Reise nach Kaliningrad | Urlaub Königsberg | Touristenvisum Russland | heute

Was benötigt man für eine Reise nach Kaliningrad? 10 geniale Reisetipps

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In diesem Beitrag finden Sie Informationen für eine Reise nach Kaliningrad. Hinweise zum Touristenvisum für Russland und zehn geniale Reisetipps für einen Urlaub im ehemaligen Königsberg.

Kaliningrad, bis 1946 vormals deutsche Stadt Königsberg, ist die Hauptstadt der Oblast Kaliningrad. Diese russische Exklave grenzt an Polen und Litauen, und ist direkt an der Ostsee gelegen. Jedes Jahr lockt Kaliningrad zahlreiche Besucher durch sein kulturelles Angebot und der einzigartigen Natur an die Bernsteinküste. Generell sind Städtereisen immer ein Erlebnis. Allerdings müssen deutsche Urlauber einiges bei der Vorbereitung für einen Urlaub in Russland beachten. Was genau, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

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Die Uferpromenade in Kaliningrad (ehemals Königsberg). (Quelle: Fotolia - s1rus)

1. Vor der Reise nach Kaliningrad

Ob alleine oder in der Gruppe, für einen Trip nach Kaliningrad benötigt man ein Visum. Wenn Sie die Stadt nicht allein für sich entdecken möchten, können Sie dies im Rahmen einer Gruppenreise tun. Dafür ist ein Gruppenvisum nötig, welches mit wenig Aufwand von Ihrem Reisveranstalter übernommen wird. Es besteht auch die Möglichkeit einer Individualreise, für welche Sie ein Visum für touristische Zwecke beim russischen Konsulat oder der russischen Botschaft beantragen müssen. Gerne können Sie sich dafür an eine Visaagentur wenden, die diese Behördengänge für Sie erledigt. Dieses Touristenvisum ist in der Regel 30 Tage gültig und beinhaltet die An- und Abreise.

Beantragt dies die Reiseagentur, kann mit Kosten von etwa 85 Euro rechnen. Innerhalb von 15 Tagen sollte der Antrag bearbeitet sein. Sie sollten also frühestmöglich mit der Vorbereitung beginnen. Alternativ besteht die Möglichkeit, online ein Visum zu beantragen. Die Bearbeitungsdauer von nur drei Stunden ist erheblich schneller, dafür mit Unkosten von ca. 240 Euro auch wesentlich kostspieliger. Sie sollten also sicher gehen, ob dieses Geld in Ihrem Urlaub nicht besser angelegt ist und diesen Service nur im absoluten Notfall in Anspruch nehmen.

Für ein Visum benötigen Sie einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist - und ein biometrisches Passbild. Seit 2012 fordert die Deutsche Botschaft von russischen Bürgern eine Bestätigung der Rückkehrwilligkeit. Im Gegenzug sind deutsche Reisende ebenso zu einer Bescheinigung verpflichtet. Diese Rückkehrwilligkeit gibt Auskunft über Ihr aktuelles Einkommen. Allerdings besteht die Möglichkeit, wenn Sie darüber keine Auskunft geben möchten, diese gegen eine Gebühr von einem Reiseveranstalter ausstellen zu lassen, der in diesem Fall für Sie haftet.

In Russland besteht eine Auslandskrankenversicherungspflicht. Im Falle eines Arztbesuchs sind sie damit versichert. Jedoch sollten Sie darauf achten, dass nicht alle Auslandskrankenversicherungen für Russland gelten. Informieren Sie sich darüber im Vorfeld oder schließen Sie eine Versicherung zusammen mit Ihrem Visumantrag ab, so sind Sie auf der sicheren Seite. Allgemein sollten Sie sich vor Reiseantritt über kurzfristige Änderungen beim Auswärtigen Amt informieren.

2. Anreise nach Kaliningrad (ehemals Königsberg)

Die Anreise nach Kaliningrad ist auf die unterschiedlichsten Arten möglich. Wir stellen Ihnen fünf Möglichkeiten vor.

Per Flugzeug

Die wohl schnellste Verbindung bietet das Flugzeug. Allerdings ist zu beachten, dass es nach Kaliningrad keine Direktverbindungen gibt. Die Anbieter für die Reise mit dem Flugzeug sind auf Aeroflot und S7 Airlines beschränkt, demzufolge sollte eine frühzeitige Buchung vorgenommen werden. Da die Preise bei solchen Reisen schnell und stark variieren, empfehlen wir, sich dazu online auf Reisevergleichs-Portalen zu informieren. Meist ist ein Hin- und Rückflug ab 170 Euro pro Person buchbar. 

Per Bahn

Täglich verkehren Züge zwischen deutschen Großstädten und Kaliningrad. Je Anbieter sind die Kosten mit einer Flugreise vergleichbar, nur die Dauer ist erheblich länger. Wie auch bei den anderen Anreisemöglichkeiten gilt: rechtzeitige Buchung wird mit einem günstigen Preis belohnt. Am besten Sie buchen Ihr Ticket etwa vier Wochen im Voraus, dies können Sie online erledigen oder bei einem Reisebüro Ihrer Wahl.

