Selbstständig machen | Ideen | wie | was brauche ich | was braucht man

Selbstständig machen? 6 praktische Ideen & Tipps für ältere Gründer

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(Quelle: Patricia Klamt)

Sie möchten sich selbstständig machen? Haben auch schon Ideen, womit sie künftig Ihr Geld verdienen möchten? Doch neben den offiziellen Formalitäten gibt es auch praktische Dinge, die Gründer benötigen. Hier haben wir 6 Tipps & Ideen für Sie.

Immer mehr Menschen machen sich in Deutschland selbständig: Während 1990 lediglich etwa 1,5 Millionen Selbständige verzeichnet werden konnten, stieg die Zahl im Jahre 2010 bereits auf etwa 2,5 Millionen. In dieser Statistik wurden lediglich sogenannte Solo-Selbständige betrachtet, die keine eigenen Mitarbeiter beschäftigen. In den letzten Jahren sind die Zahlen weiter angestiegen, eine Trendwende ist kaum zu beobachten. Doch nicht immer ist diese Selbständigkeit auf freiwilliger Basis entstanden: Häufig besteht die einzige Alternative darin, arbeitslos zu sein. Vor allem Unternehmensgründer der Generation 50+ sind von dieser Problematik betroffen, wobei sich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für diese Gruppe verschlechtert. Ist der Weg in die Selbständigkeit für diese Gruppe eine sinnvolle Option?

Immer mehr Unternehmensgründer in der Altersklasse 50+

Eine Seltenheit ist die Unternehmensgründung auch in dieser Altersgruppe keinesfalls. Neben der bereits erwähnten schwierigen Situation auf dem Arbeitsmarkt kann zumeist aber auch auf eine lange Berufserfahrung zurückgegriffen werden. Auch typische Charaktermerkmale wie Gelassenheit und eine hohe Expertise verschaffen gegenüber den jüngeren Konkurrenten echte Vorteile. Die Quote der 45- bis 54-Jährigen unter allen Gründern liegt bei 22 % und ist damit vergleichsweise hoch. Lediglich die Altersgruppe von 25 bis 34 Jahren liegt mit einem Wert von 34 % noch darüber.

In Zeiten des konjunkturellen Aufschwungs und einer eher entspannten Arbeitsmarktsituation ist eine solche Entwicklung allerdings weniger auf den vermeintlichen Zwang zurückzuführen. Nach Zahlen des KfW-Gründungsmonitors 2016 traf dies nur auf rund 27 % aller Existenzgründer zu - ein äußerst geringer Wert. Ursächlich für die Vielzahl der reiferen Unternehmer ist vielmehr die allgemeine demographische Entwicklung. Mit der steigenden Lebenserwartung rückt auch die Verrentung immer weiter nach hinten. Was folglich auch bedeutet, dass ein Gründer in der Altersklasse der über 50-Jährigen durchaus noch viele Jahre Arbeitsleben vor sich haben kann.

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Auch im Alter kann man sich erfolgreich selbstständig machen. (Quelle: zinkevych - Fotolia)

Charakterliche Voraussetzungen für die Selbständigkeit (1)

Unabhängig vom Alter stellt sich natürlich die Frage, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, wenn eine Selbständigkeit ernsthaft in Betracht gezogen wird. Zunächst sollten bestimmte fachliche und charakterliche Voraussetzungen erfüllt werden. Ein Gründer muss bereit sein, Risiken einzugehen. Nicht immer lassen sich die Konsequenzen von Entscheidungen im Vorfeld vollständig absehen. Hier konnten Studien nachweisen, dass Ältere ein wenig im Nachteil sind. Denn mit dem Alter steigt auch häufig das Sicherheitsbedürfnis, im Umkehrschluss sinkt die Bereitschaft, Risiken einzugehen.

Disziplin wird von Unternehmern ebenso verlangt, sie sollten sich also nicht nur durch fachliche Fähigkeiten auszeichnen. Wer sich selbständig macht, muss viele sehr unterschiedliche Aufgaben bewältigen können - auch Marketing und die Korrespondenz mit dem Finanzamt gehören beispielsweise dazu. Aus diesem Grund werden Generalisten benötigt; wer lediglich Expertise in seinem Fachgebiet aufweist, wird möglicherweise schon an den bürokratischen Hürden scheitern.

Voraussetzung für die Bankenfinanzierung: der Businessplan (2)

Ein weiteres heikles Kapitel ist die Finanzierung des Unternehmens. Wer die Selbständigkeit lange vorbereitet hat, kann vielleicht auf eine größere Summe Erspartes zurückgreifen. Für die meisten Unternehmer stellt sich aber die Frage, wie genügend Kapital generiert wird. Häufig unberücksichtigt bleibt auch die Problematik, dass neben den Geschäftsausgaben auch die privaten Kosten weiterlaufen. Auf einen Bankkredit kann nur selten verzichtet werden - doch vor der erfolgreichen Kreditvergabe muss der Berater von dem Vorhaben überzeugt werden können.

