Homelift | ohne Schacht | Kosten | Preis | innen | außen

Homelift ohne Schacht: Kosten & Preise eines Senkrechtlifte für Ihr Zuhause (innen und außen)

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(Quelle: Perfekta Lift)

Was kostet ein Homelift? Basenio.de erkundigte sich bei einem Fachhändler nach Preisen und möglichen Förderungen und Zuschüssen für einen Senkrechtlift.

| Steffen Gottschling

Ein Homelift macht Gebäude barrierefrei zugänglich und steigert den Wohnkomfort. So ist der Lift einerseits eine funktionelle Hilfe und trägt andererseits zur Wertsteigerung einer Immobilie bei. Durch seine einfache Bauart und den relativ geringen Platzbedarf kann eine solche Anlage in der Regel auch problemlos nachträglich in oder an Gebäuden aufgebaut werden.

Worauf es dabei ankommt und welche Kosten private und öffentliche Haushalte einplanen müssen, dafür hat sich basenio.de bei der Perfekta Lift GmbH aus Nordrhein-Westfalen erkundigt. Das Unternehmen wurde 2002 gegründet und ist heute einer der bedeutendsten Fachhändler für Homelifte in Deutschland.

Homelift oder Senkrechtlift?

Da ein Homelift sich ausschließlich vertikal bewegt, wird er in der Branche auch Senkrechtlift genannt.

Was ist ein Homelift?

Ein Homelift ähnelt in vielen Punkten einem Personenaufzug. So fahren beide ausschließlich in vertikaler Richtung und können an mehreren Haltepunkten stoppen. Die beiden Aufzugssysteme unterscheiden sich jedoch in technischer Sicht. Bei einem Homelift wird lediglich eine Plattform innerhalb eines Schachts bewegt, bei einem Personenaufzug fährt die gesamte Kabine mit.

Der Schacht eines Homelifts ist eine vertikal selbsttragende Konstruktion, die sich auch in bestehende Gebäude einbauen lässt. Auch beim Antriebssystem finden sich Unterschiede. Hier ist die Technik beim Homelift einfacher gehalten und daher weniger wartungsintensiv, wodurch auch die Unterhaltungskosten in der Regel günstiger sind als beim Personenaufzug.

Alternativen zum Homelift

Die Plattform eines Homelifts bewegt sich innerhalb eines Schachts, der die Anlage nach außen abschließt. Auf dem Markt sind allerdings auch Liftsysteme ohne einen solchen Schacht erhältlich. Dazu gehören einfache Sitz- und Plattformlifte sowie spezielle Hublifte, die frei stehen können. Diese Anlagen haben in der Regel dann aber auch eine geringere Hubhöhe. Im Vergleich zu einem Homelift sehen solche Liftanlagen auch recht puristisch aus.

Wer einen Homelift nachträglich in seine Wohnung oder an sein Haus bauen möchte, braucht keinen bereits vorhandenen Schacht. „Die Anlage kann mit einem vertikal selbsttragenden Schacht geliefert werden. Die Montage sollte dann durch einen Fachbetrieb übernommen werden“, erklärt Geschäftsführer Frank Fanroth von Perfekta Lift auf basenio-Nachfrage. „Allerdings ist es auch möglich, dass ein bestehender Schacht genutzt werden kann, um den Homelift darin zu verbauen“, fügt er hinzu.

Was kostet ein Homelift?

Die Anschaffungskosten sind von mehreren Faktoren abhängig. Hauptsächlich sind es diese vier Kostenfaktoren:

  • Förderhöhe
  • Anzahl der Haltestellen
  • Tragkraft
  • Ausstattung

Pauschale Aussagen über die möglichen Gesamtkosten haben so nur einen annähernden Charakter. „Im Durchschnitt liegen die Kosten für einen Homelift über eine Etage bei circa 35.000 Euro. Darin inbegriffen sind die Mehrwertsteuer, die Lieferung und die Montage“, erklärt Frank Fanroth. Ein solcher Homelift ist damit jedoch günstiger als ein klassischer Personenaufzug. Die würden bei gleicher baulicher Maßnahme ab 50.000 Euro erhältlich sein.

