Wohnmobil-Reiseberichte | Reisetipps | Reiseführer

Der Wohnmobil-Reisebericht 2017: Tour in Europa/ DE, Frankreich & Spanien

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(Quelle: Axel Zawischa)

Ein Wohnmobil-Reisebericht von einer Tour in Europa. Basenio-Geschäftsführer Axel Zawischa ist mit seiner Familie unterwegs und hat viele Tipps für Reiselustige.

Hier können Sie die direkt zu den einzelnen Reise-Kapiteln gelangen:

Der Plan lautet: Vom 22.04.2017 bis 23.05.2017 im Wohnmobil quer durch Europa zu touren, und dabei sich die prächtige Frühlingsluft um die Nase wehen zu lassen. Ziel ist die Atlantikküste Nordspaniens. Hier möchten wir gern etwas länger verweilen, haben aber keine festen Termine, wann wir wo erscheinen und bleiben. Also pure Freiheit. Der Weg ist das Ziel, und das muss man sich verinnerlichen. Eine besondere Herausforderung besteht darin, die Reise mit unserem zehn Monate alten Sohn Bruno zu bestreiten. Ohne Kind wissen wir, wie es ist. Mit Würmchen ist aber so einiges anders. Die Uhren ticken etwas langsamer, und wir sind nicht auf der Entdeckungsflucht.

Die Reise beginnt: 22.04.2017 / Erfurt – Bingen 310 km / Stellplatz – 0,- € Campingplatzgebühren

Mit dem eigens für die Wohnmobilvermietung angeschafften Basenio-Wohnmobil starten wir also am Samstag, den 22.04.2017, gegen 16:00 Uhr, unsere Reise. Warum so spät die Abfahrt? Erkläre ich aufgrund komplex verstrickter Kausalketten lieber nicht! Unser erster Stopp aufgrund der späten Abreise ist ganz spontan der Wohnmobilpark Bingen-Gaulsheim. Wir erreichen den Stellplatz 21:15 Uhr. Meine Frau Alexandra hat die Info von der Webseite Mobilisten.de. Ein Wohnmobilstellplatz ohne WC und Dusche, dafür mit Strom und Wasser (V/E), und einem Brötchenservice. Kostenpunkt 7 Euro + 2,50 Euro für Strom. Leicht abgelegen und auf jeden Fall sehr ruhig. Das lauteste ist das manigfaltige "Gebrüll" der Vögel.

Auf nach Freiburg

23.04.2017 und 24.04.2017 / Bingen – Freiburg 270 km / 52,- € Campingplatzgebühren

Wir starten, gegen 9:15 Uhr, in Richtung Freiburg. Hier haben wir uns ein, zwei Tage Freizeit eingeräumt. Zudem laufen wir auf der Felge, da wir beiden Erwachsenen erkältet sind, und eine Pause auf einem komfortablen Campingplatz benötigen. Weit gekommen - zwinker, zwinker -, aber Gesundheit und Entspannung gehen vor. Dank freier Autobahnen am Sonntag und hervorragendem Wetter erreichen wir Freiburg bei strahlendem Sonnenschein, gegen 14:00 Uhr. Einfach herrlich, und ein Lichtblick bei dem gesundheitlichen Zustand. Für diesen Tag machen wir erstmal nichts mehr außer Nahrungsbeschaffung und generelles „Eingewöhnen“ im und am Wohnmobil.

Der Campingplatz ist der Wahnsinn, allerdings darf man hier nicht grillen. Hier ein paar Eindrücke, absolute Empfehlung.

Wohnmobil, Camping, Freiburg
Bruno und Alexandra beim Essen vor dem Basenio-Wohnmobil. (Quelle: Axel Zawischa)

Selten so geniale sanitäre Anlagen gesehen. Zudem sind 23 Euro/Nacht, inklusive zwei Personen (Baby Bruno ist frei), zuzüglich 2,80 Euro Ökostrom für diese Ausstattung nicht zu viel verlangt. Der Camper-Komfort ist überragend. Überdachte, großzügige Abwaschmöglichkeit, Waschraum umsonst, Frühstücksraum umsonst (Für Bullifahrer bei Schlechtwetter), Duschen absolut genial, WC megasauber u. s. w.

