Extrem trockenes strohiges Haar | was tun | bestes Shampoo | Testsieger | Ursachen

Extrem trockenes strohiges Haar (Ursachen & was tun?) – Bestes Shampoo: Stiftung Warentest Testsieger 2020

Extrem trockenes strohiges Haar | was tun | bestes Shampoo | Testsieger | Ursachen
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Deine Haare sind stumpf, trocken und glanzlos? Wir packen das Problem beim Schopf und haben Tipps von einer Friseurin bekommen!

| Jennifer Günther

Wer kennt es nicht:  die Haare fühlen sich genauso stumpf und trocken an, wie ein verdorrter Weihnachtsbaum. In der Werbung schrillen die Alarmglocken. Die Schere kommt näher. Palina Rojinski spricht von Tannenbäumen an ihren Haarspitzen. Die neuesten Produkte werden angepriesen, die versprechen, dass die Haarpracht wieder wundervoll seidig glänzt und die letzten 30 Zentimeter gerettet werden. Doch was hilft wirklich gegen extrem trockenes strohiges Haar? Welche Produkte halten ihr Versprechen? Wir packen das Problem beim Schopf und haben für Euch bei Anna aus dem Friseursalon Metamorphose in Erfurt nachgefragt. 

Ursachen für trockene Haare

Die Ursache für trockene Haare, berichtet Anna, ist meist eine Strukturschädigung des Haares. Diese geht einher mit dem falschen oder übermäßigen Umgang mit chemischen oder thermischen Einflüssen. Bei trockenen Haaren sollte man sich also Fragen: Sind die Haare gefärbt, blondiert oder chemisch umgeformt? Wie häufig werden sie gewaschen, geglättet oder geföhnt? Und welche Produkte verwendet man? 

Die gute Nachricht: häufig hängen trockene Haare mit Pflege und Styling zusammen, mit den richtigen Produkten und etwas Zeit kann das Haar wieder gesund und glänzend aussehen.  

Um die Ursache für trockenes und strapaziertes Haar zu verstehen, hilft es zu wissen, wie das Haar aufgebaut ist. Es besteht aus drei Schichten: der äußeren Schuppenschicht, der dicken Faserschicht und dem Mark. An den Haarwurzeln befindet sich die Talgdrüse. 

Trockene Haare sind in der äußersten Schicht des Haares, der Schuppenschicht, angegriffen. Anna erklärt das so: Bildlich kann man es sich vorstellen wie ein geöffneter Tannenzapfen. Er ist rau, geöffnet und ohne Glanz. Ein gesundes Haar spiegelt den geschlossenen Tannenzapfen wider, er ist glatt und glänzend. Trockene Haare werden von der Talgdrüse zu wenig mit Fett versorgt, dadurch öffnet sich die Schuppenschicht wie ein Tannenzapfen.

Neben Styling und Farbe kann auch das Wetter eine Rolle spielen, weiß unsere Friseurin.  Im Sommer bleichen die Haare aus: Sonne, Salz- und Chlorwasser gehen unseren Haaren an die Substanz und machen sie trocken und brüchig. Im Winter schützen wir uns und die Haarpracht zwar mit Mütze und Schal gegen die Kälte, dadurch reiben sich die Haare allerdings auf und die trockene Heizungsluft gibt ihnen oft den Rest. 

Der Tipp von Anna: Eine gute Haarpflegeroutine und regelmäßiges Schneiden können dabei Worst Case-Szenarien verhindern.

Vor allem bei Frauen verändert sich die Haarstruktur in bestimmten Lebensphasen: Pubertät, Schwangerschaft und Stillzeit, Wechseljahre - durch das hormonelle Ungleichgewicht kommt es oft zu Haarausfall, trockenem und brüchigem Haar. Diese Hormonschwankungen sind normal und betreffen jede Frau. Das Gute: nach einiger Zeit pendelt sich der Hormonhaushalt von allein wieder ein. 

 

Bis dahin seht ihr im folgenden YouTube-Video Tipps von der Friseurin Diana Diamanta:

Youtube Video

Seltener können auch Krankheiten wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Mangelernährung zu trockenen Haaren führen. Welchen Einfluss die Ernährung auf Haut und Haar hat, könnt Ihr in unserem Ratgeberbeitrag nachlesen.

Ursachen trockene Haare

Shampoo gegen trockene Haare - darauf muss man achten

Auf die richtige Pflege kommt es an - sagt auch Anna aus dem Salon Metamorphose in Erfurt. “Man müsste jeden Menschen tatsächlich separat betrachten.” Denn jedes Haar ist anders und braucht eine individuelle Pflege. Aber Fakt ist: Jede noch so sanfte Haarwäsche entzieht dem Haar immer ein wenig Fett und Feuchtigkeit. Bei trockenem Haar sollte man häufiger auf das Haarewaschen verzichten: alle 2-3 Tage reicht. 

