Wasserschaden Versicherung | Entschädigung | was zahlt | welche

Wasserschaden-Versicherung - Wer zahlt Entschädigungen und wofür?

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(Quelle: Steffen Gottschling)

Ratgeber: Greift bei jedem Wasserschaden die Versicherung? Wir zeigen, welche Versicherungen gegen Wasserschäden absichern. Hier finden Sie alles zu Leistungen & Kosten in einem Überblick.

Eine verstopfte Leitung, ein geplatztes Rohr oder eine übergelaufene Badewanne – alle 30 Sekunden entsteht in Deutschland ein Leitungswasserschaden. Die Kosten für die Beseitigung dieser Schäden gehen in die Milliarden, da bereits geringe Mengen ausgelaufenes Wasser fatale Folgen nach sich ziehen können. Wer sich als Mieter oder Eigentümer absichern will, sollte sich nicht nur auf eine Versicherung verlassen, sondern verschiedene Optionen in Betracht ziehen – vor allem deshalb, da Wasserschaden nicht gleich Wasserschaden ist. Die Umstände entscheiden, ob und wenn ja, welche Versicherung greift.

Damit Sie genau wissen, welche Versicherungen in den verschiedenen Fällen aktiv wird und welche Versicherung für Sie geeignet ist, haben wir in diesem Beitrag alle für Wasserschäden relevanten Versicherungsformen für Sie zusammengefasst. Sie erfahren, was genau versichert ist, welche Entschädigungen gezahlt werden und welche Beitragskosten anfallen. Wie Sie sich im Falle eines Leitungswasserschadens überhaupt verhalten sollten, was Sie dabei unbedingt beachten müssen, wann die Hausratsversicherung zahlt und vieles mehr erfahren Sie auf der Hausratseite von Friendsurance.

Wasserschaden
So sollte man bei einem Wasserschaden vorgehen. (Quelle: friendsurance)

Hausratversicherung: Kosten & Leistungen

Hausratsversicherungen sollen die beweglichen Gegenstände Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung schützen. Hierzu zählen beispielsweise Möbel, Bodenbeläge, Textilien sowie elektronische Geräte. In der Regel werden zudem die Reparaturkosten von Bodenbelägen, Wandfarben und Tapeten übernommen. Viele Hausratsversicherungen kommen für die entstandenen Schäden aber nur auf, wenn diese durch geplatzte Wasserrohre oder leckschlagende Wasserleitungen, also Leitungswasser in Haus oder Wohnung verursacht wurden. Gegenstände wie Schmuck, Kunstobjekte, Musikinstrumente, Kraftfahrzeuge oder elektronische Daten sind häufig vom Versicherungsschutz ausgenommen. 

Von der Hausratsversicherung abgesicherte Wasserschäden:

  • Leitungswasser (z.B. durch Wasserrohrbruch, geplatzte Verbindungsschläuche, schadhafte Dichtungen & Auslaufende Spülmaschinen)
  • Unwetter mit Hagel ab Windstärke 8
  • sofern vertraglich vereinbart: Flut, Starkregen, Überschwemmung & Rückstau in der Kanalisation

Viele Hausratsversicherungen kommen für die entstandenen Schäden aber nur auf, wenn diese durch geplatzte Wasserrohre oder leckschlagende Wasserleitungen, also Leitungswasser in Haus oder Wohnung verursacht wurden.

Leistungen der Hausratsversicherung im Falle eines Wasserschadens:

  • Reparatur- & Wiederbeschaffungskosten
  • Aufräumkosten
  • Bewegungs- & Schutzkosten (falls im Rahmen der Renovierung Gebäudebestandteile bewegt, verändert oder geschützt werden müssen)
  • Hotelkosten
  • Transport- & Lagerkosten
  • Bewachung der unbewohnten Wohnung bzw. des mangelhaft gesicherten Hauses

Kosten einer Hausratversicherung

Die Kosten einer Hausratsversicherung gestalten sich im Vergleich zu den abgedeckten Schäden relativ gering. So müssen selbst in sturmgefährdeten Gebieten selten mehr als 50 Euro monatlich gezahlt werden. Gute Hausratsversicherungen für kleinere Immobilien kosten häufig zwischen 50 und 150 Euro pro Jahr. Für größere Häuser oder Wohnungen muss mit entsprechend höheren Kosten gerechnet werden. Doch auch der Wert des Hausrats spielt eine wichtige Rolle und kann entsprechend höhere Beiträge nach sich ziehen.

