Roaming Gebühren EU | Kosten | Tarife

Roaming-Gebühren in der EU inkl. Kosten- & Tarifübersicht 2016

Im Ausland mit dem Smartphone ins Internet. Erfahren Sie im folgenden Artikel was hinter der neue EU-Roaming-Verordnung steckt und welche Leistungen die Mobilfunkanbieter heute schon bringen.

Mobiles Internet gehört für viele mittlerweile zum Alltag. Nicht nur junge, technikaffine Menschen bilden dabei die Zielgruppe, sondern auch die Best Ager und Senioren besitzen jetzt Smartphones. Nahezu alle Mobilfunkverträge beinhalten heute ein Datenvolumen mit denen Sie online gehen können. Lediglich Prepaid-Tarife können noch ohne solche Pakete gebucht werden. Die Auswahl an Anbietern und Tarifen ist groß. Für das Telefonieren und Surfen mit dem Handy im Inland gibt es zahlreiche günstige Optionen. Doch wie schaut es hinsichtlich der Nutzung des Smartphones im Ausland, z.B. im Urlaub aus?

Mobiles Internet im Ausland ist ein Thema, welches für viele immer noch nach unübersichtlichen, ausufernden Kosten klingt. Doch bereits im Jahr 2007 galten in Mitgliedsstaaten der EU besondere Regelungen, die sog. „Roaming-Verordnung“.  Seit dem 30. April 2016 ist nun eine weitere Abstufung in Kraft getreten. Dies wird der letzte Zwischenschritt sein, bevor die Roaming-Gebühren am 15.06.2017 komplett abgeschafft werden.

Welche Tarife gelten nach der neuen Regelung?

Seit dem 30. April 2016 dürfen Roaming-Gebühren, d.h. Kosten, die Mobilfunkanbieter auf den Inlandstarif bei Nutzung im Ausland aufschlagen, bestimmte Beträge nicht mehr überschreiten. Diese sind wie folgt festgelegt:

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Die neuen EU-Roaming-Gebühren im Überblick (Quelle: eigene Darstellung)

Anmerkung: Auf alle Aufschläge ist in Deutschland zusätzlich noch eine Mehrwertsteuer von 19% zu addieren. Das würde bspw. bedeuten, dass Sie bei dem normalen Höchstbetrag von 50,- € für Datennutzung im Ausland einen maximalen Rechnungsbetrag von 59,50 € erhalten würden. Analog gilt dies für die Aufschläge bei Anrufen und SMS.

Wichtig ist zudem, dass die Mobilfunkanbieter Gespräche sekundengenau abrechnen müssen. Die ersten 30 Sekunden werden dabei pauschal berechnet, danach folgt eine sekundengenaue Taktung. Ankommende Anrufe müssen immer sekundengenau abgerechnet werden. Beim Datentransfer wird genauer hingeschaut. Hier gibt es eine Obergrenze von 50,- €, die grundsätzlich für jeden Kunden gilt. Individuell kann auch eine höhere Grenze festgesetzt werden. Ab einer Nutzung von 80% muss der Anbieter über den aktuellen Verbrauch informieren und nach Erreichen des kompletten Volumens wird die Datenverbindung unterbrochen, wenn der Kunde nicht aktiv auf die Nachricht reagiert.

Wo gelten die neuen Roaming-Gebühren?

Da die Roaming-Regelung eine EU-Verordnung ist, gilt sie verbindlich in allen EU-Mitgliedsländern. Zudem gilt sie auch für Länder, die sich der EU-Roaming-Verordnung angeschlossen haben. Hier eine kurze Übersicht aller Nationen:

Länder der EU-Roaming-Verordnung (Stand 2016, ohne Deutschland)
  • Belgien
  • Bulgarien
  • Dänemark
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Französisch-Guayana
  • Gibraltar
  • Griechenland
  • Großbritannien
  • Guadeloupe
  • Guernsey
  • Irland
  • Island
  • Isle of Man
  • Italien
  • Jersey
  • Kroatien
  • Lettland
  • Liechtenstein
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malta
  • Martinique
  • Mayotte
  • Niederlande
  • Nordirland           
  • Norwegen
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Réunion
  • Rumänien
  • Saint-Barthélemy
  • Saint-Martin (franz.)
  • San Marino
  • Schweiz
  • Schweden
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Tschechische Rep.
  • Ungarn
  • Vatikanstadt
  • Zypern (griech.)

