Wien | interessante Orte | Geheimtipps | Insider Tipps

Wien interessante Orte, Geheimtipps & Insider Tipps - 7 Empfehlungen einer ehemaligen Wienerin

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(Quelle: Jenny Röck)

Wien ist laut und voll von Menschen. Doch abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten gibt es viele Geheimtipps, die Ihnen die einstige Wienerin Jenny Röck zeigt. In ihren 4 Jahren Studium lernte sie interessante Orte kennen - hier ihre Insider-Tipps.

Stephansdom, Prater, Schönbrunn, Hofburg – die berühmten Sehenswürdigkeiten empfiehlt jeder Reiseführer. Doch Wien hat mehr zu bieten als die historischen Gebäude am Stadtring und im ersten Wiener Gemeindebezirk. Viel schöner ist die Stadt dort, wo eben nicht alle sind. Orte, an die sich nur wenige Touristen verirren und die Ur-Wiener ihren Kaffee, einen Spaziergang oder Kultur genießen. Ich zeige Ihnen meine Top 7 Lieblingsplätze Wiens, die ich während meines vierjährigen Studiums in der österreichischen Hauptstadt kennen und lieben gelernt habe.

1. Altes AKH

Der schönste Ort in Wien ist für mich persönlich definitiv das Alte AKH. Wo sich früher noch ein Allgemeines Krankenhaus befand, tummeln sich heute Studenten der Japanologie, Slawistik etc. Doch nicht nur für Studenten ist das Alte AKH ein kleines Paradies. Jeder, der im schnelllebigen und manchmal auch lauten Wien eine kleine Pause braucht, spaziert durch den Park des ehemaligen Krankenhauses. Was diesen Ort so besonders macht? Die Ruhe. Umschlossen vom heutigen Campus der Universität kann man durch einen süßen kleinen Park schlendern. Mehrere Restaurants laden zum entspannten Mittagessen im Freien ein. Ähnlich wie beim Hauptgebäude der Universität kommt auch hier kaum ein Autogeräusch durch die Wände des historischen Gebäudekomplexes.

Für geschichtlich Interessierte bietet sich der Narrenturm am Ende des Alten AKH an. Die frühere Psychiatrische Klinik ist heute das Pathologisch-Anatomische Bundesmuseum. Der Turm kann mittwochs, donnerstags und samstags besichtigt werden.

Anfahrt: Haltestelle Lange Gasse mit den Straßenbahn Linien 5, 33, 43, 44.

2. Café Stein

Das Café Stein sieht vielleicht nicht so traditionell aus wie zum Beispiel das Café Hawelka in der Innenstadt, aber echte Wiener treffen sich lieber abseits der Touristenmagneten. Wollen Sie also lieber die Lieblingsplätze der Einheimischen entdecken, dann schauen Sie doch mal im Café Stein vorbei. Es ist modern gestaltet, gemütlich, günstig und mit einer tollen Außenterrasse ausgestattet. Es befindet sich nur einige Gehminuten vom Hauptgebäude der Universität entfernt und liegt in unmittelbarer Nähe der Votivkirche. Hier gibt es vielfältiges Frühstück, österreichisches und internationales Mittagessen und natürlich eine große Auswahl an Kaffeespezialitäten. Wie in den meisten Wiener Cafés ist auch hier das Rauchen in einem separaten Raum erlaubt. Das gehört zur Wiener Caféhaustradition einfach dazu.

Tipp: Probieren Sie doch mal das typisch österreichische Gericht „Rahmschinkenfleckerl“. Dieses einfache Essen aus österreichischen Nudeln, Schinken und Sahne ist zwar keine hochpreisige Delikatesse, dafür aber typisch wienerisch.

Anfahrt: Haltestelle Schottentor mit der U-Bahn Linie U2, mit den Straßenbahn Linien 1, 37, 38, 40, 41, 42, 43, 44, 71, D oder mit der Bus Linie 1A.

3. Schloss Belvedere

Jeder kennt das Schloss Schönbrunn – wussten Sie aber, dass das Schloss Belvedere mindestens genauso schön ist? Der ehemalige Sommerwohnsitz Prinz Eugens liegt mitten in der Stadt und ist lange nicht so überlaufen wie das weltbekannte Schönbrunn. Das Schloss gliedert sich in das Obere und das Untere Belvedere. Verbunden sind die zwei barocken Gebäude durch einen wunderschönen Schlossgarten, durch den man in Ruhe spazieren und die Aussicht über Wien genießen kann.

