pflege. Die Dreigliedrigkeit der stationären Altenpflegeeinrichtungen sind deswegen Altenwohnheim auf der ersten Stufe, Alten- oder Seniorenheime als mittleres Glied und Pflegeheime als letzte Stufe der Einteilung.

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Die verschiedenen Arten von Altenwohnheimen im Überblick. (Quelle: © Noemi Haderlein)

Das Altenwohnheim oder Seniorenwohngemeinschaften

In der ersten Einstufung der stationären Einteilung steht das Altenwohnheim oder auch Seniorenwohngemeinschaft, kurz Senioren-WG, genannt. Nach der "Erhebung der Alten- und Behinderteneinrichtungen nach § 1 Absatz 1 Heimgesetz" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ist das Altenwohnheim eine Zusammenfassung von in sich abgeschlossenen Wohnungen, welche durch ihre Ausstattung und Einrichtung speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst sind.

Im Vordergrund steht hierbei der Aspekt des selbstständigen Wohnens. Die Bewohner (Alleinstehende oder Paare) verfügen über eigene Räumlichkeiten mit Küche und Bad. Diese sind altersgerecht ausgestattet, zum Beispiel durch leichtere Bedienung, Zusatzgriffe an Toilette, Dusche und Bett sowie ebene Bodenbeläge (Vermeidung von Stufen und Kanten). Ziel ist es, alten Menschen möglichst lange ein selbstständiges Leben zu ermöglichen.

Im Bedarfsfall stehen eine Reihe von Formen der Versorgung und Betreuung zur Verfügung, wie das Besorgen von Medikamenten, den Transport von Nahrungsmitteln oder Hilfe bei ärztlichen Terminen. Diese Leistungen werden jedoch in einem geringeren Umfang angeboten als in einem Alten- oder Seniorenheim.

Altenheim/Seniorenheim

Im Gegensatz zum Altenwohnheim zeichnet sich das Alten- oder Seniorenheim durch einen ersten Grad der Pflegebedürftigkeit seiner Bewohner aus. Auch hier steht das selbstbestimmte Leben im Mittelpunkt. Alten- oder Seniorenheime sind darauf ausgerichtet, alten Menschen, die aufgrund des Alters oder anderer Erkrankungen nicht mehr allein leben können oder auch wollen, einen Wohnraum, Verpflegung und Betreuung anzubieten.

Die Bewohner verfügen über eigene Zimmer mit Bad, welche sich in einem Gesamtkomplex befinden. Es wird kein eigener Haushalt mehr geführt. Dienstleistungen wie Säubern und Aufräumen des Zimmers und die Speisenversorgung werden durch Angestellte übernommen. Auch die ärztliche Betreuung sowie das Bereitstellen von Medikamenten werden vom Altenheim geleitet.

Damit wird ein Hilfebedarf bei der Verrichtung von täglichen Aufgaben ermöglicht. Soziale Betreuungsangebote runden das Leistungsspektrum ab. Im Vordergrund der Betreuung steht das Einfügen in eine Gemeinschaft, was altersbedingter Vereinsamung entgegen gewirken kann. Das Essen wird so zum Beispiel oftmals in Gemeinschaftsräumen eingenommen, die am Nachmittag für Freizeitbeschäftigungen in der Gruppe genutzt werden.

Altenheime können in öffentlicher, kirchlicher oder privater Trägerschaft geführt werden. Je nach Trägerschaft können sich die einzelnen Zusatzleistungen bedingt voneinander unterscheiden, der Grad der Qualität der Leistung unterscheidet sich jedoch nicht. So werden beispielsweise in kirchlich geführten Altenheime oftmals vermehrt Gottesdienste, oder Andachten angeboten. 

 

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Wer nicht mehr ohne Probleme seinen Alltag bestreiten kann, sollte sich über stationäre Unterbringungsmöglichkeiten im Alter informieren. (Quelle: © LoggaWiggler - Pixabay.com)

 

Pflegeheim/Altenpflegeheim

An dritter Stelle der stationären Einrichtungen für ältere Menschen und Senioren werden Pflege- beziehungsweise Altenpflegeheim geführt. Bei diesen Einrichtungen für ausschließlich pflegebedürftige Menschen steht die stationäre Pflege im Vordergrund.

Je nach Art und Ausmaß der Pflegebedürftigkeit der Besucher wird entschieden, ob der Aufenthalt im Pflegeheim vollstationär, also ganztags, oder teilstationär, also tagsüber oder nachts, notwendig und gewünscht ist. Oft sind die Bewohner schon vorab in einen der Pflegegrade eingeteilt, wodurch diese Entscheidung mitbeeinflusst wird.

