Stationäre Pflege | Pflegestufen | Altenpflege | Altenheim | Pflegeheim

Stationäre Pflege - Welche Formen und Möglichkeiten gibt es?

Der Schritt zur stationären Pflege ist oft ein schwieriger. Wir stehen Ihnen deshalb gerne dabei zur Seite und beraten Sie zu den Formen und Möglichkeiten stationärer Pflege.

Im Gegensatz zu der ambulanten Pflege, werden bei der stationären Pflege die Pflegebedürftigen in Einrichtungen unter ständiger Aufsicht beherbergt. Durch Fachpersonal werden sie dort verpflegt und betreut. Stationäre Pflege kommt in Frage, wenn die ambulante Pflege keine angemessene Versorgung oder Betreuung der Senioren gewährleisten kann. Die häufigsten Gründe für den Einzug in stationäre Einrichtungen sind schwere Demenz, ein Alter von über 85 Jahren und das Versterben des Ehepartners.

Die verschiedenen Pflegeeinrichtungen

Bei den verschiedenen Pflegeeinrichtungen lassen sich drei Arten voneinander abgrenzen.

Das Altenwohnheim ist eine Zusammenfassung einzelner Wohnungen, die den Bedürfnissen älterer Menschen entsprechen. Die Anlage, Ausstattung und Einrichtung dieser Appartements sind so konzeptioniert, dass die Bewohner darin möglichst lange ein selbstständiges Leben führen können. Gemeinschaftseinrichtungen bieten den Bewohnern die Möglichkeit sich untereinander kennen zu lernen. Dort können Mahlzeiten eingenommen, Freizeitaktivitäten wahrgenommen, Gesellschaftsspiele gespielt und soziale Kontakte gepflegt werden.

Altenheime sind ähnlich aufgebaut wie Altenwohnheime und beinhalten abgeschlossene Einzelwohnungen. Für den Fall, dass die Bewohner ihren Haushalt nicht mehr alleine führen können, stehen ihnen hier Pflegekräfte bei der Haushaltsführung, der pflegerischen Betreuung und der hauswirtschaftliche Versorgung zur Seite.

Die Bewohner von Pflegeheimen leben in der Regel in Einzel- oder Doppelzimmern, in die häufig eigene Möbel gestellt werden können. Sie sind ständig auf fremde Hilfe angewiesen und werden dementsprechend umfassend pflegerisch und hauswirtschaftlich versorgt und betreut. Das Pflegepersonal ist deshalb immer in ihrer Nähe und erleichtert den Senioren das tägliche Leben.

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Um zu gewährleisten, dass Sie ausreichend versorgt sind, kann es nötig sein, stationäre Pflege in Anspruch nehmen zu müssen. Dieser Schritt ist nicht immer einfach. (Quelle: © cezjaw - Pixabay.com)

Arten stationärer Pflege

In Pflegeeinrichtungen können Senioren ganztägig, tagsüber oder nachts und auch nur kurzzeitig untergebracht werden. Bei der stationären Pflege unterscheidet man deshalb zwischen der vollstationären-, der teilstationären und der kurzfristigen Pflege.

Die Kurzzeitpflege ist auf maximal vier Wochen pro Jahr begrenzt. Die Einweisung erfolgt demnach über einen vereinbarten Zeitraum und ist meist nötig, wenn die ambulante Pflege vorübergehend nicht möglich ist. Dies kann der Fall sein bei einer akuten Erkrankung der Pflegeperson, nach einem Krankenhausaufenthalte der pflegebedürftigen Person oder wenn die häusliche Pflege (noch) nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden kann. Unabhängig von der Pflegestufe, übernehmen die gesetzlichen Pflegeversicherungen maximal 1.550,00 Euro im Jahr an allgemeinen Pflegeleistungen. Alle darüber hinaus gehenden Anwendungen müssen von den Pflegebedürftigen oder ihren Angehörigen selbst getragen werden.

Ziel bei der teilstationären Pflege ist es, dass der Senior weiterhin mit größtmöglicher Unabhängigkeit in seiner eigenen Wohnung leben kann. Da jedoch viele Menschen nicht mehr ambulant zu Hause versorgt werden können, greift die Teilzeitpflege ein. Die pflegebedürftige Person kann dadurch weiterhin zuhause wohnen bleiben, verbringt jedoch einen Teil des Tages oder der Nacht in einer spezialisierten Einrichtung. Die Fahrt dorthin wird meist von der Pflegeeinrichtung gewährleistet. Anspruch auf eine teilstationäre Pflege haben Pflegebedürftige, wenn die häusliche Pflege nicht ausreichend sichergestellt werden kann oder dies zur Ergänzung notwendig ist. Oft ist dies der Fall, wenn für die Pflege ein hoher Bedarf an Beaufsichtigung und Betreuung erforderlich ist.

