Oldtimer | Youngtimer | Zulassung | H Kennzeichen | Nummernschild | Saisonkennzeichen

Oldtimer & Youngtimer Zulassung - Alle Infos zum H-Kennzeichen & Saisonkennzeichen (+ rotes Kennzeichen)

Oldtimer | Youngtimer | Zulassung | H Kennzeichen | Nummernschild | Saisonkennzeichen
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Oldtimer und Youngtimer lassen das Herz vieler Autoliebhaber höherschlagen. Doch wie genau steht es um die Zulassung dieser Fahrzeuge? Was ist zu beachten? Basenio.de gibt Ihnen eine Antwort auf diese und weitere Fragen.

| Emily Nedziella

Oldtimer und Youngtimer lassen das Herz vieler Autoliebhaber höherschlagen. Durch ihren Kultstatus sind sie sehr beliebt und haben meist auch einen hohen Wert. Doch wie genau steht es um die Zulassung dieser Fahrzeuge? Was ist zu beachten? Diesen und weiteren Fragen sind wir auf den Grund gegangen.

Unterschied zwischen Oldtimer und Youngtimer

Wie der Name schon verrät, gibt es einen Unterscheid zwischen Oldtimer und Youngtimer – Oldtimer sind die älteren Modelle. Laut offizieller Fahrzeugzulassung müssen Oldtimer mindestens 30 Jahre alt sein, um als diese bezeichnet werden zu können. Das Auto muss also vor mindestens 30 Jahren das erste Mal zugelassen worden sein. Zudem sollte es in einem guten Zustand sein.

Youngtimer hingegen gelten als diese, wenn sie seit mindestens 20, aber weniger als 30 Jahren zugelassen sind. Auch sie sollten einen guten Erhaltungszustand haben. Erreicht der Youngtimer dann das Alter von 30 Jahren, kann er zu einem Oldtimer werden.

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Mit dem Übersteigen eines Alters von 30 Jahren kann der Youngtimer zu einem Oldtimer werden. (Quelle: © Wellnhofer Designs - AdobeStock)

Wann ist ein Fahrzeug ein Oldtimer?

Wenn man den Begriff „Oldtimer“ hört, denkt man automatisch an ein altes Auto. Doch wann genau darf ein Fahrzeug als Oldtimer bezeichnet werden? Das Alter allein reicht tatsächlich nicht aus, ist allerdings die Grundvoraussetzung. Ein Oldtimer muss seit mindestens 30 Jahren zugelassen sein. Zudem darf das KFZ keine größeren Schäden aufweisen und sollte sich allgemein in einem guten Zustand befinden. Weiterhin dient der Oldtimer zur Wahrung des kraftfahrzeugtechnischen Kulturguts, nimmt also an Oldtimer-Treffen oder Ausstellungen teil. Besonders relevant ist auch, dass das Fahrzeug weitestgehend aus Originalteilen besteht. Umbauten und Nachrüstungen dürfen nur in geringem Maße vorgenommen worden sein.

Wie alt muss ein Youngtimer sein?

Youngtimer sind im Gegensatz zu Oldtimern nicht genau definiert. Das Alter, welches ein Youngtimer haben muss, um als dieser zu gelten, ist nicht gesetzlich festgelegt. Üblicherweise spricht man aber von mindestens 15 bis 20 Jahren. Wird das Fahrzeug 30 Jahre alt, kann es den Oldtimer-Status bekommen. Bestimmte Kennzeichen und Vergünstigungen gibt es für Youngtimer nicht. Diese werden mit regulärem Kennzeichen angemeldet. Besonders beliebte Youngtimer sind Sport- und Luxusfahrzeuge aus den 80er und 90er Jahren. Neben dem Kultstatus, den der Youngtimer für viele hat, kann dieser gut erhalten auch als Wertanlage genutzt werden.

Wie bekomme ich eine Oldtimer-Zulassung?

Um eine Oldtimer-Zulassung zu erhalten, sollten Sie sich zunächst überlegen, für welchen Zweck der PKW genutzt wird. Wollen Sie diesen alltäglich im Verkehr nutzen, ist ein normales Kennzeichen am sinnvollsten. Die KFZ-Steuern sind allerdings höher als gewöhnlich, da der Schadstoffausstoß vergleichsweise hoch ist.