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Dämmerung über Schloss Belvedere in Wien. (Quelle: Jenny Röck)

Doch das Belvedere hat noch mehr zu bieten als historische Bauwerke und einen ruhigen Schlossgarten: Kunstinteressierten wird eine große Auswahl an Ausstellungen geboten. Teilweise Dauerausstellungen, teilweise wechselnde Präsentationen zu bestimmten Themen. Im Oberen Belvedere sind Kunstobjekte vom Mittelalter bis zur Gegenwart zu bewundern. Darunter Gemälde von Gustav Klimt, um die ein spezielles Raumkonzept entwickelt wurde. Noch bis Anfang März 2018 können Sie im Unteren Belvedere die Ausstellung „Die Kraft des Alters“ besuchen. Um des Anti-Aging-Wahns entgegenzuwirken, zeigt die Bilderschau Chancen und Grenzen des Alters.

Anfahrt: Haltestelle Quartier Belvedere mit den S-Bahn Linien S1, S2, S3, S4, S80, S, R oder mit den Straßenbahn Linien 1, 18, D, 0 (Oberes Belvedere) oder Haltestelle Am Heumarkt mit der Straßenbahn Linie 71 bzw. Haltestelle Gußhausstraße Straßenbahn Linie D (Unteres Belvedere).

 

Das Belvedere ist barrierefrei (alle Information haben wir auf Nachfrage von der Stadt Wien erhalten)

Ermäßigter Eintritt für Menschen mit Behinderungen und Assistenzpersonen (je 3 Euro), Führungen in Gebärdensprache (ÖGS) sowie „Anders-Sehen“-Führungen (Tastführungen) für blinde und sehbehinderte Menschen nach Terminvereinbarung für Gruppen im Oberen und Unteren Belvedere möglich. Menschen mit Sehbehinderungen können von der nächstgelegenen Straßenbahnstation abgeholt werden. Bitte um Bekanntgabe bei der Anmeldung. Die Mitnahme von ausgebildeten Blindenführhunden (mit Ausweis) ist in allen Sammlungsbereichen gestattet. Für gehbehinderte Besucher ist ein Rollstuhl bei der Garderobe erhältlich. Sitzgelegenheiten befinden sich vereinzelt in den Ausstellungssälen bzw. werden bei den Führungen zur Verfügung gestellt.

Oberes Belvedere

Behindertenparkplatz vor dem Eingangstor Prinz-Eugen-Straße 27, Parkmöglichkeit 10–18 Uhr. Ebenerdiger Zugang durch den Haupteingang, zwei schwere, einfache Schwingtüren, Türbreite: 102 cm, zwei Aufzüge über eine Rampe erreichbar (Personal hilft), Rollstühle bei der Garderobe erhältlich, barrierefreies WC nach Geschlechtern getrennt, im Untergeschoß ist mit dem Lift erreichbar, Lift: Türbreite: 150 cm, Kabinentiefe: 300 cm, Kabinenbreite: 160 cm, Shop/Café über wenige Stufen (Assistenz nötig, Personal hilft) erreichbar, Blindenführhund gestattet.

„Anders-Sehen-Führungen“ (Tastführungen) im Oberen Belvedere: Die Führungen mit Bildbeschreibungen und taktiler Unterstützung sind besonders für blinde und sehbeeinträchtigte Besucher geeignet. Folgende Themen können jederzeit gebucht werden:

  • Ein Schloss zum Angreifen - das neue Tastmodell des Oberen Belvedere
  • Ferdinand Georg Waldmüller und seine Zeit
  • Gustav Klimts Hauptwerk „Der Kuss“

Gehörlosen Besuchern stehen Multimedia-Guides mit Videos in Österreichischer Gebärdensprache (OGS) zur Verfügung. Über 30 Videos informieren zu ausgewählten Werken der Sammlung im Oberen Belvedere sowie zur Schloss- und Gartenanlage und Geschichte des Belvedere.

