Riechstörung | Therapie | Ursachen | Homöopathie

Hilfe bei Riechstörung: Medizinische Therapien & Homöopathie helfen gegen Ursachen

| Basenio Redakteur
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(Quelle: Stasique_Photography - Fotolia)

Riechstörungen können unterschiedliche Formen und Ursachen haben. Wir stellen medizinische Therapiemöglichkeiten und homöopathische Behandlungsformen vor, mit denen gezielt gegen Ursachen vorgegangen wird.

Unter Riechstörungen – auch Dysosmien genannt – werden in der Medizin Beeinträchtigungen des Geruchsinns bezeichnet. Dysosmien sind ein Oberbegriff für diese Störungsbilder, denn es gibt unterschiedliche Formen und Schweregrade. So sollen nach Schätzungen rund 20 Prozent der Bundesbürger ein vermindertes Riechvermögen (Hyposmie) haben. Bei etwa fünf Prozent ist der Geruchssinn – auch olfaktorischer Reiz genannt – hochgradig beeinträchtigt. Hier sprechen Mediziner von einer Anosmie.

Ein gestörter Geruchssinn kann viele Ursachen und Formen haben. Manche Störung kann zudem ein Vorbote einer neurodegenerativen Erkrankung wie Parkinson oder Alzheimer sein. In der Neurologie nehmen daher Geruchstest einen immer wichtigeren Stellenwert bei der Frühdiagnostik auf solche Krankheitsbilder ein, berichtet die Onlineausgabe des Ärzteblattes.

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Sinunasale vs. nicht-sinunasale Riechstörungen

Sinunasal bedeutet „mit Nase und Nasennebenhöhlen zusammenhängend“. Hier werden Riechstörungen also nach der Ursache klassifiziert. Für rund 70 Prozent der Riechstörungen findet sich ein sinunasaler Ursprung. Die übrigen 30 Prozent entstehen durch nicht-sinunasal Faktoren.

Sinunasale Riechstörungen werden häufig durch Infektionen und damit verbundenen Entzündungen wie einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ausgelöst. Die chronische Sinusitis mindert in der Regel auch das Riechvermögen. Durch anschwellende Schleimhäute gelangt die Atemluft nicht mehr ungehindert durch die Nase und zu den Riechzellen. Die Duftstoffe kommen nicht mehr dort an, wo sie verarbeitet werden. Wenn Sie also nach wiederholten Infekten einen verminderten Geruchssinn haben, kann das durchaus daran liegen.

Seltener sind nicht-infektiöse Störungen die Ursache für einen beeinträchtigten Geruchssinn.

Dazu zählen zum Beispiel:

  • Polypen (Geschwülste) in der Nase
  • Verkrümmungen der Nasenscheidewand
  • Allergien
  • geschwollene Schleimhäute durch Reizfaktoren wie Staub aus der Umwelt
  • Medikamente, welche die Schleimhäute anschwellen lassen
  • Hormonumstellungen


Diese Riechstörungen werden in der Regel behandelt, indem man ihre Ursache behebt. Beispielsweise lassen sich Polypen operativ entfernen.

Nicht-Sinunasale Riechstörungen betreffen den Riechapparat selbst. Das Problem liegt dann in der Regel an:

  • der Riechschleimhaut,
  • der Weiterleitung der Reize zum Gehirn
  • oder der dortigen Verarbeitung.

Derartige Riechstörungen können vielfältige Auslöser haben. Dazu zählen beispielsweise:

  • Schädel-Hirn-Traumata
  • Gift- beziehungsweise Schadstoffe aus der Umwelt
  • Medikamente
  • Lebensalter
  • genetisch bedingte Riechstörungen
  • Grunderkrankungen, die das für das Riechen essenzielle Nervengewebe angreifen


Einige dieser Riechstörungen sind reversibel und können geheilt werden. Wird jedoch Gewebe zerstört oder ist es gar nicht erst angelegt, gibt es nach aktuellem Forschungsstand keine kurative Behandlungsmöglichkeit.

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Quantitative vs. qualitative Riechstörungen

Diese Form der Unterscheidung betrachtet die Ausprägung der Riechstörung. Die quantitative Riechstörung tritt dabei etwas häufiger auf als die qualitative.

Die quantitative Einteilung der Riechstörungen erfasst das Ausmaß, in dem der Geruchssinn verändert ist. Hier reicht die Skala von der Hyperosmie, also dem übersteigerten Riechvermögen, über das verminderte Riechvermögen (Hyposmie), in vielen Abstufungen bis zum völligen Verlust des Geruchssinns, der sogenannten Anosmie. Letztere kann verschiedene Ausprägungen haben.

Riechstörung
Skala der quantitativen Riechstörungen. (Quelle: eigene Darstellung)


Zu den quantitativen Riechstörungen gehört außerdem die olfaktorische Intoleranz. Bei diesem Krankheitsbild nehmen Betroffene alle Gerüche wahr, reagieren jedoch auf bestimmte Duftstoffe überempfindlich.

Qualitative Riechstörungen sind eher selten und betreffen nicht die Intensität, sondern die Art der Wahrnehmung des Geruches. Basiert der gestörte Geruchssinn auf einer Parosmie (Fehlriechen), nehmen Betroffene Geruchsreize generell verändert wahr. Mitunter kann eine veränderte Geruchswahrnehmung auch durch starke Emotionen verursacht werden.

Möglich ist außerdem, dass sie Gerüche wahrnehmen, ohne dass überhaupt ein Duftstoff vorhanden ist, der den entsprechenden Reiz auslöst. Bei der Phantosmie riechen Erkrankte also einen Duft, der gar nicht da ist.