Wollen Sie das Fahrzeug nicht das ganze Jahr lang nutzen, bietet sich ein Saisonkennzeichen an. Die Steuern werden dann nur für den gültigen Zeitraum berechnet. In der Ruhephase darf das KFZ allerdings nicht genutzt werden.

Das bekannteste Kennzeichen für Oldtimer ist das H-Kennzeichen. Um dieses zu erhalten, wird genau geprüft, ob das Fahrzeug als Oldtimer gilt.

Was kostet eine Oldtimer-Zulassung?

Pauschal lässt sich nicht sagen, wie viel eine Oldtimer-Zulassung kostet. Auch hier kommt es wieder darauf an, für welche Nutzung und demnach für welches Kennzeichen Sie sich entscheiden. Entscheiden Sie sich für ein reguläres Kennzeichen, zahlen Sie normalen Steuersätze. Bei Oldtimern sind das 25,36 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum für Benziner und 37,58 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum für Diesel.

Für das Saisonkennzeichen gelten die gleichen Preise, allerdings zahlen Sie nur für die Monate, in denen das Fahrzeug zugelassen ist und genutzt werden darf.

Die Steuern für ein Fahrzeug mit H-Kennzeichen betragen jährlich pauschal 191,73 Euro. Das H-Kennzeichen erhält man allerdings nur, wenn die Bedingungen für einen Oldtimer erfüllt sind.

Was bringt eine Youngtimer-Zulassung?

Eine spezifisch für Youngtimer vorgesehene Zulassung gibt es nicht. Dieses wird also als reguläres Fahrzeug angemeldet. Besitzer von Youngtimern profitieren demnach auch nicht von Steuervergünstigungen. Allerdings bieten einige Versicherungsanbieter spezielle Youngtimer-Versicherungen an. Dafür müssen aber auch einige Voraussetzungen erfüllt sein: die Youngtimer sollten weitestgehend im Originalzustand sein. Außerdem setzen Versicherer voraus, dass man zusätzlich zum Youngtimer ein Fahrzeug für den alltäglichen Gebrauch besitzt. Meist gilt auch ein Mindestalter des Fahrers, dieses liegt oft bei 25 Jahren. Weiterhin sollte der Youngtimer eine geringe Jahresfahrleistung haben, durchschnittlich nicht mehr als 10.000 km. Es sollte auch ein gewisser Marktwert nachgewiesen werden können, je nach Versicherer schwankt dieser zwischen 2500 und 5000 Euro.

Was kostet eine Youngtimer-Zulassung?

Youngtimer werden mit gewöhnlichem Kennzeichen angemeldet. Demnach zahlen Sie jährlich den regulären KFZ-Steuersatz. Für die Zulassung selbst und das Kennzeichen zahlen Sie die gängigen einmaligen Preise. Die Steuer variiert je nach Fahrzeug. Dabei kommt es auf Fahrzeugart, Antrieb und Hubraum an.

Alternativ zum regulären Kennzeichen können Sie auch ein Saison-Kennzeichen wählen. Dieses ist sinnvoll, wenn Sie das Fahrzeug nicht das ganze Jahr über nutzen wollen. Sie zahlen dann lediglich die Steuern für den geltenden Zeitraum. Dieser beträgt maximal zwei und mindestens 11 Monate. Allerdings darf der Youngtimer außerhalb der festgelegten Saison nicht genutzt werden.

Oldtimer & Youngtimer: Checkliste zur Anmeldung

Um Ihren Oldtimer oder Youngtimer anmelden zu können, müssen Sie gewisse Dokumente vorlegen. Dabei kommt es auch darauf an, für welches Kennzeichen Sie sich entscheiden. So ist der Erhalt eines 07er-Kennzeichens wesentlich schwieriger als der eines regulären Kennzeichens. Im Folgenden ist eine Checkliste mit den Unterlagen aufgeführt, die Sie sowohl für die Zulassung der Oldtimer als auch für die der Youngtimer benötigen:

  • Personalausweis oder Reisepass mit gültiger Meldebescheinigung
  • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief)
  • Versicherungsbestätigung
  • Nachweis der letzten Hauptuntersuchung
  • Bisheriges KFZ-Kennzeichen

Für die Oldtimer-Zulassung benötigen Sie außerdem ein Oldtimer-Gutachten nach § 23 Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO). Dies gilt, falls Sie sich für ein H-Kennzeichen entscheiden. Möchten Sie für Ihren Oldtimer ein 07er-Kennzeichen, benötigen Sie noch mehr Dokumente. Mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt Rotes 07er-Kennzeichen.