Doch nicht nur bei der Anschaffung ist der Homelift die sparsame Alternative. Verbraucher sollten auch die Folgekosten im Auge haben. Damit technische Anlagen einwandfrei funktionieren, sollten sie regelmäßig gewartet werden. „Die Wartungskosten bei einem Homelift sind gegenüber Personenaufzügen deutlich niedriger“, so Frank Fanroth von Perfekta Lift auf Nachfrage unserer Redaktion.

Frank Fanroth
Frank Fanroth ist Geschäftsführer bei der Perfekta-Lift GmbH. (Quelle: Perfekta Lift)

Ähnlich verhält es sich mit den Betriebskosten. „Bei einem einstöckigen Einfamilienhaus gehen wir von einem Jahresverbrauch von circa 84 Kilowattstunden aus. Je nachdem wie oft der Aufzug genutzt wird. Das entspricht etwa 25 Euro Stromkosten pro Jahr“, lässt man uns von Perfekta Lift wissen.

Weitere Kostenfaktoren hängen weniger vom Homelift selber ab, sondern von den Umständen. In der Regel muss für eine solche bauliche Maßnahme ein Bauantrag gestellt werden. Damit sind entsprechende Gebühren verbunden. Allerdings haben einige Bundesländer Ausnahmeregelungen für solche Baumaßnahmen vorgesehen oder lassen sie in einem vereinfachten Verfahren zu. Interessenten können sich dazu bei ihren örtlichen Bauordnungsämtern informieren. Seriöse Homelift-Dienstleister bieten hier immer auch eine Beratung und Hilfestellung an.

„Soll der Homelift eine Förderhöhe von über drei Metern haben, ist immer eine Prüfung zur Inbetriebnahme erforderlich“, erklärt Wolfgang Petri, Projektleiter bei Perfekta Lift. Ansprechpartner ist hier unter anderem der TÜV. Für diese Abnahme werden entsprechende Gebühren fällig.

„Ab 31.12.2020 sind Notrufeinrichtungen in solchen Liftanlagen verpflichtend“, lässt Petri wissen, „aber keine Aufschaltung zu einer kostenpflichtigen 24h-Notrufzentrale. Eingespeichert werden können Telefonnummern von Nachbarn, Kindern oder anderen Personen, die Zutritt zum Haus haben.“ Dafür braucht es nur eine SIM-Karte, die gegen entsprechende Gebühr erhältlich ist.

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Kostenbeispiel für einen Homelift innerhalb eines einstöckigen Einfamilienhauses:

Kostenfaktor

Kosten

Lieferung & Montage

35.000 Euro

Bauantrag

Regional abhängig

Betriebskosten

25 Euro/Jahr

Wartungskosten

Abhängig vom Wartungsvertrag

Technische Abnahme

entfällt

Förderung & Zuschuss

Die gute Nachricht vorweg: Es ist möglich, Zuschüsse oder Förderungen für einen Homelift zu erhalten. Damit kann der Eigenanteil an den Anschaffungskosten gesenkt werden. Allerdings sind solche finanziellen Unterstützungen an Bedingungen geknüpft. In der Regel sollen durch die bauliche Veränderungen Barrieren reduziert oder gar abgebaut werden.

Basenio.de stellt Ihnen mögliche Förderungen und Zuschüsse für den Einbau eines Homelifts vor.

Pflegeversicherung


Pflegebedürftige können auf Antrag bei ihrer Pflegeversicherung einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro erhalten. Leben mehrere Pflegebedürftige in einer Wohnung, für die der Homelift gebaut werden soll, können sie ihre jeweilig möglichen Zuschüsse summieren. Maximal sind so bis zu 16.000 Euro pro Wohngruppe möglich. Die entsprechende Rechtsvorschrift findet sich im § 40 des Sozialgesetzbuch XI.

Die Förderung ist im Übrigen maßnahmenbezogen, sie kann also für weitere Baumaßnahmen im Sinne dieser Vorschrift beantragt werden. Soll beispielsweise das Bad barrierefrei umgebaut werden, kann auch dafür ein Antrag gestellt werden.

Basenio-Tipp: Wer auf den Zuschuss angewiesen ist, sollte immer erst den Antrag stellen und abwarten, ob er die finanzielle Unterstützung erhält. Andernfalls droht ihm bei einer Ablehnung des Zuschusses, dass er alleine auf den Kosten sitzen bleibt.