Im Gegensatz zu Wohnheimen für Senioren oder Altenheimen sind die Bewohner der Pflegeheime auf eine täglichen Versorgung durch Fachpersonal angewiesen. Aufgrund von Erkrankungen und des Alters sind die Bewohner nicht mehr in der Lage, sich selbstständig zu versorgen. Im Vordergrund der Pflegeheime steht deswegen die 24-stündige Betreuung und Pflege der Heimbewohner. In Deutschland leben allein ein Drittel der Pflegebedürftigen in den rund Zehntausend Pflegeheimen. 2006 waren knapp 675.000 ältere Menschen in Pflegeheimen untergebracht.

Die Kosten für die Unterbringung werden teilweise durch die gesetzliche Pflegeversicherung übernommen und variieren je nach Einstufung der Pflegebedürftigkeit. Teilweise finden sich auch Mischformen zwischen Alten- und Pflegeheimen. Je nach Größe und Ausstattung der Heime kann hierbei auf die einzelnen Bedürfnisse eingegangen werden.

Seniorenresidenz

Oftmals findet sich bei den Beschreibungen der stationären Betreuungseinrichtungen der Ausdruck der Seniorenresidenz. Deutlich gemacht werden muss, dass es sich hierbei nicht um einen geschützten Begriff handelt. In erster Linie wird der Ausdruck vor allem aus Werbe- und Verkaufsgründen genutzt. Dennoch zeichnen sich Seniorenresidenzen oftmals durch eine Form des betreuten Wohnens aus, die durch zusätzliche Dienstleistungen gekennzeichnet ist.

So verfügen die Bewohner über eine eigene Wohneinheit mit Küche und Bad, welche in eine komplette Wohnanlage integriert ist. Wie in Seniorenwohnheimen wird auch hier die Selbstständigkeit der Bewohner gefördert.

In Seniorenresidenzen finden sich in den Wohnanlagen verschiedene Dienstleistungen. Diese können über eine Rezeption, Wellness- und Fitnessbereiche, einem Friseur oder einem hauseigenes Restaurant sowie medizinische Versorgung (Apotheke, Arzt) reichen.

Aufgrund dieser Dienstleistungen hat die Seniorenresidenz ihren Preis. Laut Stiftung Warentest können die monatlichen Kosten hierbei 700 bis 3.500 Euro je nach Ausstattung betragen. Je höher die Ausstattung und genutzten Angebote, desto höher der Preis. Selbst bezahlt werden muss hierbei die Differenz zwischen dem Beitrag der Pflegekasse und den Kosten der Seniorenresidenz.

Informieren lohnt sich

Um nun eine passende Einrichtung für die individuellen Bedürfnisse zu finden, lohnt es sich, sich zuerst Gedanken über die Art der Unterbringung zu machen. Ist man noch sehr selbstständig und kann sich gut selbst versorgen, möchte oder kann aber nicht mehr alleine zuhause wohnen, kann ein Altenwohnheim oder eine Senioren-WG in Frage kommen.

Sollen tägliche Verrichtungen im Haushalt übernommen werden und liegt eine leichte Pflegebedürftigkeit vor, bietet sich ein Alten- oder Seniorenheim an. Erst bei einer eingestuften Pflegebedürftigkeit, in welcher nicht mehr das selbstständige Wohnen, sondern eine rund um die Uhr gewährsleistete Pflege und Hilfe im Vordergrund steht, ist ein Pflegeheim eine gute Wahl.

Sinnvoll ist es, mit den ausgewählten Einrichtungen einen Besuchertermin zu vereinbaren, um sich über alle Leistungen und die Ausstattung ein Bild machen zu können.

Basenio-Tipp: Rechtzeitig über die Finanzierung Gedanken machen. Egal ob Pflegeheim oder Seniorenresidenz – Pflege kostet viel Geld und man sollte sich rechtzeitig Gedanken über die Finanzierung machen. Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung reichen bei weitem nicht aus, um die Pflegekosten zu deckeln. Und nicht jeder hat eine ausreichend hohe Rente oder Vermögen, um jeden Monat mehrere Hunderte oder gar Tausende Euro für die Pflege bezahlen zu können.

Immer mehr Menschen im Alter von 50 bis 60 Jahren denken über den Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung nach. Bei den privaten Pflegezusatzversicherungen gibt es drei Modelle, die Pflegetagegeld-Versicherung, die Pflegekosten-Zusatzversicherung und die Pflege-Rentenversicherung. Wer mit 50 einsteigt, muss für die Absicherung einer monatlichen Leistung von 1.500 Euro etwa 50 Euro bis 70 Euro monatlich einplanen. Wer dieselbe Leistungshöhe erst mit 60 Jahren versichert, zahlt dafür bereits zwischen 80 und 130 Euro monatlich – ein früher Einstieg kann sich also lohnen. 

Weitere Informationen: https://www.pflegeversicherung-experten.de/

 


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Noemi Haderlein stammt ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Franken und studiert aktuell Medienkultur an der Bauhaus-Universität in Weimar. Sie interessiert sich für Themen wie die Veränderung der Arbeitswelt und der Umgang mit Medien in der ...


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