Vermögenswirksame Leistungen | Anlageformen | Altersvorsorge | Was ist das

Vermögenswirksame Leistungen zur Altersvorsorge: Anlageformen im Überblick

Bild zum Artikel: Vermögenswirksame Leistungen | Anlageformen | Altersvorsorge | Was ist das
(Quelle: Waldbach - Fotolia)

Lohnen sich Vermögenswirksame Leistungen als Altersvorsorge? Wir stellen mögliche Anlageformen vor und geben Tipps, für wen sich diese lohnen. Dazu erklären wir, beim wem und wie Vermögenswirksame Leistungen beantragt werden müssen.

Vermögenswirksame Leistungen werden gezahlt, um Arbeitnehmer beim Vermögensaufbau zu unterstützen. Generell handelt es sich dabei um freiwillige Leistungen des Arbeitgebers, es gibt jedoch Branchen, in denen diese Leistungen im Arbeits- oder Tarifvertrag garantiert sind. Wer vermögenswirksame Leistungen nutzt, bekommt monatlich zwischen 6,95 Euro und 40 Euro vom Chef geschenkt - abhängig von Branche und Region.

Der geschenkte Geldbetrag kann entweder in einen neuen oder einen bereits bestehenden Vertrag investiert werden. Vom Arbeitgeber gefördert werden:

  • Bausparvertrag
  • Baukredit tilgen
  • Aktienfonds
  • Banksparplan

VL-Verträge haben in der Regel eine Laufzeit von sieben Jahren. Sechs Jahre davon werden Beiträge eingezahlt, ein Jahr gilt als Ruhepause. Ausnahme davon sind Bauspar-Anlagen, hier zahlt man die kompletten sieben Jahre Beiträge ein. Nach Ablauf der sechs Jahre steht es dem Arbeitnehmer frei, einen neuen VL-Vertrag abzuschließen. Finanzexperten empfehlen, dass man einen Freistellungsauftrag für das Jahr einrichtet, in dem der Vertrag ausläuft. Den kann man bei dem Anbieter beantragen, bei dem man das jeweilige VL-Produkt angelegt hat. Andernfalls müsste man auf die Kapitalerträge eine Abgeltungssteuer zahlen. Zwar kann man sich die über die Steuererklärung wiederholen, doch muss man eben bis dahin auf sein Geld verzichten.

Arbeitnehmer können selber entscheiden, wo sie einen solchen Vertrag abschließen. Da es unterschiedliche Konditionen gibt, lohnt es sich, die Angebote gründlich miteinander zu vergleichen. Den Vertrag legt man anschließend dem Arbeitgeber vor. Ist der damit einverstanden, zahlt er die vereinbarten Beträge in der Regel monatlich aus. Dieses "Geschenk“ vom Chef ist für den Arbeitnehmer allerdings nicht komplett kostenlos. Da Vermögenswirksame Leistungen steuer- und sozialabgabenpflichtig sind, verringert sich das Nettoeinkommen des Arbeitnehmers geringfügig.

Beschäftigte mit geringem Einkommen können von einer Arbeitnehmersparzulage profitieren. Wer höchstens 17.900 Euro im Jahr verdient - bei Eheleuten darf der Betrag 35.800 Euro nicht überschreiten - bekommt vom Staat zusätzlich 43 Euro im Jahr für den Bausparvertrag oder die Tilgung eines Baukredits. Werden die VL-Beträge dagegen in einen Aktienfondssparplan eingezahlt, kann sich der Beschäftigte sogar über 80 Euro staatlicher Förderung freuen. Hierbei verschiebt sich die Einkommensgrenze auf 20.000 Euro für Alleinstehende und 40.000 Euro für Ehepaare. Beantragt werden kann die Arbeitnehmersparzulage über die jährliche Steuererklärung. Wie genau das funktioniert, wird in diesem Ratgeber der Nassauischen Sparkasse ausführlich erklärt.

Was sind Altersvorsorgewirksame Leistungen?

In einigen Branchen erhalten Arbeitnehmer die Vermögenswirksamen Leistungen in Form von Altersvorsorgewirksamen Leistungen (AVWL). Im Gegensatz zu VL hat der Arbeitnehmer hier weniger Entscheidungsfreiheit und muss die Leistungen in die betriebliche oder private Altersvorsorge einzahlen. Solche Vorsorgeanlagen können beispielsweise die arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersvorsorge (Entgeltumwandlung), die arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente oder ein Riester-Vertrag sein.

