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Kostenfalle SIM: Welche Karte ist die Richtige für mein Handy?

Welche SIM-Karte ist die richtige für Ihr Handy? Und was können Sie tun, um unnötige Kosten vermeiden? Was Sie zum Umtausch wissen sollten, erfahren Sie bei uns.

Micro-SIM, Nano-SIM oder klassische SIM-Karte? In Handys und Smartphones sorgen die kleinen Chipkarten für die Verbindung ins Mobilfunknetz. Der vermeintlich kleine Unterschied zwischen den Modellen kann jedoch für unerwünschte Kosten sorgen - die sich mit einem einfachen Trick vermeiden lassen.

Immer mehr Nutzer kennen das Problem: Man kauft sich ein hübsches neues Smartphone, packt es aus - und findet heraus, die alte SIM-Karte zu groß ist und nicht ins neue Handy passt. Eine Hürde, an die selbst versierte Nutzer manchmal erst denken, wenn die Vorfreude auf das neue Handy in Frust umgeschlagen ist. Wer sich mit Technik nicht besonders gut auskennt, wird jedoch schnell von der Verzweiflung gepackt: Was tun, wenn die Karte - die ins alte Handy ja problemlos gepasst hatte, nun weder mit Fingerspitzengefühl noch mit Gewalt in den kleinen Kartenschlitz passt?

Die gute Nachricht: Die Karte auszuwechseln ist kein Problem. Egal, ob man einen Mobilfunkvertrag hat oder Prepaid-Modelle bevorzugt: Der Tausch einer großen SIM-Karte gegen eine Kleinere ist schnell erledigt. Für die Mobilfunkbetreiber gehört das mittlerweile zum Alltagsgeschäft. So werden die Karten in den örtlichen Mobilfunkläden in der Regel innerhalb von ein paar Minuten ins kleinere Format umgewandelt. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann die Karten auch einschicken und umtauschen lassen und  bekommt sie bequem nach Hause geliefert. Ärgerlich ist dabei jedoch nicht nur die zeitliche Verzögerung, die durch das Warten auf die Post oder den Weg ins Fachgeschäft entsteht. Der Tausch ist außerdem mit beachtlichen Kosten verbunden.

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Vor wenigen Jahren war das Handy klein und die SIM-Karte groß, heute ist es andersherum. Es ist Vorsicht geboten, um nicht unnötige Kosten aufbringen zu müssen. (Quelle: © kropekk_pl - Pixabay.com)

Wechseln der Karte war lange kostenlos möglich

"Bis vor kurzem war der Wechsel noch kostenlos. Seit einigen Monaten müssen unsere Kunden für eine neue, kleinere Karte eine Gebühr bezahlen", erklärt eine Mitarbeiterin in einem Mobilfunkladen im südhessischen Darmstadt, die lieber ungenannt bleibt. Was bisher auf Kulanz lief, schlägt nun teils mit über 20 Euro zu Buche. Ein Betrag, der zwar niemanden ruinieren dürfte, der aber trotzdem ärgerlich ist. "Früher kam ein Wechsel meist nur dann vor, wenn jemand sein Handy verloren hatte oder ähnliches." Mittlerweile seien die Tauschanfragen aber so stark angestiegen, dass die Mobilfunkanbieter die hohen Gebühren eingeführt hätten. "Ich kann verärgerte Kunden verstehen - ich empfinde das auch als sehr hoch."

Dass dieses Phänomen kein Einzelfall ist, zeigt eine aktuelle Stichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen unter zehn verschiedenen Mobilfunkanbietern. Bis zu 25 Euro kostet die Leistung. Die vermeintliche Ironie an der Sache: Kunden mit einem Vertrag müssen oft deutlich tiefer in die Tasche greifen als Besitzer von Prepaid-Karten. Den Experten zufolge wollen die Unternehmen ihre Prepaid-Kunden nicht vergraulen. Denn durch die fehlende Vertragsbindung können diese viel schneller zu einem günstigeren Anbieter wechseln.

O2 und Congstar am teuersten beim Tausch

Besonders teuer ließ sich beim Stand der Veröffentlichung die Firma O2 einen Austausch bezahlen: Mit 24,99 Euro belegte das Unternehmen den unrühmlichen Spitzenplatz. Vertragskunden von Freenet und 1&1 müssen mit 19,90 Euro bzw. 15,39 Euro rechnen, E-Plus verlangt immerhin noch 14,95 Euro von seinen Kunden, bei Vodafone werden 9,90 Euro fällig.

Die teuersten Prepaid-Anbieter in Sachen Kartentausch waren Congstar (14,99 Euro), O2 und Freenet (Zehn Euro). Tchibo und Vodafone berechneten je fünf Euro. Für Lichtblicke im Test sorgten hingegen die Prepaid-Angebote von Base und Alditalk, die den Tausch kostenlos vornahmen. Einzig die Telekom bot den kostenlosen Tauschservice sowohl für Prepaid- als auch für Vertragskunden an.