TIPP: Auffahr-Klötzer mitnehmen, da hier leicht abschüssige Stellplätze sind.

Radeln in Freiburg

24.04.2017

Wir starten, gegen 10:00 Uhr, mit Rädern und Fahrradanhänger in die Innenstadt. Freiburg ist sehr fahrradfreundlich und man radelt nahezu immer auf Radwegen. Dank guter Infrastruktur sind wir innerhalb einer viertel Stunde schon im Altstadtzentrum.

TIPP: Schließen Sie die Räder gegenüber des Freiburger Münster an und erkunden Sie die herrliche Altstadt zu Fuß.

Direkt am Freiburger Münster empfehlen wir eine "lange Rote", das Gegenstück zur Thüringer Bratwurst. Mit oder ohne - "mit" heißt mit Zwiebeln – "ohne", halt ohne "Zwibbeln". Der Wochenmarkt findet rund um das Münster statt und bietet fantastisch, frische Einkaufsmöglichkeiten. Wir entscheiden uns, frischen Spargel aus der Region sowie Cordon-Bleu für das Abendessen einzukaufen! Danach verschaffen wir uns auf dem Schlossberg einen Überblick über Freiburg. Hier hat man einen Rundum-Blick über der Stadt.

Freiburger Münster, Freiburg, Stadtblick
Das Freiburger Münster. (Quelle: Axel Zawischa)

TIPP: Für alle die nicht mehr so gut zu Fuß sind, führt ein Aufzug hinauf zum Biergarten des Schlossbergs. Hier hat man auch einen tollen Ausblick auf Freiburg. Direkt am Weinhang - vielleicht bei einem frischen Weinschörrlchen und einem Flammkuchen. Parken kann man in der Schlossberggarage.

Fazit: Freiburg ist eine erfrischend, junge, moderne Stadt mit tiefstem Schwarzwälder Kulturerbe und toller Architektur, netten Leuten und gutem Essen. Wir kommen gern wieder, weil wir noch nicht genug gesehen haben.

Wohnmobil, Freiburg
Von hier oben vom Schlossberg hat man einen tollen Ausblick auf Freiburg. (Quelle: Axel Zawischa)

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Bonjour Frankreich

25.04.2017 / Freiburg – Dole 280 km / 17,- € Maut / 19,- € Campingplatzgebühren zzgl. Kurtaxe

Wir fahren, gegen 10:20 Uhr, etwas gestärkt los. Bevor man in Richtung Frankreich startet, empfehlen wir jedem noch einmal zu tanken. Falls  man es vergessen hat, gibt es vereinzelt Discounter-Tankstellen (meist die SB 24H Tanken), welche sich jedoch etwas abseits der Autobahnen befinden.

Nach ein paar Erledigungen nehmen wir auch schon wieder voll Fahrt auf, und sind nach gefühlt einer halben Stunde in Frankreich. Das Wetter zieht sich zu, leider, denn wir haben zumindest einen Stadtbummel in unserem Zielort Dole geplant. Wir kommen, gegen 16:30 Uhr, nach anstrengender Fahrt endlich an. Trotz des schlechten Wetters (Regen bei fünf Grad) sind wir hellauf begeistert von dem Charme der kleinen, alten Stadt, der uns hinter den Wohnmobilscheiben vermittelt wird. Der Spaziergang fällt leider flach, denn es wird sonst zu spät. Wir sind alle hungrig und brauchen etwas Ruhe.

Auf dem Weg zum Camping Platz „Camping du Pasquier“ fährt man mitten in der Stadt einen Kanalweg entlang, wo alte, große Hausboote liegen. Mega romantisch und absolut gemütlich.

