Fluggastrechte EU | Verspätung | Annullierung | Entschädigung

Fluggastrechte der EU: Die wichtigsten Regelungen zu Verspätung, Annullierung und Entschädigung im Überblick  

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(Quelle: basenio)

In unserer Übersicht finden Sie Ihre Fluggastrechte in der EU. Diese Rechte haben Sie bei Verspätung oder Annullierung. Mit unseren Tipps können Sie eine Entschädigung bei Fluggesellschaften erhalten.

Eine Flugreise gilt als besonders komfortabel und problemlos - die meisten Reiseziele können nach nur wenigen Stunden im Flugzeug erreicht werden. Kommt es allerdings zu Flugverspätungen oder gar Annullierungen, ist das für Reisende ärgerlich, da ihnen ein erheblicher Aufwand und häufig auch zusätzlichen Kosten entstehen. Doch in bestimmen Fällen können sie solche Kosten von den Fluggesellschaften zurückverlangen. Das gilt insbesondere dann, wenn der Start- oder Zielflughafen innerhalb der Europäischen Union liegt.

Doch um Geld zu erhalten, müssen Verbraucher auch dann oftmals ihre Ansprüche einklagen, denn einige Fluggesellschaften versuchen ihre Pflichten zu umgehen. Hier erhöht ein rechtlicher Beistand - Fachanwälte für Reiserecht - die Chancen, seine Kosten zurückerstattet zu bekommen. Solche Rechtsberatungen gibt es inzwischen sehr erfolgreich auch online. Marktführer in dieser Branche ist laut eigener Aussage das in Potsdam ansässige Unternehmen „Flightright“, dessen Reiserechtsexperten sich sowohl im Falle eines Flugausfalls als auch bei Verspätungen für Fluggastrechte stark machen. Provisionen werden ausschließlich im Erfolgsfall fällig, wodurch Verbraucher kein Kostenrisiko tragen. Flightright hat so schon über 150 Millionen Euro für seine Kunden erstritten. 

Damit Sie Einblick über Ihre Rechte bei Verspätungen und Flugausfällen gewinnen, haben wir hier einen Überblick über alle möglichen Fälle zusammengestellt.

Die Fluggastrechte der EU im Überblick 

Diese drei Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Ihre Fluggastrechte in der EU geltend werden:

 

  1. Bei Flügen innerhalb der EU, die von einer Fluggesellschaft aus einem EU- oder Nicht-EU-Land durchgeführt werden
  2. Bei Flügen aus einem Nicht-EU-Land, die von einer Fluggesellschaft aus der EU durchgeführt werden
  3. Bei Flügen aus der EU in ein Nicht-EU-Land, die von einer Fluggesellschaft aus einem EU- oder Nicht-EU-Land durchgeführt werden

 

Alle 28 EU-Länder sowie Guadeloupe, Französisch-Guayana, Martinique, Réunion, Mayotte, Saint Martin, die Azoren, Madeira, die Kanarischen Inseln, Island, Norwegen und die Schweiz sind in die Fluggastrechte der EU inbegriffen.

 

Gut zu wissen: 

  • Hin- und Rückflüge gelten als eigenständige Flüge, selbst wenn sie zusammen gebucht wurden.
  • Es spielt keine Rolle, ob es sich um einen Billigflug oder Linienflug handelt.
  • Charterflüge werden auch von der Gesetzgebung erfasst.
  • Die Verordnung gilt für auch für Pauschalreisende, Dienstreisende sowie Kinder.
  • Die Verordnung gilt nicht, wenn Passagiere zu spät (später als 45 Minuten vor Abflug am Check-In) sind.

 

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Egal welches Reiseziel Sie haben - Hier erfahren Sie Ihre Fluggastreche (Quelle: © ra1 Studio - Fotolia)

Entschädigung bei Flugverspätung

Konkret sieht das EU-Recht vor, dass Entschädigungsleistungen an die Flugreisenden ausbezahlt werden, wenn eine bestimmte Verspätung überschritten wurde. Die genauen Beträge richten sich dabei nach der Flugstrecke:

 

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Fluggastrechte bei Verspätungen: Diese Entschädigungen können geltend gemacht werden. (Quelle: eigene Darstellung)

 

Maßgeblich ist dabei allerdings nicht, ob das Flugzeug zu spät startet; gemessen wird die Verspätung bei der Ankunft. Konkret ist auch nicht das Aufsetzen auf die Landebahn, also der Zeitpunkt der Landung, sondern das Öffnen der Türen. Wurde hier eine Verspätung von mindestens fünf Stunden festgestellt, dürfen die Reisenden den Flug sogar kostenfrei stornieren und gegebenenfalls einen Rückflug einfordern.

 

 Folgendes steht Ihnen bei einer Flugverspätung zu:

  • Kostenfreie Snacks und Getränke ab zwei Stunden Verspätung
  • Kostenfreie Kommunikation in Form von mindestens zwei E-Mails und zwei Telefonaten
  • Sollte der nächste Flug erst am folgenden Tag angeboten werden, zahlt die Fluglinie einen möglicherweise notwendig werdenden Transfer zum Hotel sowie die Übernachtung

Entschädigung bei Annullierung

Die Fluggesellschaft ist in der Pflicht Sie schnellstmöglich über einen Flugausfall zu informieren und Ihnen einen neuen Flug anzubieten. Allerdings haben Reisende dann das Recht, den angebotenen Flug abzulehnen und sich den Ticketpreis erstatten zu lassen.  