So finden Sie Ihre Pflegeversicherung

Wer gesetzlich krankenversichert ist, findet seinen Ansprechpartner für die Pflegeversicherung immer bei seiner Krankenkasse, da diese dort angegliedert sind. Hingegen haben Privatversicherte ein Wahlrecht. Sie können sich ihre Pflegeversicherung unabhängig von der Krankenkasse aussuchen.

KfW-Kredit & Zuschuss


Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist eine staatliche Förderbank, über die das Bundesministerium für Finanzen die Rechtsaufsicht hat. Sie vergibt als Anstalt der öffentlichen Rechts Fördermittel und Zuschüsse auf Antrag. Für einen Homelift kommen zwei Förderungen der KfW in Frage:


Der KfW-Kredit „Altersgerecht umbauen – 159“ ist ein zinsgünstiges Darlehen. Derzeit liegt der angebotene effektive Jahreszins (Stand 2020) bei 0,78 Prozent. Bis zu 50.000 Euro können als Kredit von der KfW gewährt werden. Der entsprechende Kreditantrag kann jedoch nicht direkt bei der KfW gestellt werden. Die Förderbank unterhält kein Filialnetz, daher müssen Antragsteller zu einem Geldinstitut mit einer niedergelassenen Filiale.

Immobilienbesitzer und Mieter können auch den Zuschuss „Barrierereduzierung 455 B“ in Anspruch nehmen, wenn Sie den KfW-Kredit 159 nicht erhalten. Dabei können 10 Prozent der förderfähigen Investitionskosten als Zuschuss gewährt werden, höchstens jedoch 5.000 Euro pro Antrag. Bei Eigenheimen sind sogar 12,5 Prozent der förderfähigen Investitionskosten von Umbaumaßnahmen möglich, höchstens 6.250 Euro pro Antrag.

Kommunale & regionale Förderungen


Fördermittel für den barrierefreien Umbau von Wohnraum werden auch durch die Bundesländer und von einigen Kommunen gewährt. Die Bundesländer kombinieren dafür in der Regel Kredite ihrer Landes-Förderbanken mit den Förderungen und Zuschüssen der KfW.

Durch diese Kombination werden noch günstigere Zinkskonditionen möglich. Auch einige Kommunen unterstützen ihre Einwohner mit Förderprogrammen, damit sie Wohnraum barrierefrei umbauen können.

Förderdatenbank

Über das Bundes-Wirtschaftsministerium wird online eine Förderdatenbank geführt. Dort können Interessierte nach möglichen Förderprogrammen der Europäischen Union, des Bundes und der Bundesländer in ihrer Region suchen. Basenio-Tipp: Mit der Stichwortsuche „Treppenlift“ finden Sie Förderprogramme, die auch für einen Homelift zulässig sein können.

Sonstige Förderungen

Die Kosten für einen Homelift können von einigen Kostenträgern in Teilen oder gar komplett übernommen werden. Auch hier sind Bedingungen an die mögliche Kostenübernahme geknüpft.

Wer durch einen Arbeitsunfall beeinträchtigt ist und einen Homelift für den barrierefreien Zugang benötigt, kann einen Antrag auf Kostenübernahme bei seiner zuständigen Berufsgenossenschaft einreichen.

Tritt die Beeinträchtigung in Folge eines Verkehrsunfalls ein, kann die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers für die Kosten des Homelifts in Anspruch genommen werden.

Bei Kriegsverletzungen oder Verletzungen aus dem Wehrdienst können Betroffene einen Antrag auf Kostenübernahme bei den Landeswohlfahrtsverbänden oder den Hauptfürsorgestellen einreichen.

Einen Tipp hat Frank Fanroth von Perfekta Lift noch: „Auch über die Steuererklärung können sich private Haushalte bei den Kosten entlasten. Sie können den Homelift als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen, wenn ein medizinischer Grund für den Einbau vorlag“. Wie Sie dabei am besten vorgehen, erklärt der Steuerrechtler Udo Reuß im Finanz-Ratgeber „Außergewöhnliche Belastungen - So setzen Sie private Ausgaben von der Steuer ab“ auf finanztip.de.

