Kaffee als Schlafmittel | zum Einschlafen | Koffein | Wirkung

Kaffee als Schlafmittel: 6 paradoxe Fakten zu Koffein und wie es beim Einschlafen helfen kann

Kaffee als Schlafmittel | zum Einschlafen | Koffein | Wirkung
Nitr - Fotolia

Kaffee als Schlafmittel? Ja, was paradox klingt, kann tatsächlich Wunder wirken. Koffein kann als Einschlafhilfe dienen und so den gesunden Schlaf fördern. Doch gilt es dabei, einen wichtigen Grundsatz einzuhalten.

| Steffen Gottschling

Kaffee gilt als ein Muntermacher. Was viele jedoch nicht wissen, eine Tasse Kaffee vor dem Einschlafen kann auch den Schlaf fördern. Dies ist vor allem bei älteren Menschen der Fall, wie Dr. Dagny Holle vom Uniklinikum in Essen belegen konnte. Das Gehirn wird im Alter oft schlechter durchblutet, was folglich zu Schlafstörungen führt. Kaffee kann hier Abhilfe schaffen und die Einschlafphase verkürzen.

Basenio.de, das Onlineportal für die Generation 50plus, zeigt Ihnen, wie Sie das Heißgetränk als Einschlafhilfe zu sich nehmen sollten. Dabei kommt es auch auf die Qualität des Kaffees an, wissen Experten zu berichten. Unsere Redaktion erkundigte sich bei Andreas Berndt, dem Inhaber einer Kaffeemanufaktur, welche Kaffeesorten dafür empfehlenswert sind.

Ursachen für Schlafstörung

Ungefähr jeder vierte Bundesbürger leidet unter der am weitesten verbreiteten Schlaflosigkeit (Insomnie), die sich als Ein- oder Durchschlafstörungen oder als morgendliches Früherwachen äußert. Mit steigendem Alter steigt auch die Zahl der Betroffenen.

Etwa die Hälfte aller Menschen über 65 Jahre leiden an einer Schlafstörung. Dr. Dagny Holle und ihre Kollegen von der Poliklinik für Neurologie am Uniklinikum Essen forschen an den Ursachen des gestörten Schlafverhaltens und wiesen in der Fachzeitschrift “Info Neurologie & Psychiatrie 2011” daraufhin, dass eine Tasse Kaffee für Senioren eine ideale Einschlafhilfe ist.

Ein erholsamer Schlaf ist wichtig für die seelische und körperliche Balance. Mitunter kann es sehr belastend sein, nicht (ein)schlafen zu können. Nachts wird sich von einer auf die andere Seite gedreht und die Gedanken stehen nicht still. Die Unruhe der Nacht überträgt sich zugleich auf den Alltag und zeigt sich durch Unkonzentriertheit, Gereiztheit und Antriebslosigkeit. Das Wohlbefinden des Betroffenen ist gefährdet.

Es gibt viele unterschiedliche Ursachen für Schlafstörungen. Manchmal sind die Gründe offensichtlich, sei es beispielsweise ein Arztbesuch oder familiärer sowie beruflicher Stress. Die Nächte verlaufen vor und nach diesen Momenten unruhig, jedoch normalisiert sich das Ganze wieder.

Aber auch psychische und organische Erkrankungen wie auch Schmerzen können den Schlaf beeinträchtigen. Gerade dann wird es wichtig, dass Betroffene sich Verhaltensweisen aneignen, die den Schlaf fördern. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) hat dafür einen Patientenratgeber entwickelt.

Schlafhygiene für gesunden Schlaf

Unter Schlafhygiene werden all die Verhaltensregeln verstanden, die dem gesunden Schlaf förderlich sind. Ernährung, Tagesaktivitäten, Schlafgewohnheiten und generell die Einstellung zum Schlaf lassen sich dahingehend positiv beeinflussen.

