Altersarmut in Deutschland

Wie entwickelt sich die Altersarmut in Deutschland?

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Altersarmut in Deutschland stellt die Politik heute und auch in Zukunft vor große Schwierigkeiten. Zahlen, Fakten und Statistiken finden Sie hier.

Die Altersarmut in Deutschland schreitet weiter voran. Die aktuellen Zahlen verdeutlicht der Politik wie akut dieses Problem ist und noch weiter an Bedeutung in Zukunft gewinnen wird. Nach Angaben des statistischen Bundesamts bezogen im Jahr 2012 rund 465.000 Senioren im Alter von über 65 Jahren Leistungen der Grundsicherung nach SGB XII und somit „Sozialhilfe“. Erschreckend ist in diesem Zusammenhang vor allem die drastische Entwicklung der Menschen, die auf solche Sozialleistungen angewiesen sind. Im Vergleich zum Jahr 2011 benötigten 6,6 Prozent mehr Senioren in Deutschland diese Unterstützung und somit so viele wie noch nie zuvor.

Deutlicher Ost-West-Unterschied

Aus den aktuellen Zahlen des statistischen Bundesamts geht ebenfalls klar hervor, dass es deutliche Unterschiede zwischen den neuen und alten Bundesländern existieren. In der nachfolgenden Abbildung wird dies nochmals deutlich.

 Altersarmut in Zahlen - Statistik nach Ländern und Geschlecht

Dabei erkennt man, dass im Durchschnitt mit je 20 von 1000 Einwohnern über 65 Jahren in den neuen Bundesländern weniger Senioren Leistungen der Grundsicherung beziehen, als in den alten Bundesländern. Denn diese liegen im Durchschnitt bei je 33 von 1000 Einwohnern der über 65-jährigen. Fragt man sich nun woher dieser deutliche Unterschied kommt, so liegt dies vorwiegend in der mangelnden Erwerbstätigkeit der westdeutschen Frauen begründet. Denn in der DDR (Deutsche Demokratische Republik) waren schlicht weg mehr Frauen berufstätig als in Westdeutschland, was dazu führt, dass die Rentenansprüche höher sind und dadurch weniger Sozialleistungen bezogen werden müssen.

Ist das Rentenproblem ein Frauenproblem?

Betrachtet man nur die eben angesprochenen Zahlen des Jahres 2012, so könnte man auf den Gedanken kommen, dass der Großteil von Altersarmut ein Problem der Frauen in Deutschland ist. Das wiederum würde die Pläne der CSU bekräftigen und eine geplante Mütterrente befürworten. Diese sieht demnach vor, alle Frauen die ein Kind nach 1992 zur Welt gebracht haben, mit einer höheren Rente von 28,00 EUR pro Monat und pro Kind zu unterstützen. Der dabei gewählte Stichtag ist rein willkürlich und entbehrt jeglicher Logik. Warum sollte eine Frau, die ein Kind 1991 geboren hat, weniger Rente erhalten, als eine Mutter die nach dem Stichtag ein Leben auf die Welt gebracht hat? Diese Frage zu beantworten, sollte auch den spitzfindigsten Juristen Kopfzerbrechen bereiten. Hinzu kommt, dass eine solche Rentenreform nach aktuellen Schätzungen ca. 6,5 Milliarden jährlich kosten würde. Darüber hinaus stellt sich immer noch die Frage, ob Altersarmut in Deutschland ein Problem der Frauen ist oder ob weitere Entwicklungen Einfluss auf dieses soziale Phänomen nehmen. Betrachtet man zum Beispiel die statistischen Steigerungen der Fälle von Altersarmut zwischen Männern und Frauen der vergangenen Jahre so ist dies kein reines Frauenproblem.

 Entwicklung der Sozialleistungen von Männern und Frauen über 65 Jahren in Deutschland von 2005 - heute

(Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach Geschlecht)

Denn betrachtet man die Steigerungsraten seit Einführung der Grundsicherung im Jahre 2003, so wird deutlich, dass diese bei Männern deutlich höher ausfallen (139 Prozent - 174.057 auf 415.568), als bei den Frauen (82,9 Prozent - 264.774 auf 484.278). Bezüglich der Senioren (65plus), die von Altersarmut betroffen sind, sind die Zahlen sogar noch dramatischer. Bei männlichen Altersarmen stieg die Zahl derer um 129 Prozent und die der Frauen um 61 Prozent.

Fazit

Abschließend lässt sich an dieser Stelle festhalten, dass die Altersarmut weiter stark voranschreitet, egal, ob bei Frauen oder bei Männern und egal, ob West- oder Ostdeutschland. Entscheidend sind Reformen der Rentenpolitik diesen Trend zu stoppen bzw. zu korrigieren. Bei der aktuellen demografischen Entwicklung in Deutschland wird sich dieses Problem noch weiter verschärfen und die Altersarmut bzw. die Zahl der Leistungshilfeempfänger wird weiter stark zunehmen. Man kann gespannt sein, was die neue große Koalition von CDU/ CSU und SPD dagegen unternehmen.


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