Hausnotruf | für Senioren | Anbieter

Darauf sollte man beim Hausnotruf für Senioren unbedingt achten - Anbieter im Überblick

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(Quelle: Patricia Klamt)

Der Hausnotruf erobert die Haushalte von alleinlebenden Senioren in Deutschland. Wir haben uns den Markt für Hausnotrufe angeschaut und die wichtigsten Erkentnisse und Tipps zusammengefasst.

Der Hausnotruf existiert in Deutschland seit ca. 20 Jahren und richtet sich in erster Linie an ältere, chronisch kranke oder behinderte Menschen. Vor allem Senioren möchten gerne so lange wie möglich in ihrer eigenen gewohnten Umgebung leben. Um dies risikofrei zu ermöglichen, bietet der Hausnotruf die ideale Sicherheit. Teilnehmer erhalten einen tragbaren Mini-Funksender, über den der Direktkontakt mit der Notrufzentrale in Notfällen aufgenommen werden kann. Die Mitarbeiter der Zentrale benachrichtigen - wenn notwendig- den Rettungsdienst oder den zuständigen Hausarzt sowie Verwandte oder Nachbarn.

Warum gewinnt der Hausnotruf Jahr für Jahr mehr an Bedeutung?

In den kommenden Jahren wird sich laut Statistischem Bundesamt die Zahl der Achtzigjährigen gegenüber jetzt fast verdreifachen – auf neun Millionen. Im Jahre 2050 wird jeder Dritte in Deutschland über 60 Jahre alt sein. Die mittlere Lebenserwartung liegt in Deutschland heute bei 75 Jahren für Männer und bei 81 Jahren für Frauen. Bis zum Jahre 2050 wird die Lebenserwartung jeweils noch mal auf sechs Jahre höher geschätzt.

Immer mehr Menschen leben im Alter allein und sind auf Hilfe von Angehörigen oder Nachbarn angewiesen. 2009 betrug allein der Anteil der Ein- und Zweipersonenhaushalte in Deutschland etwa 74 %, bis zum Jahr 2030 wird er auf 81 % steigen. In vier von fünf Haushalten werden somit lediglich eine oder zwei Person/en leben. Der Hausnotruf stellt somit eine einfache Lösung dar, um älteren, chronisch kranken oder behinderten Menschen ein sicheres Leben zu ermöglichen.

Entwicklung der Privathaushalte nach Haushaltsgröße
Entwicklung der Privathaushalte nach Haushaltsgrößen bis 2030 (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Um zu prüfen, ob Sie den Hausnotruf benötigen, stellen die Johanniter folgende Checkliste zur Verfügung:

1. Ich lebe allein.
2. Ich bekomme selten Besuch.
3. Vor kurzem habe ich ein künstliches Gelenk bekommen.
4. In meiner Wohnung fühle ich mich nicht mehr sicher.
5. Es ist niemand da, den ich ansprechen kann.
6. In der Nacht stelle ich das Telefon zur Sicherheit an mein Bett.
7. Meinen Haushalt zu führen, fällt mir nicht mehr so leicht wie früher.
8. Ich habe Angst auszurutschen und mir etwas zu brechen.
9. Alleine zu baden oder zu duschen ist für mich schwierig.
10. Manchmal ist mir schwindelig.
11. Ich möchte nicht Verwandte oder Freunde um Unterstützung bitten.
12. Ich bin auf eine Gehhilfe oder einen Rollstuhl angewiesen.
13. Ich leide unter einer chronischen Krankheit, die meinen Alltag bestimmt (z. B. Zuckerkrankheit, Multiple Sklerose, Osteoporose).
14. Ich hatte bereits einen Schlaganfall.
15. Ich leide unter Herz-/Kreislaufproblemen, z. B. nach einem Herzinfarkt.
16. Meine Augen oder mein Gehör werden immer schlechter.
17. Ich habe Angst, dass ich immer vergesslicher werde.

Sollten mehr als drei Punkte auf der Liste zutreffen, lohnt es sich bereits, über die Anschaffung des Hausnotrufes nachzudenken.

Wie funktioniert eigentlich ein Hausnotruf-System?

Im Falle eines Notfalls wird per Knopfdruck auf den tragbaren Funksender ein Signal ausgelöst, welches über spezielle Geräte und das Telefonnetz an die Notrufzentrale übermittelt wird. In der Notrufzentrale erscheinen auf einem Monitor sämtliche Daten der Person, wie Adresse, Gesundheitsinformationen und die jeweiligen Kontaktpersonen, die im Notfall zu verständigen sind. Diese Daten werden vorab mit dem Teilnehmer abgesprochen und im System hinterlegt. Mit der Übergabe der notwendigen Informationen an den zuständigen Rettungsdienst oder Notarzt endet der Aufgabenbereich des Hausnotrufs. Er stellt somit lediglich eine Schnittstelle dar.