Die vollstationäre Pflege erfolgt auf Dauer und rund um die Uhr in einem Pflegeheim. Anspruch auf diese Art der Pflege haben Senioren bei denen aufgrund ihres körperlichen oder geistigen Zustands häusliche oder teilstationäre Pflege nicht ausreicht. Wichtig für die Senioren ist es dabei, eine ortsnahe Einrichtung zu finden. So können die familiären und freundschaftlichen Kontakte auch nach dem Einzug ins Pflegeheim weiter erhalten werden.

Voraussetzungen für vollstationäre Pflege

Voraussetzung für die vollstationäre Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung ist es, dass häusliche oder teilstationäre Pflege nicht ausreicht. Die Heimbedürftigkeit besteht wegen der Besonderheit des Einzelfalls, welche mehrere Punkte beinhalten kann. Hierzu zählt das Fehlen einer Pflegeperson, die Überforderung der Pflegeperson, die Verwahrlosung der Pflegebedürftigen, die Eigen- oder Fremdgefährdungstendenzen des Pflegebedürftigen und die fehlende Pflegebereitschaft möglicher Pflegepersonen. Um die vollstationäre Pflege bei der Pflegekasse zu beantragen muss generell die Vorversicherungszeit erfüllt sein, die Pflegebedürftigkeit festgestellt sein und eine Heimbedürftigkeitsbescheinigung vorliegen.

Die unterschiedlichen Pflegestufen

Insgesamt gibt es drei Pflegestufen, die für die Höhe des Kostenbeitrages der Pflegeversicherung abhängig sind.

  • Stufe I besagt, dass Personen erheblich pflegebedürftig sind, wenn sie bei der Pflege mindestens 90 Minuten am Tag fremder Hilfe bedürfen. Dabei müssen mehr als 45 Minuten Hilfe für die Grundpflege und demnach der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität benötigt werden.
  • Laut der Stufe II ist eine Person schwer pflegebedürftig, wenn sie mindestens drei Mal täglich zu verschiedenen Tageszeiten für insgesamt mehr als fünf Stunden Hilfe braucht. Hierbei müssen mindestens zwei Stunden für die Grundpflege benötigt werden.
  • Schwerstpflegebedürftig ist eine Person hingegen bei Stufe III, wenn sie rund um die Uhr Unterstützung benötigt. Dabei bedarf sie durchschnittlich fünf Stunden täglich fremder Hilfe, vier davon für die Grundpflege.

In besonders schwierigen Fällen kann zudem eine Härtefallregelung in Anspruch genommen werden, wenn die benötigte Pflege deutlich die Voraussetzungen der Pflegestufe III übersteigt.

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Die Pflegestufen im Überblick (Quelle: Isabelle Kocher)

Finanzielle Unterstützung

Die Pflegekasse übernimmt im Allgemeinen die pflegebedingten Aufwendungen, die Kosten der sozialen Betreuung und die Leistungen der medizinischen Behandlungspflege. Die sogenannten Hotelkosten trägt der Pflegebedürftige jedoch selbst. Dies beinhaltet die Unterkunft, die Verpflegung und die Investitionskosten, welche sich insgesamt meist zwischen 1.000,00 Euro und 2.500,00 Euro belaufen. Die Kosten variieren je nach Heim und Zimmerausstattung.

Zusätzlich zu den unten aufgeführten Leistungen der Pflegekassen, kann in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein auch Pflegewohngeld für Bewohner mit geringem Einkommen beantragt werden.
Die nachfolgende Grafik repräsentiert die Leistungen der Pflegekasse AOK. Bei anderen Pflegekassen kann die Höhe der Beträge gegebenenfalls anders ausfallen.  

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Darstellung der Höhe der Leistungen der Pflegekasse AOK (Quelle: Isabelle Kocher)

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Isabelle Kocher ist seit März 2015 für Basenio tätig. Sie hat im Bachelor Anglistik und Germanistik studiert und sich anschließend für den Masterstudiengang Angewandte Linguistik entschieden. Diesen wird sie im Herbst 2017 mit sehr gutem ...


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