Cannabis als Medizin | Internet | gegen Schmerzen | gefährlich

Eignet sich Cannabis als Medizin und wie kann man es legal über das Internet beziehen?

Cannabis als Medizin | Internet | gegen Schmerzen | gefährlich (Quelle: eight8 - Fotolia)

Kann Cannabis als Medizin helfen? In diesem Beitrag erfahren Sie, wie sie die Substanz über das Internet beziehen, wie es gegen Schmerzen hilft und ob der Einsatz gefährlich ist.

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Cannabis: Kann laut medizinischen Studien bei schweren und seltenen Krankheiten Schmerzen lindern

Vergangenes Jahr wurde auf Initiative von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ein Kabinettsentwurf beschlossen, auf den viele Schmerzpatienten seit Langem gewartet haben: Ab Frühjahr 2017 soll es für einen eng begrenzten Patientenkreis Cannabis auf Kassenrezept geben. Die Krankheitsbilder, bei denen sich Ärzte und Patienten Linderung durch Cannabis versprechen, sind ganz unterschiedlich. Lange fehlte es an Studien, die die Wirksamkeit der Pflanze belegten. Auch heute existieren noch vergleichsweise wenige eindeutige Forschungsergebnisse, trotzdem erfährt Cannabis als Schmerzmittel in der Medizin mehr und mehr Anerkennung. Auch bei älteren Menschen werden solche Mittel als Medizin eingesetzt.

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Eignet sich Cannabis als Medizin? (Quelle: www.pixabay.com)

Medizinischer Cannabis ist in Deutschland nach wie vor umstritten, denn der vielfache Missbrauch als Freizeitdroge führt immer wieder zu kontrovers geführten Debatten und Druck durch drogenpolitische Interessen. Nichtsdestoweniger verschreibt eine stetig wachsende Zahl an Ärzten die schmerzlindernden Blüten und Extrakte der Hanfpflanze. Seit 2011 sind in Deutschland insgesamt 233 Kilogramm Cannabis legal in Apotheken verkauft worden. Zum Vergleich: Waren es im ersten Halbjahr 2015 erst ca. 34 Kilogramm Cannabis, stieg die Menge im ersten Halbjahr 2016 auf rund 62 Kilogramm an. Die Beschlüsse zugunsten eines vereinfachten Zugangs zu medizinischem Cannabis lassen sich unter anderem damit erklären, dass immer mehr Studien die schmerzlindernde Wirkung der Heilpflanze und im Speziellen des Wirkstoffs THC (Tetrahydrocannabinol) belegen.

Cannabis gegen starke Schmerzen, Gewichtsverlust und spastische Lähmungen

Viele Patienten, die an schweren Krankheiten leiden, verfolgen sehnsüchtig die Diskussion um einen leichteren Zugang zu medizinischem Cannabis. Schließlich handelt es sich dabei um eine vergleichsweise günstige und sichere Behandlungsmethode, die zudem in der Regel geringere Nebenwirkungen als konventionelle Medikamente aufweist, ist man bei Royal Queen Seeds überzeugt. Cannabis für medizinische Zwecke ist derzeit jedoch ausschließlich mit einer Ausnahmegenehmigung erhältlich, die vorwiegend Menschen mit starken Schmerzen vorbehalten ist. Doch auch bei Krebserkrankungen, dem Tourette-Syndrom und Multipler Sklerose wurde mit Cannabis bereits eine Beschwerdelinderung erreicht.

Ebenso soll Cannabis bei Menschen, die etwa durch HIV oder Alzheimer viel Gewicht verloren haben, positiv anschlagen. Auch Menschen, die an der chronischen Schmerzerkrankung Fibromyalgie leiden – die unter anderem zu Muskelspasmen, Angespanntheit und Schlafstörungen führt –, berichten, dass Cannabis zu einer Linderung ihrer Symptome beiträgt. Allerdings basieren die bisherigen Daten zu Cannabis als Medikament gegen Fibromyalgie lediglich auf Erfahrungswerten. Die Daten sind jedoch so vielversprechend, dass voraussichtlich noch ausführlichere Studien durchgeführt werden. In dem folgenden Video berichtet eine 80-Jährige, die seit etwa 30 Jahren an Fibromyalgie leidet, von ihren Erfahrungen mit medizinischem Cannabis:

Studien belegen: Cannabis mindert Schmerzen bei seltenen Autoimmunkrankheiten

Ebenso können mithilfe von Cannabis und Cannabinoiden einige seltene Krankheiten gelindert werden, die bislang nur wenig erforscht sind. Ein Beispiel dafür ist das Devic-Syndrom (Neuromyelitis optica): Die seltene Autoimmunerkrankung verursacht wiederkehrende Entzündungen und den Abbau von Nervenscheiden des Augennervs und der Wirbelsäule; sie tritt weltweit nur bei ein bis zwei von 100.000 Menschen auf. Eine Studie aus dem Jahr 2013 zeigte, dass Patienten mit dem Devic-Syndrom eine im Vergleich zur Kontrollgruppe höhere Konzentration der Endocannabinoide 2-AG und Anandamid aufwiesen. Die Autoren der Studie folgerten daraus, dass im Körper dieser Patienten Endocannabinoide in höherer Konzentration freigesetzt werden, um die Schmerzen bzw. die übermäßige Schmerzempfindlichkeit zu verringern.

Etwas häufiger als das Devic-Syndrom kommt die Autoimmunerkrankung Myasthenia gravis vor, die zu einer fortschreitenden Schwächung der Muskeln führt. Weltweit sind derzeit fünf bis zwanzig von 100.000 Menschen von dieser Krankheit betroffen. Typische Symptome sind beispielsweise die Erschlaffung der Augenlider und der Gesichtszüge, Probleme beim Kauen, Schlucken und Sprechen sowie Atemwegsbeschwerden. Myasthenia gravis ist eine unheilbare Krankheit, deren Symptome mit Anticholinesterase-Medikamenten jedoch zumindest gelindert werden können. Auch bei diesem Krankheitsbild lässt sich mittels verschiedener Studien belegen, dass THC und andere Cannabinoide die schädliche Acetylcholinesterase hemmen und damit zur Linderung der Schmerzen beitragen.

Cannabis gefährlich?

"Marihuana ist keine vollständig gutartige Substanz. Es ist eine starke Droge mit einer Vielzahl von Effekten. Allerdings bewegen sich die unerwünschten Effekte einer Marihuanaverwendung mit Ausnahme der Schäden, die mit dem Rauchen verbunden sind, innerhalb der Effekte, die bei anderen Medikamenten toleriert werden", ließ das Institute of Medicine in Washington 1999 in Publikation verlautbaren.

THC hat einen großen Wirkungsgrad hinsichtlich der Ausprägungen von Gefühlen. So kann es einerseits Hochgefühle auslösen, andererseits aber auch Angstzustände auslösen. Es lassen sich jedoch keine generellen Aussagen hierzu treffen, da die Wirkungen von Mensch zu Mensch anders sind. Als akute Nebenwirkungen sind bekannt: eine beeinträchtigte Gedächtnisleistung, verminderte Aufmerksamkeit, geringere Reaktionsfähigkeit sowie eine Beeinträchtigung der Feinmotorik und der Bewegungskoordination. Doch wie sieht es mit den Langzeitfolgen aus, und als wie gefährlich ist Cannabis daher einzuschätzen? Der TV-Moderator und Wissenschaftler Harald Letsch äußert sich dazu in einem Videoblog:

 

 

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Tolles Medikament. Den Folgen zum Trotz.

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