Vesser | Forellenhof | Stutenhaus | Thüringen

Wanderweg zur Sprungschanze bei Vesser in Thüringen: Unterkünfte im Forellenhof & Stutenhaus

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(Quelle: Steffen Gottschling)

Hier finden Sie eine ausführliche Wegbeschreibung mit Bildern und einem Video für eine Wanderung zur Sprungschanze bei Vesser (im Thüringer Wald). Tipps für die Unterkunft im Forellenhof oder im Stutenhaus.

Liebe Wanderfreunde, in diesem Blogbeitrag stelle ich Ihnen einen meiner Lieblingsplätze im Thüringer Wald vor. Er liegt in unmittelbarer Nähe der kleinen Ortschaft Vesser: Die Sprungschanze im Vessertal, die einst die größte Natur-Sprungschanze der Welt war. Doch schon bevor man am ehemaligen Anlauf - hoch über dem Tal - einen schönen Ausblick auf den Thüringer Wald genießen kann, ist schon der Weg dorthin sehenswert. Meine vorgeschlagene Wanderroute ist kaum 10 Kilometer lang und kann ohne größere Anstrengungen abgelaufen werden. Ich bin die Strecke Ende November 2017 gewandert. Doch zunächst einige Informationen zu Vesser.

Vesser im Thüringer Wald

Nur eine offizielle Straße führt in den kleinen Ort, der sich am Verlauf des gleichnamigen Flusses entlangschlängelt. Über Schmiedefeld am Rennsteig gelangt man nach Vesser. Schon bei der Einfahrt in den Ort öffnet sich ein prächtiges Panorama. Hinter den weiten Wiesen zur linken und zur rechten Seite, ist der Ortsrand mit den kleinen Wohnhäusern zu erkennen. Die große Klammer darum bilden die hochgewachsenen Fichten des Thüringer Walds.

Vesser selber ist ein Ortsteil der Stadt Suhl, die rund 15 Kilometer entfernt ist. Erstmals Erwähnung fand Vesser laut der Borschüre „1100 Jahre Vesser“ 900 nach Christus. Der Bergbau trieb im Mittelalter erste dörfliche Entwicklungen voran. 1572 sollen hier 14 Einwohner gelebt haben. 1710 bis 1711 wurde die Vesserer Kirche erbaut, die noch heute als Fachwerkbau erhalten ist. 1939 gewann das Vessertal den Status als Naturschutzgebiet. 40 Jahre später wurde es als Biosphärenreservat ausgewiesen.

Durch das Unterdorf schlängelt sich im wahrsten Sinne des Wortes der kleine Fluss Vesser. Er entspringt nur wenige Kilometer vom Ort entfernt aus seiner bewanderbaren Quelle. Dort gibt es auch eine Schutzhütte und einen schicken Rastplatz. Die Vesser hat sich ihren Weg ins Vessertal gegraben und mündet nach etwas mehr als zehn Kilometern in den Breitenbach. Die meisten Kilometer kann der Fluss am nebengelegen Wanderweg begleitet werden. Doch bei meiner Wanderroute vom Wander-Parkplatz, durch das Obere Vessertal, zum Runnebaumstein hin zur Sprungschanze laufen wir nur ein kleines – aber wunderschönes – Stück nebenher. Wer bei seiner Wanderung gerne auch in Vesser übernachten möchte, für den habe ich hier meine Einschätzungen von zwei möglichen Unterkünften.

Vesser
Der Forellenhof hat mir insgesamt etwas besser gefallen als das Stutenhaus. (Quelle: Steffen Gottschling)

Wanderroute Teil 1: Startpunkt Touristen-Parkplatz zum Oberen Vessertal

Hier am Wander-Parkplatz startet meine Wanderroute zur Sprungschanze. Platz gibt es hier für Wohnmobile und Pkw. Für Gäste und Besucher ist das Parken hier kostenfrei. Direkt am Parkplatz kann die Heimatstube besucht werden. In der Ausstellung gibt es einen historischen Einblick in das Leben des kleinen Orts im Thüringer Wald.

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Der Wander-Parkplatz in Vesser. (Quelle: Steffen Gottschling)

Am Parkplatz steht ein Wegweiser, der Wanderern einige Ausflugsziele zeigt. Ich wähle den Weg zum Grillplatz, der sich im Oberen Vessertal befindet. Vom Parkplatz aus habe ich nun einen Kilometer Weg vor mir, der breitangelegten ist und durch dichten Nadelwald führt.

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Der Wander-Wegweiser am Parkplatz. (Quelle: Steffen Gottschling)

Der Weg steigt nur minimal an und ich gelange schnell an die erste Weggabelung. Um zum Grillplatz zu gelangen, gehe ich einfach gerade weiter aus.