Hausnotruf, Funktionsweise, Ablauf
Funktionsweise des Hausnotruf-Systems (Quelle: Lisa Singer)

Technische Details 

Um den Hausnotruf nutzen zu können, benötigt der Teilnehmer einen Telefon- und Stromanschluss. Die eigentlichen Hausnotrufgeräte bestehen aus einer Empfängerstation, welche an das Telefon angeschlossen wird und einem Funksender, welcher permanent vom Teilnehmer mit sich getragen werden sollte. Diesen kann man z. B. an einem Armband befestigen. Die meisten Funksender sind wasserdicht, sodass diese auch rund um die Uhr getragen werden können. Es ist jedoch wichtig, sich vorab über die genaue Wasserdichtigkeit des Funksenders zu informieren.

Der Notruf kann zum einen per Knopfdruck an der Empfängerstation oder direkt am Funksender ausgelöst werden. Wird der Notruf per Funksender ausgelöst, wird automatisch eine Verbindung über das Telefonnetz mit der Notrufzentrale hergestellt. Jedes Empfängergerät enthält eine individuelle Kennung inklusive aller personenbezogenen Daten sowie eine Freisprecheinrichtung, mit der der Teilnehmer direkt mit einem Mitarbeiter der Notrufzentrale in Kontakt treten kann.

Anbieter von Hausnotrufen in Deutschland

Vor Abschluss eines Vertrages ist es wichtig, sich über verschiedene Anbieter zu informieren. Deutschlandweit werden Hausnotrufe von karitativen, kirchlichen und sozialen Wohlfahrtsverbänden angeboten sowie auch von privaten Dienstleistungsunternehmen. Zu den größten Wohlfahrtsverbänden gehören die Caritas, der Malteser Hilfsdienst, die Diakonie, die Johanniter Unfallhilfe, der Arbeiter-Samariterbund, die Arbeiter-Wohlfahrt und das Deutsche Rote Kreuz.

Der Johanniter-Hausnotruf

Der Johanniter-Hausnotruf stellt dem Teilnehmer eine Notruf-Basisstation und einen Notruf-Sender zur Verfügung. Dieser ist stoßunempfindlich, wasserdicht und einfach zu bedienen. Ein Knopfdruck auf den Sender genügt und man ist direkt mit der Johanniter-Zentrale verbunden. Anschließend werden Nachbarn und Angehörige, und falls notwendig Notarzt und Rettungsdienst, verständigt. Per Knopfdruck auf die Johanniter-Basisstation kann man direkt mit einem Mitarbeiter der Notrufzentrale sprechen. Die Mitarbeiter des Johanniter-Hausnotrufs helfen außerdem bei:

• Fragen zum Hausnotrufsystem
• medizinischen Fragen und Notfällen
• Notfällen im Alter
• ambulantem Pflegebedarf

Folgende Pakete werden vom Johanniter-Hausnotruf angeboten:

Hausnotruf-Basispaket

• Johanniter-Hausnotrufgerät inklusive Handsender
• Programmierung des Hausnotrufgerätes nach Bedürfnissen des Benutzers
• ausführliche Einweisung für den Benutzer und beteiligte Personen
• Installation des Anschlusses an eine Johanniter-Hausnotrufzentrale über Telefonnetz mit Absicherung über zusätzliche Zentrale
• 24-Stunden Erreichbarkeit der Hausnotrufzentrale an sieben Tagen der Woche
• Vermittlung von Hilfemaßnahmen im Notfall unter Berücksichtigung der Angaben zur Gesundheit, die gemacht wurden
• Kundendienst, der so schnell wie möglich Störungen am Gerät beseitigt

Hausnotruf-Servicepaket

• Hinterlegung des Haustürschlüssels, sodass Einsatzkräfte Zutritt haben und schnell handeln können
• Sicherheitsuhr: Betätigung einer Taste (täglich mind. einmal, z. B. jeden Morgen), zur Absicherung, dass alles in Ordnung ist. Wird dies vergessen, ertönt ein akkustisches Signal. Wird darauf auch nicht reagiert, sendet das Hausnotrufgerät automatisch eine Nachricht an die Zentrale, welche dann alle nötigen Maßnahmen einleitet.
• Zusatzgeräte: z. B. Bewegungsmelder, Falldetektoren und Rauchmelder. 