Unteres Belvedere / Orangerie / Prunkstall

3., Rennweg 6, täglich 10–18 Uhr außer Mi 10–21 Uhr

Wechselausstellungen im Unteren Belvedere und Orangerie. Schatzhaus Mittelalter im Prunkstall

Unteres Belvedere: barrierefreier Zugang durch den Haupteingang Rennweg 6, Rampe: Zugang mit Rampe neben dem Besuchereingang. Länge: 600 cm, Höhe: 200 cm, Türbreite: 90 cm, Barrierefreies WC im Keller, Lift (90 x 140 cm), Shop Unteres Belvedere: barrierefrei zugänglich. Behindertenparkplatz im Ehrenhof Rennweg 6, Parkmöglichkeit 10-18 Uhr

Orangerie und Prunkstall: barrierefrei zugänglich, Eingang in die Orangerie: barrierefreier Zugang über Verbindungsgang vom Unteren Belvedere in die Orangerie, 2 einflügelige Glastüren (jeweils 131 cm breit), Ebenerdiger Eingang in den Prunkstall, Türbreite: 125 cm, barrierefreies WC in der Orangerie, Shop Orangerie: barrierefrei zugänglich, Blindenführhund gestattet, Führungen für Gruppen in Gebärdensprache (ÖGS) und „Anders-Sehen-Führungen“ (Tastführungen).

4. Universität

Sicherlich gehört die Universität zu den Gebäuden, die in jedem Reiseführer empfohlen werden. Deshalb stehen fast immer viele Touristen vor der Lehranstalt im Stil der italienischen Hochrenaissance. Doch die wenigstens trauen sich hineinzugehen, obwohl man sich diesen Anblick nicht entgehen lassen sollte. Das Hauptgebäude der Universität Wien ist ein wahres Paradies, wenn man zwischen Besichtigungstouren eine kleine Pause braucht. Es ist frei zugänglich und einen Besuch auf jeden Fall wert. Durch den Haupteingang geht es in die imposante Eingangshalle. Dort sind berühmte Persönlichkeiten ausgestellt, die einst in Wien studierten. Geht man durch diese Halle hindurch, kommt man in den Innenhof, den Studenten gerne zum Lernen oder Verweilen nutzen. Dort ist es, obwohl man mitten in der Stadt ist, mucksmäuschenstill. Bei einem Kaffee in außergewöhnlichem Ambiente kann man neue Kraft tanken.

Haben Sie sich am sogenannten Arkadenhof sattgesehen, dann erkunden Sie doch einmal die zahlreichen Treppen und Gänge des prunkvollen Gebäudes. Samstags und donnerstags können Sie sich bei einer Führung über die Geschichte der Universität informieren.

Anfahrt: Haltestelle Schottentor mit der U-Bahn Linie U2, mit den Straßenbahn Linien 1, 37, 38, 40, 41, 42, 43, 44, 71, D oder mit der Bus Linie 1A.

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Dieser eindrucksvolle Baum steht im Arkadenhof der Universität Wien. (Quelle: Jenny Röck)

5. Naschmarkt

Jeder, den Sie nach einem der schönsten Orte in Wien fragen, wird Ihnen den Naschmarkt empfehlen – und sie haben alle Recht. Der Naschmarkt ist laut, voller Menschen und teuer; aber die Atmosphäre ist einzigartig und man sollte sie nicht verpassen. Diese Ansammlung von über 100 Ständen und kleinen Häuschen gibt es schon seit dem 16. Jahrhundert. Dort findet man neben Restaurants jede Menge Verkäufer regionaler und internationaler Spezialitäten. Das Motto der Stadt Wien: „Was es am Naschmarkt nicht gibt, brauchen Sie nicht“, trifft es auf den Punkt. Von österreichischem Gemüse, über Meeresfrüchte und Fisch, bis hin zu orientalischem Hummus und Fladenbrot findet man dort alles, was das Herz begehrt.

Tipp: Die Speisen in den Restaurants sind eher teuer und ohne Reservierung bekommt man dort kaum einen Platz. Die Verkäufer an den Ständen bieten aber immer Häppchen zum Probieren an – wer einmal durch den Naschmarkt gelaufen ist, hat danach auch keinen Hunger mehr.

Anfahrt: Haltestelle Karlsplatz mit den U-Bahn Linien U1, U2 oder U4, Haltestelle Kettenbrückengasse mit der U-Bahn Linie U4, Haltestelle Bärenmühldurchgang oder Preßgasse mit der Bus Linie 59A.

