Baumstumpf entfernen | Baumwurzeln entfernen | Stubbenfräse | Wurzelfräse

Wie kann man Baumstümpfe & Baumwurzeln entfernen?

Bild zum Artikel: Baumstumpf entfernen | Baumwurzeln entfernen | Stubbenfräse | Wurzelfräse
(Quelle: www.pixabay.com)

Sie wollen einen Baumstumpf mit Baumwurzeln sicher entfernen? Dann haben wir für Sie in unserem Beitrag die wichtigsten Möglichkeiten für Sie zusammengefasst. Egal, ob mit Stubbenfräse vom Profi oder mit eigener Kraft, wir haben die Lösung.

Egal ob aufgrund mangelnder Verkehrssicherheit oder einfach nur aus ästhetischen Gründen, es gibt Situationen, in denen ein Baum gefällt werden muss. Bevor es jedoch zur entsprechenden Baumabtragung kommt, sollten Baumbesitzer die verschiedenen Gesetze (BNatSchG) und Verordnungen berücksichtigen. Beabsichtigt man also einen Baum im eigenen Garten zu fällen, sollte man sich daher immer im Voraus eine Genehmigung seiner Gemeinde einholen, da sich die Baumschutzsatzungen regional unterscheiden. Für als Naturschutzdenkmäler eingestufte Bäume gelten im Einzelfall weitere Schutzvorschriften.

Ist ein Baum erst mit entsprechender Genehmigung der Gemeinde gefällt, scheint die Arbeit getan und viel Platz gewonnen, könnte man meinen. Doch weit gefehlt! Nach der Arbeit ist bekanntlich vor der Arbeit, denn was verbleibt, ist der Baumstumpf, welcher sich besonders bei großen Bäumen nur mit schwerem Gerät entfernen lässt.

Es existiert eine Vielzahl verschiedener Möglichkeiten, wie mit einem Baumstumpf nach der Baumfällung bzw. Baumabtragung verfahren werden kann. Die folgende Abbildung zeigt vier geeignete Varianten.

4 Möglichkeiten, um einen Baumstumpf mit Baumwurzeln zu entfernen

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Baumstumpf & Baumwurzeln entfernen - 4 Möglichkeiten (Quelle: Tobias Stahl)

Mit der Stubbenfräse einfach Baumstümpfe & Baumwurzeln entfernen

Mit einer Stubbenfräse (auch Baumstumpffräse, Wurzelfräse, Stockfräse oder Wurzelstockfräse genannt) wird der Baumstumpf vergleichsweise schnell und kräfteschonend mit einer Frässcheibe an Ort und Stelle zerkleinert. Ein mühevolles Ausgraben mit Schaufel und Säge entfällt. Je nach Durchmesser des Baumes kommen unterschiedlich große Frässcheiben (bspw. 25 cm oder 40 cm) zum Einsatz, um den verbliebenen Baumstumpf auszufräsen.

Je größer der Baum, desto größer die Scheibe. Das dabei entstandene Fräsloch kann praktischerweise dann mit dem anfallenden Holzspan-Erd-Gemisch aufgefüllt werden. Hierdurch entfallen die Kosten für eine Entsorgung des alten Baumstumpfes. Tiefliegende Wurzeln, welche von der Stubbenfräse nicht erreicht werden, verrotten mit der Zeit auf natürliche Art und Weise.

Das folgende Video demonstriert die Arbeitsweise einer Stubbenfräse beim Entfernen einer massiven Wurzel. Das Ziel hierbei ist, eine ebenerdige Begrünung nach dem Entfernen des Stumpfes zu erreichen. 

Stubbenfräse vom Typ Vermeer SC 352 beim Baumstumpf entfernen

Wer aufgrund der eher seltenen Nutzung einer Stubbenfräse die Anschaffungskosten scheut, kann sich diese auch beispielsweise in Baumärkten mieten. Zudem existieren verschiedene Internetplattformen, über welche verschiedene Typen von Stubbenfräsen in ganz Deutschland gemietet werden können.

Das Mieten einer Stubbenfräse ist in den meisten Fällen nicht ganz preiswert. Die Kosten variieren je nach Größe und Leistungsfähigkeit des Gerätes. So finden sich Mietangebote ab ca. 120 Euro pro Tag. Hinzu kommen die Kosten für den Transport des nicht gerade leichten - gern 125 kg schweren - Gartengerätes. Man benötigt zum Abholen entweder einen größeren PKW-Anhänger oder lässt es anliefern. Es gilt also, vorher zu kalkulieren. Betrachtet man Zeitaufwand, Kosten und Nerven, kann es unter Umständen sinnvoll sein, ein Unternehmen zu beauftragen. Hierbei richtet sich der Preis nach dem Umfang des Stammes und wie tief gefräst werden muss. Sind mehrere Baumstämme zu entfernen, bestehen gute Möglichkeiten den Preis zu verhandeln.

HINWEIS: Beim Bedienen der Baumstumpffräse sollten Schutzhandschuhe, Schutzbrille und Gehörschutz getragen werden sowie allgemeine Sicherheitshinweise im Umgang mit der Fräse beachtet werden!

