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Welche Rollstuhlarten gibt es? Modelle und Kosten für Rollstühle im Überblick

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(Quelle: Patricia Klamt)

Hier erfahren Sie, was es für verschieden Modelle von Rollstühle gibt, welche Vorteile diese bieten und welcher am besten zu Ihnen passt.

In Deutschland nutzen mehr als 1,5 Millionen Menschen dauerhaft oder zeitweise einen Rollstuhl. Besonders für Menschen mit einer stark eingeschränkten Mobilität ist dieser ein enorm nützliches Hilfsmittel. Er verhilft zu einem größeren Bewegungsradius, mehr Selbstständigkeit und letztlich auch zu einer größeren Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Er verbessert somit nicht nur die Mobilität, sondern auch die Lebensqualität der Senioren. Selbst wenn man nicht immer auf diesen angewiesen ist, kann es helfen den Rollstuhl lediglich mitzuführen. Zu wissen, dass man bei Bedarf auf ihn zurückgreifen kann, nimmt vielen die Angst. Da Rollstühle dementsprechend unterschiedlich genutzt werden, ist es wichtig für jede Person den passenden zu finden. Hier erfahren Sie deshalb was für unterschiedliche Modelle es gibt, welche Vorteile diese bieten und für was sie genutzt werden können.

Verschiedene Rollstuhl-Modelle

Wenn Unfälle, Krankheiten oder Altersschwäche dazu führen, dass man nicht mehr mobil ist, kommt der Rollstuhl ins Spiel. Er ist die ideale Mobilitätshilfe und somit ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit der beeinträchtigten Personen. Man unterscheidet dabei vier Modelle: Den Standardrollstuhl, den Leichtgewichtrollstuhl, den Multifunktionsrollstuhl und den Adaptiv- bzw. Aktivrollstuhl. Welcher Rollstuhl für den Senioren in Frage kommt, hängt vor allem von der jeweiligen Einschränkung ab. Dabei ist es ausschlaggebend, ob die eigenen Arme zur Fortbewegung genutzt werden können oder ob die Muskelkraft dazu nicht mehr ausreicht. Weiterhin ist es erforderlich zu wissen, wo der Rollstuhl genutzt werden soll bzw. auf welchem Untergrund der Rollstuhl hauptsächlich eingesetzt wird.

Der Standard-Rollstuhl wird von ca. 85 % der Betroffenen genutzt und ist hauptsächlich für den Innenraum gedacht. Er ist nicht individuell an den jeweiligen Nutzer angepasst und wird daher häufig nur für vorübergehende Einschränkungen oder eine kurzzeitige Nutzung gebraucht. Meist dient er als Transport- oder Schiebrollstuhl in Kliniken und anderen Einrichtungen. Deshalb kann er von einem Helfer geschoben werden oder von dem Betroffenen selbst per Hand betrieben werden, jedoch ist das selbstständige Fortbewegen in diesem Rollstuhlmodell sehr anstrengend.

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Der Rollstuhl als wichtiger Teil der Mobilität im Alter. (Quelle: https://de.fotolia.com/id/49517352)

Im Gegensatz zu dem Standardrollstuhl besitzt der Leichtgewichtrollstuhl ein geringeres Gewicht und bietet eine etwas individuellere Anpassung, zum Beispiel durch die Verstellbarkeit der Sitzhöhe. Dieser Rollstuhl ist für Patienten, die nicht in der Lage sind sich selber anzuschieben. Er wird deshalb häufig im stationären Bereich genutzt, wie beispielsweise in der Rehabilitation von Menschen mit einem Schlaganfall.

Auch der Multifunktions-, Pflege, Positionierungs- oder Lagerungsrollstuhl gehört überwiegend zu der Kategorie Schieberollstuhl. Er wird meist bei der Pflege von schwerst mehrfachbehinderten Rollstuhlnutzern eingesetzt. Er hilft zudem bei einer mobilen Lagerung, da der Nutzer, während er im Rollstuhl sitzt, in eine aufrechte oder in einer halbliegenden Sitzposition gebracht werden kann. Außerdem besitzt dieser Rollstuhl durch verstellbare Radpositionen, Armlehnen, Kopfstützen, Rückenneigung, Sitzneigung, Sitztiefenverstellung, seinen Druckbremsen, Trommelbremsen und Beinstützen mit Längenanpassung eine hohe individuelle Anpassbarkeit.

Die Adaptiv- oder Aktivrollstühle sind am besten geeignet für Personen, die noch relativ fit sind. Sie können aus eigener Kraft fortbewegt werden und ermöglichen so eine selbstständige Fortbewegung und eigenständige Lebensweise mit diesem Hilfsmittel - trotz der Behinderung. Desweiteren zeichnen sich die Adaptiv- oder Aktivrollstühle durch ihren hohen Anpassungsgrad an den jeweiligen Benutzer aus. Aus diesem Grund sollte der Rollstuhl in einem Beratungsgespräch mit einem erfahrenen Medizinproduktberater angepasst werden und vorher ausprobiert werden.

Die unterschiedlichen Antriebsarten

Die größte und wichtigste Unterscheidung von Rollstühlen liegt bei deren Antriebsart. Diese sollte nach den eigenen Bedürfnissen und der eigenen Mobilität ausgewählt werden. Man unterscheidet hierbei sechs Verschiedene Arten.

