Hausnotruf | Hausnotrufgeräte | Senioren | Vergleich

Welche Hausnotrufgeräte gibt es beim Hausnotruf für Senioren mit körperlicher Einschränkung?

Alleine wohnen trotz körperlicher Einschränkung ist der Anspruch vieler der Betroffenen. Welche speziellen Zusatzausstattungen es im Bereich Hausnotruf gibt um Sicherheit im Alltag zu bewahren, erfahren Sie in diesem Beitrag zu speziellem Zubehör.

Zwei Stationen im Leben eines jeden Menschen lassen sich nur ungenau zeitlich festmachen, sondern sind laufende, oftmals sogar schleichende Prozesse. Das sind zum einen das »Erwachsenwerden« und zum anderen das »Älterwerden«. Man kann diese Prozesse zwar beobachten, aber nur schwer selbst steuern, sondern muss lernen damit umzugehen.

Immer wichtiger wird auch das Älterwerden in der öffentlichen Debatte. Durch den demografischen Wandel zeigt sich, dass sich die Altersstruktur der Bevölkerung seit Jahren verschiebt und die Anzahl der Menschen über 65 Jahre stetig wächst. Waren im Jahr 2011 schon 20,6 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder älter, gehen die Prognosen davon aus, dass im Jahr 2040 fast jeder dritte deutsche Bürger (27,7 Prozent) über 65 Jahre alt sein wird (Quelle: Statistisches Bundesamt).(Quelle: vdek)

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Im Jahr 2040 ist fast jeder dritte deutsche Bürger über 65 Jahre alt. (Quelle: Vdek Statista)

Wunsch nach langer Selbstständigkeit

Da das Älterwerden ein natürlicher biologischer Prozess ist und sich nicht aufhalten lässt, haben die Menschen nur zwei Wünsche: »Alt zu werden und dabei jung zu bleiben« wie der deutsche Schriftsteller Peter Bamm (Quelle: zitat.net) feststellt. Mit der Eigenschaft »Jungbleiben« im Alter verbinden rund 62 Prozent der bei einer Umfrage befragten Personen neben den Hauptwünschen »Gesund und fit zu bleiben« und »kein Pflegefall zu werden« auch die Chance, so lange wie möglich im eigenen Zuhause wohnen bleiben zu können. Dass dieser Wunsch gerade bei Angehörigen auf Zwiespältigkeit stößt, ist nachvollziehbar: Zwar möchte man seinen Eltern oder Verwandten ein selbstbestimmtes Leben im Alter erfüllen, doch geben 31 Prozent der 50 - 59 jährigen befragten Personen an, dass sie sich wegen eines eventuell häuslichen Notfalls sehr große Sorgen machen (Quelle: Johanniter-Unfall-Hilfe). Leider ist diese Angst nicht unbegründet, da gerade bei älteren Menschen die Gefahr eines Hausunfalls steigt. Das mit Abstand größte Unfallrisiko stellt hierbei der Sturz in der eigenen Wohnung und die damit verbundenen Folgen, falls nicht zeitnah reagiert wird, dar. Nach An
gaben des Statistischen Bundesamtes fielen im Jahr 2007 rund 4.600 Senioren einem Sturz zum Opfer.

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Gesund sein, Selbstständig bleiben und zu Hause zu leben wünschen sich die Älteren am meisten! (Quelle: Senicur Altenpflege; Aufgesang Public Relations)

Das Thema „Hausnotruf“ gewinnt in unserer Gesellschaft nicht zuletzt aufgrund neuer demografischer Auswertungen und oben genannter steigender Anzahl von häuslichen Notfällen zunehmend an Bedeutung. Aus diesem Grund, und um eine Übersicht und Beurteilung des Hausnotrufs zu leisten, setzt sich der vorangegangene Artikel intensiv mit der Einrichtung eines Hausnotrufs für Senioren auseinander und erläutert wichtige Fragen wie »Worauf sollte man beim Hausnotruf unbedingt achten?« sowie »Welche Kosten entstehen beim Hausnotruf und wer bezahlt diese?«

Im nachfolgenden Artikel soll nun vertiefend darauf eingegangen werden, welche Möglichkeiten ein Hausnotruf auch für körperlich eingeschränkte Menschen bietet und welche speziellen Zusätze es gibt.

Zubehör für den Hausnotruf | alternative Hausnotrufgeräte

Beim „klassischen“ Hausnotruf wird der Notruf mittels eines Funksenders abgesetzt. Dieser wird direkt am Körper, entweder um den Hals oder am Handgelenk getragen. Alternativ dazu bieten mobile Notrufknöpfe, wie bspw. die MONI von der Firma AKLEBIA mehr Sicherheit für zuhause und unterwegs, da mit ihnen auch außerhalb der Wohnung Notrufe abgesetzt werden können. Dank der Möglichkeit den Standort dieser Geräte zu bestimmen, kann im Notfall effektiv und schnell Hilfe geleistet werden. Neben diesen mobilen Notrufauslösern gibt es auch stationäre, bzw. teil-stationäre Notrufauslöser, die die mobilen Notrufauslöser ergänzen. Mit Hilfe dieser Zusatzausstattungen/ alternativen Hausnotrufgeräte ist es möglich, auch Personen mit Hausnotruf auszustatten, die aufgrund körperlicher Einschränkungen und besonderer Lebenssituationen nicht in der Lage sind einen Notruf per manuellen Druck auf den Funksender abzusetzen. Welches Zubehör können also spezielle Hausnotrufgeräte bieten, um einen erleichterten Zugang zum Hilferuf zu gewährleisten?