6. Café Ritter

Einer meiner absoluten Lieblingsplätze in Wien war und ist das Café Ritter auf der Mariahilfer Straße. Es ist herrlich traditionell und versetzt so seine Gäste in die Vergangenheit. Das Café befindet sich fernab des überfüllten ersten Bezirks auf der beliebten Einkaufsmeile. Diese wurde vor einigen Jahren umgebaut und ist jetzt autofrei. Meine Empfehlung ist, nach einem entspannten Bummel durch die Geschäfte der Mariahilfer Straße ein typisch österreichisches Abendessen im Ritter zu genießen. Neben Schnitzel gibt es von Sachertorte bis Kaiserschmarrn alles, was die Wiener Küche hergibt.

Tipp: Bringen Sie Zeit mit! In Wiener Caféhäusern kann man schon mal etwas länger warten, doch das ist typisch für Wien und sollte kein Grund sein, sich zu ärgern.

Anreise: Haltestelle Neubaugasse mit der U-Bahn Linie U3 oder den Bus Linien 13A, 14A.

7. Albertina

Wer sich für Kunst interessiert, sollte in die Albertina gehen. Das Kunstmuseum im ersten Bezirk Wiens beherbergt außergewöhnliche Sammlungen der Kunstgeschichte. Obwohl die Albertina zu den meistbesuchten Museen der Stadt gehört, lohnt sich ein Blick ins Innere. Zu bewundern gibt es viel in der Albertina: Am meisten beeindruckt hat mich die Dauerausstellung „Monet bis Picasso. Die Sammlung der Batliner“. Denn die Sammlung des liechtensteinischen Rechtsanwalts Herbert Batliner ist atemberaubend. Werke von Monet, Degas, Chagall, Picasso, Kokoschka und vielen mehr können in ruhiger Atmosphäre betrachtet werden. Man fühlt sich fast wie bei einem Kunstsammler zu Hause, denn die Albertina ist Teil des Palais Erzherzog Albrecht.

Tipp: Im September 2018 startet die Ausstellung „Claude Monet“ mit einer Sammlung von fast 100 Gemälden.

Anfahrt: Haltestelle Kärntner Ring, Oper oder Haltestelle Burgring mit den Straßenbahn Linien 1, 2, 71, D.

Die Albertina ist barrierefrei

1., Albertinaplatz 1, Tel. +43 1 534 83, täglich 10–18 Uhr, Mi 10–21 Uhr

Haupteingang stufenlos, Türbreite: 190 cm, Doppelschwingtüre (Tür schwingt nach außen auf), Zugang zu den Ausstellungsräumen und zum Restaurant/Café sowie zum Shop stufenlos, alle Räumlichkeiten können barrierefrei erreicht werden, barrierefreies WCs auf den Ebenen 1 und -1, WC Ebene 1: Türbreite: 90cm, Raumabmessung: 170 x 150 cm, WC Ebene -1: Türbreite 85 cm, Raumabmessungen: 180 x 110 cm, Garderobenlift: Türbreite 110cm, Kabinenabmessungen: 200 x 110 cm, Ausstellungslift: Türbreite 150 cm (1. Tür), 130 cm (2. Tür), Kabinenabmessungen: 270 x 260 cm, Blindenführhund gestattet, Leihrollstühle vorhanden (Voranmeldung: Tel. +43 1 534 83–540), Führungen in Gebärdensprache möglich (Voranmeldung: Tel. +43 1 534 83–540), ermäßigter Eintritt für Menschen mit Behinderung.

Führungen für blinde Menschen und Rollstuhlfahrern bitte vorab bei der Kunstvermittlung mitteilen. Führungen für Gehörlose: Die Albertina bietet in Zusammenarbeit mit dem WITAF für Gehörlose Führungen in Gebärdensprache an. Die Führung wird von einem Kunstvermittler der Albertina gehalten und von einem Gebärdendolmetscher begleitet. Führungen für Demenz-Betroffene: Die Führung ist für Besucher mit leichter bzw. mittlerer Demenz und Begleitpersonen. Auf Wunsch wird vor der Führung Vor-/Nachbereitungsmaterial zur Verfügung gestellt. Maximal 8 Teilnehmer (plus 8 Begleitperson). Die Führung dauert ca. 1-1,5 Stunden.

 

Die Stadt Wien empfiehlt weitere barrierefreie Sehenswürdigkeiten.

 


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Profilbild von Jenny Röck

Jenny Röck ist 2016 nach Erfurt gezogen, nachdem sie ihr Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien abgeschlossen hat. Bei basenio.de ist sie freie Mitarbeiterin und verfasst ab und zu Artikel für unseren Ratgeber. Sie interessiert ...


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