Thomaskirche Erfurt | Lutherkirche | Kaufmannskirche

Thomaskirche Erfurt, Lutherkirche & Kaufmannskirche: Infos & Öffnungszeiten

Bild zum Artikel: Thomaskirche Erfurt | Lutherkirche | Kaufmannskirche
(Quelle: Martin Haucke)

Sie gehören zu den größten Kirchen der Stadt: Die Thomaskirche, die Lutherkirche & die Kaufmannskirche. Zu diesen Kirchen finden Sie hier historische Hintergründe, Tipps für Touristen und aktuelle Öffnungszeiten.

Erfurts Altstadt zählt zu den kirchenreichsten Altstädten Deutschlands. Im Mittelalter prosperierte die Stadt und erhielt spätestens durch Martin Luther auch ein besondere Stellung in der Welt des Klerus. In diesem Beitrag haben wir historische Hintergründe und aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten, Parkmöglichkeiten und Errreichbarkeit mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zusammengetragen:

Weitere Kirchen und Türme in Erfurt finden Sie in dieser Übersicht.

Thomaskirche in Erfurt

Die Thomaskirche in Erfurt beeindruckt durch ihre Größe, ihre bunten Fenster und den Klang ihrer vier Glocken. Etwa eine Viertelstunde benötigt man zu Fuß vom Bahnhof bis zu dem imposanten Gotteshaus in der Löbervorstadt. Dort steht es idyllisch in einem der Erfurter Parks an der Puschkinstraße. Erstmals erwähnt wurde die Thomaskirche 1282. Seit den Jahren der Reformation gehört sie zur evangelischen Gemeinde. Damals war die Kirche noch schlicht und klein, da im Löberviertel ärmere Menschen lebten. Doch Erfurt wurde im Laufe der Zeit größer und Ende des 19. Jahrhunderts zogen wohlhabendere Menschen in die Löbervorstadt. Aufgrund der steigenden Anzahl der Anwohner entschloss man sich zum Neubau der Thomaskirche. Die alte Kirche wurde abgerissen und an anderer Stelle neugebaut. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde sie am 15. Juni 1902 an neuer Stelle eingeweiht.

Evangelische Thomaskirche, neugotisch, Löbervorstadt
Die Außenansicht der Thomaskirche. (Quelle: Martin Haucke)

Bis dato stand sie in der Löberstraße. Dort steht heute "Das Haus zum St. Thomas". Die neugebaute Thomaskirche in der Puschkinstraße ist die einzige neugotische Kirche im Stadtgebiet Erfurts. In den Vororten Erfurts gibt es zwei weitere Kirchen im gleichen Baustil. Die Erfurter Thomaskirche ist 51 Meter lang und ist nicht „geostet“, das heißt, der Altar ist nicht gen Osten gerichtet. Durch das 16,5 Meter breite Kirchenschiff und das 28 Meter breite Querschiff lässt sich im Grundriss der ungefähre Anschein eines Kreuzes erkennen. 1945 hatten Bomben die Kirche bis auf die Grundmauern und den Turm zerstört. Unter der Leitung der Pfarrer Pohl und Mebus und den Architekten Kellner und Tetzner begann nach dem Krieg der fünfjährige Wiederaufbau. So entstanden die Fenster mit den vielen Malereien, die vier neuen Glocken sowie der neue Altar und der neuen Taufstein.

Evangelische Thomaskirche, neugotisch, Innenansicht, Kirschenschiff, Orgel, Empore
Das Kirchenschiff und die Emporen im Inneren. (Quelle: Martin Haucke)

In der Thomaskirche finden viele Veranstaltungen und Gottesdienste statt. Es gibt eine Gehörlosengemeinde und Gottesdienste für Gehörlose und Schwerhörige. Die Gemeinde hat einen Einzugsbereich bis nach Kassel. Auch Angehörige haben die Möglichkeit, sich nach Gottesdiensten oder bei anderen Veranstaltungen auszutauschen. 

Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahnlinie 1 oder 6 vom Hauptbahnhof – Haltestelle Kaffeetrichter (Fußweg ca. 5 Minuten)

Parken: Parkplatz Rosengarten (Fußweg ca. 15 Minuten)

Die Kirchen im Erfurter Stadtplan: Kaufmannskirche (rot), Lutherkirche (grün) & Thomaskirche (lila).

Lutherkirche

Etwas weiter vom Zentrum entfernt befindet sich in der Magdeburger Allee die Erfurter Lutherkirche. Das evangelische Gotteshaus gehört der Kirchengemeinde Martini-Luther an. In den Jahren der Entfestigung Erfurts entstand 1873 im nördlichen Teil der Stadt ein Industrie- und Wohngebiet, welches zu diesem Zeitpunkt noch ohne eigene Kirche war. 1883 gab es anlässlich Martin Luthers 400. Geburtstag bereits erste Überlegungen zum Bau einer neuen Kirche. Im März 1905 gründete sich dafür der Kirchbauverein Johannesvorstadt, dessen Aufgabe es war, die grundlegende Finanzierung zu sichern. Zuerst entstand das Gemeindehaus im Mai 1914. Der geplante Neubau konnte aufgrund des ersten Weltkriegs jedoch nicht beginnen. Erst drei Jahre später, am 10. November 1917, kam es zur formalen Grundsteinlegung anlässlich des 400. Jahrestages der Reformation.