Therapien bei Riechstörungen

Die Behandlung einer Riechstörung richtet sich immer nach deren Ursache. Sinunasale Störungen sind behandelbar, solche mit nicht-sinunasaler Ursache aktuell nicht. Sind Teile des Riechapparates nämlich zerstört oder gar nicht erst angelegt, kann der gestörte Geruchssinn nicht geheilt werden. Ähnliches gilt für Riechstörungen, die durch ein fortgeschrittenes Alter entstehen. Ein nachlassender Geruchssinn gehört zum Alterungsprozess und ist derzeit weder behandelbar, noch zu stoppen. Forschungsergebnisse zeigen, dass der Geruchssinn etwa um das 36. Lebensjahr an Leistung verliert. Bei Frauen sind die Beeinträchtigungen geringer als bei Männern.

Riechstörungen als Symptom behandeln

Fußt der gestörte Geruchssinn auf einer anderen Grunderkrankung, muss diese behandelt werden. Nach der erfolgreichen Therapie der Erkrankung – etwa einer Sinusitis – verschwindet auch die Riechstörung nach und nach wieder. Löst die Einnahme eines Medikamentes die Riechstörung aus, kann der Geruchssinn sich nach dem Absetzen normalisieren.

Wenn Betroffene Ihre Medikamente aber dauerhaft einnehmen müssen, sollten sie diese nie eigenmächtig absetzen. Hier sollte immer mit dem Arzt Rücksprache gehalten werden. Für einige Medikamente gibt es alternative Präparate. Bei Hormonumstellungen wie einer Schwangerschaft normalisiert sich der Geruchssinn auch oft mit dem Ende der Umstellung wieder.

Medikamente bei Riechstörungen

Nicht bei allen Dysosmien müssen Ärzte operieren, es gibt auch Formen, die sich mit Medikamenten behandeln lassen. Die Mittel der Wahl sind dann oft Kortikosteroide, seltener auch Vitaminpräparate, Anti-Leukotriene und Kochsalzspülungen.

Kortikosteroide lassen Entzündungen im Sinunasalbereich abklingen, worauf die Schleimhäute abschwellen. Auch Polypen, die aus einer chronischen Sinusitits resultieren, bilden sich mit diesen Medikamenten zurück. Patienten ohne akute oder chronische Entzündungen profitieren ebenfalls von dieser Medikamentengruppe.

Verabreicht werden die Kortikosteroide systemisch als Tablette oder lokal als Spray. Den Vorzug erhalten aufgrund der geringeren Nebenwirkungen je nach Befund die Sprays. Damit diese effizient gegen eine Riechstörung wirken, sollten die Sprays immer über Kopf in die Nase gesprüht werden. So erreicht der Wirkstoff das Zielgewebe besser.

Präparate mit den Vitaminen der B-Gruppe sowie A und C kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn die Funktion des Riechnervs unterstützt und der Nerv vor oxidativem Stress geschützt werden soll. Oxidativer Stress ist ein Missverhältnis zwischen Bildung und Reduzierung freier Radikale.

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Bei freien Radikalen handelt sich um äußerst reaktionsfreudige, gefährliche Stoffwechselprodukte, die im Körper gebildet werden können. Zu viele freie Radikale führen zu oxidativem Stress, dieser kann die körpereigene Abwehr herabsetzen und verschiedene Erkrankungen wie Diabetes begünstigen.

Anti-Leukotriene sind Wirkstoffe aus der Asthmatherapie, die sich auch beim gestörten Geruchssinn einsetzen lassen. Sie sorgen dafür, dass die Luft ungehinderter durch den Atmungsapparat strömen kann und Geruchspartikel wieder besser bei der Riechschleimhaut ankommen. Kochsalzspülungen kommen schließlich als ergänzende Therapie bei verschiedenen Schnupfenformen oder einer Sinusitis zum Einsatz.

Operationen bei Riechstörungen

Hilft die konservative Behandlung bei einer Riechstörung nicht oder ist sie gar nicht möglich beziehungsweise sinnvoll, bleibt in bestimmten Fällen nur die Operation. In der werden beispielsweise anatomische Probleme wie Tumore, Polypen oder eine verkrümmte Nasenscheidewand behandelt.

Eine Operation zielt immer darauf ab, den Weg der Luft in und durch die Nase zu optimieren, damit die Duftstoffe wieder leichter an ihren Bestimmungsort gelangen und der gestörte Geruchssinn behoben wird.

Alternative Heilmöglichkeiten & Homöopathie bei Riechstörungen

Wer in der Schulmedizin als austherapiert gilt, dem bleiben alternative Heilmöglichkeiten. Die sind jedoch meist nicht evidenzbasiert, haben also keinen wissenschaftlichen Nachweis über ihre Wirkung. Einige Studien sollen jedoch belegen, dass Akupunktur bei Riechstörungen helfen kann.

Auch in der Homöopathie gibt es Präparate und Behandlungsmöglichkeiten, denen Effekte auf den Geruchssinn nachgesagt werden. Bei Zinkmangel sollen entsprechende Mittel den Bedarf ausgleichen und die Riechstörung beheben. In einigen Fällen soll auch eine Übersäuerung des Körpers ursächlich sein.

Hier wird mit basischen Präparaten entgegengewirkt. Auch im Mundbereich kann die Quelle des Übels liegen. Tote Zähne werden in der Homöopathie bei einigen Krankheitsbildern als Ursache ausgemacht.


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