TIPP: Direkt Richtung Dole-Centre findet man hinter dem Rhein-Rhone-Kanal links einen großen Parkplatz beim Stadion mit eigener Fußgängerbrücke zur schönen Altstadt. Hier kann man bei atemberaubender Altstadtkulisse auch kostenlos für eine Nacht mit einem Wohnmobil stehen.

Camping in Rimondeix ist was für Naturliebhaber

26.04.2017 / Dole – Rimondeix 340 km / 10,- € Campingplatzgebühren

Nach einem Tag komplett im Wohnmobil, dank des Dauerregens, starten wir gegen 10 Uhr, bei - natürlich bei Regen. Das Wetter wird und wird nicht besser, Graupel und Regen bei angenehmen vier bis fünf Grad. Die Gegend aber schon. Wir entscheiden uns, nur Landstraße zu fahren, um Maut zu sparen und mehr von der Gegend zu sehen. Gemütliche Dörfer, große und kleine Felder, überwiegend agrarwirtschaftliche, ländliche Flora und Fauna springen unseren Augen entgegen. Auffällig ist, dass die Franzosen gerade bei den kleinen Feldern die Feldergrenzen mit Bäumen, Sträuchern und Hecken bewirtschaften. Das schaut großartig, natürlich und nachhaltig aus. Irgendwie biologischer und herkömmlicher als in "good old Alemania". An dieser Stelle möchte ich mich für die Langeweile entschuldigen, aber das muss gesagt werden, denn wir haben heute schon wieder schlechtes Wetter.

Wohnmobil, Schafe, Rimondeix
Das Basenio-Wohnmobil umgeben von französischem Camping-Charme. (Quelle: Axel Zawischa)

Wir rasten in Digoin und decken uns in einem Intermache´ für die nächsten 2 Tage ein. Weiter  geht’s nach Rimondeix. Wir erreichen das Örtchen gegen 16:30 Uhr und müssen ein wenig schmunzeln. Der Platz hat alles, was sich Naturliebhaber wünschen und man sich für laue Sommernächte mit Freunden und Familie so wünscht. Wir werden sofort herzlich begrüßt, obwohl der Platz offiziell noch nicht geöffnet hat. Trotz Regen und Kälte machen wir einen kleinen Spaziergang und bespaßen Baby Bruno mit den Schafen. Das Areal ist wirklich außergewöhnlich und ein tolles Natur-Highlight.

Wohnmobil, Schafe, Rimondeix
Wir erregen Aufmerksamkeit bei den Schafen. "Bruno" ist total begeistert. (Quelle: Axel Zawischa)

Das wunderschöne Schloss in la Rochefoucauld

27.04.2017 / Rimondeix – Bordeaux 340 km / 24,- € Campingplatzgebühren

Dank unserer guten Standheizung haben wir die kühle Nacht wohlig warm überstanden. Gegen 10 Uhr fahren wir los, und versuchen noch ein paar Eindrücke mit der Kamera festzuhalten. Wir sind uns einig, dass wir auch hier noch einmal bei besserem Wetter wiederkommen möchten.

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Alexandra und Bruno vor dem Château de La Rochefoucauld. (Quelle: Axel Zawischa)

Unterwegs planen wir unsere Pause in dem kleinem Schlossörtchen „la Rochefoucauld“. Man kann schon von weitem das Schloss erkennen, welches anbetungswürdig von den kleinen Häuschen in Szene gesetzt wird. Wir haben Glück und das Wetter spielt mit. So können wir eine Besichtigung in Angriff nehmen. Nach kurzer Verhandlung können wir statt stolzen 25 Euro (10 Euro pro Erwachsener, 5 Euro pro Kind), nun für faire 10 Euro das Innere des Chauteaus besichtigen.

Wohmobil, Château de La Rochefoucauld, Schloss
Der Innhof des Châteaus de La Rochefoucauld. (Quelle: Axel Zawischa)
Wohmobil, Château de La Rochefoucauld, Schloss
Auch im Inneren gibt es viele interessante Details, zur Historie des Châteaus de La Rochefoucauld. (Quelle: Axel Zawischa)

TIPP: Besichtigen Sie das Schloss, es lohnt sich wirklich! Wir haben noch nie etwas vergleichbar authentisch, gegenwertig, gelebtes Adelsdasein live erlebt.


