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Pflegerente als Alternative zur Pflegeversicherung?

Wie sichere ich mich richtig ab? Ist eine Pflegeversicherung ausreichend oder sollte ich eine private Pflegerente abschließen? Diese und andere Fragen haben wir im folgenden Artikel für sie beantwortet.

Seit 1. Januar 1995 existiert zusätzlich zur Krankenversicherung auch eine gesetzliche Pflegeversicherung. Das heißt, jeder Arbeitnehmer ist seitdem automatisch kranken- und pflegeversichert. Jedoch bestehen Alternativen zur gesetzlichen Pflegeversicherung. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Pflegerente.

Reichen die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht aus?

Auch gut zwanzig Jahre nach der Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung muss man diese Frage verneinen. Sie deckt lediglich eine Grundversorgung ab, bietet also nur eine Teilversicherung.

Mit welchen Kosten ist im Pflegefall zu rechnen?

Eine allgemeingültige Aussage für diese Frage lässt sich schwer treffen, da deren Antwort von 3 Faktoren abhängig ist:

  1. der Höhe der Pflegebedürftigkeit (welche Pflegestufe abgedeckt werden muss)
  2. die Art der Pflege (häuslich, teilstationär oder stationär)
  3. bei stationärer Pflege der Ort des Pflegeheims

Wie wird die Pflegebedürftigkeit ermittelt?

Die Stufe der Pflegebedürftigkeit (Pflegestufe 0 bis III) wird durch ein ärztliches Gutachten festgestellt. Alternativ ist es aber auch möglich, eine erweiterte Leistungsprüfung mit Hilfe eines Punktesystems durchzuführen. Bei diesem orientiert sich der Grad der Pflegebedürftigkeit an der Fähigkeit, typische Aktivitäten des täglichen Lebens durchzuführen. Wenn drei oder mehr alltägliche Aktivitäten nicht mehr ohne Hilfe ausgeführt werden können, liegt eine Pflegebedürftigkeit vor.

Was ist die Pflegerente?

Eine Pflegerentenversicherung ist eine Zusatzversicherung die im Pflegefall zahlt. Sie wird von privaten Lebensversicherern angeboten und die Höhe der Leistung hängt von der attestierten Pflegestufe ab. Irrelevant ist der Ort, an dem die Pflege erhalten wird. So wird die Pflegerente auch gezahlt, wenn die betroffene Person im häuslichen Umfeld versorgt wird. Diese erhaltenen Leistungen sind frei verfügbar und können somit auch für indirekte Pflegemaßnahmen wie zum Beispiel eine Haushaltshilfe verwendet werden. Zudem kann man Pflegerenten bis zu einem relativ hohen Alter abschließen, bei einigen Anbietern sogar bis zu 80 Jahren.

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Um entspannt dem Rentenalter entgegengehen zu können, sollten Sie sich frühzeitig um Ihre Altersvorsorge kümmern. (Quelle: © goldfaun - Pixabay.com)

Welche Vorteile und Besonderheiten gibt es?

Pflegerenten sind zwar deutlich teurer als Pflegetagegeld-Angebote, jedoch sind sie flexibler. So können beispielsweise Beträge leichter ausgesetzt werden. Zudem fällt die Zahlung der Beträge bei Beginn der Pflegebedürftigkeit weg. Außerdem zählt bei der Pflegerente auch der Eintritt von Demenz als Pflegefall. Tritt diese mittelschwer auf, so zahlen die Versicherungen meist den Betrag, der für Pflegestufe zwei vereinbart ist. Eine Besonderheit ist auch, dass im Todesfall des Versicherten die Angehörigen einen prozentualen Anteil der eingezahlten Summe erhalten.

Ist eine Gesundheitsprüfung zum Abschluss einer Pflegerentenversicherung notwendig?

Eine Gesundheitsprüfung ist möglich. Das Versicherungsunternehmen behält sich dabei das Recht vor, Kunden abzulehnen. Jedoch erfolgt beim Wechsel des Tarifs eines bereits versicherten Menschen keine erneute Gesundheitsprüfung.

Wie erfolgt die Auszahlung der Pflegerente?

Je nach Pflegestufe wird der ausgehandelte Betrag monatlich ausgezahlt. Hierbei kann der Betroffene von Überschussbeteiligungen neben der garantierten Zahlung profitieren.

Wird die Pflegerente staatlich gefördert?

Die Pflegerentenversicherung ist eine private Zusatzversicherung zur gesetzlichen Pflegeversicherung und wird deshalb nicht vom Staat gefördert.

Ist ein Vertrag kündbar?

Ein Pflegerentenvertrag kann gekündigt werden, jedoch hat das zur Folge, das der Kunde nur einen Teil der bereits getätigten Beträge zurückerhält.

Was geschieht mit Überschusszahlungen?

Bei Überschüssen gibt es zwei Möglichkeiten. Einerseits können diese Überschüsse die später ausgezahlte Pflegerente erhöhen, andererseits können sie die monatlichen Beiträge senken, ohne dass für Leistungen Einbuße zu erwarten sind. Die meisten Anbieter verfolgen jedoch die erste Variante.

Kann man eine Einmaleinzahlung tätigen?

Bei vielen Versicherern ist es möglich, statt monatlichen Beiträgen auch eine höhere Einmalzahlung zu tätigen.

Wie wird die Pflegerente im Versicherungsfall berechnet?

Alternativ zu den Pflegestufen der gesetzlichen Pflegeversicherung kann der Versicherte auch eine Einstufung nach „Aktivitäten des täglichen Lebens“ durchführen lassen. Hierbei stellt ein Arzt im Versicherungsfall fest, welche Aktivitäten der Betroffene nicht mehr allein bewältigen kann. Hierzu zählen zum Beispiel Nahrungsaufnahme oder Körperhygiene.

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Eine helfende Hand macht es leichter, den Versicherungsdschungel zu meistern. (Quelle: © geralt - Pixabay.com)

Was sollten Sie beachten?

Eine kurze Liste, die Sie beim Vergleichen und Prüfen nutzen sollten:

  • Wie werden die Beiträge für die Pflegestufen errechnet?
  • Welche Leistungen kann ich erwarten?
  • Wird für jede Pflegestufe gezahlt?
  • Wie hoch ist der monatliche Beitrag?
  • Gibt es eine Wartezeit, bis der Versicherer zahlt?
  • Wie hoch ist das Höchsteintrittsalter?
  • Wie können Beiträge ausgesetzt werden?
  • Können Überschussbeteiligungen erfolgen?
  • Wieviel wird im Fall einer frühzeitigen Kündigung gezahlt?
  • Wird im Todesfall eine Zahlung an die Hinterbliebenen fällig?

Sie haben Fragen oder Erfahrungsberichte zu diesem Thema? Dann schreiben Sie uns Ihren Kommentar unter diesen Beitrag. Wir werden dieses Feedback aufnehmen und in weiteren Beiträgen beantworten.


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Profilbild von Kevin Jung

Kevin Jung hat an der Bauhaus-Universität Weimar studiert. Sein Studiengang war die Medieninformatik. Seine Hobbys sind in den Bereichen Technik, Lesen und Kochen angesiedelt.


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