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Sind PC- & Computerspiele als Beschäftigung für Senioren geeignet?

Wer in den 70ern geboren ist, kann sich sicher noch an die ersten Jahre der Videospieleindustrie erinnern. Seitdem hat sich die Landschaft für elektronische Spiele enorm verändert. Videospiele sind längst nicht mehr nur für Kinder und Jugendliche.

Videospiele haben ihre Anfänge in den Spielhallen. Pixelgrafik, piepsige Musik und simpelste Spielprinzipien waren damals an der Tagesordnung. Die Branche steckte noch in den Kinderschuhen, und dennoch sorgten elektronische Spiele für offene Münder. Die heimischen Spielekonsolen, die darauf folgten, waren in technischer Hinsicht kaum besser und außerdem teuer. Wer keine Konsole besaß und spielen wollte, musste ein Lokal besuchen, in dem ein Videospiel-Automat stand. Und selbst dann war nicht garantiert, dass man zum Spielen kam, da die Automaten oft schon besetzt waren – kein Vergleich zu heute, wo es elektronische Spiele auf jedem Smartphone und Computer gibt. Und das in großer Auswahl und sogar kostenlos.

Vermarktung: Der typische Spieler

1986 brachte der japanische Videospiel- und Spielkonsolen-Entwickler Nintendo eine stationäre Spielekonsole heraus, die zum Verkaufsschlager wurde: das Nintendo Entertainment System. Nintendo wollte vor allem Kinder und Jugendliche erreichen, wie Fernseh-Spots wie dieser verdeutlichen.

Zu dieser Zeit hatte Nintendo großen Einfluss in der Videospielwelt und beeinflusste so den Stereotyp des Videospielspielers. Auch in den 90er Jahren – inzwischen war Sonys Playstation ein weiteres Schwergewicht in der Branche – wurden vor allem Spiele für männliche Jugendliche entwickelt: Fußball-, Spionage-, Kampf- und Autospiele wurden in Serie produziert. Mädchen, Frauen und ältere Menschen wurden deutlich seltener mit sie ansprechender Software versorgt.

Expansion auf andere Zielgruppen

Heute ist der Videospielmarkt so groß, dass es Spiele für jeden Geschmack und für alle Interessen gibt. Und längst geht der Nutzen über den reinen Spielspaß heraus. So werden Videospiel-Elemente beispielsweise in der Berufsausbildung und in der Medizin genutzt. Videospielen entwickelte sich im 21. Jahrhundert sogar zu einer neuen Sportart, in der Turniere ausgetragen werden, die tausende Zuschauer anlocken und sogar im Fernsehen auf Sportsendern wie Sport 1 übertragen werden. Weltweit kämpfen Einzelspieler und Teams im "eSport" (elektronischer Sport) in verschiedenen Videospielen um Pokale und hohe Preissummen. Selbst etablierte Fußball-Clubs wie die Bundesligisten Schalke 04 und VFL Wolfsburg,stellen ihre eigenen E-Sport-Teams auf. So avancieren Videospiele immer mehr zu einer der größten Unterhaltungssparten der heutigen Gesellschaft. Und auch die über 50-Jährigen "daddeln": Studien zufolge spielt 2016 jede fünfte Person zwischen 50 und 64 Jahren und jede zehnte Person über 64 Jahren Videospiele.

Ü50 und Videospiele

Im nahenden Rentenalter und wenn die Kinder aus dem Haus sind, hat man mehr Freizeit. Gleichzeitig können altersbedingte körperliche Erbrechen dazu führen, dass sportliche Freizeit-Aktivitäten nur noch schwer oder gar nicht mehr ausgeübt werden können. Videospiele sind also durchaus eine gute Freizeit-Beschäftigung für ältere Menschen, wenn etwaige Berührungsängste erst einmal abgebaut sind. Die alteingesessenen Spieler der ersten Videospieljahre hingegen nutzen ihre neu gewonnene Freizeit, um wieder oder nach wie vor ihrem spielerischen Hobby nachzugehen. Und auch Neueinsteiger fassen aufgrund des großen Angebots – gerade auf Smartphones sind oft Spiele vorinstalliert oder können einfach per App geladen werden – leicht Fuß.

Spiele-Empfehlungen 2016

Wer sich schon damals für Videospiele interessiert hat, als diese gerade ihre Anfänge fanden, der weiß auch heute was es für Möglichkeiten gibt und welche Spiele auf dem Markt sind. Doch diejenigen, die sich bisher noch nicht mit dem Thema befasst haben, sollen hier ein paar Vorschläge bekommen, welche Computerspiele für Menschen höheren Alters geeignet sind.

Kartenspiele:

So gut wie alle traditionellen Kartenspiele gibt es mittlerweile auch für den PC oder das Smartphone. Diese können Sie in vielen Fällen sogar mit mehreren Leuten spielen. Zum trainieren am heimischen Computer oder unterwegs auf dem Handy, diese Kartenspiele lassen keine Langeweile aufkommen:

Simulationen:

Auch Simulationen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Bei diesen Spielen taucht der Nutzer in ein gewähltes Umfeld ein, bspw. die Eisenbahnwelt. Dort kann er erleben, wie es ist der Verantwortliche für unterschiedlichste Maschinen und Geräte zu sein und diese realitätsgetreu zu bedienen.

Denk- & Geschicklichkeitsspiele:

Diese Spiele sind besonders für unterwegs auf dem Smartphone sehr beliebt. Als kurzweiliger Zeitvertreib können Sie sich an kleinen Knobel- oder Geschicklichkeitsaufgaben versuchen. Doch auch für einen längeren Abend gibt es Varianten. Diese kann man sogar sehr gut mit mehreren Leuten spielen und so gemeinsam schneller zum Erfolg zu kommen. Ein schöner Nebeneffekt: Sie bleiben zusätzlich fit im Kopf.

Bewegungsspiele:

Bewegung tut gut. Selbstverständlich auch im Alter. Also warum nicht einmal ausprobieren, wie man Bewegung und Videospiele verbinden kann. Mit der Wii / Wii U, einer Spielekonsole von Nintendo lässt sich das ganz einfach bewerkstelligen und vor allem können Sie dies auch nutzen, wenn das Wetter schlecht ist. Wer Angst hat zu starken körperlichen Anstrengungen ausgesetzt zu sein, dem sei gesagt, dass es hier durchaus adäquate Spiele zur Verfügung stehen, die einen nicht sofort ins Schwitzen bringen.

Unsere Empfehlungen:

Fazit:

Computer- und Videospiele machen durchaus auch im Alter noch sehr viel Spaß. Zudem haben viele Denk- oder Bewegungsspiele den Nebeneffekt, dass Sie sich körperlich und geistig betätigen können. Für schlechtes Wetter oder gegen Langeweile ist das eine tolle Lösung des Zeitvertreibs. Videospiele bedeuten dabei nicht, dass Sie alleine vor dem Fernseher oder dem PC sitzen müssen. In der Regel können Sie es so gestalten, dass mehrere Personen zusammen das Erlebnis teilen. Vielleicht können Sie damit sogar bei Ihren Kindern oder Enkeln punkten, die für solche Spiele ja sicher eh aufgeschlossen sein werden. Probieren Sie es einfach einmal aus.


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Mein Name ist Marian Freund und ich studiere Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena. Derzeit bin ich als Praktikant für basenio tätig und lerne den Arbeitsalltag in einer Agentur kennen. In meiner Freizeit ...


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