Nach der Schlosspause geht es weiter. Wir decken uns direkt in la Rochefoucauld wieder mit Nahrung ein und tanken so günstig wie in Deutschland.
Gegen 18:30 Uhr erreichen wir nun endlich das bekannte Bordeaux. Ich habe immer gedacht: "Bordeaux – wow -, was für eine Idylle". Und dann kommt man an und stellt fest, dass es eine recht große Industriestadt an einem großen Fluss, der Garonne, ist. Der Weinanbau spielt hier wahrscheinlich eine untergeordnete Rolle in Sachen Arbeitgeber. Auf dem Campingplatz Village du LAC – Camping de Bordeaux finden wir eine erstaunliche Ruhe vor der nahegelegenen Großstadt. Wir braten Burger und nehmen eine Dusche. Baby Bruno bekommt zum ersten Mal Rind. Uns fällt auf, dass der Campingplatz als günstige Alternative für Businessleute und Arbeiter als Übernachtungsmöglichkeit genutzt wird. Arbeiter pennen im Zelt, Business-Kasper in recht netten Bungalows. Irgendwie verkehrte Welt, denn hier sind Toiletten Unisex sowie Duschen und Abwaschmöglichkeit in einem Raum. Hygiene ist vorhanden, aber es könnte alles ein bisschen mehr durchdacht sein.

P. S.: Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn sich die Waschbecken für die Hygiene nach dem Geschäft direkt neben den Pissoirs der Männer befinden.

Die größte Sanddüne Europas

28.04.2017 / Bordeaux – Pyla sur Mer 70 km / 25,- € Campingplatzgebühren pro Nacht

Wir entfliehen dem Großstadt-Jungle und kommen, gegen 14:00 Uhr, an der größten Sanddüne Europas an. Ab jetzt kann die Entspannung am Meer so richtig starten. Wir geben uns überhaupt keinem Zeitzwang mehr hin, denn Bruno will und kann auch nicht mehr fahren. Maximal zwei Stunden am Tag - das reicht. Zum Glück spielt das Wetter mit, es scheint die Sonne bei 16 bis 20 Grad.

Alexandra hat den besten aller Campingplätze ausgesucht. Er nennt sich „Camping Panorama Pyla sur Mer“ und liegt am Fuß der Düne. Man sollte seine Euphorie über die überragende Größe der Düne ein wenig in Zaum halten, und bei der Wahl des Campingplatzes nicht gleich den erstbesten nehmen, der genau hinter der Düne liegt. Wir haben freie Platzwahl und können stehen, so lange wir möchten. Direkt nach der Einfahrt lachen uns ein beheizter Swimmingpool, Minigolf-Anlagen, Basketball-, Fußball- und Tennisplätze sowie mehrere Hüpfburgen für Kinder an. Ein wahres Paradies für Familien mit Kindern! Der Pool hat sogar schon geöffnet.

Wir suchen uns einen Parkplatz direkt im Wald mit einem herrlichen Ausblick auf die Düne und das Meer. So einen schicken Campingplatz am Meer hat man selten. In Windeseile packen wir alles aus, schließen alles an und machen uns fertig zu einem Spaziergang zur Düne. Noch nicht einmal zwei Minuten Fußweg, und wir erhalten einen Wahnsinns Ausblick zum Meer und zur Düne. Über und neben uns gleiten die Paragleiter zum Teil gerade einmal einen Meter über unsere Häupter. Weiter abwärts entlang der Düne treffen wir ein nettes junges Paar aus Berlin, ebenfalls mit einem Baby welches ein Jahr alt ist.

