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Pflegetagegeld als Alternative zur Pflegeversicherung?

Ist die gesetzliche Pflegeversicherung ausreichend? Benötige ich zusätzlich eine private? Was ist die "Pflegelücke?" Diese und anderen Fragen werden in folgendem Beitrag für Sie beantwortet.

Was ist die Pflegelücke?

Die sogenannte „Pflegelücke“ nennt man jene ungedeckten Kosten zwischen den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und den tatsächlich anfallenden Kosten für die Betreuung es Betroffenen. Schnell können diese ins Unermessliche steigen und so den finanziellen Ruin bedeuten. Wer jedoch vorsorgt und eine private Pflegeversicherung beispielsweise in Form einer Pflegerente, einer Pflegekostenversicherung oder Pflegetagegeld abschließt, kann diese Lücke überbrücken. Hier gilt: Je früher desto besser, da bei einer frühzeitigen Entscheidung zu einer solchen Zusatzpolice der monatliche Beitrag geringer ausfällt, je früher man sie abschließt. Tritt der Pflegefall allerdings nicht ein, so kann man keine Rückzahlung der Kosten erwarten.

Lohnt sich eine zusätzliche Absicherung?

Pflegegeld wird von den gesetzlichen Versicherungen je nach Pflegestufe gezahlt. Diese Leistungen sind zwar seit 2008 (für die Pflegestufe drei und die Härtefälle der Stufe drei) gestiegen jedoch kostet die Unterbringung in einem Pflegeheim oft doppelt so viel.

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Beitragssteigerungen des Pflegetagegelds von 2008 bis 2012 (Quelle: Kevin Jung)

Deshalb drohen oft finanzielle Engpässe. Dies hat zur Folge, dass das Vermögen des Betroffenen aufgelöst werden muss oder Familienangehörige wie Geschwister, Kinder und Enkel zur Begleichung der Kosten beitragen müssen, bevor man als letzten Schritt noch das Finanzamt hinzuziehen kann, sollten diese beispielsweise kein Pflegeunterstützungsgeld beziehen. Eine private Absicherung kann diesen Problemen entgegen wirken.

Wie funktioniert die Pflegetagegeldversicherung?

Bei Abschluss der Versicherung legt man ein Datum fest, ab welchem der Versicherungsschutz beginnt. Diesen Vertrag schließt man auf unbestimmte Zeit. Allerdingsbestehen ebenso Mindestvertragslaufzeiten von beispielsweise zwei Jahren. Das Pflegetagegeld ist ein reiner Risikotarif, das heißt, tritt der Pflegefall nicht ein, so hat man keinerlei Anspruch auf Rückerstattung der getätigten Zahlungen. Das vorher fest vereinbarte Pflegetagegeld wird nur bei Nachweis einer Pflegebedürftigkeit gezahlt. Die Zahlungen erfolgen jeden Tag mit einem Tagessatz zwischen 5 und 100 Euro, je nach ausgehandeltem Tarif. Der volle Betrag wird aber meist nur ab Pflegestufe III gezahlt. Für Pflegestufe II sind es in der Regel noch 60 Prozent des vereinbarten Betrags und für die Pflegestufe I noch 30 Prozent.

Was gibt es zu beachten?

Zunächst einmal ist bei der Antragstellung notwendig, dass Sie einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen. Dieser sollte unbedingt wahrheitsgemäß beantwortet werden. Ziehen Sie im Zweifelsfall Ihren Hausarzt zurate, damit keine Behandlung, Krankschreibung oder Untersuchung fehlt. Sonst können später Probleme drohen. Zudem muss der Antragsteller seinen Arzt von der Schweigepflicht entbinden, damit der Versicherer alle Angaben überprüfen kann.

Informieren Sie sich, ob die von Ihnen gewünschte Versicherung staatlich gefördert werden kann. Denn seit dem 01.01.2013 können Pflegetagegeld-Policen unter bestimmten Voraussetzungen ähnlich der Riester-Rente gefördert werden. Jedoch sollten Sie prüfen, ob eine konventionelle Pflegeversicherung oder eine Police zum Pflege-Bahr erstrebenswerter ist.

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Um auch im Alter sorgenfrei leben zu können, sollten Sie über den Abschluss einer Pflegetagegeldversicherung nachdenken. (Quelle: © rudolf_langer - Pixabay.com)

Da man die Leistung individuell verhandeln kann, sollten Sie auf jeden Fall versuchen, ein Pflegetagegeld von 1.500 Euro abzusichern, um, ausgehend von den gesetzlichen Maximalleistungen, den möglichen Kosten für ein Pflegeheim entgegen zu wirken. Je nach Eintrittsalter belaufen sich die monatlichen Beiträge auf circa 50 Euro. Man sollte sich noch einmal im Klaren sein, dass der volle Betrag je nach Vertragsbedingungen nur bei Pflegestufe III ausgezahlt wird. Bei manchen Anbietern können jedoch die einzelnen Tagessätze individuell festgelegt werden. Vor Vertragsabschluss sollten Sie allerdings auf die Vertragsbedingungen achten. Prinzipiell kann sich jeder um ein Pflegetagegeld bemühen, der privat oder gesetzlich pflegeversichert ist. Jedoch werden Familienmitglieder nicht automatisch mitversichert. Die mitzuversichernden Personen müssen in der Versicherungspolice namentlich genannt werden. Einen solchen Vertrag sollten allerdings nur Menschen abschließen, die sich diese Beiträge dauerhaft leisten können.

Folgende Liste an Fragen sollten Sie sich stellen, wenn sie an einem Vertragsabschluss interessiert sind:

  • Wie hoch ist das Pflegetagegeld in den Pflegestufen?
  • Ab welchem Alter kann man eine Police nicht mehr abschließen?
  • Werden Leistungen gezahlt, auch ohne dass man professionelle Pflege erhält?
  • Sind die Leistungen für häusliche Betreuung und Betreuung im Pflegeheim identisch?
  • Wird eine Wartezeit verlangt?
  • Werden Leistungen bei Betreuungsbedarf aber Pflegestufe 0 gezahlt, beispielsweise bei Demenz?
  • Erfolgt im Leistungsfall eine Beitragsbefreiung?
  • Erfolgt eine Leistungsdynamisierung?
  • Werden Sonderzahlungen für notwendige Umbaumaßnahmen zu Hause fällig?

Sie haben Fragen oder Erfahrungsberichte zu diesem Thema? Dann schreiben Sie uns Ihren Kommentar unter diesen Beitrag. Wir werden dieses Feedback aufnehmen und in weiteren Beiträgen beantworten.


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Profilbild von Kevin Jung

Kevin Jung hat an der Bauhaus-Universität Weimar studiert. Sein Studiengang war die Medieninformatik. Seine Hobbys sind in den Bereichen Technik, Lesen und Kochen angesiedelt.


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