Welches Kennzeichen lohnt sich?

Wenn Sie ihren Oldtimer zulassen möchten, haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Kennzeichen. Das kommt ganz darauf an, in welchen Umfang Sie den Oldtimer nutzen. Sie können wählen zwischen dem regulären Kennzeichen, einem Saisonkennzeichen, einem H-Kennzeichen, einem saisonalen H-Kennzeichen und dem roten 07er-Kennzeichen.

Wenn Sie sich für das historische H-Kennzeichen entscheiden, profitieren Sie von einer vergünstigten KFZ-Steuer und erhalten außerdem eine günstigere Versicherung extra für Oldtimer. Fahrzeuge mit H-Kennzeichen genießen außerdem noch einige weitere Privilegien. Weitere Infos dazu finden Sie im Abschnitt Historisches H-Kennzeichen.

Reguläres Kennzeichen

Um das Fahrzeug uneingeschränkt im Alltag nutzen zu können, können Sie dieses mit einem regulären Kennzeichen zulassen. Dafür benötigen Sie kein Oldtimer-Gutachten, sondern lediglich eine gültige Hauptuntersuchungsbescheinigung. Mit einer regulären Zulassung gibt es allerdings keine Vergünstigungen. Sie zahlen die geltenden Steuersätze. Das sind bei einem Benziner 25,36 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum und bei einem Diesel 37,58 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum. Bevor Sie ein Kennzeichen anmelden können, müssen Sie in jedem Fall die Verfügbarkeit Ihres Kennzeichens prüfen. Den Luxus eines individuellen Kennzeichens möchten sich viele Autofahrer gönnen. Erfreulicherweise gibt es mittlerweile viele Anbieter im Internet, die eine Reservierung des Wunschkennzeichens zu günstigen Konditionen anbieten.

Saison-Kennzeichen

Wenn Sie Ihren Oldtimer nicht das ganze Jahr über nutzen möchten, bietet sich ein Saison-Kennzeichen an. Dieses legt einen Zeitraum fest, in dem Sie das Fahrzeug nutzen können. Steuern müssen auch nur für diesen Zeitraum gezahlt werden. Es ist allerdings nicht erlaubt, das Fahrzeug außerhalb dieser Saison zu nutzen.

Historisches H-Kennzeichen

Das beliebteste Kennzeichen unter den Oldtimer-Besitzern ist das historische H-Kennzeichen. Dieses gibt es exklusiv für Oldtimer und kennzeichnet sie auch als diese. Fahrzeuge mit H-Kennzeichen tragen zur „Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes“ bei und profitieren außerdem von einigen Vorteilen. Die wichtigsten Voraussetzungen und Vorteile haben wir Ihnen im Folgenden zusammengefasst.

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Das historische H-Kennzeichen gibt es exklusiv für Oldtimer und kennzeichnet sie als diese. (Quelle: © studio v-zwoelf - AdobeStock)

Um ein historisches H-Kennzeichen zu erhalten, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Es gelten die Voraussetzungen, die ein Oldtimer mitbringen muss. Demnach muss das Fahrzeug vor mindestens 30 Jahren das erste Mal zugelassen worden sein. Es muss außerdem weitestgehend dem Originalzustand entsprechen. Auch Veränderungen und Restaurationen müssen zeitgemäß sein. Um den Oldtimer zulassen zu können, benötigen Sie außerdem Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO. Alle anderen Unterlagen, die Sie zur Zulassung benötigen, unterscheiden sich nicht von der Zulassung mit regulärem Kennzeichen.

