Kirchen Erfurt | Kloster | Geschichte von

Kirchen Erfurts: Geschichte von Sakralbauten & Klöstern

Bild zum Artikel: Kirchen Erfurt | Kloster | Geschichte von
(Quelle: Martin Haucke)

Die Kirchen Erfurts gehören zu den prägendsten Bauten der Stadt. Die Geschichte von Klöstern & Sakralbauten sind Zeugnis eine ruhmreichen Vergangenheit. Erfahren Sie mehr zu deren Historie.

Thüringens Landeshauptstadt Erfurt hat viele Kirchen und Klöster. Sie zeugen von einer Blütezeit im Mittelalter. Doch auch in der heutigen Zeit hat die Stadt an der Gera viel zu bieten. Egal ob große Veranstaltungen, Messen oder Konzerte auf der Erfurter Messe, ein langer Spaziergang auf der Ega (dem Garten Thüringens) oder in einem der zahlreichen Parks, eine Wanderung durch den Steigerwald, ein Besuch in einem der vielfältigen Museen, der Bibliothek, der Erfurter Innen-und Altstadt mit der Krämerbrücke und Ägidienkirche, dem Domplatz samt Dom St. Marien, dem Fischmarkt sowie eine der zahlreichen Kirchen. Mit einer Fläche von rund 270 km² und etwa 210.118 Einwohnern (Stand Dezember 2015) ist Erfurt neben Jena und Gera die größte Stadt Thüringens. Erfurt befindet sich ziemlich genau in der Mitte Thüringens im südlichen Thüringer Becken durch das sich die Gera schlängelt.

 

Kirchen im Überblick (alphabetisch geordnet):

 

- Ägidienkirche

- Allerheiligenkirche

- Andreaskirche

- Augustinierkloster

- Barfüßerkirche

- Bartholomäusturm

- Cruciskirche

- Dom "St. Marien"

- Georgsturm

- Johannesturm

- Kaufmannskirche

- Kleine Synagoge

- Lorenzkirche

- Lutherkirche

- Michaeliskirche

- Nikolaiturm

- Paulsturm

- Predigerkirche

- Reglerkirche

- Sankt Severi Kirche

- Schottenkirche

- Thomaskirche

- Ursulinenkloster

- Wigbertikirche

 

Erste Ansiedlungen gab es 100.000 v. Chr. in der Altsteinzeit, davon zeugen archäologische Funde. Eine germanische Siedlung befand sich wohl in den Jahrhunderten nach Christus bei Erfurt-Frienstedt, welche beim Beginn des Autobahnbaus im Jahr 2000 gefunden und von 2001 bis 2003 zur Hälfte ausgegraben wurde. Die erste urkundliche Erwähnung Erfurts stammt von 742 aus dem Mittelalter. Missionserzbischhof Bonifacius bat zu dieser Zeit Papst Zacharias ll. Um die Erlaubnis zur Errichtung einer Bistumsspitze-dem heutigen Dom St. Marien.

 

Aus dem Hoch-und Spätmittelalter konnten bis heute wichtige jüdische Kulturzeugnisse erhalten werden. Wie beispielsweise die 1094 gebaute alte Synagoge, die heute die Älteste ihrer arte in ganz Europa ist. 1349 wurde die jüdische Gemeinde jedoch durch ein Pestpogrom aus Erfurt vertrieben. Fünf Jahre später entstand eine zweite Gemeinde deren Abwanderung 100 Jahre später durch den Entzug des Judenschutzes jedoch erzwungen geworden war. Nach der erneuten Ansiedlung Anfang des 19. Jahrhunderts entstand die kleine Synagoge.

 

Im 14. Und 15. Jahrhundert entwickelte sich Erfurt zu eine der bedeuteten Handelsstädte und Bildungsstätte. Keine Stadt im Römisch-deutschen Reich hatte mehr Studenten. Martin Luther war einer der bekanntesten Absolventen und beeinflusste Erfurt stark. Eine nach ihm benannte Kirche (Lutherkirche) befindet sich nicht unweit der Altstadt entfernt. Eine tragende Rolle in Luthers leben hatte das Augustinerkloster mit dem zu gehörigen Nikolaiturm und der Wigbertikirche. In der gleichen Zeit entstanden die Kaufmannskirche, die Thomaskirche und die Michaeliskirche, die im Laufe der Jahre diverse Veränderungen durchlebt haben, aber heute alle noch erhalten und für Besucher geöffnet sind.

 

Die Rückschläge durch die beiden Stadtbrände, bei denen beispielsweise die Cruciskirche, die Spitze des Paulsturm und die Kirche des Georgsturm beschädigt wurden, sind inzwischen längst wieder repariert oder die ehemaligen Grundstücke neu erbaut so das heute nichts mehr an diese längst vergangene Zeit erinnert.
Die Kurmainzische Herrschaft in Erfurt begann mit der Eroberung der Reichsexekutionstruppen des Kurfürsten und Erzbischof Johann Philipp von Schönborn. Dieser übergab beispielsweise das Ursulinenkloster am heutigen Erfurter Anger den namensgebenden Ursulinen.

 

Anfang des 19. Jahrhundert lebten rund 100.000 Menschen in Erfurt, von denen jedoch im ersten Weltkrieg 3,6% ihr Leben ließen. Außerdem wurden in der „Reichspogromnacht“ 1938 etwa 800 Erfurter Juden verschleppt und die große Synagoge abgebrannt. In den Jahren während des zweiten Weltkrieges mussten 10.000 bis 15.000 Kriegsgefangene in Erfurt Zwangsarbeiten vollrichten.

 

Die 27 britischen und amerikanischen Luftangriffe des zweiten Weltkrieges beschädigten 530 Gebäude besonders betroffen war die Erfurter Altstadt und damit zahlreiche historische Gebäude wie beispielsweise die noch heutige Ruine der ehemaliger Barfüßerkirche und des Barfüßerklosters, das ehemalige Schottenkloster oder der Bartholomäusturm. Die noch relativ gut erhaltenen Gebäude wurden saniert, der Rest abgebrochen.

 

Heute ist die Erfurter Innenstadt schöner denn je. Es gibt kaum verfallene Gebäude, unzählige Geschäfte, Restaurants und Bars. Bei einem Besuch in Erfurt wird man bald auf einen ständigen Wechsel von moderne und Geschichte kommen. So findet sich zum Beispiel in den Verkaufsmeilen am Erfurter Anger mitten zwischen Drogerie und Friseur die Lorenzkirche und auf dem Weg zum Domplatz begegnet man neben einem Kurdischen Döner der Allerheiligenkirche in deren inneren sich das Erfurter Kolumbarium befindet.

 

Die Erfurter Kultur ist geprägt von vielen festen, wie dem „Krämerbrückenfest“, der „Fete de la musique“, den „Domstufenfestspielen“, dem jährlichen Jahr-und Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz oder auch der Tag „Erfordia turrita“ bei dem viele der Erfurter Kirchtürme wie der Johannesturm seine Türen für Sie als Besucher öffnet und ihnen einen Blick über die Stadt gewährt.

 

Weitere Kirchen: Predigerkirche, Andreaskirche und Reglerkirche 


DIESEN BEITRAG: KommentierenDrucken
Bewerten:
Empfehlen:

Mehr von Lisa Angrick
Profilbild von Lisa Angrick

Lisa Angrick absolvierte ein zweiwöchiges Praktikum bei Basenio.de.


Kommentar schreiben

Sicherheitscode