Aber was bleibt, wenn ein Kartentausch unvermeidbar ist? Im Internet kursieren zwar viele gut gemeinte Tipps, wie man die zu großen Karten mit der Schere selbst auf das richtige Maß zusammenstutzen kann. Doch die Anbieter raten von dieser Methode ab. Nicht nur die Karte selbst kann dadurch irreparabel beschädigt werden, auch der Steckplatz im Smartphone könne unter Umständen kaputt gehen. In einem solchen Fall kommen zu den Kosten für eine neue Karte auch die Reparaturkosten für das Smartphone. Im Internet kursieren allerdings viele Beispiele, bei denen das Beschneiden problemlos funktioniert hat, die Entscheidung bleibt somit jedem selbst überlassen.

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Sich selbst zu helfen wissen spart oftmals unnötige Kosten - aber ist das Zuschneiden einer SIM-Karte gefahrenlos machbar? Hier entscheidet jedermann für sich selbst. (Quelle: © kropekk_pl - Pixabay.com)

Nano-Karten sind auf absehbare Zeit die beste Wahl

Wer einen neuen Vertrag abschließt, sollte deshalb unbedingt darauf achten, dass der Anbieter gleich die richtige SIM-Kartengröße zuschickt. Mittlerweile gibt es die meisten neuen Karten bereits von vornherein in allen drei üblichen Größen. Im Zweifelsfall kann sich Nachfragen jedoch lohnen. Grundsätzlich gilt: Je kleiner das Format, umso besser. Denn die derzeit kleinsten "Nano"-Karten können mithilfe von Adaptern ganz problemlos auch in größere Kartenslots eingesetzt werden. Wenn die Karte allerdings zu groß ist, ist ein Tausch die einzige Option. Wer gleich auf eine Nano-Sim-Karte achtet, ist für absehbare Zeit gerüstet.

Wer bereits einen Mobilfunkvertrag und eine zu große SIM-Karte besitzt, ist an die Regeln des jeweiligen Anbieters gebunden. Die Verbraucherschützer kritisierten in ihrer Untersuchung übrigens auch, dass die Informationen zum Tausch bei einigen Providern auf deren Internetseiten nur schwer auffindbar waren. Betroffenen Nutzer müssen notfalls in den sauren Apfel beißen: Oft bleibt ihnen nur der Griff ins Portemonnaie.

Welche SIM-Karten gibt es?

SIM-Karten (SIM: engl: "Subscriber Identity Module") dienen dazu, mit Handys oder Smartphones Verbindungen ins Mobilfunknetz herzustellen. Sie ermöglichen die Einrichtung von mobilen Telefon- oder Datenanschlüssen, mithilfe der kleinen Chipkarte kann der jeweilige Nutzer im Netz identifiziert werden. Der Bundesnetzagentur zufolge gab es Ende 2014 in Deutschland über 112 Millionen Mobilfunk-Teilnehmer. Durch ungenutzte Zweit- und Drittkarten dürfte die Anzahl der SIM-Karten im Umlauf deutlich höher sein.

Mini-SIM:

Dieses Modell dürften alle Handybesitzer kennen: Die 25 x 15 Millimeter große Chipkarte war jahrelang der Standard für alle Mobiltelefone. Doch mit dem Erscheinen von Smartphones begannen immer mehr Hersteller auf die platzsparenden Modell umzusteigen. Mobilfunkanbieter warnen davor, die Karten in Eigenregie mit Schere oder Messer zu beschneiden: Das könne im Extremfall Karte und Handy unbrauchbar machen.

Micro-SIM:

Apples Mobilgeräte waren mit die Ersten mit eingebauten Micro-Karten. Maße von 12 x 15 Millimetern machen sie deutlich kleiner als die bis dahin gebräuchlichen Mini-SIMs. 2010 wurden die neuen Formate zum ersten Mal flächendeckend nachgefragt. Mit der Zeit haben viele Hersteller nachgezogen und vor allem Smartphones auf die kleineren Karten umgestellt.

Nano-SIM:

2012, ebenfalls in einem Gerät von Apple, wurde das neueste Kleinformat auf dem Markt eingeführt. Mit 12,3 x 8,8 Millimetern ist es noch einmal deutlich winziger als das der Vorgänger. Immer mehr Smartphonehersteller sind inzwischen auf den Zug aufgesprungen und haben ihre Geräte auf Nano-Karten ausgerichtet.

SIM-Adapter:

Karten kleinerer Formate können auch in älteren Handys mit große Kartenfächern problemlos verwendet werden. Ein SIM-Karten-Adapter hält die kleinen Karten am richtigen Platz. Wer allerdings große Karten verkleinern will, muss zur Schere greifen oder die Karte beim Anbieter austauschen.

Vergleichstest zum Thema finden Sie beispielsweise auf der Website der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Bei der Bundesnetzagentur können Sie nachschlagen, wie viele Mobilfunkteilnehmer welches Netz nutzen.

Entscheiden Sie sich dazu, Ihre Karte selbst zuzuschneiden, sollten Sie einen Blick auf www.netzwelt.de oder www.chip.de werfen.


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Andreas Göbel berichtet aus der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt überaktuelle Themen aus Thüringen und ganz Deutschland - von Politik,Wissenschaft und Kultur bis hin zu Panorama-Themen. Als Freier Journalist lange Jahre für die Nachrichtenagentur dapd tätig,schreibt ...


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