Vesser
Zum Grillplatz im Oberen Vessertal einfach weiter gerade aus. (Quelle: Steffen Gottschling)

Blickt man nach links, kann man schon durch die dicht aneinander stehenden Fichten das Obere Vessertal erahnen. Wenn sich der dichte Wald öffnet, ist man am Grillplatz angelangt. Hier können Freunde der Grillkultur eine Wurst auf den Grill legen. Kohle und Grillgut müssen selber mitgebracht werden. Auf den Sitzbänken und den beiden Schutzhütten ist ausreichend Platz für eine Rast. Für optische Genüsse ist der Blick ins Obere Vessertal lohnenswert.

Vesser
Der Grillplatz im Oberen Vessertal. Vorne rechts, ist der Grill zu sehen. Um durchs Obere Vessertal zu wandern, biege ich links des Weges ab. (Quelle: Steffen Gottschling)

Auch wenn es für Thüringer nie zu kalt zum Grillen ist, ich verweile nur kurz am Grillplatz und biege nach links ins Obere Vessertal ab. Hier treffen wir erstmals auf die Vesser. In vielen Mäandern läuft der Fluss durch das wunderschöne Tal entlang der Wiesen und des Waldrandes. Im Sommer grasen hier Pferde. Ein Idyll fernab von Verkehrslärm und städtischen Betonwüsten.

Ich wandere bis zum anderen Ende des Oberen Vessertals und halte kurz an der dortigen Pfälzer Hütte. Meine Empfehlung: Drehen Sie sich hier unbedingt nochmal ein um und blicken Sie zurück. Egal zu welcher Jahreszeit, dieser Ausblick und die Ruhe sind eine Pracht. 

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Die Pfälzer Hütte am Ende des Oberen Vessertals. Von hier hat man einen exponierten Blick über das Obere Vessertal. (Quelle: Steffen Gottschling)
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Der Blick von der Pfälzer Hütte ins Obere Vessertal. Leider war es bei meiner Wanderung neblig trüb. (Quelle: Steffen Gottschling)

Die Pfälzer Hütte ist eine kleine Schutzhütte, vor der eine Bank steht. Ich habe mich hier für eine kurze Pause gesetzt. Wem hier der Bauch vor Hunger krummelt, dem empfehle ich hier den direkten nach Vesser. Der Wegweiser vor der Pfälzer Hütte zeigt, dass es noch knapp ein halber Kilometer bis zum Ort ist. Gleich eines der ersten Häuser auf der rechten Seite des Weges ist der Forellenhof. Hier werden Forellen in vielen Variationen zubereitet. Eine jede kommt frisch aus der hauseigenen Küche. Übrigens, wer am Grillplatz nicht ins Obere Vessertal geht, sondern geradeaus zu den 11 Teichen, der kann dort die Fische in einigen der Teiche beobachten. Im Forellenhof kann man auch übernachten. In den Zimmern ist man komfortabel untergebracht, wenn man keine gehobene Spitzenklasse erwartet. Rustikale Einrichtung und saubere Bäder sind in meiner Erinnerung haften geblieben. In den Zimmern sind kleine Fernseher und Radiowecker. Leider ist der Mobilempfang nicht sehr gut.

 

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Der Wegweiser vor der Pfälzer Hütte im Oberen Vessertal. Leider ist hier der Runnebaumstein nicht ausgewiesen. (Quelle: Steffen Gottschling)

Vom Oberen Vessertal zum Runnebaumstein

Ich beende meine Pause und schaue nochmal kurz ins Obere Vessertal. Wer wie ich zum Runnebaumstein will, wird leider auf dem Wegweiser nicht fündig. Der Weg zum Adlersberg und zum Stutenhaus ist der richtige. An der Weggabelung müssen Sie also den rechten Weg einschlagen. 

Vesser
An dieser Gabelung geht es geradeaus nach Vesser oder rechts zum Runnebaumstein. (Quelle: Steffen Gottschling)

Ab hier geht es bergauf. Nicht steil, aber stetig werden hier die etwas mehr als 50 Höhenmeter zum Runnebaumstein überwunden. Der Weg verläuft zunächst in einer kleinen Schleife wieder zurück in den dichten Wald. Die Wege sind auch hier eben und gut ausgebaut. Im Wald zurück sieht man auf der linken Seite die Ortschaft Vesser. Markant ist ein Totholzbaum, an dem Baumpilze wuchern.

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Dieser Totholzbaum ist ein markanter Punkt auf dem Weg zum Runnebaumstein. Die Ortschaft Vesser liegt hier links unterm Hang. (Quelle: Steffen Gottschling)

Wer noch Kraftreserven über hat, der kann sich an den Sportstationen am Wanderweg probieren. An den Holzgeräten können verschieden Übungen absolviert werden, die den Sportunterricht aus Schulzeiten ins Gedächtnis zurückrufen.

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An solchen Sportgeräten kann entlang des Wanderwegs zum Runnebaumstein geübt werden. (Quelle: Steffen Gottschling)

Der Weg zum Runnebaumstein ist kaum noch einen Kilometer lang. Eine weitere sehr schöne Gelegenheit für eine Rast bietet sich auf dem Weg. Auch hier verläuft der Weg als eine kleine Schleife. An deren oberen Ende steht eine Schutzhütte, von der man auf Vesser schauen kann.

