Rentenerhöhung | 2017 | Ost | West | Steuerpflicht

Rentenerhöhung 2017 in Ost & West: Infos zur Steuerpflicht

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(Quelle: Wolfilser - Fotolia)

Mit der Rentenerhöhung 2017 steigen die Ruhestandsgelder in Ost und West. Wir werfen einen Blick auf die Auswirkungen der Erhöhung. Wie viel Rente erhält man und ab wann greift die Steuerpflicht?

Das Bundeskabinett beschloss am 26. April 2017 in Berlin die Erhöhung der Renten für das Jahr 2017. Die 4,1 Millionen Rentner in Ostdeutschland erhalten ab dem 1. Juli 3,59 Prozent mehr Rente. In Westdeutschland erhalten 16,9 Millionen Rentner ein Plus von 1,9 Prozent. Die Rentenerhöhung orientiert sich an den Löhnen, die sowohl in den alten als auch in den neuen Bundesländern gestiegen sind. Die Präsidentin des Deutschen Rentenversicherung Bundes, Gundula Roßbach, sagt dazu in einem Beitrag auf Zeit-Online, die Rentner profitieren „von einem derzeit starken Arbeitsmarkt und von einer guten wirtschaftlichen Entwicklung. Seit 2012 haben wir im Westen eine Steigerung um über zehn Prozent und im Osten um rund 19 Prozent. Das liegt deutlich über der Inflationsrate."

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Die Rentenerhöhung 2017 bringt mehr Ruhestandsgeld. (Quelle: Waldbach - Fotolia)

Rentenerhöhung 2017: So viel gibt's mehr

Die durchschnittliche Lohnsteigerung beträgt im Osten 3,74 Prozent und im Westen 2,06 Prozent. Das größere Plus für ostdeutsche Rentner ergibt sich, weil sich die Löhne im Osten schneller dem Westniveau annähern. Dies ist ein Späteffekt der Einführung des Mindestlohnes im Jahr 2015. Da einige Tarifverträge noch bis Ende 2016 noch unter dem Mindestlohn laufen durften, führt dieser erst jetzt bei den betroffenen Arbeitnehmern zu spürbar höheren Löhnen. Damit wird auch der Rentenunterschied zwischen Ost und West geringer. Rentner in den neuen Bundesländern erhalten nun 95,7 Prozent des Niveaus der westdeutschen Ruheständler. Nach einem Gesetzentwurf von Sozialministerin, Andrea Nahles (SPD), soll das Niveau bis 2025 vollständig angeglichen sein.

Die Rentenversicherung teilt mit, dass „Rentnerinnen und Rentner voraussichtlich in der Zeit vom 8. Juni bis 20. Juli 2017 mit der Rentenanpassungsmitteilung über die Höhe der Rentenanpassung informiert werden. In dem Schreiben wird auch mitgeteilt, wann der neue Betrag ausgezahlt wird. Der Versand der Rentenanpassungsmitteilungen und die Auszahlung der Renten erfolgt durch den Renten Service der Deutschen Post AG.“

Wie viel mehr Geld konkret jeder Rentenempfänger in der zweiten Jahreshälfte 2017 bekommt, können Sie nachfolgender Tabelle entnehmen:

Rententabelle, Rentenerhöhung 2017
Rententabelle zeigt, wie viel Geld mehr die Rentner erhalten. (Quelle: eigene Darstellung)

Steuerpflicht nach Rentenerhöhung?

Doch nicht für jeden ist die Rentenerhöhung ein wirklicher Gewinn. Speziell bei sozial schwachen Rentnern kommt die Erhöhung gar nicht an, da sie als Zusatzeinkommen mit der Grundsicherung verrechnet wird. Der Sozialverband VdK kritisiert dies deutlich: „Die gebremsten Rentenanpassungen der letzten Jahre haben die Tendenz zur ansteigenden Altersarmut noch verschärft. Viele Rentner und vor allem Rentnerinnen leben schon heute nur knapp über der Armutsgrenze, die Zahl der Grundsicherungsbezieher steigt von Jahr zu Jahr weiter an.“

Auch hinsichtlich der Steuerpflicht kann die Rentenerhöhung für einige Betroffene ein Nachteil sein. Im Jahr 2016 wurden aufgrund der Rentenerhöhung etwa 70.000 Rentner steuerpflichtig. Insgesamt wuchs die Zahl der Betroffenen damit auf knapp vier Millionen.

Eine Steuererklärung müssen Rentner erst dann abgeben, wenn ihr Jahreseinkommen über dem Grundfreibetrag liegt. Dieser beträgt derzeit für Alleinstehende 8.820 Euro und für Verheiratete 17.640 Euro jährlich. Die Höhe des steuerpflichtigen Anteils ist ausschließlich vom Jahr des Renteneintritts abhängig. Dieser Anteil ändert sich ab Renteneintritt auch in den Folgejahren nicht. Entsprechend erhöhen Rentenanpassungen in jedem Fall das steuerpflichtige Einkommen der Senioren.

Die Höhe des steuerpflichtigen Anteils können Sie der nachfolgenden Tabelle entnehmen: 

Freibeträge Rente
In der rechten Spalte sind die Freibeträge angegeben. Übernommen von: https://www.vlh.de/krankheit-vorsorge/altersbezuege/wann-muss-ich-als-rentner-steuern-zahlen-und-wie-viel.html

Die Steuerbelastung des Einzelnen ist sehr unterschiedlich und kann daher nur von Experten bestimmt werden. Auch wenn Sie durch die Rentenerhöhung zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, müssen Sie nicht zwangsläufig zahlen. Von den Jahreseinnahmen können z. B. Krankheitskosten, Spenden und sogar Werbungskosten abgezogen werden.

Tipp: Es ist hilfreich, sich von Finanzbehörden, vom Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereinen beraten zu lassen. Doch trotz der Rentenerhöhung ist Altersarmut ein zunehmendes Problem in Deutschland. Rentner haben zudem Schwierigkeiten Kredite zu erhalten. Wer eine Wohnung mit einem Kredit altersgerecht umbauen möchte, kann dies mit der einer Finanzierung der KfW.

 


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Profilbild von Cindy Hofmann

Cindy Hofmann, Jahrgang 1977 ist Diplom-Pflegewirtin (FH) und war als Autorin und freie Bearbeiterin für die Fachverlage Kohlhammer und Hans Huber tätig. Derzeit absolviert sie eine Umschulung zur Bürokauffrau/Marketing.


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