Senioren-Onlineshop | gründen | aufbauen | Anbieter

Senioren-Onlineshop gründen: So geht‘s

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Wie baut man einen Senioren-Onlineshop? Wir zeigen die Potentiale des Handels über Internet und geben Tipps, wie sie erfolgreich ein Geschäft im Netz aufbauen und etablieren.

„Es gibt drei Möglichkeiten, eine Firma zu ruinieren: mit Frauen, das ist das Angenehmste; mit Spielen, das ist das Schnellste; mit Computern, das ist das Sicherste.“ So sah es der 2010 verstorbene Unternehmer und Publizist Oswald Dreyer-Eimbcke. Doch gerade das digitale Zeitalter, das mit der Computer-Technologie eingeläutet wurde, eröffnete neue Möglichkeiten für Unternehmer. So verkaufen heute viele Firmen ihre Produkte über das Internet. In sogenannten Online-Shops, also elektronischen Marktplätzen, bieten sie Bücher, Autos, Urlaubsreisen und vieles mehr an. Ein Geschäft, das sehr einträglich ist. Der Handelsverband Deutschland (HDE) konnte für 2016 vermelden, dass erstmals über 40 Milliarden Euro durch den Online-Handel umgesetzt wurden. Die Spitzenorganisation des Deutschen Einzelhandels erstellt jährlich einen Umsatzbericht für die Branche. In seiner Prognose für 2017 geht der Verband von weiter steigenden Umsätzen aus. Am Ende des Jahres könnten danach rund 48,8 Milliarden Euro bilanziert werden.

 

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Die Umstäze im Online-Handel stiegen in den letzten Jahren stetig an. (Quelle: HDE)

Der Erfolg im Online-Geschäft hat jedoch auch seine Schattenseiten. Geschäftsviertel in den Innenstädten geraten durch die Konkurrenz aus dem Netz unter Druck. Denn hier braucht es keinen Parkplatz und es gibt auch keine eingeschränkten Öffnungszeiten. Händler und Städte stehen hier vor der Herausforderung, attraktiv für Kunden zu bleiben. In der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt will man dies mit der sogenannten Begegnungszone erreichen. Der Autoverkehr soll aus der Innenstadt verbannt werden, um das Zentrum aufzuwerten. Es bleibt abzuwarten, wie ein solches Konzept hilft Innenstädte zu stärken und das Verbraucherverhalten beeinflusst.

Senioren im Netz

Zunehmend halten sich auch Senioren im Internet auf. Die renommierte ARD/ZDF-Onlinestudie zeigt seit Jahren steigende Nutzerzahlen bei älteren Menschen. 62,4% aller Deutschen im Alter zwischen 50 und 59 Jahren gehen täglich ins Netz. Seit 2014 steigt dieser Anteil stetig. Auch bei den über 60-Jährigen kann man den gleichen Trend ausmachen. Zwar liegen die Werte für 2016 mit 35,9% deutlich unter dem aller anderen Altersgruppen, aber auch hier wächst die Zahl der täglichen Onliner.

Die Studie weist auch aus, für was Menschen das Internet nutzen. Während bei Jüngeren klar die Kommunikation im Vordergrund steht, suchen ältere Nutzer vor allem Informationen. Spielen steht übrigens bei über 70-Jährigen am höchsten im Kurs. Rund 30% der rüstigen Onliner gehen dafür ins Netz. Eines zeigen die Ergebnisse aber auch. Je älter die Nutzer sind, desto mehr erledigen sie im Verhältnis zu Jüngeren Transaktionen über das Netz. Darunter fallen Online-Banking und Online-Shopping. Bei den über 50-Jährigen sind es 8%, bei den über 70-Jährigen gar 15%. Die Werte liegen bei jüngeren Anwendern nur zwischen 4% und 5%.

Auch wenn die Ergebnisse den Anschein erwecken, dass Senioren keinerlei Berührungsängste mit dem Internet hätten, so lässt sich dieses Bild nicht gänzlich aufrechterhalten. Die Hemmschwelle vor der Technik ist bei einigen noch recht groß. Es gibt jedoch Organisationen, die solche Ängste abbauen wollen und sich für ältere Menschen einsetzen. Eine der größten in Deutschland ist die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO). In dem Dachverband, dem der ehemalige Bundesvorsitzende der SPD, Franz Müntefering, vorsitzt, sind nach eigener Aussage über 100 Verbände Mitglieder. Eines der Projekte der BAGSO ist der Digital-Kompass, „ein lebendiges Portal für Lotsen, Trainerinnen und Trainer, Helfer und Engagierte, die Ältere auf dem Weg ins und im Netz begleiten“. Auf der Internetseite können Informationen heruntergeladen und ausgetauscht werden. Dort finden sich auch Termine für Veranstaltungen, bei denen Vorträge zur digitalen Welt gehalten werden. Diese finden jeweils in ausgewählten Städten statt. Ziel ist es also nicht nur ältere Menschen fürs Netz zu gewinnen, sondern auch Anbieter für die Bedürfnisse von Senioren zu sensibilisieren.