Der große Vorteil bei dieser Form des Sparens ist, dass bei einigen Anlagearten - wie Entgeltumwandlung - keine Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden müssen. Die angesparte Summe wird im Rentenalter ausgezahlt und erst dann versteuert. Wer AVWL nutzen möchte, sollte zudem beachten, dass er damit keinen Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage mehr hat.

Wer Vermögenswirksame Leistungen nicht in Anspruch nimmt, verschenkt Geld, bestätigen auch Verbraucherzentralen. Selbst wenn es in ein oder zwei Jahren in die Rente geht, sollten Arbeitnehmer diese Sparmöglichkeit für sich nutzen. Im Rentenalter können sie den Arbeitgeberanteil selbst in den VL-Vertrag einzahlen, diesen beitragsfrei stellen oder einfach kündigen. Wer allerdings neben den Zahlungen vom Arbeitgeber auch die staatlich geförderte Arbeitnehmersparzulage erhalten hat, würde diese im Fall einer Kündigung ebenfalls verlieren.

 

Vermögenswirksame Leistungen
Mögliche Anlageformen beim VL-Sparen. (Quelle: eigene Darstellung)

Anlageformen für Vermögenswirksame Leistungen

  • Banksparplan: Ein Banksparplan eignet sich vor allem für sicherheitsorientierte Anleger. Einerseits gibt es hierbei keinerlei Kursrisiken, andererseits ist das Guthaben im Falle einer Insolvenz des Geldinstituts durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro für den Einzelnen gesichert. Bei Paaren ist die Einlagensicherung auf 200.000 Euro festgesetzt. Am Ende der Laufzeit - sechs Jahre wird eingezahlt, ein Jahr ist Zahlpause - kann sich der Anleger neben dem Basiszins über eine Prämie freuen. Ältere Sparer sollten sich vor Abschluss des VL-Sparplans unbedingt nach den Regeln im Ruhestand erkundigen, denn diese können sich je nach Geldinstitut stark unterscheiden.
  • Bausparvertrag: In den Bausparvertrag muss sieben Jahre lang eingezahlt werden. Er lohnt sich für alle, die in absehbarer Zeit eine Immobilie erwerben oder bauen möchten oder Geld für zukünftige Renovierungen einer bereits vorhandenen Immobilie ansparen möchten. Geringverdiener sind mit einem VL-Bauvertrag besonders gut beraten, denn sie erhalten unter bestimmten Bedingungen zusätzlich eine staatliche Wohnungsbauprämie. Im Rentenalter zahlt man die anfallenden Beiträge dann aus eigener Tasche weiter.
  • Aktienfondssparplan: Wer viel Wert auf eine hohe Rendite legt, ist mit einem VL-Fondssparplan gut beraten. Hier sollte man allerdings immer bedenken, dass Aktien Kursschwankungen unterliegen und die Anlage deshalb nicht ganz risikofrei ist. Auch hier wird sechs Jahre lang eingezahlt und ein Jahr Ruhepause eingehalten. Sind die Aktienkurse nach Ablauf der sieben Jahre niedrig, kann man als Anleger auf Kurserholung warten. Rentner können ohne weiteres aus eigenen Mitteln in einen Fondssparplan einzahlen.
  • Baukredit tilgen: Hier sollte der VL-Sparer genau hinschauen. Hat der VL-Sparer einen "Baukredit" laufen, kann er die Kapitalerträge aus dem VL-Sparen unter Umständen als Tilgung für die Finanzierung verwenden. Das kann sich lohnen, da in der Regel die Zinsen für ein solches Darlehen höher sind als die Renditen aller möglichen Anlageformen für Vermögenswirksame Leistungen. Tilgt man den Kredit mit Erträgen aus dem VL-Sparen, sinken die Zinskosten für die Finanzierung. Allerdings räumt nicht jedes Geldinstitut diese Möglichkeit ein. Schauen Sie daher in die jeweiligen Vertragsunterlagen für den Kredit und das VL-Sparen. Ist es dort nicht explizit ausgeschlossen, können VL dafür verwendet werden. 

Weitergehende Informationen und Einzelheiten zu den einzelnen VL-Sparformen finden sich auf finanztip.de, einem gemeinnützigen Finanz-Ratgeber.


DIESEN BEITRAG: KommentierenDrucken
Bewerten:
Empfehlen:

Mehr von Basenio Redakteur
Profilbild von Basenio Redakteur

Unsere basenio-Redaktion schreibt Informations- und Servicebeiträge für Menschen ab 50plus und deren Angehörige. Gerne können Sie unseren Redakteuren Fragen stellen, die wir in einem weiteren Beitrag für Sie beantworten.


Kommentar schreiben

Sicherheitscode