Rollator einstellen | Bremsen | Höhe | richtig

Den Rollator einstellen: Bremsen und Höhe richtig anpassen

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(Quelle: © Robert Kneschke - Fotolia)

Den Rollator einstellen ist wichtig, denn sonst drohen gesundheitliche Schäden bei Nutzern. Wie Sie Bremsen und die Höhe der Haltegriffe & der Sitzfläche anpassen, erklären und zeigen wir in diesem Beitrag.

Ein Rollator ist eine fahrbare Gehhilfe, mit der Menschen ihre Mobilität erhalten oder gar zurückgewinnen. Technisch gesehen handelt es sich dabei um ein Stützgestänge, das sich durch Rollen oder Räder fortbewegen lässt. Doch was sich so banal in zwei Sätzen ausdrückt, steigert bei Betroffenen oft die Lebensqualität. Denn der Rollator macht es möglich, dass man schwierige Wege wieder alleine bewältigen kann. Ohne Hilfe anderer in den Supermarkt gehen oder Familie und Bekannte besuchen, mit diesem mobilen Helfer gewinnen körperlich Eingeschränkte wieder ein Teil ihres selbstbestimmten Lebens zurück. Wer Rollatoren nur mit Senioren verbindet, der irrt. Die rollenden Stützen helfen auch Menschen, die in Folge eines Unfalls in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Doch damit der Rollator auch wirklich hilft, muss er richtig eingestellt sein. Andernfalls kann er sogar selber zur Quelle von Verletzungen und körperlichen Leiden werden. Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Ausführungen, die mehr oder weniger komfortabel sind. Übrigens, die Stiftung Wartentest verglich 2014 mehrere Modelle und veröffentlichte die Ergebnisse auf ihrer Internetseite.

Die Höhe des Rollators richtig einstellen

Ist die Griffhöhe zu niedrig eingestellt, können Rücken und Bewegungsapparat geschädigt werden. Denn ein gebeugter Gang provoziert unnatürliche Bewegungen, die zusätzliche Schmerzen auslösen können. Die richtige Höhe der Griffe wird wie folgt ermittelt. Der Betroffene stellt sich aufrecht zwischen die Halterung und lässt die Arme am Körper herabhängen. Die Griffe sollten dann höchstens drei Finger breit über dem Handgelenk eingestellt sein. Bei dieser Höhe können sich die Nutzer auf dem Rollator abstützen. In einem Video der Aktion „Das sichere Haus“ wird dies veranschaulicht. Der Verein „Das sichere Haus“ ist gemeinnützig und gibt nach eigener Aussage Informationen, guten Rat und praktische Tipps, um „Sicherheit und Gesundheit zu stärken: in Haushalt, Heim und Freizeit.“

Bei der richtigen Griffhöhe steht das Becken im Rollator und der Nutzer kann sich auf das Gestänge stützen. Ein Teil der Last wird so von den Beinen auf die Arme übertragen. Ein Tipp: Markieren Sie mit einem wasserunlöslichen Stift die Stelle, an der die Griffe richtig eingestellt sind. Muss der Rollator bei einer Fahrt zusammengeklappt werden, finden Sie die optimale Höhe schnell wieder, wenn er nach dem Transport aufgeklappt wird. Es gibt allerdings Rollatoren mit einer Memory-Funktion, mit der sich die Griffhöhe technisch markieren lässt. Wenn Sie dennoch Sorge tragen, dass Sie den mobilen Helfer falsch eingestellt haben, fragen Sie in einem Sanitätshaus in Ihrer Nähe nach. Hier wissen Techniker Rat und sind vertraut mit den einstellbaren Optionen.

Die Sitzhöhe des Rollators einstellen

Hat der Rollator eine Sitzfläche, sollte auch diese den Bedürfnissen des Nutzers entsprechen. Auch hier ist die Höhe ein wichtiges Kriterium. Ist der Sitz zu hoch, strengt es an, sich hinzusetzen. Dann braucht es auch Kraft, in der Sitzposition zu bleiben. Sitzt man zu niedrig, können Rückenschmerzen entstehen. Außerdem benötigt es viel Energie, wenn man wieder aufstehen will. Ist der Sitz richtig eingestellt, können die Füße unangestrengt auf den Boden gestellt werden, wenn man sitzt. So ist die Gehpause entspannend und man kann wieder Kraft tanken.

Die richtige Höhe lässt sich am besten zu zweit herausbekommen. Während sich der Nutzer aufrecht hinstellt, kann der Helfer die optimale Höhe messen. Ein Tipp: In der Regel ist der Abstand vom Boden bis zur Mitte der Knie (vom Nutzer) ideal. Dennoch sollten Sie auch ihrem Gefühl folgen, ob Sie bei dieser Höhe bequem sitzen. Da die Sitzhöhe bei vielen Rollatoren voreingestellt ist und sich nachträglich nicht ändern lässt, muss darauf schon beim Kauf geachtet werden. Unweigerlich kommt beim Thema Sitzen auch die Frage nach den Bremsen auf. Allein schon deswegen, weil die Feststellbremse gezogen werden sollte, wenn man sich hinsetzt. Bleibt sie gelöst, kann der Rollator fortrollen und es drohen Stürze.

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Ist der Rollator richtig eingestellt, schiebt man ihn nicht vor sich her, sondern läuft aufrecht zwischen den Haltegriffen. (Quelle: Robert Hoetink - Fotolia)

Die Bremsen am Rollator

Die Bremstechnik ist ein sehr sensibler Bereich und sollte nur von Experten eingestellt werden. Schließlich kann sie Stürze verhindern und gibt Sicherheit. Es gibt einige Punkte, die beachtet werden sollten. Greift man nach dem Bremshebel, darf die Hand den Haltegriff nicht verlassen. Der Hebel darf zudem kein Spiel haben, sonst bremst der Rollator nur verzögert. Wird die Gehhilfe intensiv genutzt, verschleißen die Bremsen auch schneller. Wenn Sie also einen Rollator kaufen und mögliche Wartungsintervalle festlegen, dann bedenken Sie dies mit.

Generell empfehlen wir, dass Sie sich vor dem Kauf Gedanken machen, für was Sie den Rollator nutzen. In der Wohnung eignen sich Geräte mit drei Rädern, da sie wendiger sind und weniger Platz einnehmen. Leben Sie in einem Haus mit mehreren Etagen, helfen Treppenlifte mobil zu bleiben.

Bei der Griffhalterung spielt nicht nur die Höhe eine Rolle, auch der Abstand zwischen den Griffen muss passen. Für korpulentere Menschen gibt es extra breite Rollatoren, die Stabilität bringen. Auf der Internetseite des Sanitätshauses Semed gibt es viele weitere Tipps, wie man den Rollator richtig nutzt und erfährt interessante Informationen zur Geschichte der mobilen Gehhilfe. Außerdem können Sie hier Geräte online kaufen und sich liefern lassen.


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Profilbild von Steffen Gottschling

Steffen Gottschling (Jg. 1978) lebt und arbeitet in Erfurt. Seit 2012 ist er in der Medienbranche tätig. Hier sammelte er Erfahrungen in der Redaktion von Radio F.R.E.I. und arbeitete als Journalist in der Online-Redaktion der Thüringer Allgemeine. Für ...


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