Tipps: So gelingt der Online-Shop

Sucht man via Google nach Online-Shop, werden hunderttausende Ergebnisse angezeigt. Auch mit einem Zusatz wie beispielsweise Buch, Senioren oder Lebensmittel werden noch hunderte bzw. tausende Seiten aufgeführt. Für gewöhnlich kommen viele Nutzer über die konkrete Produktsuche in den jeweiligen Online-Shop. Aber auch über diesen Weg gibt es zumeist eine Auswahl zwischen mehreren Anbietern. Will man also ein erfolgreiches Geschäft im Internet etablieren, muss man sich an den Bedürfnissen der Kunden ausrichten. Das Forschungs- und Bildungsinstitut EHI Retail Institute e. V. und das Online-Portal Statista haben in der Studie „E-Commerce-Markt Deutschland 2016“ die 100 erfolgreichsten Online-Shops Deutschlands ermittelt. Branchenprimus ist der Versandhändler Amazon. Doch trotz Rekordumsätzen gibt es nur wenige Gewinner im Online-Handel. In einem 2014 erschienenen Interview mit dem Fachmagazin „WirtschaftsWoche“ prognostiziert ein Experte "90 Prozent aller reinen Online-Shops werden nicht überleben". Er gibt aber auch Tipps, die aus seiner Sicht die Chancen auf Erfolg erhöhen. Markenbildung ist für ihn dabei ein wichtiger Faktor.

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Auf basenio.de gibt es einen Online-Shop für Senioren. Die Produkte sind speziell für ältere Menschen ausgesucht. (Quelle: www.denysproduction.com - Fotolia)

Unsere Redaktion sprach mit Axel Zawischa, neben Florian Stein Mitbegründer und Geschäftsführer von basenio.de, über Strategien für einen Senioren-Online-Shop. Das Portal verbindet auf einzigartige Weise Information, Online-Handel & Erlebnisgeschenke für Menschen der Generation 50plus. Gefragt nach einem gelungenen Konzept, nannte er seine Top-5-Kriterien.

  1. Eine einfache Struktur, die alle Produkte einer Kategorie übersichtlich auflistet. So sehen Kunden auf den ersten Blick in Gänze das Angebot.
  2. Das Design muss „responsive“ sein. Damit ist gemeint, dass die Seite sich an den Sperrbildschirm der Endgeräte – Mobiltelefone, Tablet-Computer und Personal Digital Assistants (PDAs) - anpasst. Der Kunde muss die Produkte finden, ohne ewig auf dem Bildschirm zu suchen.
  3. Farben beeinflussen das Kaufverhalten. Das gilt auch im Onlinebereich! Der Call-To-Action-Button, also die Schaltfläche die zum Kauf auffordert, muss auffallend gestaltet sein. Er sollte sich vom restlichen Design farblich abheben. Rot und grün ist dafür eine denkbar ungünstige Konstellation, da es Menschen gibt, die bei diesen Farben eine Sehschwäche haben.
  4. Ein einfacher und klarer Checkout-Prozess. Hierbei geht es um den Weg vom digitalen Warenkorb zur Kasse. Gute Tipps hält hier der Ratgeber-Blog von Seokratie bereit.
  5. Nicht nur eine Zahlmethode anbieten! Kunden möchten Ihre Präferenz bei Zahlmethoden angeboten haben. Es sollten mindestens per Rechnung, PayPal, Sofortüberweisung und Visa (also per Kreditkarte) zur Auswahl stehen.

Online-Shop selber gründen

Wer einen Online-Shop selber von Grund auf die Beine stellen will, der braucht vertiefte Programmierkenntnisse. Es geht allerdings auch ohne. Dienstanbieter wie 1&1 Internet SE stellen die grundlegende Software zur Verfügung. Je nach Aufpreis lassen sich die vorgefertigten Lösungen individualisieren. Das folgende Video zeigt, wie ein Online-Shop eingerichtet wird.

Hat man die notwendige Technik, dann lassen sich die Shops leicht aufbauen. Mit interessanten Produkten und dem richtigen Konzept können auch heute noch Nischenmärkte erobert werden.


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Profilbild von Steffen Gottschling

Steffen Gottschling (Jg. 1978) lebt und arbeitet in Erfurt. Seit 2012 ist er in der Medienbranche tätig. Hier sammelte er Erfahrungen in der Redaktion von Radio F.R.E.I. und arbeitete als Journalist in der Online-Redaktion der Thüringer Allgemeine. Für ...


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