Voraussetzung dafür ist wiederum ein Businessplan, der das eigene Geschäftsmodell nachvollziehbar darlegt. Ein guter Businessplan verzichtet auf die Nennung zu vieler unnötiger Details hinsichtlich der Produkte oder Dienstleistungen und beschränkt sich auf die wesentlichen Aspekte. Der Gründer sollte darin vermitteln, wie er die Markt- und Wettbewerbssituation einschätzt und worin er sich von den bereits etablierten Konkurrenten unterscheiden kann. Diese Einschätzungen sollten in Verbindung mit einer realistischen Gewinnerwartung auch mit Zahlen dargelegt werden.

Förderungen durch das Arbeitsamt oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau können und sollten natürlich ebenso geprüft werden. Das Existenzgründerportal des Bundesamtes für Wirtschaft und Energie (BMWi) gibt weitere Tipps und weist auch auf notwendige Genehmigungen und Anmeldungen hin.

Ergonomisches Mobiliar schafft Grundvoraussetzung für hohe Produktivität (3)

Ein weiterer Aspekt, der häufig unterschätzt wird, ist die Ausstattung des eigenen Büros. In Anbetracht notwendiger Genehmigungen und Finanzierungsengpässe mag es nachrangig erscheinen, auf eine ergonomische Ausstattung zu achten. Tatsächlich sollten aber insbesondere Gründer fortgeschrittenen Alters Wert darauf legen, dass in eine hochwertige Büroausstattung investiert wird.

Ein ergonomischer Bürostuhl birgt in Verbindung mit einem optimal einregulierten Schreibtisch und einer hellen Beleuchtung für eine gute Atmosphäre, um lange produktiv arbeiten zu können. Genau diese langen Arbeitsphasen werden auf Unternehmer in ihrer Gründungsphase zukommen. Basenio.de hat im Netz nachgeschaut und den B2B-Büroausstatter gaerner gefunden, der das notwendige Equipment bereitstellen kann. Kompromisse in Form von minderwertigen und nicht auf die eigenen Bedürfnisse einstellbaren Bürostühlen werden schnell mit Spannungen oder Rückenproblemen erkauft. Naturgemäß treten diese Beschwerden bei Menschen höheren Alters schneller auf - weshalb hier ganz besonders auf den Kauf entsprechendes Mobiliars geachtet werden sollte.

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Mit der richtigen Belichtung bleibt die Konzentration länger erhalten. (Quelle: Fotolia_74072542_Subscription_Hand mit Lampe © Coloures-pic)

Beleuchtung beeinflusst Konzentrationsvermögen (4)

Bereits erwähnt wurde die Notwendigkeit einer ausreichenden Beleuchtung des Büros. Eine zu dunkle Beleuchtung stellt nicht nur einen Verstoß gegen die Arbeitsstättenverordnung dar, letztlich wird auch die Konzentration gemindert. Insbesondere in den Abendstunden wird bei Dämmerung verstärkt das "Schlafhormon" Melatonin ausgeschüttet, wodurch sich die Konzentration im Umkehrschluss verringert.

Eine weitere wichtige Voraussetzung zum produktiven Arbeiten im Büro ist heute eine gute digitale Infrastruktur, womit in erster Linie eine schnelle Internetanbindung gemeint ist. Schon bei der Anmietung der Büroräume sollte darauf geachtet werden, dass schnelles Internet mit mindestens 50 MBit/s verfügbar ist. Unter dem langsamen Seitenaufbau leidet sonst erheblich der Fokus auf die Arbeit..

Geeignete Marketing-Maßnahmen nutzen (5)

Ein Aspekt der ebenso häufig unterschätzt wird, ist das Thema Marketing. Unabhängig davon, wie konkurrenzfähig das eigene Produkt oder die zu erbringende Dienstleistung auch ist, die potentiellen Kunden müssen darüber zunächst in Kenntnis gesetzt werden. Bei einer Existenzgründung kommt neben der fehlenden Bekanntheit oft noch hinzu, dass man nicht über ein hohes Werbebudget verfügt.

Insbesondere im Bereich Online-Marketing sind Investitionen aber möglich und sinnvoll, hier können mit vergleichsweise geringen Aufwendungen viele Käufer erreicht werden. Am Ende zeigt sich allerdings: Eine erfolgreiche Existenzgründung ist mit einem hohen Maß an Disziplin und Durchhaltevermögen verbunden. Werden diese Voraussetzungen erfüllt, ist der Gang in die Selbständigkeit keine Frage des Alters.