Zu beachten: In allen Bahnhöfen und Flughäfen Russlands gilt immer die Moskauer Zeit.

Per Bus

Die Reise mit dem Fernbus bieten zahlreiche russische Reiseveranstalter an. Die Preise sind dabei sehr unterschiedlich, je nach Abfahrtsort, -zeit und -tag. Auch können Sie sich online über Preise und Angebote informieren. In der Regel dauert die Fahrt ca. 16 Stunden und beginnt je Anbieter ab 70 Euro für eine einfache Strecke. 

Per Auto

Seit 1. Januar 2009 wird die „Internationale Grüne Versicherungskarte“ als internationaler Nachweis der Haftpflichtversicherung auch in der Russischen Föderation anerkannt.  Damit müssen Touristen bei ihrer Einreise keine zusätzliche Kfz-Haftpflichtversicherung mehr abschließen. Jedoch muss in der Versicherungskarte die Länderbezeichnung Russland bzw. das Länderkürzel RUS unbedingt vermerkt sein. Was Ihren Führerschein anbelangt, können Sie 60 Tage mit einem ausländischen internationalen Führerschein fahren. Führerscheine ohne Eintragungen in Buchstaben des lateinischen oder des russischen Alphabets müssen ins Russische übersetzt und mit einer russischen notariellen Beglaubigung versehen werden. Sollten Sie jedoch länger als 60 Tage im Land bleiben wollen, müssen Sie eine Umschreibung des Führerscheins beantragen. Über Polen sind es von der Deutschen Grenze knapp 500 Kilometer bis nach Kaliningrad. Sie sollten jedoch beachten, dass die Straßenverhältnisse deutlich schlechter sind als in der Bundesrepublik. Zudem gibt es meist lange Wartezeiten an der polnisch-russischen Grenze.

Per Schiff

Bei einer selbstorganisierten Reise müssen Sie beachten, dass von den deutschen Häfen Lübeck, Kiel und Rostock keine Fähren nach Kaliningrad fahren. Es gibt also keine Direktverbindung von Deutschland aus. Fährlinien bestehen z. B. zwischen Gdynia (Polen) und Kaliningrad (ca. 180 Kilometer Entfernung), diese transportieren allerdings keine Fahrzeuge. Unternehmen Sie eine Kreuzfahrt im Rahmen einer Reisegruppe, dürfen Sie sich auch ohne Visa drei Tage innerhalb der Gruppe auf dem russischen Festland bewegen. Gerade für Senioren sind Kreuzfahrten ein beliebte Art des Reisens. Halten Sie sich jedoch länger als sieben Tage in Russland auf, sollten Sie sich, drei Tage nach Übertretung der Landesgrenzen bei den zuständigen Behörden in Russland registrieren lassen. 

Sehenswürdigkeiten und Dinge die Sie in Königsberg unbedingt tun sollten

Kaliningrad ist eine sehr komfortable Stadt. Alle Sehenswürdigkeiten, wie der Königsberger Dom, das Immanuel-Kant-Museum oder das Bernsteinmuseum, sind zu Fuß erreichbar. Bis 1991 für Besucher gesperrt, zeigt sich die russische Exklave heute als junge und pulsierende Metropole. Was Sie in Kaliningrad noch unbedingt anschauen oder tun sollten, finden Sie im folgenden Abschnitt.

3. Königsberger Dom

Eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten und zugleich Wahrzeichen der ostpreußischen Stadt ist der Königsberger Dom. Im gotischen Stil und aus rotem Backstein erbaut, steht er auf der Kneiphof-Insel. Die meisten zerstörten Gebäude wurden nach dem Zweiten Weltkrieg abgetragen und durch schmucklose Plattenbauten in Einheitsbauweise ersetzt. Heute wird er unter anderem als Kulturzentrum genutzt. Der Königsberger Dom beherbergt neben einer orthodoxen und einer evangelischen Kapelle das Dommuseum, das Kant-Museum und das Stadtmuseum. Sie haben dort außerdem die Möglichkeit, ein außergewöhnliches Orgelkonzert zu besuchen, welches täglich stattfindet.

4. Bernsteinmuseum

Neben den bereits genannten Museen gehört das Bernsteinmuseum zu den meistbesuchten Ausstellungen in Kaliningrad. Das Museum  ist im sogenannten Dohna-Turm untergebracht, der einst Teil der Befestigungsanlagen der Stadt war. In den Ausstellungsräumen sind mehr als 14.000 Exponate zu bewundern. Damit hat das Museum die größte Bernsteinsammlung der Welt. In Kaliningrad findet man fast 90% des weltweit vorkommenden Bernsteins. Daher auch die Bezeichnung als Bernsteinland. Sie sollten sich also unbedingt selbst auf die erlebnisreiche Suche nach Bernstein begeben. Vermeiden Sie Bernsteinfiguren oder Schmuck mit sehr kleinen Elementen zu kaufen, dabei handelt es sich höchstwahrscheinlich um keinen echten Bernstein.

