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Altersarmut - wenn die Rente nicht mehr ausreicht

Altersarmut ist ein Begriff, der in Deutschland die letzten Jahre immer weiter in den Fokus gerückt ist. Wir möchten Ihnen das Thema näher bringen und aufzeigen, was Sie dagegen tun können, wenn Sie davon betroffen sind.

Wer heute im Berufsleben steht, schaut mit bangem Blick auf das, was so mancher Senior bereits live erlebt: Die Rente reicht nicht immer zum Leben aus – oder gerade mal so. Wenn jedoch unerwartete Sonderausgaben auf die ältere Generation zukommen, ist sie plötzlich näher als je gedacht – die Altersarmut. Was sich hinter diesem Schreckgespenst verbirgt und welche aktuellen Entwicklungen dieses sogar noch begünstigen, soll Thema dieses Beitrags sein.

Das Phänomen der Altersarmut in Deutschland

Kaum ein Thema wird so häufig und auch so kontrovers diskutiert wie das Thema Altersarmut. Während die einen Altersarmut als ein „politisches Phänomen“ titulieren, das eine Änderung der Rentengesetzte bedingen soll, sorgen sich die jüngeren Deutschen um die Zukunft. Laut dem ARD-Deutschlandtrend fühlen sich 57 Prozent der Befragten ungenügend abgesichert. Im Detail betrachtet sind es häufig die Jüngeren (vgl. welt.de):

  • 62 Prozent der 18- bis 34-Jährigen fühlen sich nur unzureichend abgesichert.
  • Bei den 35- bis 49-Jährigen fürchten 58 Prozent um ihren Lebensstandard im Alter.
  • Bei der Gruppe der 50- bis 64-Jährigen hat jeder Zweite Bedenken.

Als Haupt-Risikogruppen gelten Menschen, die im Niedriglohnsektor tätig sind, Selbstständige, die sich nicht ausreichend um eine Altersabsicherung kümmern, Langzeitarbeitslose und diejenigen, die lange Zeit auf Hartz IV angewiesen sind. Auch Frauen, Migranten und Geringqualifizierte haben tendenziell ein höheres Risiko, in die Altersarmut zu rutschen als andere. All diese Risikogruppen haben nämlich eine Gemeinsamkeit: Entweder, es wird überhaupt kein Geld in die Rentenkasse eingezahlt – oder zu wenig. Dazu kommt eine ganz aktuelle Thematik: die niedrigen Zinsen. Sie sorgen derzeit dafür, dass Erwerbstätige immer weniger Geld für die Altersvorsorge zurücklegen.

Rein rechnerisch betrachtet ist der Dreh- und Angelpunkt der Rentenpolitik mit diesen Worten auf den Punkt zu bringen: „Erst vor kurzem hat die Regierung bestätigt, dass die Renten bis 2025 um etwa ein Zehntel niedriger sein werden. Das sogenannte Sicherungsniveau – das Verhältnis zwischen der Rente eines Durchschnittsverdieners nach 45 Jahren und dem aktuellen Durchschnittseinkommen – verringere sich von 50,8 auf 45,2 Prozent. Hinzu kommen steigende Kosten, etwa für die Kranken- und Pflegeversicherung.“ (Quelle: zeit.de)

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Wenn die Rente und die Ersparnisse im Alter nicht mehr ausreichen (Quelle: https://de.fotolia.com/id/59671948)

Das Gesicht der Altersarmut heute

Wie sich Altersarmut heute präsentiert, zeigt sich mit Blick auf diese Zahlenlandschaft (vgl. bertelsmann-stiftung.de): Waren im Jahr 2006 noch 10,4 Prozent der über 65-Jährigen von Altersarmut bedroht, so stieg diese Zahl bis ins Jahr 2013 auf 14,3 Prozent an. Auch regional gibt es Unterschiede: In Berlin, Hamburg und Sachsen ist das Risiko der Altersarmut mit 11 bis 11,7 Prozent noch vergleichsweise gering. In Bayern, Rheinland-Pfalz und im Saarland liegt das Armutsrisiko zwischen 17 und 19,2 Prozent. Auch im Ost-West-Vergleich zeigt sich: Das Risiko der Altersarmut wird künftig im Osten höher sein als im Westen Deutschlands.

So zeigt sich die Altersarmut in Deutschland

Die Ausprägungen der Altersarmut sind grundverschieden. Politische Lösungen gibt es für die aktuell Betroffenen kaum. Vielmehr geht es bei den armen Senioren darum, praktische Lösungen zu finden. Und die können so aussehen:

  1. Viele Rentner haben einen Nebenjob. Im Jahr 2012 lag die Anzahl der Rentner mit Nebenjob bei fast 800.000 – Tendenz steigend. Auch die Zahl derer, die sozialversicherungspflichtige Jobs ausführen, ist im Steigen begriffen.
  2. Viele Senioren sehen sich erst dann vom Phänomen „Altersarmut“, bedroht, wenn unvorhergesehene Ausgaben auf sie zukommen. An dieser Stelle nutzen Rentner zunehmend häufiger die Option, einen Kredit zu beantragen, ohne sich einer Schufa-Auskunft unterziehen zu müssen (vgl. kreditohneschufa-test.de).
  3. Reicht die Rente in Kombination mit anderem Einkommen nicht für den Lebensunterhalt, ist die Grundsicherung eine Form der Sozialleistung, die Rentnern ausbezahlt werden kann. Der Vorteil dieser Zahlung ist, dass das Einkommen von Eltern oder Kindern nicht berücksichtigt wird. Wird hingegen Sozialhilfe beantragt, spielt die finanzielle Lage der Angehörigen durchaus eine Rolle.

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Mein Name ist Marian Freund und ich studiere Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena. Derzeit bin ich als Praktikant für basenio tätig und lerne den Arbeitsalltag in einer Agentur kennen. In meiner Freizeit ...


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