 

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Mit der richtigen Software lassen sich Kosten sparen. (Quelle: © everythingpossible - Fotolia)

Mit Softwareprogrammen die Arbeit erleichtern (6)

Wenn der Businessplan erstellt, potenzielle Geldgeber gefunden und das eigene Büro eingerichtet ist, kommen viele weitere Aufgaben auf den Selbstständigen zu:

  • Buchhaltung
  • Warenwirtschaft
  • Auftragsbearbeitung
  • Lohn- und Gehaltsabrechnungen

Gerade die Buchhaltung ist für viele Gründer ein leidiges Thema und zudem oftmals ein sprichwörtliches Buch mit sieben Siegeln. Vor allem für diejenigen, die sich damit nicht richtig auskennen und nun unsicher sind, wie sie ihre Rechnungen schreiben müssen, wie die Lohn- und Gehaltsregelungen sind oder was Selbstständige alles von der Steuer absetzen können bzw. was sie angeben müssen. Der erste Gang führt dann oft zu einem Steuerberater, der seine Dienste kostenpflichtig anbietet.
Wer allerdings den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat, wird am Anfang der neuen Laufbahn das Geld vielleicht zusammenhalten müssen – da kann ein Fachmann zu einer Ausgabe werden, die finanziell nicht zu stemmen ist. Doch es gibt Alternativen: Unternehmensprogramme, die sowohl die Arbeit als auch das Leben eines Selbstständigen enorm erleichtern können.

Viele Unternehmer greifen aus Unwissenheit zu verschiedenen „Insellösungen“. Das bedeutet, dass sie für jeden Bereich Ihrer Firma ein eigenes Programm besitzen. Diese sind in der Regel aber nicht miteinander kompatibel und alle relevanten Daten müssen erst eingespeist werden. Diese Abläufe kosten nur unnötig Zeit – und langfristig gesehen auch Geld. Denn jede einzelne Software-Lösung muss vom Nutzer gewartet und gepflegt werden. Manchmal ist es besser, am Anfang etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen und sich direkt für eine kaufmännische Komplettlösung zu entscheiden, die verschiedene Unternehmensprozesse verbinden, stark vereinfachen und zudem mehr Transparenz gewährleisten.

Das sollten Programme können

Komplettpakete bieten den enormen Vorteil, dass sie über umfangreiche Funktionen verfügen:

  • Bestellwesen
  • Rechnungsverarbeitung
  • Angebotserstellung
  • Lohn- und Gehaltsabrechnung
  • Schnittstellen zu DATEV und ELSTER
  • Anlagenverwaltung
  • Reisekostenabrechnung

Wer sich für eine solche Variante entscheidet, sollte sich dennoch mit den einzelnen Komponenten genauer befassen und eine Lösung aussuchen, die zu den eigenen Bedürfnissen passt. Für Unternehmer, die viel auf Geschäftsreisen sind, ist eine integrierte Reisekostenabrechnung zum Beispiel ein wichtiges Kaufkriterium. Auch die Möglichkeit, regelmäßige Updates zu erhalten, ist enorm wichtig. Denn beinahe jedes Jahr gibt es Änderungen im Steuerwesen, die Selbstständige stets im Blick behalten sollten, um keine Schwierigkeiten mit dem Finanzamt zu bekommen.

Welche Softwarelösungen gibt es?

Der aktuelle Markt bietet eine Vielzahl an verschiedenen Unternehmensprogrammen von namhaften Herstellern, z. B.:

In der Regel gibt es eine kostenlose Testversion, mit der Selbstständige die Software auf Herz und Nieren prüfen können. Nutzen Sie diese Möglichkeit, denn so können sie und ihre Mitarbeiter sich kostenneutral davon überzeugen, ob alle Komponenten einfach zu handhaben sind.
Ein weiterer Punkt ist die „Usability“ (engl. Nutzerfreundlichkeit). Gerade für Menschen, die sich mit Softwareprogrammen nicht auskennen oder eine längere Einarbeitungszeit benötigen, ist die Nutzerfreundlichkeit ein entscheidender Faktor beim Kauf. Eine leicht zu bedienende Software macht den Einstieg und die langfristige Nutzung einfacher.

Für wen eignen sich solche Unternehmensprogramme? Im Grunde für jeden, der seine Prozesse optimieren und stets den Überblick über alle Kunden- bzw. Auftragsdaten haben will. Die Zahl der Mitarbeiter oder die Größe der Firma spielen zunächst eine untergeordnete Rolle. Relevant werden diese Faktoren erst, wenn es um den Funktionsumfang oder die Anzahl der Nutzer geht.


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