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Urlaub am Rennsteig: Der Thüringer Wald als Tourismusmagnet

Schon vor Jahrzehnten wurde mit dem Rennsteiglied die Schönheit des Wanderwegs besungen. Was Sie über den Rennsteig wissen und welche Orte Sie unbedingt gesehen haben sollten, erfahren Sie hier.

Etwa 100.000 Wanderlustige bestreiten jährlich den Kamm von Thüringer Wald, Thüringer Schiefergebirge und Frankenwald, den damals sogar schon Luther überquerte. Er ist somit der meistbegangene Weg Deutschlands. Die schöne Luft und die unberührte Natur sind jedoch bei weitem nicht das Einzige, das sie an diesem Ort bewundern können. Eine Vielzahl von Hotels macht es Ihnen möglich, ein wenig mehr Zeit in Thüringen zu verbringen und die Besonderheiten der Umgebung zu bewundern. Vor allem im Winter sollten Sie dieses Fleckchen Erde jedoch nicht vergessen.

Geschichte des Rennsteigs

Die erste urkundliche Erwähnung lässt sich auf den 10. August 1330 zurückführen. An diesem Tag wurde in Schmalkalden ein Kaufbrief auf den sogenannten "Rynnestyg" ausgestellt, dessen Grenzen sich dort befinden, wo der heutige Rennsteig beginnt und endet. Erst 1578 wurde der Wanderweg mit seinem heutigen Namen zum ersten Mal erwähnt. Für seinen Namen gibt es mehrere Erklärungen. Welche die richtige darstellt, darüber ist man sich noch immer nicht einig.

Im Mittelalter grenzte der Rennsteig Franken und Thüringen voneinander ab. Auch heute kann man vor allem am Dialekt der Ortsansässigen nachvollziehen, welche Seite ehemalig zu welchem Gebiet gehörte.

Lange Zeit blieb der Rennsteig unberührt. Erst 1830 machte es sich Julius von Plänckner, ein Topograph, zur Aufgabe, den Kamm abzugehen und zu kartographieren. 1906 wird der Weg zum ersten Mal mit Skiern bewandert. Wenig später, im Jahre 1913, ist der Rennsteig vollständig als Fernwanderweg markiert.

Rund um das Gebiet werden Vereine gegründet, die das Ziel verfolgen, den Wanderweg zu erhalten und zu pflegen, der Kriegen und Unwettern trotzte. Einige machen es sich sogar zur Aufgabe, die genauen Standorte der über 1300 Grenzsteine aufzunehmen oder sogenannte "Mareile" zu erneuern – braune Schilder mit weißen R-Markierungen, die an Bäumen angebracht sind und bis heute der Orientierung derer dienen, die sich auf den Weg begeben. Seit 2008 gibt es zudem braune Schilder mit blauem R, die Alternativrouten und Umleitungen kenntlich machen. Der Wanderweg erfreut sich solcher Begeisterung, dass sogar ein Lied über ihn gedichtet wird, das ab 1951 fortan durch die Wälder klingen soll.

1973 wird der erste GutsMuths-Rennsteiglauf veranstaltet, dessen Tradition bis heute gepflegt wird, zahlreiche Hotels und Gaststätten werden in unmittelbarer Nähe des Kamms erbaut und ein Radweg wird zusätzlich angelegt, der den Rennsteig mehrfach kreuzt und der Deutsche Wanderverband stellt dem Rennsteig das Zertifikat "Qualitätswanderweg Wanderbares Deutschland" aus.

Der Wanderweg und seine Attraktionen

Der Rennsteig befindet sich in Höhen von über 500 bis knapp 1000 Metern über dem Meeresspiegel und ist auf der Kammlinie des Thüringer Mittelgebirges von Nordwest nach Südost gelegen. Zu Zeiten der deutsch-deutschen Trennung überquerte er ganz sechs Mal die Grenze. Wer schon einmal den Rennsteig bewandert hat, hat stolze 168,3 Kilometer hinter sich gebracht. Doch eine solche Strecke bewältigt man nicht in einem Tag. Der Rennsteig wird traditionell in sechs Etappen bewandert.

