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Pflegekostenversicherung 2016 - Ist eine private Zusatzversicherung sinnvoll?

Ambulante oder stationäre Pflege erfordert Kosten, die nicht jedermann tragen kann. Um im Ernstfall abgesichert zu sein, bietet es sich an, zusätzlich eine Pflegekostenversicherung abzuschließen.

Pflegeleistungen sind kostenintensiv. Damit Sie auch im Alter ausreichend gesichert sind, sollten Sie in jedem Fall darüber nachdenken, eine zusätzliche Pflegeversicherung abzuschließen, denn nur durch die gesetzliche Pflegepflichtversicherung sind bei weitem nicht alle anfallenden Gebühren abgedeckt. Niemandem ist es möglich, die Zukunft vorauszusagen – seien Sie deshalb bedacht darauf, dass die im Ernstfall notwendigen Maßnahmen geldlich abgedeckt sind, da diese sonst zu Ihren Lasten oder der Ihrer Angehörigen gehen.

Was ist eine Pflegekostenversicherung?

Eine Pflegekostenversicherung ist nicht gleichzusetzen mit einer Pflegeversicherung. Sie dient vielmehr als Erweiterung dieser. Wichtigster Unterschied liegt darin, dass erstere zusätzlich abgeschlossen wird, während letztere eine gesetzliche Pflichtversicherung darstellt. Eine Pflegekostenversicherung übernimmt anfallende Kosten, die nicht von der Pflegeversicherung getragen werden, sodass im Alter für diese Beträge nicht die Rente in Anspruch genommen werden muss. Hierzu zählen nicht nur stationäre Pflegemaßnahmen, sondern auch alle häuslichen. Normalerweise ist es dabei vonnöten, diese Kosten mit Rechnungen oder vergleichbaren Dokumenten nachzuweisen.

Geld, Geldscheine, Münzen, Finanzen
Versicherungsverträge können undurchsichtig und kompliziert sein. Nichtsdestotrotz sollten Sie für Ihre Zukunft rechtzeitig vorsorgen. (Quelle: © ptra - Pixabay.com)

Wann ist eine Pflegekostenversicherung sinnvoll?

Eine Pflegekostenversicherung macht nur dann Sinn, wenn Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen möchten. Dies bedeutet, dass nur Rechnungen von Pflegeeinrichtungen oder Pflegediensten akzeptiert werden. Familiäre Hilfe oder eine kostengünstigere, private Pflegekraft werden dabei finanziell nicht unterstützt, da diese üblicherweise nicht durch gebräuchliche Rechnungen abgerechnet werden können. Welche Kosten dabei in Zukunft getragen werden sollen, wird bei Vertragsabschluss festgesetzt. Desweiteren sollte über den Abschluss eines Tarifs nachgedacht werden, wenn mit einer hohen Pflegestufe gerechnet und häusliche Pflege ausgeschlossen werden kann.

Was ist beim Abschluss eines Tarifs zu beachten?

Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Wie bei einer Vielzahl von Versicherungen, kommt es auch hier darauf an:

  • in welchem Alter Sie beginnen, Beiträge zu zahlen
  • für welchen Leistungsumfang Sie sich entscheiden
  • welchem Geschlecht Sie zugehörig sind sowie
  • welche gesundheitlichen Risiken bei Vertragsabschluss für Sie bestehen

Je früher Sie anfangen, in eine Pflegekostenversicherung zu investieren, umso geringer ist Ihr zu zahlender Beitrag. Je nach Tarif werden entweder ein Teil der verbliebenen Kosten nach Abzug der Beiträge Ihrer Pflegeversicherung übernommen oder der gesamte Betrag. Wichtig zu wissen ist dabei auch, dass nicht verwendete Leistungen einer Altersgruppe verzinst zusammengetragen werden, sodass im Alter etwaige überteure Leistungen dennoch getragen werden können. Fangen Sie also so früh wie möglich an, in Ihr Alter zu investieren.

Grundsätzlich sind die Beiträge einer Pflegekostenversicherung niedriger als die einer Pflegetagegeldversicherung. Nichtsdestotrotz sollten Sie die für Sie am nützlichsten erscheinende Zusatzversicherung wählen.

Worauf muss ich beim Abschluss einer Pflegekostenversicherung achten?