Alles fängt bereits mit der Schlafumgebung an. Ein bequemes Bett in einem abgedunkelten und ruhigen Raum wirkt sich begünstigend aus. Der Fernseher sollte unbedingt aus dem Schlafzimmer verbannt werden. Vor allem LCD- und Plasma-Geräte senden verstärkt blaues Licht aus, das bei Menschen die Müdigkeit vertreibt.

Bei der Ernährung gibt es keine grundsätzlichen Empfehlungen seitens der DGSM. Es ist schlicht Gewohnheitssache, wann und wie viel gegessen wird. In mediterranen Ländern ist es Brauch, dass man noch spät in der Nacht üppig isst. Wer also gewohnt ist, kurz vor dem Einschlafen noch etwas zu essen, dessen Nachtruhe wird sich daran nicht stören.

Gleiches gilt auch beim Sport. Manch einer braucht die Bewegung in den Abendstunden, um gut über die Nacht zu kommen. Dennoch sollte zwischen sportlicher Aktivität und der Einschlafphase ein nicht allzu kurzer Zeitraum liegen. Auch ist trainieren bis zur Erschöpfung nicht förderlich für den Schlaf.

 

Produkttipps unserer Redaktion: Kissen mit biologisch aktiver Schafschurwolle fördern die Schlafhygiene

Kaffee als Einschlafhilfe

Eine Tasse Kaffee zum Einschlafen? Laut dem Schlafforscher, Hans-Peter Landolt, von der Universität Zürich durchaus möglich. Es kann sogar so weit gehen, dass das Getränk als Einschlafhilfe dient. Bei vielen älteren Menschen wird das Gehirn schlechter durchblutet, was wiederrum zu Schlafstörungen führen kann.

Koffein wirkt hier gegen und kann so den Schlaf fördern. Allerdings sollte versucht werden, innerhalb der ersten 15 Minuten nach dem Kaffeegenuss einzuschlafen, da sonst das Koffein seine anregende Wirkung entfaltet. Der Einschlaf-Kaffee empfiehlt sich jedoch weniger bei Menschen, die Koffein nicht regelmäßig konsumieren. Bei ihnen würde er sein aufputschenden Charakter wohl eher entfalten.

Für den Kaffee vor dem Zubettgehen spricht ein weiterer Pluspunkt. Wie Finnische Forscher 2009 herausgefunden haben, schützt Kaffee vor Demenz: Wer im mittleren Alter regelmäßig Kaffee trinkt, senkt sein Demenzrisiko um bis 65 Prozent. Es gibt also Möglichkeiten, das Schlafverhalten positiv zu beeinflussen.

Achten Sie daher auch auf die Schlafhygiene. Hier lassen sich schon viele störende Faktoren abstellen, die das Einschlafen beeinträchtigen. Organisieren Sie also ihr Einschlafritual ohne große Hürden.

 

6 Fakten über Kaffee

Fakt 1: In Deutschland werden täglich über 280 Millionen Tassen Kaffee getrunken

Fakt 2: Kaffee ist aus botanischer Sicht keine Bohne, sondern eine Kirsche

Fakt 3: Eine Tasse Kaffee enthält circa 100 mg Koffein

Fakt 4: Frauen bauen Kaffee schneller ab als Männer 

Fakt 5: Kaffee schützt vor Entzündungen, die im Alter häufig auftreten

Fakt 6: Studien belegen, Kaffee hat eine lebensverlängernde Wirkung

 

Alle 6 Fakten haben wir nochmal in dieser Grafik zusammengestellt.

6 Fakten über Kaffee, die sie vielleicht noch nicht kannten.
6 Fakten über Kaffee, die Sie so vielleicht noch nicht wussten. (Quelle: Nitr - Fotolia/eigene Darstellung)


Das Kaffee im Verruf steht, die Einschlafphase zu stören, liegt an den vielen minderwertigen Angeboten, weiß Andreas Berndt zu berichten.