 

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Eigentümer können eine Wohngebäudeversicherung für Eigenheime und Mietwohnungen abschließen. (Quelle: © Gina Sanders - Fotolia)

Wohngebäudeversicherung

Im Gegensatz zur Haftpflichtversicherung kommt die Wohngebäudeversicherung nur für Schäden am Wohngebäude und nicht für bewegliche Gegenstände auf. Sie greift also auch, wenn festverbaute Installationen wie Toiletten oder Heizungsanlagen beschädigt werden. Außerdem stehen Gebäudeversicherungen auch für Folgeschäden durch die notwendigen Renovierungs- und Reparaturarbeiten ein. Ausgenommen von der Versicherung sind leerstehende Häuser, Rohbauten und Häuser, die gerade renoviert werden. In diesen Fällen benötigen Sie eine Bauleistungsversicherung.

Die Wohngebäudeversicherung kann von Eigentümern sowohl fürs Eigenheim als auch für eine Mietwohnung abgeschlossen werden. Zwar ist niemand dazu verpflichtet, eine solche Versicherung abzuschließen, aber gerade für Eigentümer und Vermieter ist eine Wohngebäudeversicherung mehr als empfehlenswert.

Von der Wohngebäudeversicherung abgesicherte Wasserschäden:

  • Leitungswasser (z.B. durch Wasserrohrbruch, geplatzte Verbindungsschläuche, schadhafte Dichtungen & Auslaufende Spülmaschinen)
  • Unwetter mit Hagel ab Windstärke 8
  • sofern vertraglich vereinbart: Flut, Starkregen, Überschwemmung & Rückstau in der Kanalisation

 Die Wohngebäudeversicherung kann von Eigentümern sowohl fürs Eigenheim als auch für eine Mietwohnung abgeschlossen werden.

Leistungen der Wohngebäudeversicherung im Falle eines Wasserschadens:

Jeder Vertrag gestaltet sich individuell. Die folgenden Leistungen sind nicht allgemein gültig. Zudem gelten häufig Obergrenzen für die Höhe der Kosten und die Dauer der Leistungen.

  • Wiederaufbau- & Renovierungskosten
  • Aufräum-, Abtransport- & Beseitigungskosten von Schutt und anderen Resten
  • Bewegungs- & Schutzkosten
  • Bewegungs- & Schutzkosten (Falls im Rahmen der Renovierung Gebäudebestandteile bewegt, verändert oder geschützt werden müssen)
  • Hotelkosten
  • Mietausfälle & Mietminderung
  • evtl. Schadensgutachten (abhängig von Schadenshöhe)

Feuerwehrkosten und Aufwendungen anderer Institutionen, die im öffentlichen Interesse Hilfe leisten, werden nicht übernommen.

Kosten einer Wohngebäudeversicherung

Die Frage, wie hoch die Kosten einer Gebäudeversicherung ausfallen, kann nicht pauschal beantwortet werden. Jede Immobilie ist anders und die Beiträge werden individuell berechnet. Daher lässt sich lediglich ein ungefährer Preisrahmen festlegen. Entscheidend für die Höhe der Beiträge ist vor allem die Region, in der sich die Immobilie befindet. Je nachdem, welches Risiko seitens der Versicherer für den jeweiligen Standort angenommen wird, belaufen sich die jährlichen Zahlungen einer Wohngebäudeversicherung auf etwa 160 bis 300 Euro.