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Die unterschiedlichen Antriebsarten für Rollstühle (Quelle: © Isabelle Kocher)

Die Greifreifenrollstühle sind sehr weit verbreitet. Bei ihnen erfolgt die selbstständige Fortbewegung per Handantrieb durch Greifringen an den Reifen. Während dieser Rollstuhl mit beiden Händen bedient wird, kann man bei einem Rollstuhl mit Einhandantrieb mit nur einer Hand fahren. Durch spezielle Radachsen können die Räder separat und eigenständig bewegt werden. Der Trippelrollstuhl sieht ähnlich aus wie der Greifreifenrollstuhl, besitzt jedoch kein Fußbrett. Der Senior kann sich deshalb durch das Trippeln seiner Füße selbstständig fortbewegen. Der Handhebelrollstuhl wird hingegen mittels eines Handhebels und Hebel-Getriebes bewegt. Im Gegensatz zu den vorherigen Modellen wird der Schieberollstuhl nicht eigenständig betrieben. Hier schiebt eine weitere Person den Senior, mittels an der Rückenlehne des Rollstuhls angebrachter Schiebegriffe. Der Elektrorollstuhl erfordert ebenfalls keine Muskelkraft, da er mit einem Elektromotor angetrieben wird.

Bei dem Kauf eines Rollstuhls sollte darauf geachtet werden, die Antriebsart zu wählen, welche einem am meisten abverlangt. Obwohl ein Elektrorollstuhl verlockend wirken kann, sollte dieser nur bei einer sehr starken Leistungsminderung benutzt werden. Ansonsten kann dies dazu führen, dass unnötig Muskelmasse abgebaut wird und Ihre Mobilität noch weiter darunter leidet. Stattdessen sollten Sie lieber den Erhalt Ihrer Muskelmasse fördern und einen Rollstuhl kaufen, den sie soweit es möglich ist noch eigenständig antreiben können. Außerdem ist es auch möglich einen Zusatzantrieb für seinen Rollstuhl zu kaufen, wenn die eigenen Kräfte nicht mehr dazu ausreichen sich den ganzen Tag selbstständig fortzubewegen. Hierbei gibt es zum Beispiel zusätzliche Schiebehilfen, Antriebshilfen und Treppensteighilfen.

Alles eine Frage des Preises

Weltweit gibt es eine Vielzahl von Rollstuhlherstellern, die täglich neue Typen und Designs entwickeln. Für alle Senioren findet sich somit das passende Modell für jeden Bedarf und jeden Geldbeutel. Dabei wird zumindest der Hauptrollstuhl von der Krankenkasse übernommen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Der Rollstuhl wird folglich im Hilfsmittelverzeichnis der deutschen Gesetzlichen Krankenversicherung unter der Kategorie Krankenfahrstühle aufgeführt. Damit für den Kauf eines Rollstuhls die Krankenkasse aufkommt, benötigt man ein Rezept des Arztes auf dem das Hilfsmittel möglichst genau und detailliert beschrieben und begründet werden sollte. Der Rollstuhl kann dann in einem Sanitätshaus oder im Internet neu oder gebraucht gekauft werden. Vergleichsweise günstig ist es, den Rollstuhl lediglich zu mieten.

Für Senioren die nicht so viel Geld für ihren Rollstuhl ausgeben können oder wollen, empfehlen sich Standard- oder Leichtgewichtrollstühle, die vom Kostenfaktor eher günstig sind. Adaptiv- oder Aktivrollstühle sind wesentlich teurer und können zwischen 2.000,00 € und 7.000,00 € kosten. Vor allem wenn das Rahmenmaterial nicht aus Aluminium, sondern aus Titan oder Carbon ist, steigt man damit in eine deutlich höhere Preisklasse ein. In Bezug auf die Antriebsart ist der Elektromotor die teuerste Variante, doch verschiedene Ausstattung und Zubehöre können den Preis ebenfalls nach oben treiben. Denn für Rollstühle gibt es unterschiedliche Fußbretter, Seitenteile, Armlehnen, Kopfstützen, Antriebsräder, Vorderräder, Bremsen, Federungen und individuell gestaltbaren Speichenschutz zu kaufen. Außerdem können Orthopädische und therapeutische Hilfsmittel angebracht werden.

Der Preis eines Rollstuhls hängt außerdem von der Rahmenbauart und dem Einsatzgebiet des Gefährts ab. Bei der Rahmenbauart unterscheidet man Faltfahrer und Starrrahmenstühle, die je nachdem in ihrer Form starr sind oder zusammengefaltet werden können. Zudem gibt es noch weitere, extravagantere Rollstuhlmodelle, die für spezielle Einsätze innerhalb der Pflege, für die Dusche, für den Sand oder für bestimmte Sportarten entwickelt wurden und dementsprechend auch mehr kosten als die Standardmodelle. Es scheint so beinahe als wären Rollstühlen weder im Bezug auf das Design noch auf den Preis nach oben hin keine Grenzen gesetzt.


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Profilbild von Isabelle Kocher

Isabelle Kocher ist seit März 2015 für Basenio tätig. Sie hat im Bachelor Anglistik und Germanistik studiert und sich anschließend für den Masterstudiengang Angewandte Linguistik entschieden. Diesen wird sie im Herbst 2017 mit sehr gutem ...


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