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Wenn es zwickt und weh tut – Wie kann Reizstrom Beschwerden lindern?

Schmerzen müssen nicht immer schmerzhaft bleiben. Man kann sie mit bestimmten Verfahren lindern bis heilen. Allerdings reagiert jeder Mensch anders, sodass es immer individuell bleibt. Welche Möglichkeiten es unter anderem gibt, erfahren Sie hier.

Jeder kennt es und jeder fürchtet es – schmerzhaft durch den Tag kommen zu müssen, weil die Migräne wieder zu spüren ist oder man sich beim Sport die Bänder überdehnt hat. Doch was tun? Das Leben und der Alltag gehen weiter und man möchte nicht ständig auf Arbeit ausfallen oder bei tollen Freizeitaktivitäten fehlen, auf die man sich schon lange gefreut hat. Man sollte sich somit seinen Schmerzen bewusst sein und auch präventiv handeln, damit es nicht erst zum Äußersten kommt. Helfen kann dabei die Behandlung mit Reizstrom, die man sogar selbstständig zu Hause durchführen kann.

Was ist eigentlich Schmerz?

… ein Warnsignal des Körpers! Ohne ihn wüsste man nur schwer, was im eigenen Organismus gerade passiert und wo es eventuelle Probleme im Ablauf gibt, wobei nicht immer eine organische Ursache der Grund sein muss.

Nach der Weltschmerzorganisation (IASP) sind Schmerzen ein Sinnes- und Gefühlserlebnis, welches unangenehm ist und mit Gewebeschäden verbunden sein kann. Anhand dieser Begriffe wird schnell ersichtlich, dass das Beschreiben der Schmerzen und auch das Erleben dieser sehr subjektiv ist und keine allgemein schwer erfassbar ist, da es immer auf den Patienten ankommt. Wenn man den Schmerz wahrnimmt, dann sind das die verschieden vernetzten Schmerzzentren des Gehirns, die aktiviert werden. Es gibt folglich nicht nur ein einzige Schmerzzentrum. Wie man einen Reiz wahrnimmt hängt außerdem mit psychologischen, sozialen und biologischen Aspekten zusammen, sodass man in Fachkreisen von dem „bio-psycho-sozialen Schmerz“ spricht und die Individualität des Schmerzempfindens bestärkt.

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Schmerz empfindet jeder anders und an unterschiedlichen Stellen. (Quelle: Fotolia_83194596)

Akut oder chronisch?

Eine gewichtige Entscheidung, die über die geeignete Therapie und Medikamente entscheidet. Der akute Schmerz ist ein plötzlich auftretender Schmerz, der nach gesundheitsfördernden Maßnahmen wieder abebben und verschwinden sollte. Bei einer Prellung versorgt man diese zum Beispiel mit Kühlgel und belastet das dementsprechende Knie oder Bein nicht. Der Organismus ist danach wieder in Ordnung. Wenn der Schmerz zwischen drei und sechs Monaten oder noch länger andauert, dann kann man von chronischen Schmerzen sprechen. Dies kann eine Belastung für die Psyche und das eigene Umfeld sein, sodass es wichtig ist, dass man sich in ärztliche Hilfe sucht und den Ursachen auf den Grund geht. Dieser chronische Schmerz kann als Folge eine gesteigerte Schmerzempfindlichkeit begünstigen, da Schmerzreize von längerer Dauer die Nervenzellen des Rückenmarks und Gehirns sensibler machen. Man empfindet einen leichten Reiz somit als wesentlich stärker. Das „Schmerzgedächtnis“ bleibt auch noch bestehen, wenn die eigentliche Ursache des Schmerzes nicht mehr vorhanden ist, da es durch die akuten Reize beeinflusst ist.