Elementarschadenversicherung

Als Elementarschäden bezeichnet man Schäden, die durch das Wirken der Natur verursacht wurden. Also zum Beispiel durch Hagel, Stürme ab Windstärke 8, Überschwemmungen, Erdbeben oder ähnliches. Gelegentlich werden solche Elementarschäden von der Hausrats- oder der Wohngebäudeversicherung übernommen. Das ist jedoch bei weitem nicht immer der Fall und deckt in den wenigsten Fällen alle Formen von Elementarschäden ab. Aus diesem Grund werden besagte Versicherungsverträge nicht selten mit Elementarschadenversicherungen kombiniert oder erweitert. Einzelgefahren können dabei eher selten ab- bzw. hinzugewählt werden.

Von der Elementarschadensversicherung nicht abgesicherte Wasserschäden:

  • Schäden durch Sturmfluten oder Grundwasser, wenn es nicht an die Oberfläche gelangt (z.B. Grundwasser dringt durch Anstieg von unten in das Mauerwerk ein)
  • Schäden durch Rückstau (wenn keine funktionstüchtige Rückstausicherung vorhanden)

 

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Gegen Schäden aus Naturgewalten kann eine Elementarschadensversicherung abgeschlossen werden. (Quelle: Brian Jackson - Fotolia)

Kosten einer Elementarschadenversicherung

Die Kosten der Elementarschadenversicherung orientieren sich an der Lage der Immobilie und dem damit verbundenen Risiko des Eintretens von Elementarschäden. Wird beispielsweise eine Elementarschadensversicherung für ein Haus in einem potentiellen Hochwassergebiet abgeschlossen, gestalten sich die Versicherungsbeiträge deutlich höher. Im Schnitt betragen die Kosten einer Elementarschadenversicherung etwa 100 Euro im Jahr.

Haftpflichtversicherung

Gerade bei Wasserschäden kommt es häufig vor, dass nicht nur die eigene Wohnung, sondern auch die der Nachbarn betroffen ist. Private Haftpflichtversicherungen kommen für Schäden auf, die vom Versicherungsnehmer gegenüber Dritten verursacht worden sind. Wenn also zum Beispiel der Schlauch Ihrer Waschmaschine platzt und Wasser in die darunterliegende Wohnung Ihres Nachbarn sickert, werden die Reparaturarbeiten von Ihrer Haftpflichtversicherung übernommen.

Wenn Sie dagegen der Vermieter einer Wohnung sind, sollten Sie eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung abschließen. Denn auch wenn Sie als Vermieter den Wasserschaden nicht selbst verursacht haben, gilt: Eigentum verpflichtet. Das bedeutet, dass Vermieter für die Sicherheit ihrer Wohnungen haften und dafür zu sorgen haben, dass niemand durch sie zu Schaden kommt. Haben Sie eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung abgeschlossen und es bricht zum Beispiel ein Wasserrohr Ihres Mieters, kommt die Versicherung für die entstandenen Schäden auf.

Doch nicht für jede Art von Wasserschaden müssen die Vermieter aufkommen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Mieter den Wasserschaden grob fahrlässig verursacht hat. In diesem Fall muss der Mieter nicht nur die Schäden des Nachbarn, sondern auch die des Vermieters tragen. Da diese Rechnung äußerst teuer werden kann, sollten Vermieter ihre Mieter unbedingt über dieses Risiko und die Option einer Haftpflichtversicherung aufklären.

Kosten einer Haftpflichtversicherung

Für die Private Haftpflichtversicherung sind hauptsächlich die Leistungen ausschlagebend für die Kosten. Aber auch Regelungen bezüglich der Selbstbeteiligung bestimmen deren Preis. Treffen Sie Ihre Entscheidung für eine bestimmte Haftpflichtversicherung daher nicht nur anhand der Beitragshöhe. Achten Sie immer auf die enthaltenen Leistungen. Oftmals haben Versicherungen für 50 Euro einen vergleichbaren Leistungsumfang wie Haftpflichtversicherungen für 100 Euro. Gute Familienhaftpflichtversicherungen kosten jährlich etwa 75 bis 80 Euro.


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