Spezielle Angebote deutscher Mobilfunkanbieter

Die großen Mobilfunkanbieter in Deutschland bieten Ihnen neben den verordneten EU-Roaming-Gebühren, die automatisch greifen, verschiedene Pakete für mobiles Internet im Ausland an. Diese sind sowohl bei Vertrags- als auch bei Prepaid-Tarifen möglich.

  • T-mobile bietet Ihnen bei Verträgen und Prepaid-Tarifen die Möglichkeit zwei verschiedene Pakete zu wählen. Den „DayPass M“ und den „WeekPass“.
    Der DayPass M beinhaltet ein Datenvolumen von 100 MB und hat eine Laufzeit von 24 Stunden. Bei Reisen in EU-Mitgliedsstaaten, sowie den Roaming-Partnern kostet dieser Zusatz 2,95€ und ist sowohl für bestehende Verträge zubuchbar, als auch bei Prepaid-Tarifen. Für 14,95€ können Sie den WeekPass erhalten. Darin enthalten sind 300 MB Datenvolumen und eine Laufzeit von 7 Tagen. Konditionen zum Telefonieren und SMSen sind bei beiden Optionen die aktuellen Roaming-Aufschläge, die Sie der obigen Grafik entnehmen können. Wer sich öfter im Ausland aufhält, kann sich als Vertragskunde zudem die sog. „EU-Flat“ dazu buchen. Für 10,-€ zusätzlich dürfen Sie dann zu Ihren bestehenden Konditionen im und ins EU-Ausland telefonieren, SMSen und online gehen.
  • Bei Vodafone ist das EU-Roaming für viele Vertragsnehmer und Prepaid-Tarife inklusive. Kunden mit den „Smart L“- und allen „Red“-Verträgen, sowie die Prepaid-Tarife „CallYa Special“, „CallYa Allnet Flat“ und zugebuchte Internetoptionen bei „CallYa Talk&SMS“ surfen zu ihren bestehenden, inländischen Konditionen  auch im EU-Roaming-Gebiet. Alle anderen Tarife betreffen die Roaming-Aufschläge der obigen Grafik.
  • o2 unterscheidet drei verschiedene Pakete bei der Nutzung des mobilen Internets im Ausland. 
    „Roaming Basic“  ist dabei der ganz normale Tarif mit den Standart-Aufschlägen (siehe Grafik). Abgerechnet wird nach Verbrauch. Das neue „EU Day Pack“, das es seit dem 30.04.2016 gibt, enthält 25 Freiminuten sowohl für ausgehende, als auch eingehende Gespräche, 25 Frei-SMS und ein 50 MB Datenvolumen für 2,99€ pro Tag. Nach Überschreiten dieser Werte greifen die jeweiligen, gegebenen Roaming-Aufschläge. Viel-Nutzern bietet o2 zudem die „EU Roaming Flat“. Für 4,99€ pro Monat und einer einzelnen SMS-Berechnung von 7 Cent je SMS haben Sie auch im Ausland Telefonie- und Internet Flat auf dem Smartphone.

Ende undurchsichtiger Gebühren

Die neuen EU-Roaming-Vorgaben sind seit dem 30. April 2016 der vorletzte Schritt, bis zur kompletten Auflösung zusätzlicher Gebühren in Ländern der Europäischen Union. Ab 15. Juni 2017 sollen Mobilfunk-Kunden dann komplett davon befreit werden. Die aktuelle Staffelung wirkt vorerst noch ein wenig undurchsichtig. Dadurch, dass die großen Mobilfunkanbieter in Deutschland ihre Datenpakete für mobiles surfen im Internet bereits jetzt in viele Verträge und Tarife integrieren oder zumindest einzelne Zusatzoptionen anbieten, lässt aber die Kunden einfacher überblicken, welche Kosten auf die zukommen. Mobiles Internet ist in unserem inländischen Alltag bereits lange angekommen. Jetzt und spätestens ab Juni 2017 sollte dies auch bei Urlaub oder Reisen im (EU-) Ausland der Fall sein.


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Mein Name ist Marian Freund und ich studiere Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena. Derzeit bin ich als Praktikant für basenio tätig und lerne den Arbeitsalltag in einer Agentur kennen. In meiner Freizeit ...


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