Anna gibt folgende Tipps für die Shampoo-Wahl:   

  • milde und feuchtigkeitsspendende Produkte sind hier gefragt
  • Inhaltsstoffe wie Aloe Vera, Panthenol, Hamamelis uvm. stehen meist auf Verpackungen bei Produkten gegen trockenes Haar (sie legen sich wie ein Schutzfilm auf die strapazierten Haare)
  • auch Lipide, also Fette, sind super gegen trockene Haare (da kann man gezielt nach den Inhaltsstoffen Sheabutter, Kakaobutter oder Lanolin, uvm. schauen)
  • für Haarseifenfreunde gibt es auch eine kleine Auswahl an Stoffen, die gut für Feuchtigkeit sorgen, ganz ohne Parabene und Silikone, beispielsweise milde Tenside mit Avocadoöl, Jojobaöl, Kokosöl, uvm.
  • UV-Filter-Shampoos für den Urlaub oder Colour-Shampoos für gefärbte Haare

Man findet für jedes Haar etwas, vorausgesetzt man kennt seine Haare gut oder hat sich beraten lassen - bei Haarproblemen also gern den Friseur oder die Friseurin fragen!

Unser Tipp für gepflegte Haare: die Produktpalette von Wella

Haarpflegeprodukte im Test

Auch die Stiftung Warentest nimmt immer wieder Produkte rund um die Haarpflege unter die Lupe. 2020 gab es einen großen Shampoo-Test um herauszufinden, ob die Newcomer auf dem Markt - Haarseifen und feste Shampoos - gegen die herkömmlichen Flüssigshampoos bestehen können. Von den 18 getesteten Shampoos und Haarseifen schnitt das günstige Lidl-Shampoo am besten ab. Alles in allem wurden 14 Produkte mit “gut” bewertet, nur ein festes Shampoo entpuppte sich als Mogelpackung und wurde nur als “ausreichend” befunden. Die meisten Hersteller bieten auch eine extra Produktreihe für trockenes oder strapaziertes Haar an, hier lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe.

Auch im Test der Conditioner aus dem Jahr 2019 schnitten die Produkte vom Discounter am besten ab. Glänzendes und geschmeidiges Haar hängt also nicht vom großen Geldbeutel ab. Die 17 getesteten Haarspülungen für geschädigtes Haar pflegten allerdings alle gut. Bei trockenem Haar sollte man tatsächlich in die Pflege etwas Zeit investieren; lieber zum Conditioner, zur Spülung oder zum Hitzeschutz greifen, statt zur Schere.

Hausmittel bei trockenen Haaren

Auch aus der Natur gibt es einige Helferlein, die jeder zu Hause hat und die natürliche Schutzschicht wieder aufbauen. Unsere Friseurin Anna empfiehlt zur Soforthilfe: Einfach einen Tropfen (Achtung, nicht übertreiben) Olivenöl oder Kokosöl in die Spitzen geben und das trockene Gefühl oder aufgeladene Haare sind im Handumdrehen oberflächlich behoben.

Aus folgenden Hausmitteln lässt sich einfach und schnell eine eigene Haarkur für trockene Haare herstellen: 

 

Eigenschaften

Anwendung

Apfelessig

  • Essigsäure im Apfelessig glättet die aufgebrochene Schicht der Haaroberfläche → ummantelt das ganze Haar
  • Apfelessig hat einen hautähnlichen pH-Wert → daher ist er schonend für Haut und Haar
  • Apfelessig und Wasser im Verhältnis 1:2 mischen
  • wie Spülung nach der Haarwäsche in Kopfhaut und Haare einmassieren
  • kann im Haar gelassen oder ausgewaschen werden

natürliche Fette (Lipide)

z.B. Olivenöl, Nachtkerzenöl, Arganöl, Borretschöl

 

günstigere Alternativen: Kokosöl, Jojobaöl

(verbinden sich weniger gut mit Haut und Haar →  weniger wirksam gegen trockenes Haar)

  • verbinden sich mit Haaren
  • liefern zusätzliche pflegende Weichmacher
  • ersetzen verlorengegangene Schutzschicht
  • nach der Haarwäsche: Öl pur in Kopfhaut und Haare einmassieren → doch Vorsicht bei der Dosierung: wenige Tropfen genügen 
  • Pflegepackung vor der Haarwäsche: Öl einmassieren, Handtuch um den Kopf wickeln und 15 min. einwirken lassen, im Anschluss wie gewohnt Haare waschen bis die letzten Reste des Öls verschwunden sind
  • Kur: 1 Teelöffel Olivenöl mit 1 Teelöffel Honig mischen auf das gewaschene, feuchte Haare auftragen, 2 min. einwirken lassen, ausspülen

Eigelb

  • Eigelb ist bekannt dafür, den Proteinmangel bei trockenen Haaren auszugleichen und dem Haar wieder schöneren Glanz zu verleihen
  • Haarkur: ein Eigelb, zwei Esslöffel Zitronensaft, einen Esslöffel Olivenöl und ein Schnapsglas Bier vermischen und gleichmäßig im Haar verteilen, 5 min. einwirken, mit Wasser ausspülen, wie gewohnt Haare waschen 

Honig

 

