Seniorenhandy ohne Vertrag | Handy für Rentner & Senioren | Entscheidungfaktoren

Worauf sollte man beim Kauf eines Seniorenhandys ohne Vertrag achten?

Sie sind auf der Suche nach einem passenden Seniorenhandy ohne Vertrag? Wir haben nach den wichtigsten Entscheidungskriterien recherchiert und diese zusammengefasst.

Die Nachbarin, der Sohn oder das Enkelkind - kaum eine Person besitzt es nicht. Dabei sorgen Handys und Smartphones schon längst nicht mehr nur für die telefonische Erreichbarkeit unterwegs. Als Kamera, Radio oder für den schnellen Internetzugriff - so vielfältig die Verwendungszwecke, so unterschiedlich sind auch die Modelle. Natürlich können ein riesiger Funktionsumfang und eine vermeintlich komplizierte Bedienung viele ältere Menschen abschrecken. Doch keine falsche Scheu - auch für das Leben im Alter halten die mobilen Begleiter viele Vorteile bereit. So konzentrieren sich seit vielen Jahren einige Hersteller auf die Entwicklung von Mobiltelefonen, die sich speziell an den Bedürfnissen von Senioren und älteren Menschen orientieren.

Aufbauend auf unseren bereits vorhandenen kurzen Bericht über Seniorenhandys, möchten wir Ihnen an dieser Stelle ausführliche Tipps und Ratschläge geben, die Ihnen die Entscheidung für das passende Mobiltelefon erleichtern. Ebenso haben wir für Sie einige aktuelle Modelle getestet und die Ergebnisse festgehalten.

Worauf sollte man beim Kauf eines Seniorenhandys achten?

Faktoren beim Kauf eines Seniorenhandys
Faktoren beim Kauf eines Seniorenhandys (Quelle: Florian Stein)

Funktionen

So vielfältig und individuell die Wünsche und Bedürfnisse jedes Einzelnen sind, so facettenreich sind auch die Funktionen der unterschiedlichen Modelle. Reicht es mir, damit unterwegs zu telefonieren oder darf es ein bisschen mehr sein? Ein schnelles Foto mit den Enkelkindern? Der kurze Blick auf den Wetterbericht für den nächsten Ausflug mit den Freunden? Neben einfachen Handys mit grundlegenden Funktionen, bis hin zu Smartphones, mit großem Funktionsumfang - für nahezu jeden Wunsch gibt es das passende Mobiltelefon.

Antworten auf diese Fragen erleichtern oft die Entscheidung für das passende Gerät. Machen Sie sich im besten Fall zu Beginn Ihrer Suche klar, was Sie wollen, worauf Sie Wert legen und auf welche Funktionen Sie gegebenenfalls verzichten können. Hersteller von Seniorenhandys und -smartphones statten diese häufig mit besonderen Sicherheitsfunktionen aus: So bietet der Großteil der Modelle eine gut erreichbare Notfalltaste, die bei Betätigung eingespeicherte Nummern (z. B. eines Familienangehörigen, des ärztlichen Rettungsdienst) wählt. Im Regelfall funktioniert ein Notruf auch, wenn sich kein Guthaben auf dem Handy befindet. Darüber hinaus erlauben einige Seniorenhandys die Ortung des Standortes über das Handynetz oder ein verbautes GPS-Modul für Personen mit hohem Gesundheitsrisiko (z. B. bei einer Demenzerkrankung). Um einem Missbrauch dieser Funktion vorzubeugen, ist in der Regel eine Registrierung bei dem entsprechenden Dienstanbieter zu empfehlen. Einige Geräte sind überdies mit einem Fall-Sensor ausgestattet, der im Falle eines Sturzes automatisch einen Notruf versendet. Dabei erkennt dieser auch, ob das Handy nur heruntergefallen ist oder wirklich eine Notfallsituation eingetreten ist.

Benutzerfreundlichkeit

Der größte Unterschied bzw. Vorteil von Seniorenhandys gegenüber den Standard-Modellen liegt in der einfachen Bedienbarkeit. So sollen insbesondere gut lesbare Displays, große Tasten, ausreichende Lautstärke sowie eine einfache Menüführung die Bedienung vereinfachen.
 
Da bei nahezu allen Seniorenhandys die Tasten relativ groß sind, ist der Platz für das Display vergleichsweise beschränkt. Darum sollte beachtet werden, dass hohe Kontraste und eine große Schrift insbesondere für Menschen mit schwächerer Sehkraft eine große Erleichterung darstellt. Aktuelle Modelle haben in den meisten Fällen ein Farbdisplay, auf dem auch Bilder und Videos dargestellt werden können. Nur noch wenige besitzen ein sogenanntes monochromes Display, das schwarze oder weiße Schrift auf einem einfarbigen, meist beleuchteten Hintergrund abbildet. Große Tasten gehören meist zur Grundausstattung. Hierbei ist allerdings nicht nur die Größe ausschlaggebend. Ein spürbarer Druckpunkt und gegebenenfalls ein akustisches Signal („Tastenton“) bei Betätigung erleichtern die Eingabe und helfen dabei zu erkennen, ob die entsprechende Taste gedrückt wurde oder nicht.