Tipp: Wenn die Fluggesellschaft einen anderen Flug anbietet, schauen Sie, ob Sie einen anderen günstigeren Flug buchen können. Lassen Sie sich dann die Ticketpreis für den ursprünglichen Flug auszahlen und buchen dann den günstigeren Flug. Lassen Sie sich daher von der Fluggesellschaft eine schriftliche Bestätigung für die Flugbuchung geben, damit die Erstattung später rechtgemäß vonstattengeht.

Das unabhängige Verbraucherportal Finanztip hat einen Musterbrief online gestellt, mit dem Reisende bei Flugausfällen eine Kostenerstattung geltend machen können. Wichtig ist, dass der Fluggesellschaft eine Frist gesetzt wird, bis wann sie zahlen soll. Zahlt sie auch dann nicht, sollte sich ein Rechtsbeistand geholt werden. Übrigens, bei einer Dienstreise steht dem Reisenden die Entschädigung zu und nicht etwa der Arbeitgeber.

Folgendes steht Ihnen bei einer Annullierung zu:

  • Die Fluggesellschaft muss einen möglicherweise notwendig werdenden Transfer zum Hotel und die Übernachtung zahlen
  • Eine Erstattung des Ticketpreises oder das Angebot auf einen neuen Flug
  • Getränke und Snacks am Flughafen
  • Eine Erstattung von 250 EUR bei einer Flugdistanz bis 1.500 km
  • Eine Erstattung von 400 EUR bei einer Flugdistanz bis 3.500 km
  • Eine Erstattung von 600 EUR bei einer Flugdistanz ab 3.500 km

 

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Flugverspätungen sind ärgerlich, doch kann man als Passagier seine Fluggastrechte geltend machen. (Quelle: ©Sergey Furtaev - Fotolia)

Was tun, wenn Fluggesellschaften nicht zahlen wollen?

Fluggesellschaften nutzen das Unwissen der Passagiere zu ihren Fluggastrechten aus, indem sie diese mit Standardschreiben und Gutscheinen vertrösten. Obwohl die Fluggesellschaften verpflichtet sind, einen Hinweis auf die Fluggastrechte in Europa am Abfertigungsschalter anzubringen, werden Zahlungen häufig verweigert. Die Airlines verlassen sich augenscheinlich darauf, dass die Passagiere einem Rechtsstreit nur allzu gerne aus dem Weg gehen. 

Als offizielle Beschwerdestelle fungiert das Luftfahrtbundesamt (LBA) in Deutschland. Üblicherweise wird eine für den Passagier kostenfreie Schlichtung angestrebt - der Gang vor Gericht kann also häufig abgewendet werden. Auch die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SOEP) kann dabei helfen, sich mit der Fluggesellschaft zu einigen. Allerdings müssen sich die Verbraucher zunächst selber an die Fluggesellschaft wenden, bevor sie die Schlichtungsstelle anrufen. Geschäftsreisende können sich generell nicht an die Schlichtungstelle wenden.

Alternativ dazu können auch private Dienstleister beauftragt werden, solche Kosten bei Fluggesellschaften zu erstreiten. Bei den gängigen Geschäftsmodellen erstatten die Dienstleister den Reisenden entweder sofort die Kosten, und erstreiten dann vor Gericht die Gelder von den Fluggesellschaften, oder sie verlangen eine Provision nach erfolgreichem Prozess. Marktführer in der Branche ist laut eigener Aussage Fligthright. Das in Potsdam ansässige Unternehmen behält nur im Erfolgsfall einen bestimmten Teil der Entschädigung als Provision ein. Der Vorteil für Reisende: Sie haben weder finanziellen noch zeitlichen Aufwand, um ihre Kosten erstattet zu bekommen.

 

Zusammenfassung

Flugverspätungen oder –annullierungen sind ärgerlich, doch lässt sich durch Beharrung auf seine Fluggastrechte Milderung verschaffen. Durch die Fluggastrechte in der EU können Verbraucher auf Kostenerstattungen oder andere Vergünstigungen pochen. Allerdings müssen sie dafür aktiv werden und sich mit den Fluggesellschaften auseinandersetzen. Wollen diese dann nicht zahlen, können Verbraucher Schlichtungsstellen anrufen.

Wer von vornherein auf die persönliche Konfrontation mit den Fluggesellschaften verzichten möchte, der kann sich rechtlichen Beistand nehmen. Inzwischen gibt es solche Rechtsberatungen und -beistände auch online. Marktführer ist hier Flightright.


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Profilbild von Franziska Blüm

Franziska Blüm ist Studentin der Kommunikationswissenschaft und Anglistik in der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sie arbeitet momentan für ein zweimonatiges Praktikum bei werbeagentur-erfurt.net und basenio.de als Redakteurin.   


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