Altersarmut | Altersvorsorge | Rente | Was tun | Einkommensabsicherung

Altersarmut - Was können Sie tun?

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Laut Bundesagentur für Arbeit verdienen sich über 900.000 der über 65-Jährigen mit einem Minijob etwas zu ihrer Rente hinzu. Von dieser können viele schon lang nicht mehr leben. Was Sie tun können, um nicht an Altersarmut zu leiden, lesen Sie hier.

Die Altersvorsorge wird häufig unterschätzt: Vor allem in jungen Jahren befassen sich die wenigsten gerne mit diesem noch so weit entfernten Lebensabschnitt. Doch nur wer rechtzeitig vorsorgt, bleibt auch im Rentenalter finanziell unabhängig und kann sich entspannt dem Ruhestand widmen. Die Zahl der unter Altersarmut leidenden in Deutschland steigt stetig: Waren es 2003 noch ca. 533.000 Menschen über 65, die Ihre Rente durch einen Minijob aufbesserte, sind es im März 2015 fast doppelt so viele.

Eine umfassende Absicherung im Alter stützt sich in Deutschland auf die 3 Säulen der Altersvorsorge, bestehend aus der staatlichen Basisversorgung, der kapitalgedeckten Zusatzversorgung und der privaten Vorsorge. Vor allem letztere Säule bietet individuelle Vorsorgemöglichkeiten, die jeder Situation flexibel angeglichen werden können.

Altersvorsorge, 3 Säulen
Altersvorsorge | Altersarmut vorbeugen (Quelle: Laura Jähnert)

Finanzielle Vorsorge für das Alter

Die staatliche Rente wird später einmal ausreichen und es gibt keinen Grund, sich um weitere Vorsorge zu bemühen? 
Nur in den seltensten Fällen stimmt das tatsächlich. Als Faustregel kann man sagen: In der Rente benötigt man gut 80 Prozent dessen, was man zuletzt verdient hat. Zwar fallen einige Ausgaben weg, zum Beispiel für den täglichen Arbeitsweg oder auch für Werbungskosten. Doch wer seinen Lebensstandard halten möchte, sollte mit seinen monatlichen Einkünften nicht unter eine gewisse Grenze fallen. 
Häufig genügt die gesetzlich zugesicherte Rente nicht mehr aus — die sogenannte Rentenlücke entsteht. Im ungünstigsten Fall droht sogar Altersarmut und man muss sich im lang ersehnten Ruhestand noch einmal auf die Suche nach einem Minijob machen oder sich mit drastischen Sparmaßnahmen arrangieren.

Um diesen Situationen vorzubeugen, sollten Sie sich frühzeitig Gedanken um Ihre finanzielle Absicherung im Alter machen. Verschaffen Sie sich selbst einen Überblick über Ihr Vermögen und Ihre Einlagen oder ziehen Sie einen Finanzberater hinzu. Dieser hilft Ihnen bei allen Fragen weiter. Besonders die private Altersvorsorge bietet individuelle Vorsorgemöglichkeiten, die jeder Situation flexibel angeglichen werden können.

Private Vorsorge

In Sachen private Vorsorge gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Bei vielen deutschen Banken, u.a. bei der Volkswagenbank, werden neben den üblichen Sparprodukten auch spezielle Versicherungen für die private Vorsorge angeboten, mit denen sich schon frühzeitig Sicherheit schaffen lässt. Ein Beispiel ist die Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie springt ein, wenn man durch Krankheit oder Unfälle schon vor dem Rentenalter nicht mehr arbeitsfähig ist und sorgt so für finanzielle Stabilität in Notlagen.

Für die meisten Sparmodelle bietet es sich an, möglichst früh mit Einzahlungen zu beginnen — je länger man anspart, desto mehr Geld steht einem später zur Verfügung. Ratsam ist es, wenn Sie mit Ansparungen beginnen, sobald Sie in das Arbeitsleben eintreten. Doch welche Möglichkeiten hat man, wenn man erst relativ spät mit der privaten Altersvorsorge beginnt? Generell gilt: Wirklich zu spät ist es nie. Hierzulande sind Immobilien eine sehr beliebte Form der Kapitalanlage und auch Aktienfonds oder die Nutzung von Sparplänen sind empfehlenswert. Einziger Nachteil hierbei ist, dass man sich das Vermögen selbst einteilen muss, weil es nicht wie eine Rente monatlich ausgezahlt wird. Dazu gehört auch eine gewisse Disziplin, jedoch fällt Sparen mit dem Ziel des entspannten Ruhestands viel leichter!

Gut abgesichert durch Wohneigentum

Neben den finanziellen Aspekten sollten auch andere Bereiche rechtzeitig für das Alter eingerichtet sein. Eine wichtige Komponente ist die eigene Wohnimmobilie. Wer sich rechtzeitig ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung zulegt, hat die Investition bis zur Rente abgezahlt und ist frei von monatlichen Kreditraten und Mietzahlungen — so sinken die Lebenshaltungskosten und Geld wird für andere Ausgaben frei. Außerdem wäre es in einer finanziellen Notlage immer noch eine letzte Option, die Immobilie zu verkaufen und so eine größere Summe Geld freizumachen.

Veranda, Sessel, Wohnen, Terrasse, Balkon
Finanzielle Absicherung durch Wohneigentum | Altersvorsorge 

Zudem bietet die eigene Immobilie viel Sicherheit: Eine Mietwohnung kann plötzlich gekündigt werden, in der Eigentumswohnung ist man hingegen sicher. Ebenso hat man es einfacher, wenn später einmal Umbaumaßnahmen anstehen, mit denen die Wohnung beispielsweise barrierefrei umgestaltet werden soll. Als Mieter muss man bei vielen Maßnahmen auf das Einverständnis des Vermieters hoffen, als Immobilienbesitzer entscheidet man Veränderungen selbst. So kann man im Idealfall auch dann im eigenen Heim bleiben, wenn man im Alltag auf die Hilfe einer Pflegekraft angewiesen ist.

Fazit 

Bedenken Sie bitte frühzeitig Ihre Altersvorsorge und nutzen Sie die zahlreichen Spar- und Versicherungsmöglichkeiten Ihrer Hausbank oder lassen Sie sich beraten. Denken Sie ebenfalls über Abschlüsse von Zusatzversicherungen nach, die Sie im Rentenalter benötigen könnten. Zum Beispiel können Sie eine Krankenhaus-Zusatzversicherung abschließen oder eine Zahn-Zusatzversicherung auf Ihre Bedürfnisse anpassen lassen. Erkundigen Sie sich jetzt über mögliche Spar- und Versicherungsmaßnahmen und verdrängen Sie die Gedanken an einen weiteren Job im Rentenalter.


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Profilbild von Axel Zawischa

Axel Zawischa ist einer der zwei Gründer von www.basenio.de. Er engangiert er sich für die Entwicklung der Inhaltlichen Gestaltung des Ratgebers, die technische Weiterentwicklung sowie das komplette Management. Als gelernter Automobilkaufmann & Verkaufleiter ...


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