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Spezieller Schwanenhalssender, welcher flexibel in alle Richtungen gedreht werden kann. (Quelle: Vitakt Hausnotruf GmbH)

Hierzu gehört zum Beispiel der sogenannte „Schwanenhalssender“. Dieser kann – je nach Ansprüchen der Person – zum Beispiel an den Rollstuhl, das Bett oder den Tisch angebracht werden. Der Schwanenhalssender besteht aus einem flexiblen Metallstab, dem sogenannten „Schwanenhals“, der in verschiedene Richtungen und Positionen gedreht und verstellt werden kann. Am Kopf des „Schwanenhalses“ befindet sich ein Großtastensender, der sensibel auf Berührung reagiert. Ist es einer Person aufgrund einer starken Einschränkung der Mobilität nicht mehr möglich, den Sender manuell auszulösen, kann der Notruf auch mit Hilfe der Wange oder Stirn im Liegen oder Sitzen ausgelöst werden. Im Fall eines Notfalls genügt damit ein Druck durch Berührung auf den Schwanenhalssender und es erfolgt umgehend eine Meldung bei der Notrufleitstelle. Dort wird der Notruf von den Mitarbeitern entgegen genommen. Im Falle eines Notrufes werden daraufhin umgehend die vereinbarten Anweisungen befolgt, das heißt es werden entweder Angehörige, Freunde, der Pflegedienst, etc. verständigt oder ein Rettungsdienst benachrichtigt.

Eine ähnliche Funktion wie beim Schwanenhals kann auch durch einen »Druckluftsender« erbracht werden. Anders als der Schwanenhals verfügt der Druckluftsender über einen Schalter, der nicht auf Berührungsdruck, sondern auf Luftdruck reagiert. An dem eigentlichen Auslöser befindet sich deswegen ein ca. zwei Meter langer Schlauch, der beliebig in der Nähe der Person platziert werden kann. Bei einem Notfall pustet der Kunde in den Schlauch und löst damit den Notruf aus.

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Druckluftsender wird durch einfaches Pusten aktiviert. (Quelle: Vitakt Hausnotruf GmbH)

Ein weiteres Zubehör für ein Hausnotrufgerät sind auch sogenannte Panik- oder Wandtaster, die es ermöglichen sollen, sich in den eigenen vier Wänden rundum sicher zu fühlen. Die kleinen Schalter mit einem Druckknopf in der Mitte können überall im Haus an einer Wand fest angebracht werden und sind so in den verschiedenen Räumen sehr gut erreichbar. Passiert beim Kochen ein Unfall in der Küche, kann hier sehr schnell reagiert werden. Auch können Senioren beruhigter die Tür öffnen, wenn sich direkt in Reichweite ein Paniktaster befindet, den sie bei einer Bedrohung betätigen können und der umgehend Alarm auslöst.

Spezielles Zubehör für an Demenz erkrankte Menschen

Gerade ältere Menschen, die an Demenz erkrankt sind, fühlen sich in ihrer vertrauten Umgebung am sichersten und können es hierdurch schaffen, noch aktiv am Leben teilzunehmen. Jedoch hat gerade diese Personengruppe oftmals das Bedürfnis, ihre Wohnung zu verlassen und nach draußen zu laufen mit dem Gedanken etwas sehr Wichtiges erledigen zu müssen. Die Gefahr hierbei die Orientierung zu verlieren und den Rückweg nur schwer zu finden, ist groß. Auch wird das »Verschwinden« von den Angehörigen nicht immer gleich bemerkt. Um dem entgegen zu wirken, gibt es sogenannte Kontaktmatten. Diese Matte, die das Aussehen eines Fußabstreifers hat, kann zum Beispiel im Eingangsbereich der Haustür platziert werden. In ihr ist ein Sender eingebaut, der bei Kontakt einen Alarm auslöst. Möchte nun eine an Demenz erkrankte Person alleine das Haus verlassen und tritt auf die Kontaktmatte, wird wie bei den anderen Notrufauslösern ein Signal an die Notrufleitstelle übermittelt, mit der Information, dass die Person dabei ist, den Bereich zu verlassen. Hierauf werden wiederum die Angehörigen oder das Pflegepersonal informiert.

Informieren lassen lohnt sich

Es zeigt sich, dass es mittlerweile viele verschiedene Arten gibt, um einen Hausnotruf in seinen Alltag zu integrieren. Durch unterschiedliche Modelle und Ausprägungen kann sich ein Hausnotruf den individuellen Anforderungen von älteren Menschen anpassen und ermöglicht so eine sichere Selbstständigkeit im eigenen Zuhause. Gerade auch für die Angehörigen kann dies beruhigend sein, da bei einem Unfall schnell reagiert werden kann. Die verschiedenen Möglichkeiten eines Hausnotrufgeräts haben sich auch auf die Bedürfnisse von Menschen mit einer eingeschränkten Mobilität angepasst und bestärken so das Vertrauen schnelle und umfassende Hilfe erhalten zu können. Sinnvoll ist es deswegen, sich zum Beispiel im Fachhandel beraten zu lassen, welche Zusatzformen des Hausnotrufs für die jeweilige persönliche Situation am besten geeignet sind.

 

 


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Noemi Haderlein stammt ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Franken und studiert aktuell Medienkultur an der Bauhaus-Universität in Weimar. Sie interessiert sich für Themen wie die Veränderung der Arbeitswelt und der Umgang mit Medien in der ...


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