Öffentliche Einrichtungen und Kommunen können sich ebenfalls über die KfW die Anschaffungskosten für einen Homelift fördern lassen. Ihnen stehen insbesondere die Programme „Altersgerecht umbauen – 159“ und „IKK – Barrierearm Stadt“ offen.

Produkt-Tipps unserer Redaktion:

Homelift innen & außen

„Ein Homelift kann bei allen Hausformen eingebaut werden, bei Einfamilienhäusern, bei Mehrfamilienhäusern und auch in Bürogebäuden. Es ist möglich, mit einem solchen Lift mehrere Geschosse zu überbrücken. Eine Höhe von zehn oder mehr Metern ist dabei kein Problem“, erklärt Projektleiter Wolfgang Petri von Perfekta Lift auf Nachfrage unserer Redaktion.

Allerdings benötigt ein Homelift eine ausreichend große Grundfläche. Für die kleinste Ausführung werden mindestens 1,45 m² benötigt. Bei diesen Maßen bleibt allerdings kein Platz für einen Rollstuhl. Solche Liftanlagen können dann nur im Stehen genutzt werden, wodurch sie wohl kaum für eine Förderung in Frage kommen.

Um den Homelift rollstuhlgerecht auszustatten und förderfähig zu machen, sollte er also eine entsprechend große Grundfläche haben. Bei Perfekta Lift werden Komfort-Aufzüge mit einer Plattformfläche von bis zu 2,20 Metern mal 1,10 Metern angeboten. Hier ist dann auch viel Platz für eine Begleitperson.

Ob der Homelift dann innen oder außen in Betrieb genommen werden soll, macht keinen allzu großen Unterschied für die Baumaßnahme. Grundsätzlich ist ein Homelift für den Außenbereich konzipiert, kann jedoch mit einigen kleinen Änderungen auch im Inneren eines Gebäudes genutzt werden. Das betrifft beispielsweise die Dachkonstruktion des Lifts, die im Innenbereich anders verbaut werden kann als außen.

Aus baurechtlicher Sicht kann es jedoch einen Unterschied machen, ob der Homelift innerhalb oder außerhalb von Gebäuden errichtet werden soll. Soll die Anlage innerhalb eines privat genutzen Einfamilienhauses montiert werden, braucht es in der Regel keinen Bauantrag. Im Außenbereich kann ein solcher Antrag jedoch notwendig sein.

Lieferung und Montage benötigen dann mehrere Wochen. „Erfahrungsgemäß dauert die Lieferzeit für einen Homelift zwischen 12 und 15 Wochen. Für die Montage sollten dann nochmal knapp zwei Wochen eingeplant werden“, weiß Projektleiter Wolfgang Petri aus der Praxis von Perfekta Lift zu berichten.

Homelift & Immobilie

Ein Homelift hat nicht nur einen Wert für diejenigen, die ihn nutzen. Auch für den Eigentümer einer Immobilie kann sich eine solche Liftanlage auszahlen. Branchenexperten wissen, dass ein barrierefreier Umbau den Wert einer Immobilie steigern kann. Ein Homelift ist also ein positiver Faktor für einen höheren Verkaufspreis.

Auch für Vermieter kann sich diese Investition lohnen. „Ein Homelift ist eine bauliche Maßnahme, die unter Umständen auch eine Mieterhöhung zulässig machen kann“, erläutert Frank Fanroth. „Für viele Immobilieneigentümer amortisieren sich die Investitionskosten daher aufgrund aktueller Umlagemöglichkeiten“, fügt er hinzu.

Homelift Kosten: Zusammenfassung

Die Kosten für einen Homelift sind von verschiedenen Faktoren abhängig, daher sind pauschale Preisangaben nur schwer möglich. Für ein einstöckiges Einfamilienhaus liegen die Kosten für Lieferung und Montage eines Homelifts bei rund 35.000 Euro. Über Förderungen und Zuschüsse öffentlicher und privater Kostenträger kann der Eigenanteil gesenkt oder günstige Finanzierungen bezogen werden.

 

Häufige Fragen


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Profilbild von Steffen Gottschling

Steffen Gottschling ist der leitende Redakteur der Ratgeber-Redaktion. Bevor er 2016 bei basenio.de begann, war er im Rundfunk und in der Online-Redaktion einer regionalen Tageszeitung tätig. Seine Themenschwerpunkte sind die Bereiche Pflege & Recht.

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