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Dune du Pilat, die größte Sanddüne Europas. Unten sieht man die Gleitschirmflieger. (Quelle: Axel Zawischa)

Der nette Hinweis unseren Chariot-Kinderwagen nicht mit nach unten an den Strand zu schleifen, bewahrt uns vor einem Rückmarsch-Desaster vom feinsten. Am Strand unten sind es gefühlte 25 Grad. Wir chillen kurz und Bruno spielt ein wenig im Sand. Danach stampfen wir wieder zurück nach oben, und plaudern dort noch eine Weile mit dem netten Pärchen. Wir entscheiden uns, hier mindestens noch einen weiteren Tag zu bleiben!

TIPP: Schauen Sie sich auf jeden Fall die DUNE DU PILAT an, und planen Sie einen Stop bzw. eine Nacht auf dem Campingplatz hier. Es ist wunderschön, herrlich friedlich und ruhig. Dazu empfehlen wir ein Fernglas, um dem bunten Treiben auf dem Meer und der Düne zu folgen.

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Ich genieße den Ausblick. (Quelle: Axel Zawischa)

 29.04.17 / Pyla sur Mer – 0 km wir bleiben hier

Der Tag beginnt mit dem besten Frühstück bisher. Wir sitzen im Freien und schauen aufs Meer. Die Sonnenstrahlen kitzeln unsere Nasen zwischen den hohen wunderbar duftenden Pinienbäumen. So langsam riechen wir auch wieder etwas und die Erkältung läuft von dannen. Wir bekommen Gesellschaft von vielerlei Gefiederkameraden. „Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelscharr“ sitzen mit uns am Frühstückstisch, und fordern leicht penetrant ihren Anteil ein. Nach dem Frühstück erkunden wir den gesamten Campingplatz und finden tolle Dünenwege. Von hier aus sieht man Muschelzuchten an den gegenüberliegenden Sandbänken. Die Sandbänke scheinen, ein ebenso beliebtes Ausflugsziel für zahlreiche kleine Boote vom Festland zu sein. 

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Bruno frühstückt und genießt den Blick durch die Pinienbäume. (Quelle: Axel Zawischa)

TIPP: Nehmen Sie sich die Zeit und machen Sie eine kleine Wanderung zum Strand.

Hier kann man viele Luftschutzbunker der Deutschen vom Nahen erkunden, und die Füße oder den ganzen Körper ins Wasser stecken.
Nach einer Empfehlung des jungen Pärchens wechseln wir noch einmal den Stellplatz, um auch direkt vom Wohnmobil den uneingeschränkten Blick aufs Meer zu haben. Definitiv eine gute Entscheidung! Am Abend grillen wir mit Marlen, Jörn und Töchterchen Magdalena ein bisschen Fleisch. Dafür gibt es wie so oft auf Frankreichs Campingplätzen extra dafür vorgesehene Grillplätze mit Grills. Als gebürtiger Thüringer nimmt man selbstverständlich den eigenen Grill. Als natürlicher Grillanzünder sowie Geschmacksverstärker verwenden wir die großen zahlreich herumliegenden Pinienzapfen. Diese brennen hervorragend, bilden eine Superglut, duften klasse und sind nachhaltig gesünder als ekliger Grillanzünder!

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Zwei Männer vor der mobilen Kommandobrücke: unser Basenio-Wohnmobil. (Quelle: Axel Zawischa)

30.04.17 / Pyla sur Mer – 0 km wir bleiben hier

Der Tag beginnt recht mild und freundlich, sodass wir auch im Freien frühstücken können. Nach kurzer Empfehlung unseres älteren Camping-Nachbarn, das Frühstück etwas schneller aufgrund baldig eintretender Schauer zu beenden , tritt auch zeitgenau 15 Minuten später der Regen ein. Der Tag versinkt im tiefen Nass und wird von heftigen Winden begleitet. Bei einem kurzen Spaziergang entlang des "Glacier Plage" wird klar, wie die Düne entstanden sein muss. Es rieseln mit voller Geschwindigkeit die Sandkörner die Klippe herauf. Ein Blick aufs Meer wird zur Qual! Wir entspannen uns im Wohnmobil und schmieden den Plan zur Weiterfahrt nach Biarriz.