Mehr Informationen zum Johanniter Hausnotruf entnehmen Sie bitte hier:

DRK Hausnotruf

Der DRK Hausnotruf besteht aus dem Hausnotrufgerät und einem Handsender, welcher stoßfest und wasserdicht ist. Mit diesem hat der Teilnehmer eine direkte Sprechverbindung mit einem DRK-Mitarbeiter. Folgende zwei Pakete werden vom DRK angeboten:

Einfaches Hausnotrufpaket

• Bereitstellung, Installation und Einweisung des Gerätes
• 1 Handsender, 1 Basisgerät
• Aufschaltung auf die Hausnotrufzentrale
• Bearbeitung aller einlaufenden Alarme und Verständigung von Bezugspersonen, Hausärzten, Pflegediensten etc.
• Austausch von defekten Geräten innerhalb von 12 Stunden

Erweitertes Hausnotruf-Paket

Alle Leistungen des einfachen Hausnotrufpakets entsprechend plus zusätzlich:

• Hinterlegung des Haustürschlüssels, DRK-eigene Fahrdienst kommt sofort und leistet Hilfe oder alarmiert Rettungsdienst
• Einsätze des Fahrdienstes werden nicht extra berechnet (monatlicher Pauschalbetrag)

Folgende Vorteile bietet der DRK-Hausnotruf:

• über 50 Hausnotrufzentralen bundesweit 
• ortsnaher 24-Stunden-Bereitschaftsdienst
• sichere Schlüsselaufbewahrung
• Installation des Hausnotrufs innerhalb von 24 Stunden
• ein fester persönlicher Ansprechpartner
• individuelle, persönliche Beratung Zuhause
• weitere Serviceleistungen aus einer Hand
• unverbindliche Test-Angebote für einen Monat
• kurze Kündigungsfristen - zum Monatsende
• Mobilruf-Lösungen: Sicherheit & Service unterwegs

 Aus diesem Video zum DRK-Hausnotruf erhalten Sie weitere Informationen:

Der ASB Hausnotruf

Teilnehmende Senioren des ASB-Hausnotruf-Service erhalten ein Hausnotrufgerät und einen tragbaren Sender mit Druckknopf, welcher entweder als Armband oder als Halskette getragen werden kann. Im Notfall kann sogar eine Sprechverbindung aus dem Keller, dem Garten oder der Dusche hergestellt werden. Die ASB-Zentrale ist rund um die Uhr besetzt. Sobald der Funkknopf gedrückt wird, kommt eine Sprechverbindung mit dem ASB zustande. Angehörige oder andere Vertrauenspersonen, aber auch der Pflege- oder Rettungsdienst können verständigt werden.

Das ASB "Alles-in-Ordnung"-Signal

Zusätzlich wird ein „Alles-in-Ordnung“-Signal gesandt, welches zusätzliche Sicherheit gibt. Es wird, je nach Vereinbarung, vom Hausnotrufnutzer täglich an die Zentrale geschickt. Bleibt das Signal aus, wird automatisch ein Alarm ausgelöst. Ein Mitarbeiter setzt sich anschließend mit dem Teilnehmer in Verbindung und erkundigt sich nach dessen Wohlbefinden. Vom Rauchmelder bis zur täglichen Erinnerung an die tägliche Medikamenteneinnahme, gibt es eine Reihe von Zusatzleistungen.

Um mehr Informationen zum ASB-Hausnotruf zu bekommen, schauen Sie sich bitte das Video an:

2011 wurden 12 Hausnotrufe durch die Stiftung Warentest getestet. Testsieger mit einer Note von 2,3 wurde der Hausnotruf des Deutschen Roten Kreuzes. Dieser überzeugte vor allem im Bereich Kundenservice, der Beratung im Vorfeld und der Einrichtung. Des Weiteren schnitten der Malteser Hilfsdienst und die Johanniter-Unfall-Hilfe gut ab.

Mehr Informationen zu den Testergebnissen finden Sie hier.

Fazit

Immer mehr ältere Menschen sind im Alter auf Hilfe angewiesen. Mit dem Hausnotruf haben Senioren die Möglichkeit, bei einem Notfall schnell kompetente Hilfe zu erhalten. Die einzelnen Geräte sind leicht zu bedienen, sodass im Notfall per Knopfdruck eine direkte Verbindung mit der Notrufzentrale hergestellt werden kann. Bevor man sich jedoch für einen Anbieter entscheidet, sollte man sich über die verschiedenen Leistungen vorab informieren, diese mit anderen Dienstleistern vergleichen und ggf. Testberichte lesen. Des Weitern sollte man die individuelle Situation des potentiellen Hausnotruf-Benutzers beachten und daran festmachen, welche Leistungen überhaupt benötigt werden. Denn wenn dies geklärt und der passende Hausnotruf-Service gefunden ist, hat der Benutzer ein sichereres Leben und kann in seiner gewohnten Umgebung bleiben, so wie es sich der Großteil der Senioren auch wünscht.


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Lisa Singer (Jg. 1990) lebt in Erfurt und studiert aktuell an der FH Erfurt den Masterstudiengang Business Management. In diesem hat sie sich vor allem auf den Bereich Marketing Management spezialisiert. Bereits während ihres dualen Studiums in Erfurt konnte sie ...


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