Ausgraben des Baumstumpfes mit Baumwurzeln

Um einen Baumstumpf auszugraben, benötigt man neben Spaten, Schaufel, Säge und viel Zeit, Motivation, Kraft sowie die richtige Hebeltechnik. Diese schweißtreibende Variante ist daher nur für kleinere Bäume mit einem Stammdurchmesser bis zu ca. 30 Zentimeter und flachem Wurzelwerk zu empfehlen. Hierzu zählen Bäume wie beispielsweise Fichte, Lebensbaum oder die Scheinzypresse. Mit Spaten und Schaufel wird der Baumstumpf Stück für Stück freigelegt und die einzelnen Wurzelstränge mit der Handsäge durchtrennt.

Kleinere Wurzeln spielen keine Rolle, solange sich der Baumstumpf aus dem Erdreich entfernen lässt. Ist dies geschehen, kann das verbleibende Loch schließlich mit Erde und Kompost zugeschüttet werden. Auch hier verrotten die tieferliegenden Wurzeln mit der Zeit auf natürliche Art und Weise.

Natürliches Verrotten des Baumstumpfes

Für Gartenbesitzer die auf derartige Gewaltmethoden verzichten wollen und einen langen Atem haben bietet sich die Möglichkeit, den Baumstumpf auf natürliche Weise verrotten zu lassen. Dieser Prozess nimmt allerdings ca. 7-10 Jahre in Anspruch, kann aber durch ein paar einfache Handgriffe beschleunigt werden.

Um die Verrottung also voranzutreiben besteht die Möglichkeit, mit einer Kettensäge ein Kreuzmuster tief in die Oberseite des Baumstumpfes zu sägen. Wahlweise können statt Kreuzmuster auch tiefe Löcher mit einem Holzbohrer in den Baumstumpf getrieben werden. Die entstandenen Rillen bzw. Löcher können dann mit halb verrottetem Kompost aus dem eigenen Garten oder gar dem Wald verfüllt werden. Darin lebende Mikroorganismen und Pilzsporen zersetzen nun den Baumstumpf langsam auf natürliche Art und Weise.

Wem das noch nicht reicht, der kann zusätzlich Kompostbeschleuniger verwenden, um die Verrottung voranzutreiben. Ebenso besteht die Möglichkeit, diesen zusätzlich noch mit organischem Dünger zu mischen, was ebenfalls die Verrottung fördert.

Tree-Stump-Planter - Baumstümpfe dekorieren

Eine weitere gewaltfreie Möglichkeit ist es, den Baumstumpf in seine natürliche Umgebung zu integrieren bzw. diesen zu dekorieren. Hierbei sind dem Hobbygärtner nahezu keine Grenzen gesetzt den alten Baumstumpf in das natürliche Garten-Design mit einzubeziehen. So lässt sich auf diesem bspw. ein Blumenbeet anpflanzen - ein Trend, der sich „tree-stump-planter“ nennt.

Neben diesen vier oben aufgezeigten Varianten, welche als geeignet betrachtet werden können, gibt es auch diverse ungeeignete Varianten. Zu diesen zählen bspw. die folgenden:

Das Ausbrennen des Baumstumpfes:

Das Ausbrennen eines verbliebenen Baumstumpfes unter Zuhilfenahme von Brandbeschleunigern ist als sehr kritisch anzusehen, da es erhebliche Gefahren birgt und alles andere als klima- und umweltschonend ist. Zudem benötigt Feuer bekanntlich Sauerstoff. In der Erde befindliche Wurzeln brennen also nur dann, wenn im Vorfeld dafür gesorgt wurde, dass genügend Sauerstoff herankommt. Wenn Sie diese Mühen auf sich nehmen, können Sie auch gleich zur oben beschriebenen Methode „Ausgraben des Stumpfes“ übergehen.

Das Entfernen des Baumstumpfes durch Chemikalien:

Neben Tipps zum Ausbrennen von Baumstümpfen finden sich im Internet auch Beschreibungen, Baumstümpfe unter Anwendung von Chemikalien zu entfernen. Diese Chemikalien enthalten in den meisten Fällen gepulvertes Kaliumnitrat, das mit dem Holz reagiert und es weicher macht. Von der Entfernung des Baumstumpfes durch Chemikalien wird dringend abgeraten, da es schlicht und ergreifend nicht umweltschonend bzw. gesundheitsschädlich ist. Wenn die Chemikalie Baumstümpfe vernichtet, ist es naheliegend, dass diese auch für die unmittelbare Umgebung den Tod bringt. Zudem gehen Gefahren für Kinder und Tiere aus. Diese müssen unbedingt von dem mit Chemikalien behandelten Baumstumpf ferngehalten werden!

Ebenso ist von der „Wurzel-Ex-Methode“, bei der ein Gemisch aus Natriumnitrat und Petroleum zu einer zähen Paste verrührt werden und zu einem Schwelbrand führen soll, abzuraten.

Haben Sie evt. eigene Tipps und Tricks zu diesem Thema auf Lager? Dann schreiben Sie uns gern Ihren persönlichen Kommentar. Danke!


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