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Aktuelle Reform der Erbschaftssteuer 2015 – Was ändert sich?

Aus aktuellem Anlass widmet sich dieser Beitrag den geplanten steuerlichen Änderungen im Bereich der Unternehmen und deren Erben. Kurz für Sie zusammengefasst finden Sie hier die derzeitigen Standpunkte.

Testamente regelt oft nicht nur die Nachfolge im familiären Umfeld, sonder vielmals auch den Nachlass von großen Unternehmen und Vermögenssummen. Entstammt man nun einer Familie, die sich durch unternehmerisches Handeln und dementsprechenden Erfolg bewährt hat, so möchte man das Erbe in Form des Unternehmens auch an nachfolgende Generationen weiter geben. Die gegenwärtigen Debatten um die Änderungen der Erbschaftssteuer wandern nun schon seit geraumer durch die Medien und wurden regelmäßig in den Nachrichten thematisiert. Dieser Kurzbeitrag soll Ihnen einen knappen Einblick in diese Debatte geben.

Nach dem Koalitionsstreit konnte sich die Mehrheit aus Union und SPD und das Bundesfinanzministerium auf einen Gesetzentwurf einigen. Die Koalition lockerte nun die Auflagen für Firmenerben im Bezug auf die steuerlichen Zahlungen.

Früher galt die Regelung, dass bei der Übernahme des Unternehmens mit den Arbeitsplätzen nur sehr geringe bis gar keine Steuerabgaben zu verrichten waren. Dies soll zukünftig auch so bleiben, allerdings wurde die Grenze der sogenannten Bedürfnisprüfung angehoben. Nachdem das Bundesverfassungsgericht 2014 schärfere Regelungen im Bezug auf Unternehmererben gefordert hatte, wurde dies nun in Form der Bedürfnisprüfung mitberücksichtigt. Grund für den Einwand des Bundesverfassungsgerichts war, dass private Personen Erbschaftssteuer zahlen müssen, Erben von Unternehmen eben weniger oder gar nicht. Bei der Prüfung müssen die Erben von Firmen nachweisen, dass sie die zu zahlenden Steuern nicht verkraften. Die „(...) Grenzwerte dieser Bedürfnisprüfung von 20 auf 26 Millionen Euro zu erhöhen (…)“ (Quelle: Tagesschau.de) ist ein fester Bestandteil die Neuerung. Dieser Wert benennt das Betriebsvermögen. Ab dem Vermögen von 26 Millionen Euro wird diese Bedürfnisprüfung durchgeführt und es kann ebenso das private Vermögen des Erben herangezogen werden, welches für die zu zahlenden Steuern aufkommt. Bei Familienunternehmen verdoppelt sich der o.g. Wert. In Kleinstbetrieben (bis drei Mitarbeiter) entfallen Kontrollen und Unternehmen, die bis zu 15 Mitarbeiter beschäftigen, können mit weniger strengen Regelungen leben.

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Die Erhöhung der Grenze der Bedürfnisprüfung bringt für jeden Erben einer Firma Konsequenzen mit sich. (Quelle: © geralt - Pixabay.com)

Kritik

Forderungen nach weiteren Änderungen und Kritik sind in diesem Zusammenhang nicht zu vernachlässigen und werden bestimmt auch noch lange anhalten. Wirtschaftsverbände finde diese Regelung nicht ausreichend und wollten eine größere Verbesserung für Erben von Familienbetrieben. Außerdem sollte die Kultur von Familienbetrieben erhalten und eben nicht durch Änderungen eingeschränkt werden. Aus den Reihen der Koalition und der Opposition kommen auch einige kritische Stimmen, die noch nicht verstummt sind. Reiche Erben würden beispielsweise immer noch nicht stark besteuert - „Deutschland verhätschele seine Millionäre“ und der Entwurf sei zu kompliziert geraten und ließe Platz für zu viele graue, undefinierte Stellen.

Bis das Gesetz vom Bundestag tatsächlich verabschiedet wird, wird es sicherlich noch einige Einwände geben, da bis dahin auch noch einige Zeit bestimmt vergehen wird.

Dieser Beitrag wird zukünftig weiter aktualisiert werden.


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