  • Honig lindert Juckreiz und Schuppen, pflegt gereizte Kopfhaut 
  • Hautläsionen bessern sich und verschwinden im besten Fall komplett
  • bei regelmäßiger Pflege: Haare fühlen sich voller und dichter an 
  • viele Haarpflegeprodukte setzen auf Honig 
  • Haarkur: ½ l Wasser mit 5 EL Honig mischen, Haare wie gewohnt waschen, im Anschluss Honig-Wasser-Mischung im feuchten Haar verteilen, Handtuch um den Kopf wickeln und die Kur eine halbe Stunde einwirken lassen, Haar gründlich mit Wasser ausspülen

Avocado

  • enthaltenen Omega-3-Fettsäuren bilden Schutzschicht auf dem Haar 
  • enthält viel Biotin: wasserlösliches Vitamin, welches an vielen Stoffwechselprozessen und beim Abbau bestimmter Fett- und Aminosäuren beteiligt ist
  • bei Biotin-Mangel: Hautveränderungen und Haarausfall
  • Haarmaske: Avocado halbieren und Fruchtfleisch mit Löffel herauskratzen, in Schüssel zerdrücken und mit 1 TL Olivenöl mischen, in das gesamte Haar einmassieren, Handtuch um den Kopf wickeln, 30 min. einwirken lassen, mit klarem Wasser ausspülen, Haare wie gewohnt mit Shampoo waschen 

Und noch ein Tipp von unserer Friseurin: Wascht euch eure Haare mit kaltem Wasser. Das bringt auf jeden Fall Glanz und ist viel gesünder, als mit zu heißem Wasser zu waschen.

Styling Tipps bei trockenen Haaren

Hier gilt die Regel: weniger ist mehr, sagt Anna. Am besten ist es, auf häufiges Föhnen, Glätten, Locken, Dutt-und Zopf tragen zu verzichten. 

Da das aber einfacher gesagt als getan ist, sollte man auf jeden Fall einen Hitzeschutz und einen Conditioner oder eine Leave-In Pflege verwenden, wenn man auf das Styling nicht verzichten kann.

 

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Statt des Lockenstabs könnte man sich über Nacht einen Zopf flechten (oder mehrere) und die “Sockenlocken” ausprobieren, die Sanny in ihrem Tutorial auf YouTube zeigt. 

Youtube Video

Es kommt nicht nur auf die Pflegeprodukte und das Styling an. Wenn man auf folgende Kleinigkeiten achtet, kann man die trockenen Haare schonen:

  • Haare nicht mit dem Handtuch trocken rubbeln, sondern tupfen
  • Kopfmassagen fördern die Durchblutung und regen die Talgproduktion an
  • Haare nicht im nassen Zustand kämmen, dann sind sie empfindlicher (am besten mit einer Bürste aus Naturborsten)
  • Haare nicht über Kopf föhnen, sonst trocknen die Spitzen aus, bei Locken am besten einen Diffusor verwenden
  • bei elektrisch aufgeladenem Haar Handcreme zwischen den Händen verteilen und über das Haar streichen
  • Haare im Sommer vor der Sonne mit Hut, Cap oder Tuch schützen
  • Spliss am besten abschneiden, damit die Haare nicht abbrechen
  • Haargummis ohne Metall benutzen, diese schädigen das Haar

Worauf muss ich beim Föhnen, Glätten, Färben, etc. achten?

Statt auf Farbe und Frisur sollte man bei trockenen Haaren mehr auf Natürlichkeit setzen. Heiße Föhnluft trocknet das angegriffene Haar zusätzlich aus. Besser ist es, die Haare an der Luft trocknen zu lassen. Aber manchmal muss einfach der Föhn oder das Glätteisen ran. Dann rät Friseurin Anna, nicht zu heiß auf einer Stelle zu föhnen und immer an den Hitzeschutz denken! 

Auch auf Farbe in den Haaren können und wollen viele nicht verzichten. Vor allem, wenn sich die ersten grauen Haare zeigen, gehört es einfach dazu, damit man sich beim Blick in den Spiegel wohlfühlt. Anna warnt vor Farbprodukten aus der Drogerie, diese seien oft sehr aggressiv und auf die breite Masse der Menschen eingestellt. Falls man sich zu Hause selbst die Haare färben will, dann bitte nur auf Tönungen und Intensivtönungen zurückgreifen. Alles, was mit Blond färben oder sogar Blondieren zu tun hat: Finger weg. Anna weiß, dass man sich so schnell die Haare richtig zerstören kann, und musste selbst schon einige Farbunfälle im Salon wieder ausbügeln. Sie rät: Lasst es lieber Fachleute machen, denn diese analysieren das Haar und haben viele Möglichkeiten, den Farbwunsch umzusetzen, mit meist milderen Chemikalien, als aus der Drogerie.

 


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Profilbild von Jennifer Günther

Jennifer Günther ist seit Dezember 2019 für die Ratgeber-Redaktion von basenio.de tätig. Vor basenio.de schrieb sie für den Blog der Klassik Stiftung Weimar.

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