Häufig auftretende Schmerzen in Europa

Folgt man Statista, so ergeben sich folgende Angaben zu chronischen Schmerzen aus dem Jahr 2010:

chronischer SchmerzAngabe in Prozent
Rückenprobleme55
Gelenkschmerzen46
Nackenschmerzen34
Kopfschmerzen22
Arthritis18
Migräne16
Fibromyalgie13
Nervenschmerzen11
Operationen10
Innere Schmerzen / Organe7
Diabetis4
Krebs2
Gürtelrose1

Vielleicht können Sie sich in dieser Statistik wiederfinden, wenn nicht – umso besser! Dann kann ich Ihnen zu einer guten Gesundheit gratulieren. Wenn Sie zu den Menschen gehören, dessen Leben durch (chronische) Schmerzen geprägt sind, dann hilft Ihnen vielleicht die nachfolgende Therapiemöglichkeit.

TENS: Wie funktioniert Reizstrom?

Da es genauso viele Möglichkeiten einer Heilung und Linderung wie es eine Anzahl an möglichen Ursachen und Schmerzen gibt, soll es hier um den schmerzlindernden Einsatz von Reizstrom gehen. Eine vollständige Heilung kann man nie versprechen, aber zumindest eine Linderung kann schon viel Wert beim Leid von Schmerzen sein. Dazu kommt, dass jeder Mensch anders auf die Therapiemöglichkeiten und Hilfsmittel reagiert. Das Verfahren von TENS (Transkutane Elektrische Nervenstimulation) ist ein nahezu nebenwirkungsfreies Verfahren und einfach umzusetzen. Man befestigt lediglich Elektroden an der zu therapierenden Stelle. Die ausgesendeten elektrischen Impulse, welche schmerzfrei sind, werden über die Haut übertragen und sorgen für eine Nervenstimulation. Die Nerven senden Signale aus, die an das Rückenmark geleitet werden und dort entfalten sie ihre Wirkung – die Schmerzschwelle wird erhöht und die Schmerzempfindung wird reduziert. Über die Höhe der Frequenz sollte man sich beraten lassen, damit es wirkungsvoll eingesetzt werden kann.

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Eine kinderleichte Bedienung. (Quelle: Fotolia_64569221)

Eingesetzt wird diese Methode bei vielen Beschwerden, so beispielsweise bei:

  • Durchblutungsstörungen
  • Sportverletzungen (Prellung, Bänderdehnung etc.)
  • Gelenkbeschwerden (rheumatische Beschwerden, Arm- und Schulterschmerzen etc)
  • Migräne
  • Phantomschmerzen
  • Tumorschmerzen

Ein TENS-Gerät sollte man dennoch mit Absprache des Arztes anwenden, sodass man um den richtigen Einsatz Bescheid weiß. Außerdem gibt es Fälle, in denen ein derartiges Gerät nicht angewendet werden sollte (beispielsweise: Schwangerschaft, Erkrankung an Epilepsie und dem Herzen etc.).

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Dies ist ein Beispiel für ein TENS- Gerät. (Quelle: © Doktor-Plum.de)

Zusammenfassend kann man feststellen, dass es eine Vielzahl an möglichen Schmerzen und deren Ausprägungen gibt, sodass ein Ratgeberbeitrag dafür mit Sicherheit nicht ausreicht. Mittlerweile ist es keine Frage des Alters mehr, ob und wie starke Schmerzen ein Mensch hat. Viele Menschen in der Gesellschaft leiden aus den unterschiedlichsten Gründen an Schmerzen. Hier wurde eine Basis zum dem weiten Thema Schmerz gelegt sowie eine von vielen einsetzbaren Therapiemöglichkeiten aufgezeigt, nämlich mittels Reizstrom und dem sogenannten TENS-Verfahren. Vielleicht ist Ihre Neugierde jetzt geweckt und Sie wenden sich vertrauensvoll an Ihren Arzt, ob diese Methode auch bei Ihnen anwendbar ist und das Leben wenigstens ein bisschen leichter machen könnte.


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