Mit dem H-Kennzeichen zahlen Sie eine Steuerpauschale von 191,73 Euro für Pkw und 46,02 Euro für Motorräder. Außerdem gibt es speziell für Oldtimer vergünstigte Versicherungen. Fahrzeuge mit H-Kennzeichen dürfen zudem ohne Katalysator fahren und ihnen ist das Befahren der Umweltzonen auch ohne grüne Plakette gewährt.

Kombination H- und Saison-Kennzeichen

Bei Oldtimern gibt es auch die Möglichkeit, das H-Kennzeichen und das Saisonkennzeichen zu kombinieren. Das bedeutet, dass Sie das Fahrzeug nur für einen gewissen Zeitraum zulassen, aber trotzdem die Vorteile eines H-Kennzeichens genießen können. Möglich ist das seit dem 1. Oktober 2017. Indem Sie den Oldtimer nur für einen gewissen Zeitraum zulassen, sparen Sie Steuern. Auch Versicherer bieten vergünstigte Angebote für H-Saisonzulassungen an. Trotzdem benötigen Sie für diese Zulassung ein Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO.

Rotes 07er-Kennzeichen

Das rote 07er-Kennzeichen ist ein Wechselkennzeichen. Dieses ist besonders geeignet für Sammler von Oldtimern, um nicht jedes Fahrzeug einzeln zulassen zu müssen. Mit dem 07er-Kennzeichen dürfen allerdings nur Messen, Oldtimertreffen, Ausfahrten etc. besucht werden. Es ist also nicht für den alltäglichen Gebrauch vorgesehen. Um das nachweisen zu können, ist das Führen eines Fahrtenbuches Pflicht.

Für den Erhalt eines 07er-Kennzeichens muss das Fahrzeug genau wie bei dem H-Kennzeichen die Oldtimer-Bestimmungen erfüllen. Auch hierfür benötigen Sie ein Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO. Zusätzlich wird ein schriftlicher Antrag gefordert, welcher den Bedarf begründet. Weiterhin benötigen Sie für die Zulassung ein polizeiliches Führungszeugnis. Alle anderen Unterlagen gleichen denen, die Sie auch bei einer regulären Zulassung benötigen.

Fahrzeuge mit 07er-Kennzeichen müssen nicht regelmäßig zur Haupt- und Abgasuntersuchung. Genau wie beim H-Kennzeichen gilt die Steuerpauschale von 191,73 Euro für Pkw und 46,02 Euro für Motorräder. Oldtimer mit 07er-Kennzeichen benötigen keine Feinstaubplakette, sie dürfen Umweltzonen also passieren.

Statistik: Oldtimer-Bestand nimmt zu

Die Nachfrage nach Oldtimern nimmt nicht ab – im Gegenteil: im Jahr 2011 waren es noch ca. 233.000 zugelassene Oldtimer in Deutschland. Im Jahr 2021 sind es ganze 661.000. Das bedeutet, dass sich der Bestand in einer Dekade fast verdreifacht hat. Die Beliebtheit von Oldtimern bleibt also bestehen. Dabei zählt für die meisten nicht der Aspekt, dass Oldtimer eine Wertanlage sind. Den Besitzern der Klassiker geht es vorrangig darum, dass sich die Fahrzeuge von anderen abheben. Sie vermitteln mit Ihrem besonderen Design ein Gefühl von Nostalgie. Außerdem ist das Halten eines Oldtimers für viele ein Hobby. Eines, welches den Besuch regelmäßiger Treffen mit sich bringt. Gerade das Gemeinschaftsgefühl, was unter den Besitzern entsteht, ist für viele ein Argument, sich einen Oldtimer anzuschaffen.

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Der Oldtimerbestand hat sich in einer Dekade fast verdreifacht. Damit bleibt die Beliebtheit der Oldtimer bestehen und nimmt tendenziell sogar zu. (Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an HORIZONT)
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Oldtimer-Interessierte finden an Klassikfahrzeugen folgendes besonders reizvoll. Für viele ist vor allem das Gemeinschaftsgefühl ein Argument, sich einen Oldtimer anzuschaffen. (Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an HORIZONT)
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Zielgruppe der Oldtimer-Interessierten mit Durchschnittsalter in Jahren und Über-50-Jährige in Prozent. (Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an HORIZONT)

 

 

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