Kleine Synagoge Erfurt | Alte Synagoge | Mikwe

Kleine Synagoge Erfurt, Alte Synagoge & Mikwe: Tipps für Besucher

Bild zum Artikel: Kleine Synagoge Erfurt | Alte Synagoge | Mikwe
(Quelle: Martin Haucke)

In Erfurt lebte und lebt eine jüdische Religionsgemeinschaft. Die Kleine Synagoge, die Alte Synagoge und die Mikwe sind Zeichen dafür. Tipps für Besucher & aktuelle Öffnungszeiten.

In der thüringischen Landeshauptstadt siedelten zu Zeiten des Hochmittelalters erste jüdische Kaufleute an. Ihre Glaubensgemeinde wuchs in den folgenden Jahrhunderten so stark an, dass sie zu einer der bedeutendsten im Heiligen Römischen Reich wurde. Doch schon im Mittelalter wurden Juden verfolgt und so verlor auch die jüdische Gemeinde in Erfurt ihren Schutz und wurde aus der Stadt vertrieben. In der Biedermeier-Zeit etablierte sich wieder eine Gemeinde in der Blumenstadt, die jedoch in den Wirren des II. Weltkriegs mit dem Holocaust ein schreckliches Ende fand. Doch schon 1945 gründete sich in Erfurt eine neue Jüdische Gemeinde, die heute die Kultur und religiöse Vielfalt der Landeshauptstadt bereichert. Ihre historischen Spuren und aktuellen Wirkungsstätten laden Interessierte ein.

Die Kleine Synagoge in Erfurt

Die Kleine Synagoge befindet sich nur wenige Meter von der Krämerbrücke entfernt. Direkt an der Gera gelegen, kann das jüdische Gotteshaus in der Straße "An der Stadtmünze" besucht werden. Als Gotteshaus wurde ein bereits fertiges Wohnhaus genutzt. Der Vorsitzende der Gemeinde, Dr. Ephraim Salomon Unger, kaufte das Haus, was darauf als Bethaus umgebaut wurde. Aufgrund der Baufälligkeit des Hauses wurde 1838 ein Neubau veranlasst.

Jüdische kleine Synagoge, über der Wera
Der Blick auf die Kleine Synagoge vom Ufer der Gera. Im Hintergrund kann man Teile der Krämerbrücke erkennen. (Quelle: Steffen Gottschling)

Im Sommer 1840 konnte das Gotteshaus eingeweiht werden. Der Einbezug des Kellers ließ die Mikwe entstehen, außerdem befand sich im zweigeschossigen Haus, bedeckt mit einem Walmdach, ein Betsaal mit Schrein für die Thora, eine Frauenempore und eine Wohnbereich.Aufgrund des Wachsens der Gemeinde, wurde bald die größere Synagoge am Kartäusering erbaut. Als man die bisherige kleine Synagoge an die Stadt verkauft hatte, veränderte der Kaufmann C. C. Römpler das Gebäude, um es als Fasslager und Produktiongebäude für Essenzen und Spirituosen zu nutzen.

Jüdische kleine Synagoge, über der Wera, Mikwe
Der Geller des Gebäudes und die Treppe der Mikwe. (Quelle: Lisa Angrick)

1918 ging das Gebäude wieder in den städtischen Besitz über, man baute Wohnungen ein und vermietete diese. Im zweiten Weltkrieg war der Ursprüngliche Nutzen als Synagoge nicht mehr erkennbar und entging so den Zerstörungen des Nationalsozialismus.
In den späten 1980er Jahren wurde man wieder auf die Synagoge aufmerksam. Im Anbau über dem Fluss konnte bei Bauuntersuchungen 1993 der Thoraschrein frei gelegt werden. Sowohl Schrein und Türblatt waren in der Wand und Decke verborgen gewesen. Im Laufe der Restaurierung konnten weitere Elemente der ursprünglichen Synagoge frei gelegt werden. Heute ist der Ausgangszustand nahezu komplett. Die kleine Synagoge ist seit 1998 eine Begegnungsstädte.

Um bestehende Berührungsängste zwischen Juden und nicht Juden abzubauen finden immer wieder Ausstellungen, Vorträge, Lesungen und Konzerte statt. Geöffnet ist die Synagoge von Dienstag bis Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr.

Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahnlinie 3, 4 und 6 – Haltestelle Fischmarkt/ Rathaus

Parken: Parkplatz Anger (Fußweg ca. 10 Minuten)

Anmerkung der Redaktion: Beitrag wird ergänzt...


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Lisa Angrick absolvierte ein zweiwöchiges Praktikum bei Basenio.de.


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