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Solche prächtigen Sonnenuntergänge hat man hier, wenn das Wetter es gut mit einem meint. (Quelle: Axel Zawischa)

Auf der Rückreise könnten wir uns diesen Platz erneut als Zwischenstopp vorstellen, dennoch gibt es einen Hinweis.

TIPP: Versuchen Sie, Pyla sur Mer bei schönem Wetter zu besuchen. Der wundervolle Ort ist erst richtig wundervoll, wenn die Sonne scheint und die Riesen-Düne zum Paragleiten und Sonnen nutzbar wird!

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Vor ihrem Flug besprechen sich die Gleitschirmflieger auf dem Strand. (Quelle: Axel Zawischa)

WLAN und französische Gaumenfreuden

01.05.2017 / Pyla sur Mer – Biarritz 170 km / 25,- € Campingplatzgebühren pro Nacht

Wir starten nach dem Frühstück bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Biarritz. Unser Spartrieb und unsere unersättliche Schaulust für Landschaften führt uns entlang der Nebenstraße D 652. Gut beforstete Wälder und Lichtungen wechseln sich ab, und lassen eine recht raue Natur entlang der Atlantikküste erahnen. Dennoch wurde hier bereits jahrelang professionelle Forstwirtschaft betrieben. Lichtungen, teils Urwälder, aber auch künstlich angelegte Baumschulen wechseln sich ab.
Unterwegs machen wir Mittag und decken uns bei einer Boulaungerie mit Baguette, Tarte d´Apricot, Tarte d´pomme, einer kleinen Pizza und einer Quiche ein. Für faire 14 EURO bekommen wir hier absolute französische Bäckerkunst!

TIPP: Decken Sie sich mit Lebensmitteln bei einer Boulangerie in ländlicheren Regionen abseits der großen Orte ein. Hier bekommt man das beste Preis-Leistungsverhältnis und es schmeckt einfach fantastisch!

Gegen Nachmittag erreichen wir Biarritz bei leichter Bewölkung. In Biarritz selbst gibt es einen Wohnmobilstellplatz mit Strom und Wasser sowie einen 4-Sterne-Campingplatz. Wir entscheiden uns für den Campingplatz, da es einen wunderbaren Spielplatz, einen Pool, WLAN und ordentliche sanitäre Anlagen gibt. Dazu ist Biarritz als gepflegte kleine Kulturstadt an der Atlantikküste bekannt, und wir möchten gern mehr als einen Tag verweilen. Wir beenden den Tag mit einem Spaziergang zum ca. 1 km entfernten Surfer Strand Milady. Der Strand wirkt sehr gepflegt und bietet alles, was das Surfer- & Badeherz begehrt!
Wer einen Surflehrgang machen möchte, findet hier entsprechende Surfshops und "Ecole de Surfe".

02.05.2017 Biarritz – 0 km - wir bleiben hier

Regen > Einkauf > Aquarium > Stadtbummel > toll! Mehr kann man gar nicht sagen. Selbst bei Regen wird einem in Biarritz nicht langweilig. Wir entscheiden uns für das Aquarium direkt am Meer. Kinder bis vier Jahren zahlen nichts, Erwachsene 14,50 Euro. Hierfür wird einem aber wahnsinnig viel geboten. Einziges Manko, die Beschilderungen der Bassins und Becken sind leider alle in Landessprache; kein Englisch, kein Spanisch oder geschweige denn Deutsch.

Mit viel Liebe zum Detail und einer ausgeklügelten Wasserzufuhr direkt aus dem anliegenden Meer kann man hier Meerestiere bestaunen. Darunter sind Exemplare, die bei uns in Deutschland wahrscheinlich sehr selten oder überhaupt nicht in Aquarien gehalten werden. Leicht unterzuckert verlassen wir vier Stunden nach Eintritt das Aquarium.

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Im Meeresaquarium Biarritz schwimmt so manch großer Fisch. (Quelle: Axel Zawischa)
Aquarium, Meeresaquarium Biarritz
Auch im Außenbereich ist einiges geboten. (Quelle: Axel Zawischa)

 TIPP: Bei schlechtem Wetter in Biarritz ist ein Besuch im Meeresaquarium sehr empfehlenswert!

