Social Trader | Was ist das | werden

Social Trader: Was ist das und wie kann man es werden?

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Social Trading verbindet die Prinzipien von sozialen Netzwerken und dem Wertpapierhandel. Wir stellen einige Plattformen vor, die sich bereits seit einigen Jahren am Finanzmarkt etabliert haben. Bei ihnen kann man zum Social Trader werden.

„Social Trading“ ist ein noch recht neues Phänomen im Wertpapierhandel. Deutsch übersetzt lässt sich noch am ehesten von gemeinschaftlichem Börsenhandel sprechen. Dahinter steckt ein Konzept, bei dem das Prinzip sozialer Netzwerke mit dem Wertpapierhandel zusammengebracht wird. Über das Internet kommunizieren Menschen auf solchen Plattformen miteinander und geben sich im speziellen Fall des Social Tradings Tipps für den Wertpapierhandel.

Die Eigenschaften von Wertpapieren

Wertpapiere sind Urkunden, mit denen ein privates Vermögensrecht verbrieft ist. Verbrieft bedeutet, das Recht ist mit einem Schriftstück – also mit einer Urkunde - zugesichert. Doch Urkunden verlieren im Zeitalter der Digitalisierung mehr und mehr an Bedeutung. Viele Staaten sind bereits dazu übergegangen, diese Schriftstücke durch Buchungsposten zu ersetzen, die dann den Besitz des „Wertpapiers“ ausdrücken und zusichern.

Der Begriff Wertpapier steht indes für verschiedene Finanzprodukte, dazu gehören Aktien, Anleihen, Optionsscheine, Zertifikate, Genussscheine und Investmentfons. Doch es gibt grundsätzliche Gemeinsamkeiten, die sie ausmachen.

Das sind laut Börsenlexikon:

  • Verkehrsfähig
  • Handelbarkeit
  • Verbriefung von Rechten
  • Geltendmachung eines Anspruchs
  • Verlust der Urkunde

Wertpapiere müssen verkehrsfähig sein, damit man mit ihnen handeln kann. Vereinfacht gesagt, sie können von einer Person auf eine andere übertragen werden. Händler können Menschen aber auch institutionelle Anleger zum Beispiel Unternehmen sein. Der Wertpapierhandel kann innerhalb und außerhalb von Börsen ablaufen. An der Börse gibt es strenge Vorschriften für den Handel, mit denen Börsenmakler (Broker) vertraut sind. Daher beanspruchen private Investoren oft eben einen solchen Broker, um ihre Geschäfte dort abzuwickeln. Zudem werden sie von ihm beraten und erhalten in der Regel fundierte Marktanalysen und –berichte. Für gewöhnlich nehmen Börsenmakler für ihre Leistungen Gebühren oder ziehen eine Provision. Die Digitalisierung hat es möglich gemacht, dass private Anleger auch online an der Börse handeln. Durch Online-Broker, spezielle Finanzdienstleister, können sie dort direkt Geschäfte erledigen.

 

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Beim Social Trading können Wertpapiere gehandelt werden. (Quelle: © JensHN - Fotolia)

Social Trading ganz ohne professionelle Broker

Beim Social Trading können private Anleger gänzlich auf die Meinungen professioneller Broker verzichten. Hier kann sich ein jeder als Börsenmakler registrieren, der sich dazu berufen fühlt. Handelt er dann mit Wertpapieren, kann er das für alle auf der jeweiligen Online-Plattform sichtbar machen und sein Vorgehen begründen. Da andere Nutzer das bewerten und kommentieren können, soll der Wertpapierhandel weitestgehend transparent für alle Interessierten werden.

Glaubt man den Betreibern der Online-Plattformen, auf denen Social Trading angeboten wird, laufen die Geschäfte gut. In einem Bericht der Telebörse über Social Trader sprach der Gründer einer solchen Plattform von einer „rasanten Wachstumskurve“ bei den Nutzerzahlen. Da sich nicht alle Nutzer registrieren, schätzte er, dass bereits mehr als eine Millionen Anleger mit der Plattform Wertpapiere handelten.

Übersicht zu Plattformen für Social Trading

Zulutrade:

2007 von Leon Yohai gegründet, schwang sich Zulutrate zu einem der führenden Vertreter der Branche auf. Der Sitz des Unternehmens ist in den USA und in Hongkong. Das Angebot des Unternehmens überbrückt laut eigener Aussage „die Lücke zwischen der wertvollen Information auf den Geldmärkten und der Handelsausführung, indem es die Ratschläge einiger der besten und talentiertesten Händler weltweit zu leicht ausführbaren Handel umsetzte.“

Der in der Finanzbranche angesehene Blog auf „Forexbroker.de“ hat Zulutrade einen ganzen Beitrag gewidmet und detailliert alles Wissenswerte zum Social Trading zusammengetragen. „Wer mit Forexinstrumenten handeln möchte, selber aber nicht über allzu viel Wissen in diesem Bereich verfügt, der hat bei ZuluTrade komfortable Möglichkeiten und kann einfach und schnell in den Handel einsteigen“, stellen die Experten des Blogs fest.