Die Leistungshöhe eines Tarifs liegt bei 80% bei stationärer sowie ambulanter Pflege. Je nach Tarifstufe erhalten Sie zwischen 10% und 200% der Pflegeleistungen zusätzlich. Jeder Vertrag unterscheidet sich vom nächsten, auf einige Dinge sollten Sie jedoch besonders acht geben:

  • Alle Pflegestufen sollten in Ihrem Tarif mit eingeschlossen sein.
  • Ihr Vertrag sollte auf Lebenszeit gelten.
  • Die Pflegestufe, die bereits von Ihrer Pflegeversicherung ermittelt wurde, sollte übernommen werden.
  • Die Mindestvertragsdauer einer Pflegekostenversicherung beträgt 1 oder 2 Jahre und wird automatisch verlängert, wird sie nicht gekündigt.
  • Beitragsanpassungen sind jederzeit möglich.
  • Eine erneute Gesundheitsprüfung sollte nicht erfolgen, wenn die Leistungen durch Pflegekostensteigerungen erhöht werden müssen.
  • Geltungsraum ist Deutschland. Dieser kann jedoch auf das Ausland ausgeweitet werden. Dabei verringert sich die Leistungshöhe jedoch von 80% auf 40%.
  • Achten Sie vor allem im höheren Alter darauf, dass Ihr Tarif keine Karenzzeit vorsieht. Diese beläuft sich zumeist auf 3 Monate und wird nur dann aufgelöst, sollten Sie verunfallen. Desweiteren setzen einige Anbieter eine Wartezeit von 3 Jahren ein. Es existieren jedoch auch Tarife, die diese Verzögerungen nicht beinhalten. Vergleichen Sie also Ihre Angebote.
Geld, Münzen, Finanzen
Sorgen Sie durch den Abschluss einer zusätzlichen Pflegeversicherung dafür, dass Ihre Angehörigen im Ernstfall nicht zusätzliche Kosten aufbringen müssen. (Quelle: © aleksandra85foto - Pixabay.com)

Welche Leistungen werden anerkannt?

Besonders im Bereich der stationären Pflege liegen die Kosten über dem, was eine soziale Pflegeversicherung übernehmen kann. Es werden jedoch weitere Leistungen übernommen, nämlich unter anderem:

  • häusliche Pflege
  • Kurzzeitpflege
  • teilstationäre Pflege
  • vollstationäre Pflege
  • weitere Maßnahmen (beispielsweise Umbauten des Wohnumfelds, die Finanzierung von Hilfsmitteln wie Rollstühlen, etc.)

Ist eine Pflegekostenversicherung mit anderen Versicherungen kombinierbar?

Grundsätzlich besteht kein Verbot, eine Pflegekostenversicherung mit weiteren Absicherungen zu verbinden. Allerdings sollten Sie daran denken, dass dies ebenso weitere Beitragszahlungen mit sich bringt. Wer sich dennoch in einer finanziellen Lage sieht, die es erlaubt, einen höheren Betrag für das eigene Wohl abzugeben, sollte nicht davor zurückscheuen,

Eine Pflegekostenversicherung können Sie beispielsweise an die folgenden Versicherungen koppeln:

  • Pflegerentenversicherung
  • Pflegetagegeld-Versicherung
  • Pflegezusatzversicherung

Eine Pflegerentenversicherung ist ein Teil der Lebensversicherung und stellt sicher, dass monatlich bei Pflegebedürftigkeit ein fester, beim Vertragsabschluss festgelegter Betrag ausgezahlt wird. Dieser orientiert sich an den Pflegestufen der Pflegeversicherung:

  • Pflegestufe I: 25 Prozent der versicherten Pflegerente
  • Pflegestufe II: 50 Prozent der versicherten Pflegerente
  • Pflegestufe III: 100 Prozent der versicherten Pflegerente

Bei einer Pflegetagegeld-Versicherung wird ein fester Betrag pro Tag ausgezahlt, wohingegen dieser bei einer Pflegekostenversicherung hingegen je nach Leistung variiert.

Die Pflegezusatzversicherung richtet sich ebenso nach den Pflegestufen. Hierbei wird ein Maximalbetrag festgelegt, der vollständig oder prozentual ausgezahlt wird:

  • Pflegestufe I und II: Auszahlung eines prozentualen Anteils des Maximalbetrags
  • Pflegestufe III und Härtefall: Auszahlung des Maximalbetrags

Online-Tarifcheck

Das Internet ermöglicht es Ihnen, bequem von zu Hause aus Tarifdetails anzufordern. Wir haben für Sie beispielhaft einige Internetseiten zusammengestellt, die diesen Dienst anbieten:


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Profilbild von Sandra Fuchs

Sandra Fuchs ist seit März 2015 für basenio tätig. In ihrer Freizeit liest sie gerne ein gutes Buch oder verbringt einen ruhigen Abend auf der Couch.


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