Zu erreichen ist das im Zentrum liegende Aquarium am besten zu Fuß oder bei Regen idealerweise mit dem Bus. Es fährt direkt von der Haltestelle am Campingplatz im Halbstundentakt die Buslinie 10. Für 1,- Euro/Person bzw. für 2 Euro das 24h-Ticket ist man günstig und trocken unterwegs.

03.05.2017 Biarritz – 0 km - wir bleiben hier

Markthalle > Stadtbummel > Strandpromenade > Kultur > Grillen. Bei idealem Wetter machen wir uns gemeinsam mit zwei kürzlich befreundeten Pärchen samt Babys auf zu den „Les Halles de Biarritz“ (Markthalle exquisiter Lebensmittel & Meeresfrüchte). Diese sollte man besichtigt haben, vor allem wenn man die Möglichkeit hat, die Köstlichkeiten am Abend auf dem Grill oder Gasherd zuzubereiten. Wir naschen hier und da - hier ein Stück Käse, da eine frische Tarte; kaufen etwas Fleisch für den Abend. Egal, ob Gemüse oder Früchte aus dem Meer – hier gibt es regionale Spezialitäten und Delikatessen soweit das Auge reicht.

Wir ziehen weiter zum „Plage du Port Vieux“. Ein in einer Bucht kolosseumsartig angelegter Strand, umrandet von Restaurants und kleinen Sonnenterassen. Der Name lässt die Hafennähe schon erahnen. Hier machen wir Mittag und genießen die Sonne. Wer dekadent gut speisen möchte, kann dies in jedem Fall zu äquivalenten Preisen auch in den mit Aussicht zum Meer angelegten Restaurants.

Nach dem Mittag laufen wir über den „Espl. de la Vierge“ zum „Rocher de la Vierge“. Der wundervolle Ausblick, über die Küste bis zum Leuchtturm auf der einen und zu den Pyrenäen auf der anderen Seite, ist einmalig. Von hier kann man unser Zielland Spanien schon erkennen.

Nur einen Steinwurf entfernt liegt der alte Hafen. Der Anblick erinnert an den Schutzwall einer alten Burganlage. Von hohen Steinmauern umrandet, bietet das kleine Hafenbecken bis heute Schifferbooten Schutz vor den Launen des rauen Atlantiks. Am kleinen Hafen vorbei erreichen wir den „Grande Plage“. Unterwegs empfehlen wir einen kleinen Zwischenstopp in der Kirche „Paroisse Notre-Dame du Rocher – Eglise Sainte-Eugenie“. Auf dem „Grande Plage“ kann man hervorragend Café trinken oder seinen Körper im kühlen Nass erfrischen.

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Auch in der Nacht hat Biarritz seinen Reiz. (Quelle: Axel Zawischa)

Den Abend lassen wir gemütlich mit den anderen Pärchen bei Gegrilltem ausklingen. Damit die Klamotten wieder frisch werden, nutzen wir die vorhandenen Waschmaschinen für 5 Euro/Waschgang. Die Wäsche wird bei 32 Minuten Waschgang zwar nicht tiefenrein, ist aber dennoch frischer als vorher.

TIPP: Nutzen Sie am frühen Vormittag die Markthallen „Les Halles de Biarritz“, um direkt etwas zu schlemmen oder frisch einzukaufen.

04.05.2017 Biarritz – 0 km wir bleiben hier

Einen letzten Tag verbringen wir gaaanz in Ruhe und laufen an dem bekannten Strand „Plage Milady“. Er ist sehr sauber und man kann die talentierten Surfer bestaunen. Dieses Jahr ist Biarritz vom 20. – 28. Mai sogar der Austragungsort für die Surfweltmeisterschaften. Die französische Atlantikküste im Baskenland am Golf von Biskaya ist für ihre hohen Wellen weltbekannt.

