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SOEP Daten zeigen: Einkommen Älterer steigt schneller als bei Jungen

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Die Daten des SOEP, das Sozio-Ökonomischen-Panel, zeigen, dass die Einkommen Älterer in den letzten Jahren stärker stiegen als bei jungen Menschen. Basenio.de schaut auf die Zahlen.

Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sind die Einkommen älterer Menschen in den letzten Jahrzehnten deutlich schneller angestiegen als bei jüngeren Menschen. Wie Spiegel-Online berichtet, stiegen die verfügbaren Einkommen der 65- bis 74-Jährigen in Westdeutschland seit den achtziger Jahren um durchschnittlich 52 Prozent.

Diese Daten wurden aus dem Sozio-Ökonomischen Panel (SOEP) entnommen. Das SOEP bildet die Grundlage für Wissenschaftler und Forscher zur Analyse gesellschaftlicher Zusammenhänge in Deutschland. Aus den erhobenen Daten entsteht zum Beispiel der „Jährliche Datenreport – Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland“ in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt, dem  Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Dem Sozio-oekonomische Panel am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

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Das Einkommen älterer Menschen steigt. Das zumindest sagen die Studien aus. (Quelle: Fotolia)

Der Auswertung zufolge sind die Einkommen der unter 45jährigen seit Mitte der 80er Jahre um 21 bis 31 Prozent gestiegen. Nach der Wiedervereinigung stiegen die Einkommen der Senioren um 25 Prozent, während Jüngere nur zehn Prozent mehr erhielten. Während sich 1984 noch etwa jeder dritte Senior im unteren Einkommensdrittel befand, sank der Anteil bis 2014 auf 19 Prozent. Stattdessen leben ältere Menschen immer häufiger im mittleren Einkommensbereich.

Gründe dafür sieht die IW-Studie im wachsenden Anteil derer, die privat und betrieblich vorsorgen. Zudem arbeiten immer mehr Frauen und tragen ihren Anteil zum stabilen Haushaltseinkommen bei.

Das Armutsrisiko von Rentnern steigt

Die Studien zeigen aber auch ein wachsendes Armutsrisiko für Menschen im Ruhestand. Während aktuell noch unterdurchschnittlich viele Ältere von Armut betroffen sind, zeigt der Trend eindeutig, dass der Anteil der Bezieher von Grundsicherung seit 2005 im Alter stark ansteigt. Waren es einst 11,0 Prozent sind es 2016 14,6 Prozent der Senioren in Deutschland. In der Gesamtbevölkerung lag die Armutsrisikoquote mit 15,7 Prozent nur leicht darüber.

Der Anteil der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung ab 65 Jahre an der gleichaltrigen Bevölkerung stieg von 1,7 Prozent im Jahr 2003 auf 3,0 Prozent im Jahr 2013. Die Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt.

Was heißt das für die Zukunft?

Der wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium schätzt, dass bis zum Jahr 2030 der Anteil der Älteren, die Grundsicherung im Alter erhalten, auf höchstens 5,4 Prozent steigen wird. Hinsichtlich der Armutsgefährdung wird wahrscheinlich der Trend anhalten, sodass das Armutsrisiko der Senioren über jenem der Gesamtbevölkerung liegen wird.

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Altersarmut bleibt ein Risiko in Deutschland. (Quelle: Waldbach - Fotolia)

Gesellschaftliche Trends, wie Arbeitslosigkeit, unstete Berufslaufbahnen, erhebliche Ausweitung des Niedriglohnsektors, die Abschaffung der Renten-Beitragszahlung für Langzeitarbeitslose werden sich nach 2030 auf das Einkommen der Senioren auswirken. Die heutigen Arbeitslosen werden dann die Bezieher von Rente sein.

Zudem haben derzeit 7,1 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in der Bundesrepublik ein so geringes Einkommen, dass sie unter der Grenze zum Armutsrisiko liegen. Die so genannten Niedrigverdiener zahlen nur geringe Rentenbeiträge und können sich eine private Vorsage nicht leisten. Somit wird die Altersarmut auf lange Sicht vermutlich stark ansteigen.

 

 


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Profilbild von Cindy Hofmann

Cindy Hofmann, Jahrgang 1977 ist Diplom-Pflegewirtin (FH) und war als Autorin und freie Bearbeiterin für die Fachverlage Kohlhammer und Hans Huber tätig. Derzeit absolviert sie eine Umschulung zur Bürokauffrau/Marketing.


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