Evangelische Lutherkirche, Turm, Begegnungsstätte
Außenansicht der Lutherkirche. (Quelle: Martin Haucke)

Der tatsächliche Baubeginn, nach dem Entwurf des Berliner Architekten Peter Jürgens, begann erst im Sommer 1926, und wurde bereits ein Jahr später im darauf folgenden Spätherbst fertiggestellt. Die Einweihung erfolgte am 10. November 1927. Entstanden war die Lutherkirche mit 50 Meter hohen Kirchtürmen und sechs Glocken. Ein weiteres Jahr später folgte die Einweihung der Orgel von Wilhelm Rühlmann. Beendet wurde der Kirchenbau 1930 mit der Fertigstellung des Pfarrhauses. Die Beschädigung nach dem II. Weltkrieg konnten größtenteils wieder repariert werden. Auf die Reparatur des Daches folgte 1965 die Neuverputzung der Außenfassade. Darauf begannen Sanierungsarbeiten der Lutherkirche zum Gemeindezentrum. Hierbei wurden Heizung, Fußboden, Beleuchtung, Fenster und Farbgestaltung erneuert sowie eine Verstärkeranlage eingebaut und der Eingangsbereich neugestaltet.

Evangelische Lutherkirche, Kirchenschiff, Empore, Altar
Die Innenansicht und das Kirchenschiff der Lutherkirche. (Quelle: Martin Haucke)

Gottesdienste finden vierzehntägig, also jeden ersten und dritten Sonntag im Monat, statt. Die Besichtigung ist aber auch unter der Woche jeden Dienstag von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr und donnerstags von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr möglich. Außerhalb der offiziellen Besucherzeiten können individuelle Termine vereinbart werden. Dazu kontaktieren Sie bitte die Gemeinede unter der Rufnumner 0361 - 7917339 oder per Mail: buero@martini-luther.de. Außerdem finden viele Veranstaltungen statt. Die sehr musikträchtige Gemeinde betreibt den Kirchen,- Senioren- und Posaunenchor ebenso wie die „Fresh Vocals“, die sich auf modernere Musik spezialisiert haben und aus allen Altersgruppen zusammensetzt.

Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahnlinie 1 und 5 -Haltestelle Lutherkirche/ SWE

Parken: Parkhaus Stadtwerke (Fußweg 5 Minuten)

Kaufmannskirche

Nur wenige Meter vom Ursulinenkloster entfernt in der Erfurter Innenstadt befindet sich eine der ältesten Pfarrkirchen der Stadt, die Kaufmannskirche St. Gregor. Im 11. Jahrhundert gründeten friesische Kaufleute hier an der "Via Regia" einen Handelsplatz. Vermutlich errichteten sie die erste Kaufmannskirche, die 1248 erstmalig erwähnt wurde. 1291 brannte bei einem Stadtbrand ein Großteil der romanisch gebauten Kirche nieder. In der Zeit der Reformation wird 1521 in der Kaufmannskirche der evangelische Glauben eingeführt. Auf den Einsturz des Chorgewölbes 1594 folgte eine Renovierung der nach reformatorischen Chorausstattung. Dabei wurden Kanzel, Taufstein und Hochaltar erneuert. Besonders zu erwähnen ist, dass in der Kaufmannskirche der Bund der Ehe von Johann Sebastian Bachs Eltern geschlossen wurde. Nachdem 1686 die heute noch erhaltenen Orgelprospekte fertig gestellt wurden, kam es im 19. Jahrhundert zu weiteren umfangreichen Restaurierungsarbeiten.

Evangelische Kaufmannskirche, Türme, Kirchenschiff
Die Kaufmannskirche von Außen. (Quelle: Martin Haucke)

Im II. Weltkrieg wurde das Gotteshaus durch eine Luftmine schwer beschädigt. 1952 konnten alle Reparaturarbeiten abgeschlossen werden. Es folgte die Sanierung des Innenraumes und der beiden Türme. Und schließlich in den 2000ern die Restaurierung der Sakristei, des Taufsteins, dem Altarraum, dem Altar und der Glocken. Vor der Kirche auf dem Anger befindet sich das Lutherdenkmal. Luther steht in Pose und hält ein Buch in der Hand, bei dem es sich wahrscheinlich um die Bibel handelt. Heute ist die Kaufmannskirche eine dreischiffige Basilika im gotischen Baustil. Die Türme an den Seiten werden durch einen Triumphbogen getrennt. Der Chor ist umschlossen von fünf Seiten in Form eines halben Achteckes.

Evangelische Kaufmannskirche, Kirchenschiff, Orgel, Empore
Das Kirchenschiff der Kaufmannskirche mit dem Blick zur Orgel. (Quelle: Martin Haucke)

Wer die eindrucksvolle Orgel gerne einmal hören und sehen möchte, hat in den Sommermonaten die Möglichkeit, jeden Montag um die Mittagszeit ihren Klängen 20 Minuten lang zu lauschen. Das ganze Jahr über finden viele Konzerte mit Künstlern statt. Geöffnet ist die Kaufmannskirche von Montag bis Mittwoch, von 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr, von Donnerstag bis Sonntag, von 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr.

Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahnlinien 1,2,3,4, 5 und 6 – Haltestelle Anger (Fußweg 2 Minuten)

Parken: Parkplatz Anger oder Parkhaus Q - Park Anger 1 (Fußweg 2 Minuten)


DIESEN BEITRAG: KommentierenDrucken
Bewerten:
Empfehlen:

Mehr von Lisa Angrick
Profilbild von Lisa Angrick

Lisa Angrick absolvierte ein zweiwöchiges Praktikum bei Basenio.de.


Kommentar schreiben

Sicherheitscode