Nach dem Strandbad lassen wir den Tag ruhig ausklingen und bereiten uns für die weitere Reise vor. Zeit und Wetter geben uns die Marschrichtung nach unserem Ziel Nordspanien vor.

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Alexandra auf dem "Plage Milady". (Quelle: Axel Zawischa)
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Spaziergang mit Bruno auf dem "Plage Milady". (Quelle: Axel Zawischa)

Llegada a España

05.05.2017 Biarritz – Donastia San Sebastian – Bermeo  165 km / 28,- €

Nach anfänglicher „Gas-Nachschub-Niederlage“ kommt der Tag ins Rollen. (Wir haben alle Möglichkeiten nach einer passenden Gasflasche bzw. einer Auffüllstation abgecheckt - vergebens!!!)

Nicht mehr weit entfernt lacht uns schon die spanische Sonne entgegen. Wir umfahren die Autobahn und ersparen uns die Mautgebühren. Die Strecke möchten wir gern fahren, da wir den Kontrast zwischen Frankreich und Spanien einfangen möchten. Und tatsächlich merkt man sofort den Wechsel des Landes. Verkehrsschilder sind ähnlich wie in Deutschland, die Ordnung weniger deutsch. Geplant ist ein Stadtbummel in der Stadt Donastia San Sebastian. Wir erreichen diese nach einstündiger Fahrt  und machen Rast an einem recht gepflegten Stadtstrand. Der erhoffte Stadtbummel fällt flach wegen mangelnder Parkmöglichkeiten für Wohnmobile unserer Größe. Zu zweit wäre ein Parken im Stadtrandgebiet mit anschließender kleiner Radtour die perfekte Lösung für das Problem. Mit einem Chariot-Baby-Fahrradanhänger möchten wir dennoch nicht Baby Bruno und uns in die Gefahren des temperamentvollen spanischen Stadtverkehrs begeben.

Gestärkt und ausgekrabbelt (Baby Bruno) geht es weiter. Dieses mal fahren wir über die Autobahn AP-1 AP-8 für 10,56 Euro, da wir ins Gebirge kommen und noch ein wenig Kilometer schrubben möchten. Wir erreichen unseren Zielort Mundaka bei Bermeo über eine wunderbare geschlängelte Autobahn gegen 16 Uhr. Den Campingplatz Portuondo haben wir wegen der wunderbaren Aussicht aus dem Reiseführer gewählt. (siehe TIPPS Reiseführer). Leider liegt der Campingplatz in einer Senke und abseits der atemberaubenden Aussicht ins Biosphärenreservat. Die Gegend hier ist bergisch sehr reizvoll und toll zum Wandern. Die Räder lassen wir stehen und fahren nochmal in das Örtchen Bermeo. Der Ort ist eher klein und kein optischer Hingucker.

Wir beenden den Tag mit einer ordentlichen Tüte Schlaf.

TIPP: Der Campingplatz Portuondo lädt eher zum Schlafen als Ausgangspunkt für Wanderungen bzw. als einmalige Zwischenstation ein. In der Senke fühlten wir uns irgendwie eingeengt. Dennoch verfügt der Platz über eine lange Historie und scheint etabliert und nobel. Die sanitären Anlagen haben einen ausgezeichneten Standard!

 

 

 

 


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Profilbild von Axel Zawischa

Axel Zawischa ist einer der zwei Gründer von www.basenio.de. Er engangiert er sich für die Entwicklung der Inhaltlichen Gestaltung des Ratgebers, die technische Weiterentwicklung sowie das komplette Management. Als gelernter Automobilkaufmann & Verkaufleiter ...


Kommentare

Ich als alter Camper mit Wohnmobil kann nur sagen das dies alles Super umschrieben ist und man Lust empfindet selbst mal hinzufahren.Für das Wetter kann keiner was,macht macht eben das beste daraus und beschäftigt sich mal näher mit Land und Menschen.Kultur und Geschichte hat noch keinen geschadet.
Noch eine gute Weiterfahrt,kommt gut und Gesund wieder in Deutschland an.Gruß von den Hammer,s aus Heilbad Heiligenstadt

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