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Das Bernsteinmuseum in Kaliningrad. (Quelle: Fotolia - Ekaterina Ufimtseva)

5. Museum der Weltmeere

Das Museum der Weltmeere befindet sich an Bord des Forschungsschiffes „Vitjas“ (ehemals Mars), das in Kaliningrad am Ufer des Flusses Pregel vor Anker liegt und zu den Hauptattraktionen gehört. Dort werden neueste Technologien in der Meeresforschung präsentiert und im nebenan liegenden U-Boot befindet sich eine Ausstellung über die russische Unterseeboot-Flotte. Dieses Museum gehört zu den führenden maritimen Museen in ganz Russland, daher ist der Besuch besonders lohnenswert.

6. Immanuel-Kant-Denkmal

Der berühmteste Sohn der Stadt Königsberg ist der deutsche Philosoph Immanuel Kant. Sein Grabmal befindet sich hinter dem Königsberger Dom, auf der nach ihm benannten Kant-Insel. Diese Sehenswürdigkeit gehört zu den bedeutendsten Denkmälern von Kaliningrad. Das Original der Kant-Statue ging 1945 verloren, heute ist eine Nachbildung aus dem Jahr 1992 zu betrachten. Eine Replike der Statue des Herzogs Albrecht von Preußen kann ebenfalls auf der Kantinsel besichtigt werden.

7. Kurische Nehrung

Im Kaliningrader Gebiet liegen 48 Kilometer von insgesamt 98 Kilometern der berühmten russischen Nehrung. diese ist sogar Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes. Sie können dort eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt bewundern. Die Hauptsaison ist von Mai bis November. Unerlässlich ist auch der Besuch des Kaliningrader Zoos, dieser gehört zu den ältesten und größten in ganz Russland.

8. Königsberger Dom

Das Königstor ist eines von ehemals sechs Stadttoren und Teil der Fortifikationsanlagen in Kaliningrad. Es befindet sich in der Königsstraße. Ebenso zur Fortifikationsanlage gehört das Friedrichburger Tor, welches  in den nächsten Jahren ein Museum von Peter dem Großen beherbergen soll.

9. Kaliningrader „Tag des Herings“

Sollten Sie die Möglichkeit haben, Ihre Reise im April anzutreten, haben Sie die wunderbare Chance, an dem einzigartigen Festival „Tag des Herings“ teilzunehmen. Dieser findet dieses Jahr vom 7. bis 11. April statt und bietet viele kulinarische Köstlichkeiten zum Probieren. Generell sollten Sie in Kaliningrad unbedingt die zahlreichen Fischlokale aufsuchen. Durch die Meereslage der Stadt gibt es stets frisch gefangenen Fisch, der dort vor Ihren Augen zubereitet wird.

10. Kurorte um Kaliningrad bieten Entspannung

Neben zahlreichen Sehenswürdigkeiten bietet die Region um Kaliningrad mehrere Kurorte zur Entspannung. Lediglich 24 Kilometer von Kaliningrad entfernt liegt der berühmte Kurort Selenogradsk (bis 1946 Kranz). Es ist der bedeudentste Badeort der Küste Ostpreußens. Hier findet man auch den Kurort Swetlogorsk, welcher 45 Meter über dem Meer liegt. Sie haben in Kaliningrad also die Möglichkeit, berühmte historische Bauwerke zu betrachten und gleichermaßen an der Ostseeküste zu entspannen.

Fazit

Wie bei jedem Urlaub ist eine rechtzeitige Planung die halbe Miete. Zudem können Sie so kostengünstigere Alternativen wählen und einen stressfreien Urlaub genießen. Denken Sie besonders an die Visumspflicht für Russland. Am besten Sie beauftragen dafür eine Reiseagentur, damit Sie keine Behördengänge auf sich nehmen müssen.  Lassen Sie sich von der Bequemlichkeit dieser Stadt begeistern und genießen Ihren Ausflug in den zahlreichen Parks Kaliningrads. Besonders empfiehlt sich eine Reise im April. Dann haben Sie die Möglichkeit, an einem einmaligen Ereignis - dem „Tag des Herings“ - im Bernsteinland teilzunehmen. Sollten Sie in Ihrem Koffer noch etwas Platz haben, empfehlen wir Ihnen ein Wörterbuch mitzunehmen, damit Sie sich um die Kommunikation keine Sorgen machen und Ihren Urlaub in vollen Zügen genießen können.

 

 


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Shenja Bernd (*1990) schreibt als freie Mitarbeiterin für unser Ratgeber-Portal. Sie studierte an der Universität Erfurt.


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