Wenn man auf dem Weg bleibt, kann man den Runnebaumstein nicht verfehlen. Schon an der nächsten Weggabelung bin ich angekommen. Ich quere eine asphaltierte Straße und bin am Zwischenziel auf dem Weg zur Sprungschanze: den Runnebaumstein.

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Der Runnebaumstein bei Vesser: Von hier ist es nicht mehr weit bis zur Sprungschanze. (Quelle: Steffen Gottschling)

Vom Runnebaumstein bis zur Sprungschanze im Vessertal

Folgt man der Straße steil bergauf, kommt man in weniger als zehn Minuten zum Stutenhaus. Dort gibt es einen Biergarten, von dem man meiner Meinung nach eines der schönsten Panoramen im Thüringer Wald hat. Beim Ausblick über die vielen bewaldeten Wipfeln verliert sich schnell eine Stunde. Herrlich! Das frischgezapfte Bier schmeckt. Küche und Unterkunft sind eher puritanisch anmutend. Bei meiner letzten Übernachtung vor drei Jahren standen in den Zimmern lediglich Bett und Tisch. Die Bäder waren sehr klein, aber modernisiert. Fernseher waren damals offenbar kein Standard.

Aber zurück zum Runnebaumstein. Geht man hier ins Tal, ist man binnen weniger Minuten in Vesser. Die Straße führt steil ab und geht stark auf die Oberschenkelmuskulatur. Mein Weg führt mich aber zur Sprungschanze ins Vessertal. Auf dem Wegweiser am Runnebaumstein ist die Sprungschanze noch ausgeschildert, leider ändert sich das im Verlauf des Weges. Zur Sprungschanze geht es zunächst noch auf einem gekiesten Weg. Der bislang vorherrschende Nadelwald wandelt sich mit jedem weiteren Meter zur Schanze in einen Mischwald. 

Sitzmöglichkeiten kommen bis zur Schanze bis auf Ausnahme eines Hochstands nicht mehr. Der Weg ist allerdings auch nur noch einen Kilometer lang. Am Hochstand ist das letzte Mal die Sprungschanze ausgewiesen. Folgen Sie dem Hinweis auf dem Wegweiser.

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Der letzte Wegweiser auf dem Weg zur Sprungschanze ins Vessertal. (Quelle: Steffen Gottschling)

Ich komme auf eine größere Waldkreuzung. Geradeaus stehen zwei Schautafeln, auf denen Hinweise zum Naturschutzgebiet stehen. Was nicht ausgeschildert ist, ist der Weg zur Sprungschanze. Doch keine Panik. Wer geradeaus geht, läuft einen großen Bogen um die Schanze (geschätzte drei Kilometer). Am Ende des Wegs kommt man am Fuße der Schanze im Vessertal an.

Geht man auf dieser Kreuzung jedoch nach links, und folgt dem mit Gras bewachsenen Weg, kommt man zum ehemaligen Anlaufpunkt der Schanze. Ich wähle den kurzen Weg und gehe nach links.

Vesser
An dieser Waldkreuzung steht kein Wegweiser. Läuft man hier links, kommt man zum Anlauf der Sprungschanze im Vessertal. (Quelle: Steffen Gottschling)

Es sind nur noch wenige Hundert Meter bis zum Ziel, dem Anlauf der Sprungschanze im Vessertal. Durch den dichten Wald, bei dem jetzt wieder die Fichten dominieren, geht es leicht bergauf. Auf der rechten Seite des Wegs erblicke ich einen Wegweiser, der wieder auf mein Ziel verweist. Allerdings findet man den Anlauf wohl auch ohne dieses Schild, denn er ist bereits in Sichtweite.

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Auf diesem kleinen Hügel ist das Ziel meiner Wanderung: Der Anlauf der Sprungschanze im Vessertal. (Quelle: Steffen Gottschling)

Man kann den Anlauf hier gar nicht mehr verpassen, denn der Weg endet hier. Auf dem kleinen Hügel steht eine robuste Bank, die von einem Holzgeländer umgeben ist. Von hier hat man einen wunderbaren Blick ins Tal. Allerdings schränken die Bäume links und rechts der Schanze den Ausblick etwas ein. Meiner Meinung nach ist es dennoch ein wunderschöner Ausblick, für den sich der kurze Wanderweg lohnt. Der Wanderweg ist ganz offenkundig ein Geheimtipp, denn viele Menschen sind mir bei meinen bisherigen Wanderungen um Vesser nicht begegnet. Für mich sind dieser kleine Ort und seine Wanderwege eine „Perle“ im Thüringer Wald.

Übrigens, unweit von Vesser liegt die Ortschaft Frauenwald. Hier gibt es ein einzigartiges Erlebnis: Eine Übernachtung im Bunkermuseum.


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Steffen Gottschling (Jg. 1978) lebt und arbeitet in Erfurt. Seit 2012 ist er in der Medienbranche tätig. Hier sammelte er Erfahrungen in der Redaktion von Radio F.R.E.I. und arbeitete als Journalist in der Online-Redaktion der Thüringer Allgemeine. Für ...


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