Wikifolio:

Laut eigener Aussage ist wikifolio die führende Social-Trading-Plattform Europas. Das Wiener Unternehmen ist erst seit 2012 so richtig am Markt gestartet. Schon zwei Jahre später sollen über das Portal 260 Millionen Euro investiert worden sein. Dafür arbeitet man mit vielen Partnern aus der Finanzbranche zusammen.

 eToro:

Die Social-Trade-Plattform wurde im Januar 2007 mit der Mission „Trading allen an jedem Ort zugänglich zu machen und die Abhängigkeit von traditionellen Finanzinstituten zu verringern“ gegründet. Im letzten Jahr erweiterte eToro sein handelbares Portfolio um Kryptowährungen. Das Unternehmen mit Sitz auf Zypern informiert auf seiner Internetseite darüber, dass bereits über sechs Millionen Menschen weltweit eToro nutzen.

Ayondo:

Das deutsche Unternehmen wurde 2008 gegründet und hat sich speziell den technologischen Möglichkeiten des Finanzdienstleistungssektors verschrieben. Der Erfolg des Unternehmens drückt sich auch in dessen näherer Geschichte aus. „Am 26.März 2018 feierte ayondo Ltd seinen ersten Handelstag und wurde damit zum ersten gelisteten FinTech an der Börse in Singapur (SGX)“, gibt man auf der firmeneigenen Internetseite bekannt.

Chancen und Risiken beim Social Trading

In der Finanzbranchen gilt, je höher das Risiko, desto höher können die Renditen sein. Umgekehrt heißt das aber auch, hohe Risiken bergen auch größere Verlustmöglichkeiten. Verbraucherschützer stehen Social Trading äußerst kritisch gegenüber. So schätzt ein Vertreter der Verbraucherzentrale in Baden-Württemberg im Gespräch mit der Telebörse ein: „Die höchsten Renditen sind nur mit wilder Zockerei erzielbar - das ist keine seriöse Anlagestrategie".

Ein großes Problem sehen viele in den Beratungsleistungen, da die nicht immer professionell sind. Wer dem Rat eines Hobby-Brokers mehr vertrauen möchte als einem Fachmann, der muss auch damit rechnen, dass er viel Geld verlieren kann. Social Trading trägt also durchaus einen hochspekulativen Charakter. Der frühere Wirtschaftsweise Bert Rürup stellte dazu in einem Medienbericht fest: "Jeder kann sein Geld vermehren oder verbrennen, wie er will." Mündige Anleger seien doch frei, um selbst zu entscheiden.

 

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Ist Social Trading eine gute Anlageform für die Altersvorsorge? (Quelle: Waldbach - Fotolia)

Social Trading für die Rente?

Die Altersvorsorge ist in Anbetracht der demografischen Entwicklung mit immer mehr Rentnern und weniger Beitragszahlern zu einer Herausforderung für jeden einzelnen geworden. In Deutschland ist die Altersvorsorge auf drei Säulen aufgebaut. Die staatlichen Leistungen bringen jedoch kaum noch ein ausreichendes Einkommen im Alter. Bei privaten Vorsorgeleistungen gibt es Angebote, die unter dem aktuell niedrigen Zinsniveau auch nur wenig Rendite einbringen.

Sichere Geldanlagen wie Sparbücher, Staatsanleihen oder Tages- und Festgeldkonten sind nur bedingt lukrativ. Experten empfehlen daher, dass man sein Geld möglichst auf mehrere Angebote für Kapitalanlagen streut.

Am Beginn eines Berufslebens wollen junge Erwachsene ihre Freiheit – und das erste eigene Geld – genießen. Sparen für die Rente hat dann meist noch nicht den Stellenwert. Früher oder später wird das Ganze dann aber doch auf der Agenda nach oben rücken müssen. Doch sollte man nicht allzu viel Zeit verstreichen lassen.

Wer sich erst wenige Jahre vor der Rente um die Altersvorsorge kümmert, dem könnte die Zeit zu knapp werden. Verluste aus Spekulationsgeschäften lassen sich dann kaum noch ausgleichen, denn am Aktienmarkt erzielt man eher auf lange Sicht solide Renditen. Verluste lassen sich in 15 Jahren oder 20 Jahren noch ausgleichen. Sind es nur noch fünf Jahre bis zur Rente, wird dies eher schwierig.

Kurz vor der Rente soll man eher auf Nummer sicher gehen und sein Geld auf Anlagen mit niedrigem Risikopotenzial umschichten.


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