"Der Organismus kann das Koffein von einer Tasse Kaffee innerhalb von vier bis fünf Stunden abbauen. Hier kommt es jeweils auf die eigene Statur an, wie schnell dieser Prozess ablaufen kann", erklärt der Experte.

Bei schlecht geröstetem Kaffee ist der Stoffwechsel allerdings länger beschäftigt und hält so den Körper wach. Der Grund sind darin enthaltene Chlorogensäuren und Acrylamide, die von der Leber abgebaut werden müssen. "Der Stoffwechsel bleibt dann hoch und man kommt schwerer in den Schlaf", gibt Berndt zu verstehen.

Daher lautet seine generelle Empfehlung, qualitativ hochwertigen Kaffee zu trinken. Dieser enthält die genannten Giftstoffe nicht, ist also sehr viel bekömmlicher.

 

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Natürliche Alternativen zu Kaffee?

Medizinische Schlafmittel sollten nur über einen begrenzten Zeitraum und in Absprache mit dem Arzt genommen werden. Falsch dosiert und über längere Zeit genommen, machen sie abhängig und gefährden die Gesundheit. Anstatt auf teure Schlafmittel zu setzen, kann zuerst Kaffee als Mittel zur Förderung des Schlafs ausprobiert werden.

Alternativ zu Kaffee können auch natürliche Schlaf- und Hausmittel hilfreich sein. Zwar lassen sich viele Mittel nicht mit Studien belegen, doch können Sie durchaus im Einzelfall hilfreich sein. Letztlich heiß es von Experten in der Schlafforschung oft: "Wenn es beim Einschlafen hilft, dann ist es gut".

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Profilbild von Steffen Gottschling

Steffen Gottschling ist der leitende Redakteur der Ratgeber-Redaktion. Bevor er 2016 bei basenio.de begann, war er im Rundfunk und in der Online-Redaktion einer regionalen Tageszeitung tätig. Seine Themenschwerpunkte sind die Bereiche Pflege & Recht.

Kommentare


Hallo

Der Beitrag ist interessant. Aber auf Kaffeekapsel Maschinen hinzuweisen ist für die Umwelt ein Desaster! Auch wenn die von Ihnen angepriesenen Kapseln kein Aluminium enthalten, so enthalten sie jede Menge Plastik. Solche Produkte darf man einfach nicht bewerben!. Wir leben in einer Müll Gesellschaft die seinesgleichen sucht. Deswegen sollte jeder dafür sorgen - auch sie! - dass sowas nicht weiter angepriesen wird. Es gibt Siebträgermaschinen, da tut man den Kaffee rein und produziert überhaupt gar kein Müll.

Sehr geehrter Herr Frank,

vielen Dank für Ihren Hinweis. In diesem Beitrag war es uns wichtig, Kaffee als Einschlafhilfe vorzustellen. Daher sind wir nicht auf den Aspekt der Umweltverträglichkeit eingegangen.

Mit freundlichen Grüßen

Steffen Gottschling

Ich kann nur bestätigen, dass eine Tasse Kaffee beim Einschlafen hilft und auch, wenn man nachts wach wird und nicht mehr einschlafen kann. Der Kaffee hilft mir immer.

Ich muss da Herrn Frank total Recht geben. Ist ja schön und gut, dass der Umweltaspekt in diesem Artikel beiseite gelassen wurde. Aber auch nur in einem Nebensatz soetwas wie Kapselmaschinen zu empfehlen ist eine Katastrophe. Euch muss doch bewusst sein, dass das Leute beeinflusst. Und nicht alle machen sich um die Umwelt Gedanken.
Diese Kapselmaschinen gehören verboten, nicht beworben.

Wir haben damals im Krankenhaus den älteren Patienten Koffein Tropfen zum schlafen gegeben, was in den meisten Fällen gut geholfen hat (wie oben im Text beschrieben). Heute macht man es leider nicht mehr, ist wohl zu billig. Aber da hilft dann der gute, alte Kaffee ?

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