Es geht aber auch ohne Tasten. Bei Smartphones mit Touch-Display erfolgt die Steuerung über einen berührungsempfindlichen Bildschirm bzw. mit Hilfe dort abgebildeter Symbole. Viele Hersteller ermöglichen es, bei ihren Geräten eine besonders hohe Lautstärke einzustellen. Dies betrifft nicht nur die Signaltöne, wie Klingel oder Tastentöne, sondern auch Hörerfunktion bzw. Lautsprecher. Menschen mit einem analogen Hörgerät sollten insbesondere ein Augenmerk darauf legen, dass es beim Telefonieren nicht zu unangenehmen Störgeräuschen durch Rückkoppelungen wie bspw. Rauschen oder Fiepen kommt. Auskunft über diese sogenannte Hörgerätekompatibilität (auch „HAC“ abgekürzt) geben Standards wie die M- und T-Ratings oder die ETSI ETS 300 381 Norm. Erstere werden in unterschiedlichen Klassen von 1-4 angegeben, wobei ein M4 bzw. T4-Rating störfreie Telefonie ermöglichen sollte. Erfüllt ein Handy die ETSI ETS 300 381 Norm, ist es ebenfalls hörgerätkompatibel.

Von hoher Bedeutung ist ebenso eine einfache, leicht verständliche Menüführung. Wie komme ich zu der Funktion, die ich nutzen möchte? Schaffe ich das alleine oder brauche ich dazu die Hilfe meines Kindes? Gibt es möglicherweise eine leicht verständliche Bedienungsanleitung? Zwar sind die Menüs von Handys für ältere Personen relativ einfach gehalten, jedoch teilweise nicht immer für den Nutzer nachvollziehbar. Zur Erleichterung der Bedienung bieten einige Handys eine Sprachsteuerungsfunktion, die es durch Sprachbefehle ermöglicht, bspw. gespeicherte Kontakte, d. h. Nummern anzurufen (z. B. „Erika anrufen“).

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Senior mit Smartphone (Quelle: Patricia Klamt)

Form und Design

Natürlich können neben der Funktionalität auch Form und Design des mobilen Begleiters von Bedeutung sein. Einige Modelle sind dabei durchaus auch als modisches Accessoire tauglich und sind auf den ersten Blick nicht zwangsläufig als Seniorenhandy zu erkennen. Grundlegend lassen sich Barren- Klapp- und Slider-Handys sowie Smartphones voneinander unterscheiden. Die „Klassiker“ unter den Handys sind in Form eines barrenförmigen Blocks auf denen sich Tastatatur und Display befinden. Im Unterschied dazu, bestehen Klapphandys aus zwei Teilen, die mit einem Scharnier verbunden sind. So befinden sich auf der oberen Hälfte meist zwei Displays - ein großes innen und ein kleineres an der Außenfläche, das im zugeklappten Zustand (Anruf-) Informationen anzeigt. Auf der unteren Hälfte sind Ziffernblock und Akku angebracht. Ähnlich wie Klapphandys, bestehen auch Slider-Modelle aus zwei Teilen. Jedoch sind diese durch einen Schiebemechanismus miteinander verbunden, bei dem die Tastatur unter das Display geschoben werden kann. Vorteil beider letztgenannten Formen besteht in ihrer Handlichkeit im zusammengeklappten bzw. zusammengeschobenen Zustand. Ebenso wird so ein unbeabsichtigtes Drücken der Tasten z. B. in der Handtasche vermieden. Dass es auch ohne Tasten geht, wurde bereits schon beschrieben. So bestehen, ähnlich wie Barrenhandys, Smartphones und auch z. B. Tablets aus einem Element. Allerdings erfolgt die Bedienung über einen berührungsempfindlichen Bildschirm, der sich über die gesamte Frontfläche des Handys erstreckt. Hinzu kommt, dass diese einen großen Funktionsumfang haben sowie die Möglichkeit bietet, zusätzliche Programme, sogenannte „Apps“ zu installieren. Dem gegenüber steht aber die vergleichsweise hohe Empfindlichkeit. Andere Bauformen sind in der Regel stabiler und halten mögliche Stürze besser aus.

Kosten

Zwar sind Seniorenhandys aufgrund ihres übersichtlichen Funktionsumfangs mit einem Preis meist zwischen 40 EUR und 100 EUR vergleichsweise günstig, jedoch müssen weitere Kosten berücksichtigt werden. Neben möglichem Zubehör, wie z. B. Schutzhüllen oder Tischladestationen, entstehen Folgekosten durch die Nutzung des Telefons - Telefonieren, SMS, Internet.

Für nahezu jeden Nutzer bieten Mobilfunkanbieter den passenden Tarif. Ist es mir wichtig, vor allem mobil erreichbar zu sein und gegebenenfalls unterwegs mal kurz zu telefonieren, eignet sich bspw. ein günstiger Prepaid-Tarif, bei dem im Voraus ein gewisses Guthaben aufgeladen wird. Möchte ich viel damit telefonieren oder vielleicht mit meinem Smartphone im Internet surfen, ist ein Vertrag in Verbindung mit einer Flatrate zu empfehlen. Dabei entstehen zusätzlich zur vereinbarten, meist höheren Vertragssumme keine zusätzlichen Kosten.

Welcher Tarif zu Ihnen und Ihrem Handy passt, können Sie hier in unserem Beitrag zur sicheren Mobilfunktarifwahl im Alter nachlesen.


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Profilbild von Daniel Buddenbohm

Daniel Buddenbohm (Jg. 1989) ist Masterabsolvent im Business Management und spezialisiert auf verschiedene Bereiche im Marketing. Vielseitig interessiert schreibt er seit 2015 auch Beiträge für basenio.de.


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