  • Hörschel bis Großer Inselberg (32,8 km)
  • Großer Inselberg bis Oberhof (30,8 km)
  • Oberhof bis Kahlert (27,0 km)
  • Kahlert bis Limbach (19,7 km)
  • Limbach bis Steinbach am Wald (30,0 km)
  • Steinbach am Wald bis Blankenstein (28,0 km)

Auf Ihrem Weg berühren Sie dabei zahlreiche Kreisstädte und Landkreise: Eisenach, Wartburgkreis, Gotha, Schmalkalden-Meiningen, Suhl, Ilm-Kreis, Hildburghausen, Saalfeld-Rudolstadt, Sonneberg, Kronach und den Saale-Orla-Kreis. Unterkünfte finden sich an jedem der Etappenziele, sodass es möglich ist, den gesamten Gebirgskamm innerhalb einer Woche zu bestreiten. Rastplätze finden Sie alle 5 bis 10 Kilometer sowie ausreichend Gaststätten und Imbissstände.

Der GutsMuths-Rennsteiglauf

Eine große Besonderheit der Kultur des Rennsteigs neben dem traditionellen Wanderweg stellt der GutsMuths-Rennsteiglauf dar. Seit 1973 machen es sich jährlich etwa 15.000 Menschen zur Aufgabe, diesen Supermarathon zu bewältigen, der ganze 72,7 km der Gesamtstrecke beinhaltet. 2014 wurde er sogar zum Marathon des Jahres gewählt. Wer nicht die gesamte Strecke schafft, kann nach 54,7 Kilometern aussteigen.

Eine Besonderheit liegt darin, dass Menschen aus der Umgebung die Läufer unterstützen, seien es die zahlreichen Getränkepunkte, deren Stärkungen von Vereinen gesponsert werden oder der Haferschleim, der traditionell durch Mitglieder des SV Grün-Weiß Floh verteilt wird. In Goldlauter erhält man am sogenannten "Bierfleck" sogar einen Schluck Köstritzer Schwarzbier, der auf den letzten Metern noch einmal alle Energien freisetzen soll.

Wer nicht die gesamte Strecke laufen möchte, kann ebenso gut beim 43,5 km langen Marathon teilnehmen. Seit 2003 ist es außerdem möglich, einen Halbmarathon von 21,1 km zu bestreiten und sogar für die Kleinen wird ein Junior-Crosslauf veranstaltet.

Der Rennsteig Radweg

Der Rennsteig Radweg ist eines der jüngeren Projekte der Umgebung. Er umfasst insgesamt 195 km und weicht an einigen Stellen vom ursprünglichen Wanderweg ab. Wer die Gegend mit dem Rad erkunden möchte, kann sich dabei an den grünen Rs auf braunen Schildern orientieren. Einige Veranstalter, Hotels und Pensionen bieten zudem Radwander-Touren an. Wer dabei einen Zwischenstopp in einer Gaststätte einlegt, sollte sich das traditionelle Gericht Thüringens auf keinen Fall entgehen lassen: Thüringer Klöße mit Roulade und Rotkohl. Wer sein Essen lieber auf dem Weg verspeisen möchte, kann ebenso gut eine Thüringer Bratwurst an einem der vielen Stände frisch vom Rost erstehen.

Der Rennsteig im Winter

Seit Dezember 2013 ist es möglich, den 140 km langen Rennsteig-Skiwanderweg zu bestreiten. Die Strecke ist von Ascherbrück bei Ruhla bis Brennersgrün bei Lehesten gespurt. Auf dem Weg befinden sich Abfahrts- und Rodelhänge, die ebenso genutzt werden können. Sollte etwas passieren, kann man das Schneetelefon in Anspruch nehmen und Hilfe naht. Wer nicht Skifahren möchte, kann die Strecke ebenso gut abwandern.

Fazit: Der Rennsteig als touristische Attraktion in Thüringen

Neben all den Attraktionen, von denen in diesem Beitrag gesprochen wird, gibt es noch weitere zu entdecken. Von Sportveranstaltungen bis hin zu unzähligen kulturellen Stätten mit ihren ganz eigenen Geschichten - der Thüringer Wald im Herzen Deutschlands ist definitiv einen Besuch wert.

Wenn Sie weitere Informationen einholen möchten, empfehlen wir Ihnen die Homepage des Rennsteigs.


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Profilbild von Sandra Fuchs

Sandra Fuchs ist seit März 2015 für basenio tätig. In ihrer Freizeit liest sie gerne ein gutes Buch oder verbringt einen ruhigen Abend auf der Couch.


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